Problem HCG

HCG – Catch 22 “CATCH 22”- dieser Ausdruck kommt aus der amerikanischen Umgangssprache und beschreibt einen “teuflischen Kreislauf” , dem man nicht entrinnen kann- oder will. Dieser Bericht ist in erster Linie dazu bestimmt zu informieren. In zweiter Linie soll er die “eingefleischten” Bodybuilder und Powerlifter, als auch den “Steroid-Anfänger” zum Nachdenken anregen. Wie nun, werden Sie sich fragen, passen Catch 22, Bodybuilding und HCG zusammen? Dazu müssen wir die Begriffe Bodybuilding und HCG einzeln erläutern. Catch 22 wurde ja oben schon erläutert. Bodybuilding- laut Duden der deutschen Rechtschreibung eine “Trainingsmethode zur besonderen Ausbildung der Körpermuskulatur”. Kurz und treffend. So wird Bodybuilding in vielen Lexika beschrieben,so liest es der Laie. Doch Bodybuilding ist, betrachtet man es genau, nicht nur eine “Trainingsmethode zur besonderen Ausbildung der Körpermuskulatur”. Mit der Verbreitung von Bodybuilding hat sich in der Sportwelt eine eigenständige Subkultur gebildet, die ihre eigenen Spielregeln entwickelt hat. Wer Bodybuilding betreibt und darin erfolgreich sein möchte, unterwirft sich automatisch den Gesetzen, die dieser Sport auferlegt. Dabei ist es ganz egal, wie man erfolgreich definiert.

Erfolgreich im Bodybuilding ist nicht nur der, der bei einer nationalen oder internationalen Meisterschaft eine gute Platzierung erreicht. Erfolgreich ist auch die übergewichtige Hausfrau, die von ihren 35% Körperfett 1-2% verliert. Oder der Managertyp, der auf anraten seines Arztes Bodybuilding als Ausgleichssport betreibt und somit seinen Bluthochdruck kontrolliert. Bodybuilding, so wie wir es kennen und betreiben, bedeutet 6maliges Training in der Woche, bedeutet, morgens früh aufstehen, damit im 2-Stunden Rythmus die benötigten Kalorien aufgenommen werden können. Bodybuilder planen ihre Tagesabläufe um die Bedürfnisse ihres Trainings herum. So leidet dann das Berufsleben, wie auch das Privatleben, oft Not. Bodybuilding, so wie wir es betreiben, braucht viel Zeit und viel Geld. Geld für die Medikamente, die wir benutzen. Sind wir doch einmal ehrlich und lassen alle Schönfärberei beiseite. In unserem Bodybuilding spielen Medikamente eine große Rolle. Möglicherweise schieße ich mir mit dieser Aussage ein riesiges “Eigentor”, aber spätestens bei der nächsten Spritze oder Tablette werden auch die, die sich jetzt ärgern, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Wer kennt nicht das Gefühl, wenn der Tag X wieder näher rückt? Wenn nach mehr oder minder langem Suchen endlich alle Mittelchen beisammen sind, die man für den nächsten “Zyklus” braucht.

Wenn man wieder “ON THE JUICE” ist, sich die Waage täglich weiter dreht und kein Maßband lang genug erscheint? In einem Wort gesagt, “Wahnsinn”. Wahnsinn auch die Aggressionen, die wir über Nichtigkeiten entwickeln. Oder die Gleichgültigkeit, wenn nichts aber auch nichts wichtiger ist als Bodybuilding. Wahnsinn auch, wenn wir plötzlich die Unterhosen zwei Nummern kleiner tragen könnten,obwohl die Oberschenkel 5cm dicker sind. Sachkundige Ehefrauen und Lebenspartner wechseln dann im 8 Wochen-Rythmus den betreffenden Wäschestapel im Schrank. Damit mindestens subjektiv der Eindruck erhalten bleibt, es sei alles in Ordnung. Aber Spaß beiseite. Unser Endokrinsystem ist ein sehr kompliziertes System, in dem alle Hormondrüsen die speziellen Hormone in minutiösen Mengen bei Bedarf freisetzten. Die Hormonmengen werden durch äußerst sensibele Rückkopplungs-Mechanismen der Drüsen und des Gehirnes gesteuert. Werden Hormone in zu großen oder zu kleinen Mengen freigesetzt, so kann das zu ernsten Erkrankungen oder im Extremfall sogar zum Tod führen. Die Zuckerkrankheit oder Diabetis mellitus ist eine Hormonkrankheit, von der jeder schon einmal gehört hat. Sie entsteht dadurch, daß die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin nicht oder in unzureichenden Mengen freisetzt. Dieser Mangel an Insulin wird durch genau berechnete Mengen des Hormones Insulin, via Injektion verabreicht, ausgeglichen. Unser Hormonsystem ist in der Tat so sensibel, daß selbst äußere Einflüsse wie Luftdruckveränderung, Streß oder Hitze das Steuerungsystem aus den Fugen bringen kann. Was in Anbetracht dieser Tatsachen in unserem “Bodybuilder-Hormonsystem” geschieht, ist schwer vorstellbar. Legt man die Sensibilität des Hormonsystems und die Abhängigkeit der Gesundheit davon ab, so müßte es bedingt durch die ständige “hormonelle Achterbahnfahrt” eigentlich schon viele “Anabolika-Tote” gegeben haben.

Aber wir wissen es mittlerweile besser. Das heißt, unser Körper kann es besser. Er wird mit allem, was wir ihm antun, fertig. Und zwar durch simple Schutzmechanismen. Essen wir zuviel, wird es uns schlecht und wir essen nicht mehr weiter. Geben wir ihm zuviel Hormone, wird durch einen Rückkopplungsmechanismus die körpereigene Hormonproduktion der betreffenden Hormone verringert oder eingestellt. Injizieren wir eine große Menge Testosteron, dann drosselt der Körper also die Produktion des Sexualhormones. Durch einen Rückkopplungsmechanismus wird die Produktion von HCG durch die Hirnanhangdrüse minimiert. HCG, das Keimdrüsenhormon, veranlaßt diese Drüsen dazu,das Sexualhormon Testosteron zu produzieren. Was machen wir also, um unser Hormonsystem nach einem Zyklus wieder auf Vordermann zu bringen? Ganz einfach, denkt jetzt jeder. Wir benutzen in unseren Steroid-Pausen HCGInjektionen und schon stimmt wieder alles. Dies ist auch die gängige Praxis. Aber gerade hier schleicht sich vielleicht ein schwerwiegender Denkfehler ein.

Denn wie lange sind die Steroidpausen, in denen sich der Körper erholen könnte? Die Steroidpausen dauern durchschnittlich 3 Wochen. In diesem Zeitraum kann sich der Körper unmöglich erholen! Auf keinen Fall kann in dieser Zeit die normale Produktion von HCG und den abhängigen Sexualhormonen wiederhergestellt werden. Warum sollte er auch? In den Pausen wird schließlich 2-3 mal pro Woche das fehlende Hormon HCG zugeführt. Somit ist der Körper nicht gezwungen, die Eigenproduktion von HCG wieder aufzunehmen, denn durch die Injektionen ist sicherlich mehr als genug davon im Kreislauf. Im Klartext bedeutet das, wir betrügen uns selbst. Wir belügen uns, jedesmal brauchen wir die XL-Unterhosen wieder, wenn wir uns einreden,es sei alles wieder in Ordnung. Wir “richtigen” Bodybuilder kaschieren lediglich jeden Hormonmangel mit ständigen Injektionen der Hormone, die auf natürlichem Weg nicht mehr produziert werden. Vielleicht ist jetzt der eine oder andere über das Gelesene schockiert, aber dies ist eine der wenigen Wahrheiten, die natürlich niemand akzeptieren will. Grundsätzlich sitzen wir alle im gleichen Boot, wenngleich wir auch nicht unbedingt im gleichen Takt rudern. Wie nun können wir uns aus diesem Catch 22 herauswinden, ohne weiteren Schaden zu nehmen? Solange wir Bodybuilding oder einen anderen Sport leistungsmäßig betreiben, wahrscheinlich überhaupt nicht. Es sei denn, wir könnten unsere Einstellung dem Sport und uns selbst gegenüber grundlegend ändern. Würden wir uns von dem Leistungsdruck, den wir uns täglich selbst auferlegen befreien, wäre dies ein erster Schritt. Das würde bedeuten, vom Fünfziger Oberarm und dem Achtziger Oberschenkel Abschied zu nehmen. Dies fällt aber 99% der Aktiven zu schwer. Bleibt also nur, zu versuchen, die Schäden so gering wie möglich zu halten.

Was wir tun können ist, HCG so einzusetzen, daß ein Mangel an diesem Hormon erst gar nicht entsteht. Das heißt, wir benutzen HCG schon während der Steroidzyklen. Dazu benötigt man nur eine geringe Menge des Hormones. Dr.James Wright, eine der wenigen Autoritäten auf dem Gebiet des Anabolika- Gebrauchs im Sport, schreibt in seinen Büchern, daß eine einmalige Injektion von 1500 I.E. HCG den Testosteronspiegel auf 140% des Normalwertes anhebt.Weitere Injektionen bewirken keine weitere Erhöhung des Testosteronlevels. Damit wäre eine Möglichkeit der HCG-Anwendung erläutert. Eine einmalige HCG-Injektion pro Woche während des Steroid-Zyklus. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Steroidpause auf 6 Wochen auszudehnen. Dieser Zeitraum entspricht einem normalem Spermatogenese-Zyklus. In dieser Zeit wird Patienten von Ärzten HCG in der Dosierung von 5000 I.E ein bis zweimal pro Woche verabreicht, um die Zeugungsfähigkeit zu optimieren, falls Probleme bestehen. Allen Möchtegern-Vätern, denen Dionysos trotz HCG und fleißigem “Übens” den Rücken zugekehrt läßt, hier noch das allerletzte Mittel. Dabei muß die Steroidpause auf mindestens 3 Monate ausgedehnt werden. In dieser Zeit sollte HCG zusammen mit HMG (HUMANES MENOPAUSEN GONADOTROPIN) benutzt werden. Spätestens dann sollte sich der Erfolg einstellen. Wie HMG und HCG zusammen angewandt werden, kann ich leider nicht wiedergeben. Zum Abschluß wäre noch ein Medikament erwähnenswert. Es heißt Clomid. Ein weiteres Mittel dieser Gattung heißt Dyneric. Diese Mittel bewirken die Produktion von HCG direkt durch die Hirnanhangdrüse. Also keine einfache Substitution des fehlenden Hormones. Clomid sollte in den Steroidpausen zusammen angewandt werden. In der ersten Woche sollten 2 Tabletten täglich eingenommen werden. Die Dosis sollte dann langsam verringert werden. D.h. die Dosis sollte langsam ausgeschlichen werden. Durch die Verwendung von Clomid könnte man verhindern, daß die HCG-Produktion zu stark gedrosselt wird oder ganz eingestellt wird.

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