Trenbolon – Der geschichtliche Hintergrund

Das anabole/androgene Steroid Trenbolon wurde erstmalig im Jahre 1963 in Frankreich vom Wissenschaftler L. Valluz und Mitarbeitern im Auftrag von Roussel Uclaf (jetzt Hoechst Roussel) synthetisiert, kam jedoch erst fast zwei Jahrzehnte später in Form von Finajet in den USA und Finaject in Frankreich für die Veterinärmedizin auf den Markt, hier vorrangig in der Rinderzucht. Beide Präparate enthielten als Basis Trenbolon Acetat, also mit einem Acetat-Ester versehenes Trenbolon.

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In der Humanmedizin sollte es bis kurz nach Einstellung der Produktion von Finajet und Finaject im Jahre 1987 dauern, bis Trenbolon auch hier offiziell verfügbar war. Hergestellt wurde Hexabolon, so der Name des Präparates, vom französischen Pharmaunternehmen
Laboratoires Negma. Es handelte sich hierbei um 1,5m1 Ampullen mit jeweils 76mg Trenbolon Hexahydrobenzylcarbonat (auch als Cyclohexylmethylcarbonat bekannt), was nach Abzug des Esters genau 50mg reinem Trenbolon entspricht. Warum das Trenbolon hier gerade an das ungewöhnliche Ester Hexahydrobenzylcarbonat gebunden war, wurde seitens Laboratoires Negma niemals aufgeklärt. Wahrscheinlich sind zwei Theorien: Entweder wollte sich der Hersteller hiermit von der breiten Masse abheben, oder aber es waren bereits größere Mengen an Hexahydrobenzylcarbonat vorhanden, die in diesem Fall aus ökonomischen Gründen einfach verproduziert wurden. Erkennbare Vorteile gegenüber anderen Estern weist das Hexahydrobenzylcarbonat-Ester nämlich nicht auf. Auffällig ist auch, dass das Hexahydrobenzylcarbonat bis heute bei keinem anderen offiziellen Medikament mehr Verwendung gefunden hat, was mit Sicherheit auch als einer der Hauptgründe anzusehen ist, warum jegliche Trenbolon-Präparate mit einem Hexahydrobenzylcarbonat-Ester einen gewissen Mythos umhüllen.

Hexabolon wurde kurze Zeit nach der Einführung in Parabolan umbenannt, und dies ist auch der weltweit bekannte Name, bei dem es neben „Fina” (für Finajet bzw. Finaject) bei jedem klingelt. Spricht jemand von Parabolan, dann ist Trenbolon gemeint.

Im Jahre 1997 stellte Laboratoires Negma die Produktion von Parabolan offiziell ein und es war eine lange Zeit still um dieses Kultsteroid. Trenbolon war zwar nie gänzlich von der Bildfläche verschwunden, da es immer noch Finaplix-Pellets (Implantate, die Trenbolon enthalten und Vieh mit Hilfe spezieller Pistolen unter die Haut „geschossen” werden) gab, die mittels eines schwierigen Prozesses zumeist im heimischen Keller zur Trenbolon-Injektions-Lösungen umgebaut wurden, offiziell war jedoch kein Herankommen mehr. Lediglich dasüber 20 Jahre alte Untergrundlabor International Pharmaceuticals bot Trenbolon fortlaufend in Form des Präparates Trenbolon Base XXIV an, das wie Parabolan 76mg Trenbolon Hexahydrobenzylcarbonat pro Milliliter enthielt und in einem 10m1 Multi-Injektions-Fläschchen angeboten wurde. Die Preise hierfür waren auf Grund der geringenVerfügbarkeit teilweise unverschämt hoch (in einigen Ländern wurden bis zu umgerechnet 180 Euro pro Ampulle gezahlt), jedoch waren Anwender durchaus bereit, diesen Preis zu zahlen, da Trenbolon, wie im weiteren Verlauf noch ersichtlich wird, ein sehr potentes Steroid darstellt.

Nach Einstellung der Produktion von Parabolan seitens Laboratoires Negma war die Stunde der Fälscherbanden angebrochen, die fortan Parabolan-Plagiate in bis zu diesem Zeitpunkt unbekannter Geschwindigkeit auf den Schwarzmarkt schleusten. Nachdem die letzten originalen Parabolan-Ampullen für umgerechnet bis zu 20 Euro das Stück den Besitzer wechselten, waren für die Fälscher natürlich goldene Zeiten angebrochen, die fortan weitestgehend orginalgetreue, gefälschte Parabolan-Ampullen im Bestfall mit billigem Testosteron Propionat befüllten und diese zu horredn hohen Preisen verkauften. Selbst heute, über zehn Jahre nach Produktionsstopp von Parabolan, geistern noch vereinzelt Parabolan-Fälschungen auf dem Steroid-Schwarzmarkt umher.

Kurz vor der Jahrtausendwende kam dann das große Comeback des Trenbolon. Dadurch, dass die Anzahl der Internetbenutzer in Deutschland immer weiter anstieg und man somit an mehr und mehr Informationen gelangte, brach hierzulande ein Trend aus, der in den USA schon längst zum Alltag gehörte: der Ausbreitung der Untergrundlaboratorien. Nachdem das Trenbolon von International Pharmaceuticals aus Unwissenheit in damaligen Printmedien schlicht als Fälschung tituliert worden war und dem interessierten Athleten keine anderen Informationsquellen zur Verfügung standen, wuchs durch das Internet und die plötzliche Informationsflut das Vertrauen in Steroide, die wissentlich aus unregistrierten Laboratorien entstammten – gerade dann, wenn diese wie im Fall Trenbolon, auf offiziellem Wege nicht verfügbar waren.

Das nicht mehr existente Untergrundlaboratorium British Dragon aus Thailand brachte 2001 den Ball mit Trenabol, einem 10m1 Multi-Injektions-Fläschchen mit 75mg Trenbolon Acetat pro Milliliter als Inhalt, ins Rollen. Viele Untergrundlaboratorien folgten dem Beispiel und produzierten fortan ebenfalls ihre eigenen Produkte mit Trenbolon Acetat. Schnell sprachsich unter Athleten herum, dass Trenbolon wieder verfügbar sei und die Nachfrage stieg von Monat zu Monat. Angehalten durch den erneuten Siegeszug dieses besonderen Steroids, sind viele Anbieter im Laufe der Zeit dazu übergegangen, die angebotenen Dosierungen zu erhöhen und weitere Veresterungen anzubieten. Aktuell ist Trenbolon mit einem Acetat-, einem Hexahydrobenzylcarbonat- und einem Enantat-Ester verfügbar, das besonders von der Verwendung bei Depot-Testosteronen wie Testoviron 250 von Schering bekannt sein dürfte.

Es gibt wohl kaum ein Steroid, das missverstandener, paradoxerweise über- und gleichzeitig unterschätzter und mit mehr Mythen behaftet ist. Bedingt durch die streckenweise schlechte Verfügbarkeit und den damit geringen Anwenderkreis sowie dem sagenumwobenen Hexahydrobenzylcarbonat-Ester bei Parabolan, war es selbsternannten Experten und Hobby-Dopern ein Einfaches, oftmals ungewollt, Mythen und Halbwahrheiten zu verbreiten, denen jegliche Argumentationsgrundlage fehlt. Sei es die starke androgene Wirkung, die angeblich mindestens dreimal so hoch sein soll wie die des Testosteron, die uralte Erzählung über die angebliche Nierentoxizität des Trenbolon und damit einhergehendem Blut im Urin oder aktuell die so genannte „Trenbolon-Gynäkomastie”.

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