Wilde Yamswurzel: Natürliches Progesteron

Den volkstümlichen Naturheilkundlern waren die medizinischen Eigenschaften der Yamswurzel, nicht zu verwechseln mit der Süßkartoffel, lange vor den pharmazeutischen Herstellern bekannt. Daniel Mowrey berichtete in The Scientific Validation of Herbal Medicine, daß die wilde Yamswurzel im 18. und 19. Jahrhundert für die Behandlung von Menstruationskrämpfen und Problemen beim Kindergebären verwendet wurde. Bereits im Jahre 25 v.Chr. wurde die mexikanische wilde Yamswurzel von den Chinesen, von denen die Kräuterheilkunde hoch geachtet wurde, im Pen Tsao Ching erwähnt.

Für eine Reihe von Jahren stellte die mexikanische wilde Yamswurzel eine Hauptquelle für die Produktion von synthetischem Progesteron und anderen Hormonen dar. Bis vor kurzem war die wilde Yamswurzel der einzige Ursprung von Diosgenin, das zur Herstellung von Verhütungspillen verwendet wird. Nach der Kräuterheilkundlerin Rosemary Gladstar in Herbal Healingfor Women ist die wilde Yamswurzel „die heute weltweit am meisten verwendete Heilpflanze”. Jedes Jahr werden über 200 Millionen Rezepte verkauft, die ihre Derivate enthalten. Diosgenin liefert weiterhin ungefähr 50 Prozent des Rohmaterials für die Steroidsynthese und stellt eine Multimilliardendollar-Industrie dar.

Die Geschichte des Hormons

Cholesterin stellt die Vorstufe aller Hormone im Körper dar. Es wurde zuerst im 18. Jahrhundert isoliert, doch der erste Forscher, der sich für die Beschaffenheit von Cholesterin interessierte, war Windhaus, ein deutscher Wissenschaftler, den man nunmehr als „Vater der Sterinchemie” ansieht. Windhaus hatte einen brillanten Studenten, Adolph Butenandt, der unter der Anleitung von Windhaus die Hormonsubstanz aus dem Urin schwangerer Frauen, die bei Mäusen und Ratten Hitzen hervorrief, untersuchte. Diese Forschungen führten zur Isolierung und Identifizierung des Östrogens Östron.

Während Butenandt Testosteron tierischen Ursprungs gewonnen hatte, wollte er diese Substanz synthetisieren. Statt dessen gelang es ihm, eine Vorstufe zu Testosteron, DHEA, zu synthetisieren. Die ersten Gewinnungen stammten aus Cholesterin, der obersten Hormonvorstufe. Mit der zweiten Gewinnungsmethode konnte er DHEA aus Beta-Sitosterin extrahieren, einem pflanzlichen Sterin, das man aus verschiedenen Ölen, wie etwa Sojaöl, erhalten konnte.

In den späten 20er Jahren unseres Jahrhunderts waren Fred C. Koch, Professor für Physiologische Chemie an der University of Chicago, und sein Student, Lemuel McGee, auf der Spur des männlichen Hormons aus Extrakten von Stierhoden. In Zusammenarbeit mit einem irischen Forscher, Dr. T. F. Gallagher, verwendeten sie ein Gewinnungsverfahren, das eine verbesserte Mischung ergab. Testosteron wurde sofort von Ärzten als Geschlechtshormon erkannt, das über muskelaufbauende Eigenschaften usw. verfügt. Bodybuilder, Gewichtheber und Athleten benutzen seit Jahren anabolische Steroide, um Kraft, Gewicht und Muskelmasse zu gewinnen. Die Nebenwirkungen, Krebs, Leukämie, Nierenerkrankungen, Unfruchtbarkeit und starke Gemütsschwankungen machen dies zu einer gefährlichen Angewohnheit. Mexikanische wilde Yamswurzel als Quelle für Progesteron 1926 fanden japanische Forscher heraus, daß ein Auszug aus der Yamswurzel, genannt Diosgenin, einigen Nebennierenhormonen und dem Vorstufenmolekül Cholesterin auffallend ähnlich war. Im Jahre 1943 entdeckte Professor Russell Marker der University of Pennsylvania eine reiche Hormonquelle in der wilden, der Barbascowurzel.

Er entwickelte eine Methode zur wirtschaftlichen Hormongewinnung und vergab die Patente an Parke Davis. Er fand heraus, daß es in Mexiko keine registrierten Patente gab, und so fuhr er fort, seine eigene Gewinnungsanlage aufzubauen.

Er reiste nach Mexiko und war fasziniert von den Schamanen, den „Medizinmännern”. Er war vertraut mit der Hormonchemie und mit der Tatsache, daß bestimmte pflanzliche Substanzen in ganz Zentral- und Südamerika und in China von den „Medizinmännern” verwendet wurden. Er wußte, daß bestimmte Yamswurzeln als Geburtenkontrolle und zur Behandlung von weiblichen Problemen benutzt wurden, also stellte er die Theorie auf, daß sich in der spezifischen Art der wilden Yamswurzel, der BarbascoYamswurzel, hormonelle Eigenschaften verbargen.

Die Barbasco-Yamswurzel besitzt schwarze Knollen, die unter der Erde wachsen, und auf der Oberfläche wachsende Reben. Diese Wurzeln wuchsen wild in Bergregionen. Er sprach mit Einheimischen, um genau zu erfahren, wie diese die Yamswurzel vorbereiteten und verwendeten.
Marker zeigte einem der mexikanischen Pharmakonzerne, die sich mit der Hormonforschung und -herstellung beschäftigten, Hormoneasa, einen Beutel mit einer weißen, pulverigen Substanz. Er behauptete, daß dieser Beutel Progesteron enthielte, das er aus der Barbascowurzel gewonnen hätte, und verlangte $ 800. Es fiel den Betroffenen schwer, dies zu glauben, da zu jener Zeit Progesteron und Östrogen nur durch teure chemische Gewinnungsmethoden aus Tierharn zu einem Preis von ungefähr $ 3000 pro Kilo gewonnen wurden. Sie prüften Markers Produkt und stellten fest, daß es reines Progesteron war. Überflüssig zu betonen, daß sie erstaunt waren. Sie nahmen auf der Stelle Kontakt mit ihm auf, um ihn zu überzeugen, ihnen seine Technologie zu verkaufen, doch ohne Erfolg. Er hatte keinerlei Absicht, seine Geheimnisse preiszugeben.

Mehrere amerikanische Pharmakonzerne reisten nach Mexiko in dem Versuch, ihm seine Technologie abzukaufen, doch auch sie blieben erfolglos. Marker beschloß, es selbst zu produzieren und ihnen das Rohmaterial zu liefern. Zahlreiche Konzerne schickten ihre eigenen Biochemiker, um ihm zu folgen und ihm seine Methode zu entlocken.
Schließlich verließ er Mexiko und verkaufte nie. Mit der Zeit gelang es anderen, ihre eigenen Mittel für die Progesteronsynthese zu entwickeln. Damit begann auf der ganzen Welt der „Hormontaumel” und gab der Yamswurzel ihren hohen Wert. Das Rohmaterial wird mit Vorstufen-Phytogenen beladen, darunter Diosgenin, das heute problemlos als Enzym verwendet wird, um DHEA, Progesteron und viele andere Hormone herzustellen.

Diosgenin ist Progesteron auffallend ähnlich und man nimmt an, daß es im Körper als Progesteron verwendet werden kann. Diosgenin kann auch als eine Progesteron-Zwischenstufe eingesetzt werden. Während andere pflanzliche Steroide für solche Zwecke zur Verfügung stehen – wie etwa Sojabohnen, Agave und Yucca – ist die wilde Yamswurzel die beste, konzentrierte Quelle.

Der Wert der Yamswurzel steigt dramatisch

Aufgrund von Markers Entdeckung entstand um diese Wurzeln eine blühende Steroidindustrie. 1951 veröffentlichte Fortune Magazine einen Artikel, der behauptete, die Steroidindustrie schaffe „den größten technologischen Boom, von dem man je südlich der Grenze gehört habe.” In den nächsten 20 bis 30 Jahren stieg der Wert der Yamswurzel dramatisch an, da nur einige Konzerne dank politischer Verbindungen zu der mexikanischen Regierung diese

Technologie vollständig monopolisierten, indem sie den Anbau und die Ernte der Barbascowurzel kontrollierten. Die Yamswurzeln wurden nach Europa verschifft, um aus ihnen pharmazeutische Hormone herzustellen.
Das Geschäft mit den Steroidhormonen explodierte in jener Zeit, da die Yamswurzel eine leichtere und weitaus billigere Methode bot, Hormone zu produzieren. Verhütungspillen und alle möglichen Sorten von Hormontherapien für menopausale Frauen und für solche, bei denen eine Hysterektomie vorgenommen worden war, wurden in jener Zeit eingeführt. Geheimnisvolle Quelle der Jugend — Das Hormon DHEA Viele Konzerne waren hinter dieser Technologie her und versuchten, sie zu kaufen, zu stehlen oder sie irgendwie in ihren eigenen Laboratorien zu kopieren. Zahlreiche Originalpatente tauchten in jener Zeit auf. Herstellerfirmen begannen, Moleküle zu manipulieren, damit sie um ihre eigenen Patente ansuchen konnten.

Patente schützen Produkte davor, durch Mitbewerber kopiert oder im Preis unterlaufen zu werden und davor, daß der Profit des ursprünglichen Herstellers gestohlen werden kann. In ein Produkt fließt eine Menge Zeit, Tests und Geld. Es ist keine ethische Vorgangsweise für einen Mitbewerber, das gleiche herzustellen und den Profit von eines anderen Arbeit zu rauben. Ein Patent ist wie eine Anleitung zur Entwicklung eines Produktes, das allein dem Hersteller zueigen ist.

Gesellschaften können auch solche Patente für ein Produkt erhalten, in denen sie nicht jede Vorzugsinformation über die Herstellung des Produktes preisgeben. Dies hindert Mitbewerber daran, genügend Informationen zu sammeln, um das Produkt zu stehlen, wie dies vielfach geschah. Ungefähr 200 Millionen Verschreibungen werden jedes Jahr für Produkte auf der Basis der Yamswurzel ausgestellt, vor allem für synthetische Hormone, die von Yams abgeleitet werden. Das stellt allein innerhalb dieses Bereiches pharmazeutischer haben. Der Körper erkennt die Vorstufen nicht oder hält sie nicht für körpereigene natürliche Hormone, verwendet sie jedoch auf eine ähnliche Art.

Diosgenin hat eine sehr ähnliche Struktur wie DHEA. Sie können erkennen, wie leicht es wäre, das Diosgeninmolekül in DHEA umzuwandeln. Immerhin ist der Körper die differenzierteste Chemiemanufaktur der Menschheit. Sie ist so erstaunlich, daß der Mensch bereits seit langem versucht, ihre Fähigkeiten im Labor zu kopieren. Wir können nun die Bedeutung der Yamswurzel sehen, da wir die wichtige Beziehung zwischen dem Blutspiegel von DHEA und dem Risiko für starkes Übergewicht, Atherosklerose und kardiovaskuläre Erkrankungen erkennen. Darüber hinaus scheint der Plasmaspiegel von DHEA mit allen Fällen krankheitsbedingten, frühzeitigen Todes zusammenzuhängen.

Die British Herbal Pharmacopoeia anerkennt die wilde Yamswurzel als ein Spasmolytikum, als ein mildes schweißtreibendes Mittel, als anti-entzündlichen, antirheumatischen Wirkstoff, als Cholekinetikum, und als Behandlungsmittel bei: Darmkoliken, Divertikulitis, rheumatoider Arthritis, Muskelrheumatismus, Krämpfen, intermittierendem Hinken (Blutgerinnsel im Bein), Cholezystitis, Dysmenorrhö, ovariellen und Gebärmutterschmerzen.

Die Anwendung des Auszuges der wilden Yamswurzel ist in normalen, empfohlenen Dosen unbedenklich. Sicherheitshalber sollten schwangere Frauen ihn jedoch nicht anwenden.

Yams und Progesteron

Obwohl viele Ärzte glauben, daß es keinen bedeutsamen Unterschied gibt zwischen synthetischem und natürlichem Progesteron, stimmen andere dem nicht zu. So auch Dr. med. Neils Lauerson, ein New Yorker Geburtshelfer, Autor von PMS: Premstrual Syndrom and You. Lauerson legt dar, daß manche synthetische Progesterone maskulinisierende Effekte bei einer Frau haben können, während andere Flüssigkeitsansammlungen bewirken.

Natürliches Progesteron aus der wilden Yamswurzel dagegen verursacht keine Maskulinisierung und man weiß, daß es die Ansammlung von Natrium und Flüssigkeiten verringert.

Dr. med. John Lee von Sebastopol in Kalifornien erklärt, daß die Ursache der Nebenwirkungen von synthetischem Progesteron darin liegt, daß „es kein Progesteron ist. Pharmagesellschaften verändern die molekulare Struktur (in bezug auf synthetische Progesteronanaloge), so daß es nicht mehr in das biochemische System des Körpers paßt.”

Dagegen ist das der wilden Yamswurzel entnommene Progesteron fast identisch mit dem vom Körper gebildeten, erklärt Lee.

Und der Körper wandelt es mühelos um in das von ihm benötigte Molekül. Dies ist nicht der Fall bei den synthetischen Verbindungen, und darin liegt die Hauptursache für die mit synthetischen Hormonen in Zusammenhang stehenden Nebenwirkungen.

Yams: Anti-entzündliche / antiarthiitische Wirkung

Tier- und menschliche Studien haben bewiesen, daß Diosgenin sich positiv auf Cholesterin und Bluthochdruck auswirkt. Dioscorea bewirkte bei Ratten bei intravenöser Injektion eine kurzzeitige Abnahme des Blutdruckes und eine Zunahme des koronaren Flusses. Die Yamssaponine, die den Ratten oral gefüttert wurden, verhinderten hohe Zunahmen des Spiegels des Blutcholesterins.

Die positiven therapeutischen Effekte der Dioscoreasaponine bei Patienten mit Atherosklerose in Verbindung mit Bluthochdruck wurden in der klinischen Praxis betätigt. (Lewis) Die Yamswurzel wurde lange Zeit benutzt, um Cortison herzustellen, ein weitverbreiteter Wirkstoff gegen Entzündungen, der für alles verwendet wird, von Ausschlägen bis zu Gelenksentzündungen.

Yams und Osteoporose

Klinische Studien haben gezeigt, daß bei allen postmenopausalen Frauen zwischen 38 und 83, die eine Creme mit natürlichen Hormonverbindungen aus der Yamswurzel verwendeten, das Niveau der Knochendichte anstieg; bei manchen Frauen bis zu 25 Prozent. Im Gegensatz zu synthetischem Östrogen stellen diese Verbindungen tatsächlich die Knochendichte wieder her. Die verschiedenen hormonellen Effekte von DHEA scheinen die Knochenresorption herabzusetzen und die Knochenbildung zu steigern.
Es wurden bei der Yamswurzelcreme keine Nebenwirkungen beobachtet.

Natürliches gegen synthetisches Progesteron

Die Auswirkungen von natürlichen und synthetischen Hormonen unterscheiden sich beträchtlich. Synthetische Progestine passen nicht in die Körperchemie; sie können den Eisprung verhindern und den Körperschutz des eigenen natürlichen Progesterons unterdrücken. Progestine werden verwendet in oralen Verhütungsmitteln und in Provera®, das oft menopausalen Frauen verschrieben wird. Wenn ein Arzt/eine Ärztin der Meinung ist, daß bei einer Frau ein hormonelles Ungleichgewicht besteht, kann er oder sie ihr synthetische Progestine verschreiben – welche die Symptome eher verschlechtern können als sie verschwinden lassen. Viele Frauen werden mit Provera® gereizt, mißmutig und emotionell labil. Trotz der bekannten Nebenwirkungen und Risiken verschreiben die Ärzte synthetisches Progesteron bei Frauen mit Menstruationsproblemen, Osteoporose und Menopausesymptomen.
Manche Ärzte sagen, daß sie das natürliche Progesteron nicht gerne verschreiben, weil es für PMS nicht von der FDA4) genehmigt ist.

Progesteron ist jedoch ein genehmigtes Medikament für andere Anwendungen. Das FDA macht die Genehmigung eines Medikamentes nicht von der Art und Weise ab, in der ein Arzt es anwendet. Solche „ungenehmigten” Anwendungen können angebracht sein und können Ansätze einer medikamentösen Therapie widerspiegeln, die in der medizinischen Literatur ausgiebig beschrieben wurden. Provera® wird häufig zur Behandlung der Menopause verschrieben. Das FDA hat jedoch Provera® auch nie hierfür „genehmigt”.

Vielen Frauen könnte es bedeutend besser gehen, wenn sie Provera ® durch natürliches Progesteron ersetzen würden. Progesteron bessert üblicherweise das PMS. Neue Studien zeigen, daß natürliches Progesteron für die Vorbeugung von Osteoporose wichtiger sein könnte als Östrogen. Eine Creme, die natürliches Progesteron aus der wilden Yamswurzel enthält, ist sicherer als konventionelle Pharmazeutika.

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