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Baclofen 10 mg 30 Tabl.

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Baclofen

Wirkprinzip und Pharmakokinetik. Baclofen ist ein spezifischer Agonist an GABA-Rezeptoren und verursacht präsynaptisch eine Hemmung der Transmitterfreisetzung und postsynaptisch eine Hyperpolarisation. Dadurch nimmt die synaptische Transmission in den Reflex bögen ab und der Muskeltonus sinkt. Baclofen wird nach oraler Gabe komplett resorbiert und hat eine Plasmahalbwertszeit von 3-4 Stunden. Die Dosierung erfolgt einschleichend um unerwünschte Wirkungen, die zu Beginn der Therapie am stärksten ausgeprägt sind, zu minimieren. Die ersten Tagesdosen liegen bei 30-75 mg, wobei nach der Beeinflussung der Symptomatik dosiert wird. Die Elimination erfolgt hauptsächlich über die  Niere.

Unerwünschte Wirkungen. Unerwünschte Wirkungen sind: Sedation, Verwirrtheit, Benommenheit, Verwirrtheit, Schwindel

Depressionen, Euphorie, Ataxie, Tremor, Nystagmus
Hypotonie
Pollakisurie, Dysurie, Enuresis
Visusstörungen, Geschmacksstörungen

Wird Baclofen überdosiert, so fuehrt die Aktivierung inhibitorischcr Autorezeptoren an GABAergen Synapsen zu einer starken Abnahme der GABA Freisetzung; Baclofen selbst kann dann zwar die Aktivierung der postsynaptischen GABAb-Rezeptoren übernehmen, aber die Aktivierung der postsynaptischen GABAA-Rezeptorendurchden endogenen Transmitter fällt weg. Die Folge können Krampfanfälle sein - wie bei der Einwirkung von GABA,s-Antagonisten. Die sedierende Wirkung von Baclofen kann durch alle anderen zentral dämpfende Pharmaka potenziert werden.

Kontraindikationen.
Kontraindiziert ist Baclofen bei bekannter Überempfindlichkeit, zerebrovaskulaeren Erkrankungen sowie Niereninsuffizienz.

Hintergrund: Hinweise auf die Wirksamkeit von Baclofen liegen bisher nur aus Fallstudien oder aus methodisch unzureichenden klinischen Studien vor (1, 2). Dennoch wird Baclofen in der Praxis zunehmend häufiger angewandt (3). Mithilfe eines Surveys (surveymonkey®) sollten Erfahrungen von Patienten, die einer webbasierten Selbsthilfegruppe (www.baclofen-forum.de) angehören, gesammelt werden.

Methoden: Webbasierte Mitgliederbefragung mit Eigenerfahrung in der Therapie mit Baclofen über 3 und mehr Monate (N=65). Erfragt wurde der Alkoholkonsum in Abhängigkeit von der Dosierung des Medikaments, ebenso wie unerwünschte Wirkungen, Vor- und Rückfälle. Im Focus der Befragung standen zudem Angst und Depression sowie Lebensqualität (PHQ-2, WHO-5).

Ergebnisse: Die vorliegenden Daten lassen den Schluss zu, dass das Ziel vollständige Abstinenz oder maßvoller Alkoholkonsum in der Mehrheit der Fälle erreicht wurde. Die Ergebnisse stimmen mit katamnestischen Erhebungen größerer Kollektive überein (4, 5). Über die Hälfte der Teilnehmer haben weder Craving noch Vor- oder Rückfälle. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen treten selten auf, und zumeist in einem erträglichen Ausmaß, das nicht zu einem Therapieabbruch führt. Die bei Alkoholkranken häufig als Komorbidität assoziierte Angst und Depression (5) wird deutlich positiv beeinflusst. Die Patienten weisen gute Scorewerte für Lebensqualität bezogen auf die Gesamtstichprobe auf, jedoch finden sich bei fast einem Drittel Hinweise für das Vorliegen einer gesondert zu erhebenden psychischen Erkrankung. Unsere Daten stützen die Hypothese der individuellen Wirkungs- und Erhaltungsdosis, da sich keine Hinweise auf eine Auswirkung der Einnahmedauer feststellen lassen.

Schlussfolgerung: Es liegen hinreichend Daten vor, die die Wirksamkeit von Baclofen in der Behandlung der Alkoholerkrankung belegen. Baclofen soll als optionale Therapie allgemein zugänglich gemacht werden. Dafür ist einerseits eine Schulung der Ärzte dringend erforderlich, andererseits ist für eine therapeutische Begleitung der Patienten Sorge zu tragen.

Literatur:

1. Pastor A, Jones DM, Currie J. High-Dose Baclofen for Treatment-Resistant. J Clin Psychopharmacology 2012; 32:266–268

2. Addolorato G, Leggio L, Ferrulli A et al. Dose-Response Effect of Baclofen in Reducing Daily Alcohol Intake in Alcohol Dependence: Secondary Analysis of a Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Alcohol and Alcoholism 2012; 46:312–317

3. Benkert O, Hippius H. Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 8. Auflage. Heidelberg: Springer; 2011: 457

4. Rigal L, Alexandre-Dubroeucq C, De Beaurepaire R et al. Abstinence and ‘Low-Risk’ Consumption 1 Year after the Initiation of High-Dose Baclofen: A Retrospective Study among ‘High-Risk’ Drinkers. Alcohol and Alcoholism; 2012, doi: 10.1093/alcalc/ags028

5. Krupitsky EM, Burakov AM, Ivanov VB et al. Baclofen administration for the treatment of affective disorders in alcoholic patients. Drug Alcohol Depend 1993; 33:157–163


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Dieser Artikel wurde am Tuesday, 20. September 2016 im Shop aufgenommen.