Trenbolon – Androgenes/Anaboles Potential

Nehmen wir uns als allererstes die Behauptung vor, Trenbolon sei wesentlich androgener als Testosteron. Trenbolon ist ein 19-Norderivat, also verwandt mit Nandrolon, Methyltrienolon und anderen anabolen/androgenen Steroiden. Die Bezeichnung 19-Nor weist auf eine fehlende Methylgruppe am 19. Kohlenstoffatom hin. 19-Norsteroide weisen in der Regel ein schwächeres Potential in Bezug auf die Entwicklung von geschlechtsspezifischen Organen und Virilisierung bei Frauen auf. Die typischen androgenbedingten Nebenwirkungen wie Haarausfall, Akne und Körperbehaarung fallen in der Regel schwächer aus, als mit Testosteron, Boldenon und anderen Steroiden. Diese Veränderung bewirkt unter anderem auch eine recht starke Bindung an den Androgenrezeptor und sorgt auch für eine geringere Affinität zum SHBG, das Steroidmoleküle an sich bindet und unwirksam macht. (1) Tatsächlich bindet Trenbolon extrem schwach an das SHBG, gerade mal zu 1% verglichen mit Testosteron, dafür wird es jedoch vom Albumin im Blutplasma gebunden, so bleiben letztendlich 4% des Trenbolon frei verfügbar.

Trenbolon soll laut unterschiedlicher Bodybuilding-Lektüre ungefähr dreimal stärker an den Androgenrezeptor binden, daher rührt auch wohl das Gerücht von einer dreifach höheren Androgenwirkung. Dieser Begriff ist jedoch sehr schwammig, insbesondere bei Athleten. Viele reden davon, doch nur sehr wenige wissen überhaupt, was sie damit sagen. Nun es sieht jedoch so aus, dass Nandrolon etwa dreimal stärker bindet als Testosteron. Trenbolon jedoch soll laut Untersuchungen eher ein Bindungsverhalten aufweisen, das dem des Dihydrotestosteron nahe kommt. DHT bindet jedoch ungefähr neunmal stärker als Testosteron an den Androgenrezeptor und hat fast eine solche Bindungsaffinität wie das unglaubliche Methyltrienolon.

Man sollte hier keine Erbsen zählen, die Bindung des Trenbolon übersteigt die des Testosterons sicher bei weitem – doch wo der genaue Wert liegt, hängt von vielen Faktoren ab, daher kann man sich irgendwo auf einen Wert zwischen fünf- und zehnfach einpendeln. Bloß stellen diese Zahlen lediglich die Neigung eines Steroid-Moleküls an den Rezeptor zu binden dar und müssen keineswegs etwas über dessen Wirkungsweisen aussagen.

Das anabole/androgene Steroid Trenbolon wurde erstmalig im Jahre 1963 in Frankreich vom Wissenschaftler L. Valluz und Mitarbeitern im Auftrag von Roussel Uclaf (jetzt Hoechst Roussel) synthetisiert, kam jedoch erst fast zwei Jahrzehnte später in Form von Finajet in den USA und Finaject in Frankreich für die Veterinärmedizin auf den Markt, hier vorrangig in der Rinderzucht. Beide Präparate enthielten als Basis Trenbolon Acetat, also mit einem Acetat-Ester versehenes Trenbolon.

trenbol_acetate_genesis.

Jetzt kaufen

In der Humanmedizin sollte es bis kurz nach Einstellung der Produktion von Finajet und Finaject im Jahre 1987 dauern, bis Trenbolon auch hier offiziell verfügbar war. Hergestellt wurde Hexabolon, so der Name des Präparates, vom französischen Pharmaunternehmen Laboratoires Negma. Es handelte sich hierbei um 1,5m1 Ampullen mit jeweils 76mg Trenbolon Hexahydrobenzylcarbonat (auch als Cyclohexylmethylcarbonat bekannt), was nach Abzug des Esters genau 50mg reinem Trenbolon entspricht. Warum das Trenbolon hier gerade an das ungewöhnliche Ester Hexahydrobenzylcarbonat gebunden war, wurde seitens Laboratoires Negma niemals aufgeklärt. Wahrscheinlich sind zwei Theorien: Entweder wollte sich der Hersteller hiermit von der breiten Masse abheben, oder aber es waren bereits größere Mengen an Hexahydrobenzylcarbonat vorhanden, die in diesem Fall aus ökonomischen Gründen einfach verproduziert wurden. Erkennbare Vorteile gegenüber anderen Estern weist das Hexahydrobenzylcarbonat-Ester nämlich nicht auf. Auffällig ist auch, dass das Hexahydrobenzylcarbonat bis heute bei keinem anderen offiziellen Medikament mehr Verwendung gefunden hat, was mit Sicherheit auch als einer der Hauptgründe anzusehen ist, warum jegliche Trenbolon-Präparate mit einem Hexahydrobenzylcarbonat-Ester einen gewissen Mythos umhüllen.

Hexabolon wurde kurze Zeit nach der Einführung in Parabolan umbenannt, und dies ist auch der weltweit bekannte Name, bei dem es neben „Fina” (für Finajet bzw. Finaject) bei jedem klingelt. Spricht jemand von Parabolan, dann ist Trenbolon gemeint.

Im Jahre 1997 stellte Laboratoires Negma die Produktion von Parabolan offiziell ein und es war eine lange Zeit still um dieses Kultsteroid. Trenbolon war zwar nie gänzlich von der Bildfläche verschwunden, da es immer noch Finaplix-Pellets (Implantate, die Trenbolon enthalten und Vieh mit Hilfe spezieller Pistolen unter die Haut „geschossen” werden) gab, die mittels eines schwierigen Prozesses zumeist im heimischen Keller zur Trenbolon-Injektions-Lösungen umgebaut wurden, offiziell war jedoch kein Herankommen mehr. Lediglich dasüber 20 Jahre alte Untergrundlabor International Pharmaceuticals bot Trenbolon fortlaufend in Form des Präparates Trenbolon Base XXIV an, das wie Parabolan 76mg Trenbolon Hexahydrobenzylcarbonat pro Milliliter enthielt und in einem 10m1 Multi-Injektions-Fläschchen angeboten wurde. Die Preise hierfür waren auf Grund der geringenVerfügbarkeit teilweise unverschämt hoch (in einigen Ländern wurden bis zu umgerechnet 180 Euro pro Ampulle gezahlt), jedoch waren Anwender durchaus bereit, diesen Preis zu zahlen, da Trenbolon, wie im weiteren Verlauf noch ersichtlich wird, ein sehr potentes Steroid darstellt.

Nach Einstellung der Produktion von Parabolan seitens Laboratoires Negma war die Stunde der Fälscherbanden angebrochen, die fortan Parabolan-Plagiate in bis zu diesem Zeitpunkt unbekannter Geschwindigkeit auf den Schwarzmarkt schleusten. Nachdem die letzten originalen Parabolan-Ampullen für umgerechnet bis zu 20 Euro das Stück den Besitzer wechselten, waren für die Fälscher natürlich goldene Zeiten angebrochen, die fortan weitestgehend orginalgetreue, gefälschte Parabolan-Ampullen im Bestfall mit billigem Testosteron Propionat befüllten und diese zu horredn hohen Preisen verkauften. Selbst heute, über zehn Jahre nach Produktionsstopp von Parabolan, geistern noch vereinzelt Parabolan-Fälschungen auf dem Steroid-Schwarzmarkt umher.

Kurz vor der Jahrtausendwende kam dann das große Comeback des Trenbolon. Dadurch, dass die Anzahl der Internetbenutzer in Deutschland immer weiter anstieg und man somit an mehr und mehr Informationen gelangte, brach hierzulande ein Trend aus, der in den USA schon längst zum Alltag gehörte: der Ausbreitung der Untergrundlaboratorien. Nachdem das Trenbolon von International Pharmaceuticals aus Unwissenheit in damaligen Printmedien schlicht als Fälschung tituliert worden war und dem interessierten Athleten keine anderen Informationsquellen zur Verfügung standen, wuchs durch das Internet und die plötzliche Informationsflut das Vertrauen in Steroide, die wissentlich aus unregistrierten Laboratorien entstammten – gerade dann, wenn diese wie im Fall Trenbolon, auf offiziellem Wege nicht verfügbar waren.

Das nicht mehr existente Untergrundlaboratorium British Dragon aus Thailand brachte 2001 den Ball mit Trenabol, einem 10m1 Multi-Injektions-Fläschchen mit 75mg Trenbolon Acetat pro Milliliter als Inhalt, ins Rollen. Viele Untergrundlaboratorien folgten dem Beispiel und produzierten fortan ebenfalls ihre eigenen Produkte mit Trenbolon Acetat. Schnell sprachsich unter Athleten herum, dass Trenbolon wieder verfügbar sei und die Nachfrage stieg von Monat zu Monat. Angehalten durch den erneuten Siegeszug dieses besonderen Steroids, sind viele Anbieter im Laufe der Zeit dazu übergegangen, die angebotenen Dosierungen zu erhöhen und weitere Veresterungen anzubieten. Aktuell ist Trenbolon mit einem Acetat-, einem Hexahydrobenzylcarbonat- und einem Enantat-Ester verfügbar, das besonders von der Verwendung bei Depot-Testosteronen wie Testoviron 250 von Schering bekannt sein dürfte.

Es gibt wohl kaum ein Steroid, das missverstandener, paradoxerweise über- und gleichzeitig unterschätzter und mit mehr Mythen behaftet ist. Bedingt durch die streckenweise schlechte Verfügbarkeit und den damit geringen Anwenderkreis sowie dem sagenumwobenen Hexahydrobenzylcarbonat-Ester bei Parabolan, war es selbsternannten Experten und Hobby-Dopern ein Einfaches, oftmals ungewollt, Mythen und Halbwahrheiten zu verbreiten, denen jegliche Argumentationsgrundlage fehlt. Sei es die starke androgene Wirkung, die angeblich mindestens dreimal so hoch sein soll wie die des Testosteron, die uralte Erzählung über die angebliche Nierentoxizität des Trenbolon und damit einhergehendem Blut im Urin oder aktuell die so genannte „Trenbolon-Gynäkomastie”.

trenbol_acetate_genesis.

Jetzt kaufen

 

Daher schauen wir uns eine passende Studie an, eine über Trenbolon und dessen Einfluss auf das Wachstum von androgenspezifischem Gewebe wie der Prostata und der anabolen Wirkung auf die Muskulatur. Verglichen wurde hierbei zwischen Testosteron Propionat und Trenbolon Milligramm für Milligramm, oder besser gesagt Mikrogramm für Mikrogramm, da die Versuchstiere Ratten waren. Diese Dawley-Sprague-Ratten wiegen 300 Gramm, also 0,3kg; und man erhöhte die Dosis bis zu 200mcg täglich. Das sind umgerechnet auf einen 90kg schweren Bodybuilder ca. 60mg Trenbolon täglich.

Die Ergebnisse sind mehr oder weniger erstaunlich, wie im Diagramm zu erkennen. Trenbolon weist in Bezug auf die anabole Wirkung eine fast genauso hohe Effektivität wie Testosteron auf. Doch ließ Trenbolon die Prostata so gut wie gar nicht wachsen, während Testosteron durch die Metabolisierung zu DHT hier zu einem signifikanten, wesentlich höherem Gewichtsanstieg der Prostata führte, ironischerweise fast dreimal höher als Trenbolon.

Akzeptiert man diese klassische Messmethode des anabolen/androgenen Verhältnisses eines Steroids, so spricht dieses Ergebnis für ein schwach androgenes Profil des Trenbolon. Doch dies kann letztendlich nie ein sicherer Beweis dafür sein, wie sich ein anaboles/androgenes Steroid in unterschiedlichem Gewebe wie z.B. Haarfollikeln und der Haut auswirkt, doch ist es oftmals ein sehr guter Hinweis darauf. Dies, verbunden mit den Erfahrungen von Athleten, die von einem Mangel an androgentypischen Nebenwirkungen bei Trenbolon berichten, ist dann doch ziemlich aussagekräftig.

Die Autoren der Studie vermuten hinter diesem Ergebnis eventuell den Einfluss des 5- Alpha-Reduktase-Enzyms, das Testosteron zum androgenen Dihydrotestosteron umwandelt und z.B. das androgene Profil des Nandrolons im Gewebe senkt, indem es zum weniger androgenen Dihydro-Nandrolon (DHN) konvertiert wird. Demzufolge könnte dasselbe auch beim Trenbolon der Fall sein, doch hat man derzeit keine Metaboliten gefunden, die darauf hinweisen. Viele Sportler, die zum Haarausfall neigen, nehmen zusammen mit Nandrolon keine 5-Alpha-Reduktasehemmer wie Finasterid ein, da man die vorteilhafte Umwandlung zum DHN nicht verhindern möchte und Finasterid hier eher kontraproduktiv wirken kann. Beim Trenbolon sollte dies nach den derzeitigen Kenntnissen nicht der Fall sein und eine Verwendung von Finasterid ist möglich, bloß bringt Finasterid nur in Bezug auf Testosteron etwas. Möchte man den Haarausfall mit Trenbolon noch weiter eindämmen, muss hier auf andere Mittel ausgewichen werden.

Es gab Diskussionen darüber, inwiefern Trenbolon von Frauen eingesetzt werden könnte, da auch Nandrolon hier zum Einsatz kommt. FTW Publishing und ich als Autor möchten und an dieser Stelle ausdrücklich gegen den Einsatz anaboler/androgener Steroide von Frauen aussprechen, da die zwangsläufig auftretenden Nebenwirkungen wie Vermännlichungserscheinungen deutlich drastischerer und negativerer Natur sind, als diese beim Mann jemals sein könnten. Ich möchte hier keine großartigen Spekulationen anstellen, nur auf die kaum vorhandenen Erfahrungen mit diesem Steroid bei Frauen hinweisen.

Weiterhin wurde in der zitierten Studie auch die Auswirkung von Trenbolon auf weibliche Föten untersucht und geschlechtsspezifische Merkmale, wobei das Steroid an die Mutter verabreicht wurde. Zwar wurden hier recht hohe Mengen an Trenbolon gegeben, bis hin zu 2mg pro Ratte, was ca. 600mg bei einem 100kg schweren Menschen darstellt. Doch es muss auch bedacht werden, dass dies notwendig ist, um auch den Fötus entsprechend zu beeinflussen.

Bereits 0,5mg täglich (auf den als Beispiel benutzten 100kg schweren Menschen umgerechnet ungefähr 150mg) sorgten für eine Veränderung des anogenitalen Abstandes und der Verkleinerung des Brustwarzenvorhofs bei der Hälfte der Föten. lmg führte dann bei allen Tieren zu einer Veränderung dieser Merkmale. Trenbolon soll laut dieser Studie in etwa halb so potent wie Testosteron Propionat in derselben Dosis bezogen auf diese Veränderungen sein.

In einer sehr alten Studie aus den 60er Jahren an Menschen, die 4 Jahre nach der Synthese des Trenbolon gemacht wurde, wurden über vierzehn Tage hinwege jeweils 5 und 10mg Trenbolon Acetat intramuskulär jeden zweiten Tag an Frauen und Männer verabreicht. Bei 5mg konnte man bereits eine Stickstoffretention feststellen, es wurden also mehr Aminosäuren in das Gewebe eingebaut als ausgeschieden, was auf eine anabole Wirkung hindeutet. Bei 10mg wurde der Menstrualzyklus bei einigen Frauen gestört.
Vermännlichungserscheinungen wurden bei dieser geringen Dosis und Einnahmezeitraum nicht beobachtet.

Wie kann man das genau werten? Genau schon mal gar nicht, es sind Ratten, es sind Föten – das auf eine erwachsene Frau zu übertragen, ist in dieser Form einfach nicht möglich, es ist lediglich als Anhaltspunkt zu werten. Trenbolon sollte also nicht so gefährlich sein wie Testosteron Propionat, doch ist Testosteron Propionat ein Steroid, das bereits zu starken Vermännlichungserscheinungen führen kann. Letztendlich wäre das ein gewagtes Experiment, da im Gegensatz zu anabolen/androgenen Steroiden wie Oxandrolon und Chlordehydromethyltestosteron nicht so detaillierte und fundierte Aufzeichnungen zu Trenbolon vorliegen.

Das anabole/androgene Steroid Trenbolon wurde erstmalig im Jahre 1963 in Frankreich vom Wissenschaftler L. Valluz und Mitarbeitern im Auftrag von Roussel Uclaf (jetzt Hoechst Roussel) synthetisiert, kam jedoch erst fast zwei Jahrzehnte später in Form von Finajet in den USA und Finaject in Frankreich für die Veterinärmedizin auf den Markt, hier vorrangig in der Rinderzucht. Beide Präparate enthielten als Basis Trenbolon Acetat, also mit einem Acetat-Ester versehenes Trenbolon.

trenbol_acetate_genesis.

Jetzt kaufen

In der Humanmedizin sollte es bis kurz nach Einstellung der Produktion von Finajet und Finaject im Jahre 1987 dauern, bis Trenbolon auch hier offiziell verfügbar war. Hergestellt wurde Hexabolon, so der Name des Präparates, vom französischen Pharmaunternehmen
Laboratoires Negma. Es handelte sich hierbei um 1,5m1 Ampullen mit jeweils 76mg Trenbolon Hexahydrobenzylcarbonat (auch als Cyclohexylmethylcarbonat bekannt), was nach Abzug des Esters genau 50mg reinem Trenbolon entspricht. Warum das Trenbolon hier gerade an das ungewöhnliche Ester Hexahydrobenzylcarbonat gebunden war, wurde seitens Laboratoires Negma niemals aufgeklärt. Wahrscheinlich sind zwei Theorien: Entweder wollte sich der Hersteller hiermit von der breiten Masse abheben, oder aber es waren bereits größere Mengen an Hexahydrobenzylcarbonat vorhanden, die in diesem Fall aus ökonomischen Gründen einfach verproduziert wurden. Erkennbare Vorteile gegenüber anderen Estern weist das Hexahydrobenzylcarbonat-Ester nämlich nicht auf. Auffällig ist auch, dass das Hexahydrobenzylcarbonat bis heute bei keinem anderen offiziellen Medikament mehr Verwendung gefunden hat, was mit Sicherheit auch als einer der Hauptgründe anzusehen ist, warum jegliche Trenbolon-Präparate mit einem Hexahydrobenzylcarbonat-Ester einen gewissen Mythos umhüllen.

Hexabolon wurde kurze Zeit nach der Einführung in Parabolan umbenannt, und dies ist auch der weltweit bekannte Name, bei dem es neben „Fina” (für Finajet bzw. Finaject) bei jedem klingelt. Spricht jemand von Parabolan, dann ist Trenbolon gemeint.

Im Jahre 1997 stellte Laboratoires Negma die Produktion von Parabolan offiziell ein und es war eine lange Zeit still um dieses Kultsteroid. Trenbolon war zwar nie gänzlich von der Bildfläche verschwunden, da es immer noch Finaplix-Pellets (Implantate, die Trenbolon enthalten und Vieh mit Hilfe spezieller Pistolen unter die Haut „geschossen” werden) gab, die mittels eines schwierigen Prozesses zumeist im heimischen Keller zur Trenbolon-Injektions-Lösungen umgebaut wurden, offiziell war jedoch kein Herankommen mehr. Lediglich dasüber 20 Jahre alte Untergrundlabor International Pharmaceuticals bot Trenbolon fortlaufend in Form des Präparates Trenbolon Base XXIV an, das wie Parabolan 76mg Trenbolon Hexahydrobenzylcarbonat pro Milliliter enthielt und in einem 10m1 Multi-Injektions-Fläschchen angeboten wurde. Die Preise hierfür waren auf Grund der geringenVerfügbarkeit teilweise unverschämt hoch (in einigen Ländern wurden bis zu umgerechnet 180 Euro pro Ampulle gezahlt), jedoch waren Anwender durchaus bereit, diesen Preis zu zahlen, da Trenbolon, wie im weiteren Verlauf noch ersichtlich wird, ein sehr potentes Steroid darstellt.

Nach Einstellung der Produktion von Parabolan seitens Laboratoires Negma war die Stunde der Fälscherbanden angebrochen, die fortan Parabolan-Plagiate in bis zu diesem Zeitpunkt unbekannter Geschwindigkeit auf den Schwarzmarkt schleusten. Nachdem die letzten originalen Parabolan-Ampullen für umgerechnet bis zu 20 Euro das Stück den Besitzer wechselten, waren für die Fälscher natürlich goldene Zeiten angebrochen, die fortan weitestgehend orginalgetreue, gefälschte Parabolan-Ampullen im Bestfall mit billigem Testosteron Propionat befüllten und diese zu horredn hohen Preisen verkauften. Selbst heute, über zehn Jahre nach Produktionsstopp von Parabolan, geistern noch vereinzelt Parabolan-Fälschungen auf dem Steroid-Schwarzmarkt umher.

Kurz vor der Jahrtausendwende kam dann das große Comeback des Trenbolon. Dadurch, dass die Anzahl der Internetbenutzer in Deutschland immer weiter anstieg und man somit an mehr und mehr Informationen gelangte, brach hierzulande ein Trend aus, der in den USA schon längst zum Alltag gehörte: der Ausbreitung der Untergrundlaboratorien. Nachdem das Trenbolon von International Pharmaceuticals aus Unwissenheit in damaligen Printmedien schlicht als Fälschung tituliert worden war und dem interessierten Athleten keine anderen Informationsquellen zur Verfügung standen, wuchs durch das Internet und die plötzliche Informationsflut das Vertrauen in Steroide, die wissentlich aus unregistrierten Laboratorien entstammten – gerade dann, wenn diese wie im Fall Trenbolon, auf offiziellem Wege nicht verfügbar waren.

Das nicht mehr existente Untergrundlaboratorium British Dragon aus Thailand brachte 2001 den Ball mit Trenabol, einem 10m1 Multi-Injektions-Fläschchen mit 75mg Trenbolon Acetat pro Milliliter als Inhalt, ins Rollen. Viele Untergrundlaboratorien folgten dem Beispiel und produzierten fortan ebenfalls ihre eigenen Produkte mit Trenbolon Acetat. Schnell sprachsich unter Athleten herum, dass Trenbolon wieder verfügbar sei und die Nachfrage stieg von Monat zu Monat. Angehalten durch den erneuten Siegeszug dieses besonderen Steroids, sind viele Anbieter im Laufe der Zeit dazu übergegangen, die angebotenen Dosierungen zu erhöhen und weitere Veresterungen anzubieten. Aktuell ist Trenbolon mit einem Acetat-, einem Hexahydrobenzylcarbonat- und einem Enantat-Ester verfügbar, das besonders von der Verwendung bei Depot-Testosteronen wie Testoviron 250 von Schering bekannt sein dürfte.

Es gibt wohl kaum ein Steroid, das missverstandener, paradoxerweise über- und gleichzeitig unterschätzter und mit mehr Mythen behaftet ist. Bedingt durch die streckenweise schlechte Verfügbarkeit und den damit geringen Anwenderkreis sowie dem sagenumwobenen Hexahydrobenzylcarbonat-Ester bei Parabolan, war es selbsternannten Experten und Hobby-Dopern ein Einfaches, oftmals ungewollt, Mythen und Halbwahrheiten zu verbreiten, denen jegliche Argumentationsgrundlage fehlt. Sei es die starke androgene Wirkung, die angeblich mindestens dreimal so hoch sein soll wie die des Testosteron, die uralte Erzählung über die angebliche Nierentoxizität des Trenbolon und damit einhergehendem Blut im Urin oder aktuell die so genannte „Trenbolon-Gynäkomastie”.

trenbol_acetate_genesis.

Jetzt kaufen

 

This entry was posted in Trenbolon. Bookmark the permalink.