Trenbolon

Antikatabole Wirkung

Nun kommen wir zu einem Punkt, der bei der Verwendung des Trenbolon eine wichtige Rolle spielt, insbesondere während einer Diät. Dem Trenbolon wird die Eigenschaft zugeschrieben, die Cortisolbindung stark zu unterdrücken und sich daher hervorragend als Muskelschutz zu eignen. Betrachtet man die hierzu vorliegende Lektüre, so fängt man erstmal ein wenig an zu grübeln. Was hierzu führt, ist eine Aussage, die sich auf die cortisolhemmenden Effekte des Trenbolons bezieht. Die meisten Steroide blocken die Cortisolrezeptoren (Glucocorticoidrezeptoren) mehr oder weniger stark und entfalten hierdurch einen Teil ihrer aufbauenden Wirkung, besonders potent ist hier das Fluoxymesteron. Man untersuchte die Bindung des Trenbolon an den Cortisolrezeptor der Muskulatur und verglich sie mit Cortisol und einem Cortisolagonisten. Das ganze wurde an Lämmern durchgeführt. Ich möchte diesen Teil der Studie direkt übersetzen und zitieren:

“Der Glucocorticoidrezeptor der Skelettmuskulatur hatte eine hohe Affinität für den Glucocorticoidagonisten Triamcinolon (relative Bindungsaffinität 0.85) und Cortisol (0.51) mit fast gar keiner Affinität zum Trenbolon”

Na sowas, Trenbolon bindet nicht oder kaum an den Cortisolrezeptor? Wer denkt, das wäre überraschend und verwirrend, sollte zuerst den Rest der Studie lesen:

“Die Trenbolon-Acetat-Behandlung reduzierte die Bindungskapazität des Skelettmuskels für Cortisol innerhalb von 2 Tagen nach der Implantation (des Trenbolonimplantats)… Auch die Bindung des Cortisolagonisten Dexamethason wurde vom Trenbolon reduziert… Diese Reduktion bei den mit Trenbolon-Acetat behandelten Tieren, ist, zumindest teilweis,e zurückzuführen auf eine Reduktion der Glucocorticoidrezeptoren.”

Verständlich zusammengefasst bedeutet dies folgendes: Trenbolon bindet laut den Autoren zwar kaum an den Cortisolrezeptor, trotzdem sank die Bindung des Cortisols an seinen eigenen Rezeptor, ohne dass es vom Trenbolon verdrängt wurde. Also schlussfolgert man, Trenbolon würde die Menge der Cortisolrezeptoren senken. Eine so bisher eher unbekannte und interessante Wirkungsweise.  Hinzu kommt die Eigenschaft des Trenbolon, die Cortisolausschüttung direkt vor Ort in der Nebennierenrinde zu beeinflussen und zu senken. Hier zeigte sich Trenbolon mindestens so effektiv wie Testosteron, denn hier konnte eine Reduzierung der Ausschüttung um bis zu 30-40% beobachtet werden.

Es ist nicht nur so, dass Trenbolon die Cortisolproduktion beeinflusst, es führt vielmehr zu einer deutlichen Verkleinerung der Nebennierenrinde. Das mag nun gefährlich klingen, ist es jedoch nicht. Ähnlicher Effekt tritt auch beim Gebrauch anderer Steroide wie Testosteron auf und ist reversibel. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass Trenbolon die durch Cortisol induzierte Genexpression unterbindet. Etwas in der Art kennt man auch vom Dihydrotestosteron, das abgesehen von leichter Affinität zum Östrogenrezeptor, die Wirkung des Estradiols innerhalb der Zelle schwächt. Worauf dieser Mechanismus basiert, ist wie so Einiges noch unbekannt.

Zusammenfassend unterscheidet sich also Trenbolon etwas von anderen Steroiden, wenn es um die Eindämmung des Katabolismus, also des direkten Muskelabbaus, geht. Falls die Ergebnisse der Studien tatsächlich richtig gedeutet wurden, würde dies auch die Effektivität mancher Kombinationen aus Trenbolon und anderer anaboler/androgener Steroide erklären, die wiederum effektiv an den Cortisolrezeptor binden, wie beispielsweise das zuvor erwähnte Fluoxymesteron oder Testosteron. Während Trenbolon die Konzentration des Rezeptors, die Ausschüttung des Cortisols und dessen Genexpression unterbindet, blocke Steroide wie Fluoxymesteron und Testosteron zusätzlich den Rezeptor selbst.

 

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