TRIBULUS TERRESTRIS

Neue Hoffnung für Rüden? Hundezüchter schlagen Alarm. Seit dem
Ausbruch des 2. Weltkriegs sinken Spermienzahlen bei Rüden um jährlich
1,5%. Züchterverbände sehen ihre Erfolgsaussichten und ihr Ertragspotential
schwinden. Doch jetzt kommt neue Hoffnung auf: Tribulus
Terrestris! (sinngemäß übersetzt aus der Internetseite einer Hundezüchter-
Vereinigung)

„Vergessen Sie Viagra! Mit Tribulus Terrestris steht Ihnen eine natürliche
Substanz zur Verfügung, die Ihnen die gleichen Erfolge ohne Nebenwirkungen
garantiert!”, so die Werbeaussage eines Herstellers aus den USA.
Größeres Muskelwachstum, eine gesteigerte Libido, eine Verbesserung des
Allgemeinbefindens, eine schnellere Erholung (Regeneration); dies sind die
Schlagworte, mit denen die Hersteller von Tribulus Terrestris, einem Pflanzenextrakt,
für ihr Produkt werben. Außerdem soll Tribulus eine Anregung der
Spermatogenese bewirken. Dies bedeutet, daß der männliche Körper wieder
höhere Spermienmengen produziert, und damit die Fruchtbarkeit gesteigert
würde.

Nachdem in letzter Zeit wiederholt in verschiedenen Presseorganen Studien
zitiert worden waren, die eine stetig sinkende Spermienzahl beim Mann
proklamieren und sich herausgestellt hat, daß in vielen Fällen von Kinderlosigkeit
nicht die Unfruchtbarkeit der Frau, sondern die des Mannes die
Ursache ist, hat ein enormer „Run” auf Tribulus Terrestris-Präparate begonnen.
Wie steht es nun um das neue Wundermittel Tribulus Terrestris?
Nachdem Tribulus zuerst den Bodybuilding- und Kraftsportmarkt erobert hat,
hält es nun allem Anschein nach sogar Einzug in die Tierzucht. Vor knapp
5 Jahren hat der Siegeszug dieses Pflanzenextrakts begonnen, nachdem
bekannt geworden war, daß bulgarische Gewichtheber das Mittel schon seit
etlichen Jahren planmäßig in ihrer Vorbereitung auf die Olympischen Spiele
verwendet hatten. Mittlerweile ist der Wirkstoff in unzähligen Nahrungsergänzungen
enthalten, und Millionen von Sportlern vor allem in den USA
machen sich die postitiven Eigenschaften dieses schon in der Antike bekannten
und beliebten Substanz zu Nutze.

War die Wirksamkeit von Tribulus Terrestris im Jahre 1996 noch sehr umstritten,
so haben sich in den letzten beiden Jahren die Anzeichen dafür, daß es sich
dabei um ein wirkungsvolles Supplement handelt, stark vermehrt. So hat sich
herausgestellt, daß in den Ländern des früheren Ostblocks diese Substanz
über Jahre hinweg systematisch mit sehr guten Ergebnissen verwendet
worden war.

In der Volksmedizin hat Tribulus Terrestris schon über Jahrhunderte hinweg
eine sehr wichtige Rolle gespielt. Im antiken Griechenland wurde Tribulus aus
ganz anderen Gründen verwendet, nämlich als Diuretikum (eine weitere
Wirkung, die diese Pflanze bietet). Außerdem benutzte man Tribulus Terrestris
bei leicht depressiver Stimmungslage, da der Wirkstoff zu einer Stimmungsaufhellung
führt. In der chinesischen Medizin ist diese Heilpflanze in den
unterschiedlichsten Rezepturen zu finden, in erster Linie auch, um Krankheiten
der Leber, der Nieren und des Herz-Kreislaufsystems zu bekämpfen.
Tribulus Terrestris (zu deutsch Bürzeldornbusch) ist eine vor allem in
Steppenlandschaften vorkommende Pflanze, die großflächig (mit einem
Durchmesser von bis zu 5m) am Boden wuchert. In ihren Extrakten findet
man pflanzliche Sterole, Saponine, Flavonoide, Alkaloide, ungesättigte
Fettsäuren, Aminosäuren, Calcium, Phosphor, Eisen und Kalium. Obwohl
(wie es bei so vielen pflanzlichen Heilmitteln und Wirkstoffen der Fall ist)
auch bei Tribulus, die exakte Wirkungsweise noch nicht bekannt ist, geht
man davon aus, daß Saponine und pflanzliche Sterole die Hauptwirksubstanzen
darstellen. Neben indischen Forschungen kamen die Ergebnisse
bezüglich der Wirksubstanzen hauptsächlich aus Sofia (Bulgarien). Hier hatte
man bei der Erforschung besonders die fruchtbarkeitsverbessernde und
aphrodisierende Wirkung des Tribulus Extraktes im Auge. Bereits Anfang der
80er Jahre gelang es bulgarischen Wissenschaftlern, die beiden steroidähnlichen
Wirkstoffe Protodioscin und Protogracilin als Hauptwirksubstanzen
zu isolieren.

Leider sind die derzeit auf dem Markt befindlichen Tribulus-
Produkte sowohl nach Athletenerfahrungen als auch nach wissenschaftlichen
Untersuchungen von einer deutlich unterschiedlichen Qualitätsgüte.
Maßstab für die Güte des jeweiligen Produkts ist (analog zu den bulgarischen
Studien) der Gehalt an Protodioscin und Protogracilin. Da es den allermeisten
Athleten nicht möglich sein wird, ihr Produkt mit einem Hochleistungs-
Flüssigkeits-Chromatographen (HPLC) auf diese beiden Substanzen hin
analysieren zu lassen, bleibt meist nur die Empfehlung anderer Athleten. Unter-
suchungen an zahlreichen Präparaten ergaben, daß die meisten Tribulus-
Produkte nur unwesentliche Mengen an Protodioscin und Protogracilin
enthielten. Ob, und in welchen Mengen nun diese Substanzen in dem Präparat
enthalten sind, hängt letztlich davon ab, welche Teile der Pflanze als
Rohstoffe zur Herstellung des Präparates verwendet werden. Unterirdisches
Pflanzenmaterial (Wurzeln) ist wirkstoffarm, zur Herstellung eignen sich
lediglich Blätter, Stängel und Blüten. Auch die Herkunftsgegend spielt eine
entscheidende Rolle. Tribulus Terrestris ist in seiner reinen Form kein preiswertes
Supplement. Sollten Ihnen also Tribulus Präparate zu außergewöhnlich
günstigen Preisen offeriert werden, ist Vorsicht geboten.

Beim Blick auf die Inhaltsstoffe könnte man auf die Idee kommen, daß die
enthaltenen pflanzlichen Sterole dem Körper ähnlich wie etwa DHEA als
Basismaterial zur Testosteronherstellung dienen könnten. Dies ist zwar nicht
ausgeschlossen, doch erklärt man sich die Wirkungsweise von Tribulus
Terrestris mittlerweile anders:

Ausgangsprodukt der Testosteronsynthese im Körper ist das Cholesterin.
Über mehrere Syntheseschritte (siehe Androstendion) wird daraus Testosteron
hergestellt. Wie effizient und in welchem Ausmaß die Testosteronsynthese
stattfindet, wird dabei durch andere Hormone bestimmt; nämlich durch das
luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH). LH
und FSH werden in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) produziert. Sie
können nun diese Synthesekette abkürzen, indem sie Androstendion oder
Androstendiol zuführen. Sie können aber auch dafür sorgen, daß es zu einer
verstärkten LH- und FSH-Sekretion in der Hypophyse kommt, und dadurch eine
vermehrte Bildung von Testosteron hervorgerufen wird: Hier hilft Tribulus
Terrestris.

Damit ähnelt Tribulus Terrestris in seiner Wirkung einem Medikamentenwirkstoff
mit dem Namen Clomiphen, der in den „Athletenschmieden” der
ehemaligen DDR mit Vorliebe verwendet worden ist. (Clomiphen ist ein
Medikament, durch das die LH-Produktion gesteigert wird). Tribulus Terrestris
ist somit kein Prohormon im eigentlichen Sinn.

Einen Hinweis auf die Wirksamkeit von Tribulus Terrestris gibt auch die
Tatsache, daß die Substanz seit langem bekannt und geschätzt ist. Es existieren
eine Reihe von Aussagen, in denen die positiven Auswirkungen der Substanz
beschrieben werden. Daß Tribulus Terrestris tatsächlich wirkt, bestätigen etliche
Studien: In einer vom U.S. Kraftsport-Guru Charles Poliquin zitierten Studie
wurde den Probanden über 2 Wochen täglich 750 Milligramm Tribulus
Terrestris verabreicht. In den Messungen der Hormonspiegel (Testosteron, LH)
ergaben sich durchschnittliche Erhöhungen von 40 bis 70% beim Testosteron,
beziehungsweise 60 bis 140% beim luteinisierenden Hormon (LH).
In einer von N. Moelek (Indonesien) durchgeführten Studie wurden 40
unfruchtbare Männer untersucht, die über einen Zeitraum von 10 Wochen
Tribulus Terrestris verwendeten. Dabei konnte nachgewiesen werden, daß es
durch das Präparat zu keiner negativen Beeinträchtigung der Leberfunktion
gekommen war, und auch sonst keinerlei Nebenwirkungen aufgetreten
waren. Es wurde festgestellt, daß es sowohl zu einer Vermehrung der
Spermienanzahl, als auch zu einer Verbesserung der Spermienaktivität kam.
Die Zahl der Schwangerschaften (bei den Partnern der Probanden der
Tribulus Terrestris Gruppe) war im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich
erhöht (5:0).

Höhere Testosteronwerte bieten dem Athleten eine Reihe von Vorteilen: Zum
einen führen sie zu einer beschleunigten Regeneration, zum anderen rufen
sie eine Verbesserung der Trainingsmotivation und damit der Bereitschaft zu
einer höheren Trainingsintensität hervor. Sie helfen dem Organismus dabei,
den durch das intensive Training hervorgerufenen Muskelverschleiß weit
schneller zu regenerieren. Höhere Testosteronwerte führen zu einer gesteigerten
Aggressivität und zu mehr Durchsetzungsvermögen; alles Aspekte,
die in einem Radrennen oder einem Triathlon von entscheidender Bedeutung
sein können.

Trotz all der Lorbeeren für das Pflanzenpräparat muß allerdings betont werden,
daß die durch Tribulus Terrestris hervorgerufene Steigerung des Testosteronspiegels
nicht mit der Gabe synthetischer Hormone vergleichbar ist. Wer
Tribulus Terrestris verwendet, der kann nicht davon ausgehen, die gleichen regenerationsfördernden

Eigenschaften zu erzielen, wie etwa durch die
Verwendung von Testosteronestern oder jene psychische Wettkampfhärte zu
bekommen, die ein Athlet erfährt, der Fludestrin (Halotestin) verwendet.
Dafür findet durch die Verwendung von Tribulus Terrestris kein Eingriff in
das Hormonsystem des Organismus statt. Es kommt lediglich zu einer
Aktivierung bestehender Systeme und nicht zu einem künstlichen Ersatz
körpereigener Hormone, durch den es zu einem Absinken der Eigenproduktion
kommen würde.

Auch Frauen profitieren von der Verwendung von Tribulus Terrestris. Durch
die erhöhten FSH Spiegel kommt es zu einer Verschiebung des Verhältnisses
Progesteron/Östrogen zu Gunsten des Progesterons. Dies hat einen ausgeglicheneren
Hormonhaushalt und eine Verbesserung der Stimmungslage
zur Folge. Verwenden Frauen Tribulus Terrestris in den Wechseljahren, so
kann es) zu einer Abschwächung der spezifischen Beschwerden kommen.
Tribulus Terrestris wird sowohl von Naturalathleten als auch von den
Anwendern anaboler Steroide verwendet. Naturalathleten, die auf den
Einsatz von Medikamenten zur Leistungssteigerung verzichten wollen, erreichen
durch Tribulus Terrestris auf natürliche Weise eine Anhebung ihrer Hormonspiegel.
Athleten, die nach dem Absetzen von anabolen Steroiden mit einer
verminderten Eigenhormonproduktion und einem erniedrigten Testosteronspiegel
zu kämpfen haben, können durch Tribulus Terrestris relativ schnell
wieder jene Hormonspiegel erreichen, die sie vor der Steroidanwendung hatten.

Die zitierten Studien wurden mit einer dreimal täglichen Gabe von 250 mg
Tribulus Terrestris durchgeführt. Auch die meisten Hersteller empfehlen
Tagesdosierungen von 500 bis 1000 mg. Handelt es sich bei dem ausgewählten
Präparat um hochwertiges Tribulus Terrestris, so dürfte eine Tagesdosis von
500 mg ausreichend sein. Wohlweislich weisen einige Hersteller daraufhin,
daß Dosierungen von 1500 mg und mehr verwendet werden sollten: Was
dies bedeutet, kann sich der Leser selbst ausmalen.

Wie bereits erwähnt, kommt es bei Tribulus Terrestris nicht nur auf die
Wirkstoffmenge, sondern auf deren Güte an. Nur Produkte, die einen Gehalt
an Protodioscin und Protogracilin von mehr als 40% aufweisen, sind als
hochwertig einzustufen.

Die meisten Athleten verwenden Tribulus Terrestris entweder in Phasen einer
erhöhten Trainingsbelastung oder über die ganze Wettkampfsaison hinweg.
Um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden, sollte allerdings nach 2 Monaten
der Einnahme eine Pause von 4 Wochen eingehalten werden.
Im Gegensatz zu den Prohormonen ist die Verfügbarkeit von Tribulus
Terrestris auf dem deutschen Markt gut. In Fitneß- und Bodybuilding
Magazinen findet der interessierte Leser eine Vielzahl verschiedener Produkte
und Anbieter. Leider ist die Suche nach einem qualitativ hochwertigen Produkt
nicht allzu einfach. Entweder Sie verlassen sich auf die Empfehlung eines
anderen Athleten oder sie versuchen, beim Hersteller oder Vertreiber
Erkundigungen Ober das Herkunftsland and die Beschaffenheit des
Produktes einzuziehen. Am qualitativ hochwertigsten ist Tribulus Terrestris-
Extrakt aus Bulgarien, da hier fuer die industrielle Produktion eigens gezuechtete
Pflanzen verwendet werden. Neben dem Herstellungsland ist bekanntlich
auch die Auswahl der verwendeten Pflanzenteile von Bedeutung, da nur in
den oberirdischen Pflanzenteilen ausreichend Wirkstoff enthalten ist. Zwar
‘carmen Sie nach dem Saponingehalt beim Hersteller fragen, doch unseren
Erfahrungen zufolge herrscht bei den allermeisten Vertreibern leider
Unwissenheit vor.

Die Praeparate:
BMS (GER), Tribolan
250 mg Tribulus Terrestris, Saw Palmetto; 180 Kapseln
Boyonics-Pinnacle (USA), Tribestrol
250 mg Tribulus Terrestris, 60 Kapseln
Goldfield(HOL), Tribu-Stack
330 mg Tribulus Terrestris, Saw Palmetto, 90 Kapseln
Metabolic Nutrition (GER), Profi Tribulus Nutrition
300 mg Tribulus Terrestris
MHP, Endo Stack
Androstendione, Tribulus, Saw Palmetto, 60 Kapseln
Muscle Tech (USA), Acetabolan 11
Acetyl-L-Carnitin, Tribulus Terrestris (250 mg), Zinc, NAC 96 Kapseln
Nature’s Best(BEL), Tribulus Terrestris
500 mg Tribulus Terrestris, 60 Kapseln
Pro Performance (USA), Tribulus
312,5 mg Tribulus Terrestris, 50 Kapseln
Twinlab (USA), Tribulus Fuel Caps
625 mg Tribulus Terrestris, 50/100 Kapseln
US-Product Line (GER), Golden Tribulus
750 mg Tribulus Terrestris
Weider (USA), Tribestan
250 mg Tribulus Terrestris, 30 Kapseln

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