Quelle der Jugend

Ausgehend von unserem Genmaterial (DNA und RNA) und von den Enzymen, die sie produzieren, arbeiten unsere Zellen mit Molekülen zusammen, die nach einer präzisen Methode reagieren. Jede der Körperzellen besteht aus Molekülen, die ihren eigenen Platz gefunden haben, weil DNA sie dorthin geleitet hat. Der Körper gibt seine Botschaften bekannt, indem er Moleküle produziert, welche die Botschaften transportieren können. Diese Boten sind die Hormone.

Der Geruch von Essen, das gerade vorbereitet wird, reicht aus, um den Verdauungsprozeß im Körper zu stimulieren. Vielleicht ist Ihnen nicht einmal aufgefallen, daß Sie Hunger haben, bis Sie in der Nähe das Aroma von Essen entdeckten. Manchmal ist es einfach nur der Gedanke an Essen, der den Verdauungsprozeß in Gang setzt. Das Vorhandensein von Nahrung in unserem Mund löst automatisch den Verdauungsprozeß aus. Wenn Sie in eine Zitrone beißen, bewirkt der Saft sofort eine Speichelabsonderung durch die Speicheldrüsen unter Ihrer Zunge, welche beginnen, zwei Verdauungsenzyme abzusondern, die Speichelamylase und -maltase.
Wenn Sie sich lediglich vorstellen, in eine Zitrone zu beißen, läuft Ihnen das Wasser im Mund zusammen und dieselben Enzyme werden produziert, obwohl es nichts zu verdauen gibt. Die Botschaft, die vom Gehirn gesendet wird, kann sogar wichtiger sein als das Vorhandensein von wirklicher Nahrung. Worte und Bilder funktionieren ebenso gut wie „richtige” Moleküle, um die laufenden Lebensprozesse in Gang zu halten.

Emotionen können in Adrenalinmoleküle verwandelt werden, die durch unseren Blutkreislauf eilen. Dies wiederum aktiviert Rezeptoren an der Außenseite unserer Herzzellen, welche ihrerseits jeder Zelle mitteilen, daß es angebracht scheint, schneller als üblich zu schlagen. Auswirkungen von Stress auf das Altern Stress ist uns allen nur zu gut bekannt. Man rät uns, ihn zu vermeiden. Man sagt uns auch, daß Stress nicht gut ist für uns.
Stress wird definiert als jeder emotionale, physische, soziale, ökologische, wirtschaftliche oder andere Faktor, der eine körperliche Reaktion oder eine Veränderung erfordert. Unsere Gesellschaft auferlegt uns vielfach Stress, sowohl äußerer als auch innerer Art.

Sowohl unsere körperliche als auch unsere emotionale Gesundheit wird durch Stress nachteilig beeinflußt. Da Stress nicht vollkommen ausgeschaltet werden kann (außer wir leben im Hunzaland), müssen wir lernen, unseren Körper und unseren Geist gegen die schädigenden Auswirkungen von Stress zu schützen. Um unsere Anfälligkeit gegenüber Stress herabzusetzen, müssen unsere körperlichen und psychischen Abwehrkräfte erarbeitet und freigesetzt werden. Stress kann übermäßige körperliche Tätigkeit umfassen, familiäre Spannungen, Arbeitsprobleme, finanzielle und gesundheitliche Schwierigkeiten, emotionelle Aufregungen und sogar negative Einstellungen und Gedanken, welche eine schädliche Wirkung auf das Verhalten und das körperliche Funktionieren ausüben.
Vielleicht haben Sie bereits gehört, daß Stress einen Menschen schneller als normal altern lassen kann. Und das stimmt. Dies liegt an den hormonellen Geschehnissen, die im Körper vor sich gehen, wenn er mit Stress konfrontiert ist.

Stress wirkt auf das endokrine System (das hormonbildende System) des Körpers, hauptsächlich auf die Schilddrüse und die Nebennieren. Die Schilddrüse ist eine zweilappige Drüse von etwa Pflaumengröße, die sich hinter dem Bereich des Adamsapfels im Hals befindet. Die beiden viel kleineren Nebennieren sitzen oben auf jeder Niere, die hinter und unter den Lungen liegen. Nebennieren und Schilddrüse arbeiten eng zusammen.
Die Nebennieren produzieren einen gleichmäßigen Strom von zuckeranhebenden Hormonen (aus der Nebennierenrinde), welche den Brennstoff liefern, den die Schilddrüsenhormone verwenden, um Energie herzustellen. Es sind die Nebennieren, welche Sonderenergie liefern, wenn diese gebraucht wird. So „drehen” bei Stress oder Angst „die Nebennieren auf” und setzen Adrenalin frei (aus dem Nebennierenmark), um den Körper mit einem Extrastoß Energie zu versorgen. Die Schilddrüse verwandelt anschließend den Brennstoff in Energie. Um ein Höchstmaß an Energie zu erreichen, müssen beide Drüsen optimal arbeiten.

Immer wenn wir uns in einer bedrohlichen oder höchst stressigen Situation befinden, werden Hydrocortison und Adrenalin (aus dem Nebennierenmark) freigesetzt. Diese bereiten den Körper vor auf jegliche Gefahr, die ihm begegnen wird; der Herzrythmus nimmt zu, die Atmung wird beschleunigt, die Luftwege dehnen sich, die Verdauungsrate steigt, Geschwindigkeit und Kraft nehmen zu, usw. Der Effekt bleibt der gleiche, wie immer der Stress aussehen mag; ob Sie nun versuchen, zehn Stiegen herabzurasen, um Ihr Kind aus einem brennenden Haus zu retten
oder ob Sie nicht genug Geld auf der Bank haben, um die monatlichen Rechnungen abzudecken. Drei Hauptarten von Stress

  1. Körperlich / Umwelt: Giftstoffexposition, Unterbrechung des Lichtkreislaufes, Allergien, Temperaturaussetzung, Traumata
  2. Physiologisch: Glucose Dysregulation, chronische Infektionen, Schmerz, Schlafmangel, Essensunregelmäßigkeiten, übermäßige körperliche Betätigung, chronische Entzündung
  3. Mental: Angst, Depression, alpha-adrenerge Reize.

Die normalen Reaktionen auf Stress umfassen:

Gesteigerte Produktion von Corticotropin (ACTH) 2. Gesteigerte Produktion von Hydrocortison & DHEA durch die Nebennieren

Das Verhältnis von Hydrocortison zu DHEA wird im Gleichgewicht gehalten

Vermehrtes Hydrocortison verhindert eine weitere Produktion von Nebennierenhormonen wie DHEA

Die gesteigerte Steroidabsonderung kehrt sofort zum normalen Niveau zurück, wenn der Stress ausgeschaltet wird Ständig Glucocorticoiden ausgesetzt zu sein kann eine Steroidvergiftung hervorrufen, die stark schädigend auf den Körper wirkt: Muskelschwund, Müdigkeit, Osteoporose, Diabetes, Haut-verdünnung, Neuverteilung des Körperfettes, Gebrechlichkeit der Blutadern, Bluthochdruck, Ansammlung von Flüssigkeit, beeinträchtigte Gehirnfunktion, und viele andere Gesundheitsprobleme.

Physiologische Effekte

Praktisch jedes Organ, jede Drüse und jeder chemische Bestandteil ist beteiligt am allgemeinen Stressanpassungs-Syndrom. Die Antwort der Nebennieren auf Stress wurde bereits besprochen. Die Nieren regulieren ein ständiges Gleichgewicht der Blutzusammensetzung durch selektive Eliminierung bestimmter Chemikalien aus dem Körper. Die Leber besorgt energieliefernde Substanzen, um der gesteigerten Nachfrage zu begegnen. Sie reguliert auch die Zuckerkonzentration, die Proteine und andere wichtige Gewebenährstoffe im Blut. Die Leber spielt eine Entgiftungsrolle bei einem Überschuß an Corticoiden, Schad- oder Giftstoffen im Blut. Weiße Blutkörperchen (besonders jene aus dem Thymus) regeln die Immunreaktion gegen fremde Substanzen. Zusätzlich sind auch das Gehirn, die Nerven, die Blutgefäße, die Bindegewebe, die Hypophyse und alle Zwischenverbindungen zwischen ihnen vom Stress betroffen.

Glucocorticoide unterdrücken die Immunfunktionen

Hohe Dosen von Glucocorticoiden verursachen eine Atrophie der Thymusdrüse, der Milz und der Lymphdrüsen und unterdrücken somit die Immunreaktionen. Glucocorticoide wirken gemeinsam mit anderen Hormonen in der Förderung des nor-malen Stoffwechsels, um sicherzugehen, daß genügend Energie geliefert wird. Sie erhöhen die Rate, mit welcher Aminosäuren aus den Zellen geräumt werden, vor allem aus Muskelzellen, und zur Leber transportiert werden. Die Aminosäuren können zu neuen Proteinen synthetisiert werden wie zum Beispiel zu Enzymen, die für Stoffwechselreaktionen benötigt werden. Wenn die Körperreserven von Glycogen und Fett niedrig sind, kann die Leber die Aminosäuren in Glucose verwandeln. Diese Umwandlung einer anderen Substanz als Kohlenhydrate in Glucose bezeichnet man als Gluconeogenese.
Glucocorticoide helfen auch dem Körper, Fett zu speichern, was erklärt, daß viele Menschen in chronischer Streßsituation Gewichtsprobleme haben.

In Situationen, in denen eine Person die Streßreaktion nicht beenden oder sie ausführen kann, erleidet deren Körper eine Steroidvergiftung in einer kleinen Dosis. Die Gefahr von wiederholtem unangemessenem Stress ist größer als jeder katastrophale Einzelstress.

Der menschliche Körper gedeiht auf der Basis von Ordentlichkeit, doch die letzte Verantwortung für die Schaffung von Ordnung aus der Unordnung liegt bei jeder Zelle.

Stress verursacht Krankheit und Altern

Ständiger und pausenloser Stress bewirkt Anpassungen im Körper. Diese können zuerst als Warnsignale angesehen werden, die schließlich zur Krankheit führen. Dr. med. Hans Seyle, Autor von „The stress of life”, bekannt als Vater der Stresstheorie der Anpassung, nennt dies die Krankheit der Anpassung.Warnzeichen beinhalten:

Allgemeine Reizbarkeit, Übererregung oder Depression

Herzpochen — ein Anzeichen von Bluthochdruck

Trockenheit von Mund und Hals

Impulsives Verhalten, emotionale Labilität (z.B. Schreianfälle)

Angst

Zittern, nervöse Ticks, nervöses Gelächter, Zähneknirschen, vermehrtes Rauchen, Hypermobilität oder anderes nervöses Verhalten

Schlaflosigkeit

Schwitzen

Häufiger Urindrang

Diarrhoe, Verdauungsschwierigkeiten, Übelkeit und manchmal Erbrechen

Migräne, andere Schmerzen

Premenstruelle Spannung oder ausbleibende Regelblutungen

Appetitverlust

Alkohol- und Drogensucht

Alpträume

Neurotisches Verhalten, Psychosen

Die normale Reaktion auf Stress umfaßt:

vermehrtes Corticotropin (ACTH)
vermehrtes Hydrocortison & DHEA
Verhältnis Hydrocortison zu DHEA im Gleichgewicht
vermehrtes Hydrocortison verhindert weitere ACTH Absonderung, somit Mäßigung der Stressreaktion
die vermehrte Steroidabsonderung kehrt prompt zum normalen Niveau zurück, wenn die Stressursache verschwunden ist
bleibt die Stressursache vorhanden, erfolgt eine Kompensierung

Die verschiedenen, durch eine übermäßige oder ungenügende
Corticoidproduktion verursachten Krankheiten in Zusammenhang
mit Stress umfassen: Bluthochdruck, Herz- und Blutgefäßerkrankungen,
Nierenleiden, Eklampsie (die schwerste Form oder Schwangerschaftstoxikose), rheumatische und rheumatoide Arthritis,
Entzündungskrankheiten der Haut und der Augen, Infektionen,
allergische und hypersensible Erkrankungen, Nerven- und
Geisteskrankheiten, sexuelle Störungen, Verdauungsprobleme,
Stoffwechselerkrankungen (wie Diabetes), Krebs, und im allgemeinen
Krankheiten in Zusammenhang mit der Widerstandsfähigkeit.

Hormonkontrolle

Nahezu das gesamte Tierverhalten wird von Hormonen geleitet,
einschließlich der inneren Integration von Verhalten, reichend
von einem simplen sensorischen oder motorischen Reflex bis zur
Ernährung, Paarung, Nestbau, Ausbrüten, Nestpflege und Zug

gewohnheiten. Das neurale System und das endokrine System sind
so verschlungen, daß sie manchmal als ein einziges, das neuroendokrine
System, angesehen werden. Es besteht ein Kontinuum
zwischen Überträgerstoffen, welche die Distanzen zwischen den
Neuronen zurücklegen und Hormonen, welche im Blutstrom mit
wenigen, wenn überhaupt, Reaktionen des Nervensystems transportiert
werden. Manche Chemikalien wie Epinephrine dienen
sowohl als synaptische Transmitter als auch als glanduläre Hormone.
Die Kontrolle der Glucocorticoidsekretion stellt einen typischen
negativen Feedback-Mechanismus dar. Die beiden Reize sind
Stress und ein niedriger Blutspiegel von Glucocorticoiden. Stress
umfaßt emotionelle und körperliche Faktoren (Quetschungen,
Knochenbrüche, Krankheit oder Gewebezerstörung, usw.). Stress
kann den Hypothalamus direkt stimulieren. So könnte er zum Beispiel
durch niedrigen Blutdruck stimuliert werden, der durch starkes
Bluten verursacht wurde. Oder der Reiz kann durch andere
Teile des Nervensystems mit dem Hypothalamus zusammenhängen.
In jedem Fall bringen entweder Stress oder ein abnormal
niedriger Spiegel von Glucocorticoiden den Hypothalamus dazu,
den adrenocorticotropes Hormon freisetzenden Faktor (ACTHRF)
abzusondern. Dies zeigt die Freisetzung von ACTH durch die
Hypophyse an. ACTH wird durch das Blut zur Nebennierenrinde
transportiert, wo es dann die Sekretion von Glucocorticoiden
stimuliert. Dies resultiert in einer unterdrückten Immunfunktion
und unter anderem in einer erhöhten Fettspeicherung.

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