Wirkungsmechanismus Wachstumshormon – Direkte Wirkungen

Wachstumshormon + Insulin

Zum besseren Verständnis der Thematik ist zu erwähnen, daß Wachstumshormon und Insulin in einem engen Verhältnis zueinander stehen. Wachstumshormon wirkt sowohl

insulin-antagonistisch: löst die entgegengesetzte Wirkung von Insulin aus, Gegenspieler von Insulin, insulinhemmend insulin-synergistisch: löst eine insulinähnliche Wirkung aus, kann die Wirkung von Insulin verstärken, insulinunterstützend

1. Direkte Wirkungen

Wirkung auf den Kohlenhydratstoffwechsel

In Bezug auf den Kohlenhydratstoffwechsel wirkt Wachstums- hormon insulin-antagonistisch.

Diabetogene Wirkung

Wachstumshormon erhöht den Blutzuckerspiegel und wirkt damit insulin-antagonistisch. Im Blut zirkulierendes STH geht eine direkte Bindung mit Zellrezeptoren (z.B. an der Muskelzelle) ein und reduziert daduch die Insulin-Empfindlichkeit der entsprechenden Zelle. Die Zelle spricht schlechter auf die Wirkung des Insulins an und nimmt weniger Glukose auf. Der Glukoseverbrauch sinkt und es kommt zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Die reduzierte Insulin-Empfindlichkeit der Zelle bezeichnet man auch als Insulinresistenz. Durch verschiedene Feedbackmechanismen wird dieser Zustand wieder reguliert. Bei einem gesunden Menschen, ohne Wachstumshormonmangel, kann die Behandlung mit exogenem STH eine Insulinresistenz auslösen, die nicht mehr durch körpereigene Mechanismen ausgeglichen werden kann. In diesem Fall muß zusätzlich Insulin verwendet werden. Bei einer chronischen Insulinresistenz spricht man auch von Diabetes mellitus.

Wirkung auf den Fettstoffwechsel

Was den Fettstoffwechsel betrifft, so wirkt Wachstumshormon ebenfalls insulin-antagonistisch. Die “fettverbrennende” Wirkung von Wachstumshormon ist für Sportler, speziell Bodybuilder, von besonderem Interesse.

Lipolytische Wirkung

Fettzellen verfügen über Wachstumshormon-Rezeptoren. Wachstumshormon geht eine Bindung mit diesen Rezeptoren ein und löst verschiedene enzymatische Reaktionen aus. Es kommt u.a. zu einem Anstieg der freien Fettsäuren im Blutplasma. Körperfettreserven werden quasi als Energiequelle genutzt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Lipolyse. Insulin führt genau das Gegenteil herbei. Insulin fördert die Umwandlung von Kohlenhydraten in Fette.

STH — Das Sparhormon

Wachstumshormon wird von Wissenschaftlern auch als “Sparhormon” bezeichnet. Bei einem Energiedefizit (ausgelöst durch Fasten, Hunger) wirkt Wachstumshormon gleich zweifach: Auf der einen Seite wird durch einen reduzierten Glukose-verbrauch Energie eingespart. Auf der anderen Seite sorgt Wachstumshormon für eine Umwandlung von Fettzellen in freie Fettsäuren, die wiederum als Energie zur Verfügung stehen.

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