Sexuelle Funktionsstörungen im Sport III.

Der Missbrauch von AAS greift direkt in die hormonellen Regelkreisläufe ein, die für die
Produktion und Sekretion der männlichen Sexualhormone bzw. Spermatogenese (Bildung
von Spermien) verantwortlich sind. Setzen Konsumenten die in Selbstmedikation verabreichten AAS ab, fällt der Spiegel der männlichen Sexualhormone unter den individuellen Normwert, und die weiblichen Sexualhormone (Estrogene) überschreiten den üblichen Wert – bei einem gleichzeitigen Anstieg des „Stress-Hormons” Cortisol. Dieser Umstand hatte bei einigen Konsumenten eine kurzfristige Beeinträchtigung der Libido und der Potenz zur Folge.

Die Bildung der männlichen Sexualhormone und die Spermatogenese findet in den Hoden statt. Deren Funktion wird übergeordnet durch den Hypothalamus und den Hypophysenvorderlappen reguliert. Durch das Sezernieren (Absondern von Sekreten) von Steuer- und Effektorhormonen (GnRH -> LH, FSH) wird die Hypothalamus-Hypophysen- Leydig-Zell-Achse (LH ->Testosteronsynthese) bzw. Hypothalamus-Hypophyse-Sertoli-Zell- Achse (FSH -> Spermatogenese) gesteuert. Diese beiden Achsen werden u.a. durch einen negativen Feedback-Mechanismus reguliert. Dies erfolgt über das Hormon Testosteron (z.T. über/mit Estradiol, Inhibin), indem dieses die Sekretion von LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) hemmt (supprimiert).

Das Ganze kann man sich als ein Kreislauf vorstellen, in dem das eine das andere bedingt. Wird nur eine involvierte Komponente verändert, hat dies einen Einfluss auf das gesamte System. Dieser negative Effekt wird besonders ersichtlich, wenn durch AAS die Hoden schrumpfen. Allerdings bedeuten atrophierte Hoden nicht grundsätzlich, dass man während des Missbrauchs zeugungsunfähig ist. Diesem Mythos sind diverse Männer zum Opfer gefallen, und ihnen wurde daraufhin ein „Ü-Ei” beschert, auf das sie sich neun Monate lang freuen durften. Aufgrund der Funktionsweise des gesamten Kreislaufs stellt der Körper während des Missbrauchs die endogene Produktion und die Sekretion von Testosteron fast komplett ein, und auch die Spermatogenese wird in Mitleidenschaft gezogen.

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Daher ist es von größter Wichtigkeit, das Absetzen des verwendeten AAS so zu gestalten, dass die Regulationsmechanismen wieder greifen. Die kontraproduktivste Methode ist das wie auch immer geartete „Ausschleichen” des verwendeten AAS aus folgenden Gründen:

• Die erreichte Plasmakonzentration des Wirkstoffs nimmt nach dem Absetzen
des verwendeten AAS immer kontinuierlich ab, d.h. das AAS „schleicht” sich
aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften (u.a. Plasmahalbwertzeit)
des Wirkstoffs selber aus.

• Vor diesem Faktum ist der einzige Effekt des Ausschleichens, dass man die
natürlich abnehmende Plasmakonzentration des zuvor verwendeten AAS bei
jeder „Ausschleich-Injektion” erneut anhebt.

• Es wird somit nichts anderes gemacht, als die Steuer- und Effektorhormone
(LH, FSH), die für die Testosteronsynthese und Spermatogenese zuständig
sind, noch länger zu hemmen. Schon der logische Ansatz des Ausschleichens eines AAS ist fehlerhaft, ganz zu schweigen von den physiologischen Abläufen, die zur Testosteronsynthese und Spermatogenese führen. Jegliche Form des Ausschleichens eines AAS steht im Gegensatz zu dem wichtigsten Ziel beim Absetzen, nämlich die Eigenproduktion schnellstmöglich wieder „anzukurbeln”. Dieses Ziel wurde durch Konsumenten optimal umgesetzt, indem alle AAS sofort abgesetzt wurden, in Verbindung mit dem:

• Einsatz von synthetischen Estrogenen (Clomifen), was die Bindung von Estrogenen an die Rezeptoren verhindert. Darüber hinaus wurde durch die
wirkstofftypische Erhöhung von LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH
(Follikelstimulierendes Hormon) die körpereigene (endogene) Produktion der
Sexualhormone stimuliert. Gelegentlich kombiniert mit:

• Glykoproteinhormon (humanes Chorion-Gonadotropin) ließ die Hoden in kürze
rer Zeit wieder auf die Ursprungsgröße wachsen, was mit einer schnelleren
Wiederaufnahme der endogenen Produktion der männlichen Sexualhormone
einherging

• selektiven Aromatasehemmern (Anastrozol), die den Spiegel der weiblichen
Sexualhormone (Estrogene) senkten. Kam speziell zum Einsatz, wenn zusätz
lich ein Glykoproteinhormon (humanes Chorion-Gonadotropin) verwendet
wurde, da dieses die weiblichen Sexualhormone (Estrogene) weiter ansteigen
ließ,

• Tribulus Terrestris, um die Testosteron-Produktion gezielt zu stimulieren, mit
nicht bewertbaren Ergebnissen seitens der Konsumenten,

• Vitamin C, um den Cortisol-Spiegel zu senken,

• Acetylsalicylsäure, um den Cortisol-Spiegel zu senken.

Der gestörte endogene Hormonkreislauf hatte erhebliche Auswirkungen auf die Libido der
Konsumenten, insbesondere die möglichen Nebenwirkungen (u.a. Depressionen) des
Wirkstoffs Clomifen verstärkte dies noch. Die laboranalytischen Unterlagen (große
Blutbilder und Hormonwertbestimmungen) von Konsumenten, die ihren Missbrauch dokumentieren, zeigen laut eigenen Aussagen, dass es nach der letzen Clomifen-Einnahme noch weitere vier bis sechs Monate dauerte, bis alle gemessenen Laborparameter wieder in dem individuellen Referenzbereichen lagen; falls keine irreversiblen Schäden auftraten.

 

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