Präparate und Arzneien gegen das Altern

 

Zur Zeit ist es äußerst schwierig, fundierte Aussagen
von deutschen Fachleuten aus der Praxis zum
Thema DHEA zu erhalten. Weder praktische Ärzte
noch Apotheker können sich dazu wirklich äußern,
da die allgemein erhältlichen Präparate derzeit ausschließlich
in den USA als Nahrungsergänzungsmittel
angeboten werden und auch nur dort frei erhältlich
sind.

In Europa wird DHEA, wie die anderen Steroide
auch, zu den Arzneimitteln gerechnet, die rezeptpflichtig
sind, und ähnlich behandelt wie Anabolika.
Eine Nachfrage bei mehrerenApothekern ergab, daß
es überhaupt nur ein einziges Medikament auf dem
Pharmamarkt in Westeuropa gibt, das Dehydroepiandrosteron,
also DHEA, enthält und dies nur als
Zusatz.

Anders sieht es da allerdings in Osteuropa, vor allem
in den Ländern der ehemaligen UdSSR, aus.
Dort werden alle Medikamente produziert, die auf
einem schwarzen Markt viel Geld versprechen. Vor
allem die verbotenen Anabolikamittel kommen
meist aus diesen Ländern.

Um mehr von Fachleuten über den Zusammenhang
zwischen DHEA und dem Alterungsprozeß zu erfahren,
muß man auf amerikanische Quellen zurückgreifen,
doch diese sind meist mit Vorsicht zu behandeln, denn
in kaum einem anderen Land ist der
direkte Zusammenhang zwischen Forschungsmitteln
und Pharmaindustrie so deutlich wie in den USA.
Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß
man unzählige positive Berichte von Ärzten und Wissenschaftlern
in den Medien finden kann.

Ich möchte an dieser Stelle deutlich zum Ausdruck
bringen, daß ich keinem seriösenArzt oder Forscher
unterstelle, daß er falsche Aussagen macht. Doch
weiß jeder denkende Mensch, daß man Untersuchungsergebnisse
oder Statistiken so — oder anders
auslegen kann, ohne Unwahres zu berichten. Vor
allem Statistiken dienen gern dazu, bestimmte Dinge
in den Vordergrund zu stellen oder andere zu verniedlichen.
Bereits der britische Politiker und Schriftsteller
Benjamin Disraeli (*1804, t1881) erkannte die
Macht und Gefahr von Statistiken und sagte zu diesem
Thema:
»Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, infame Lügen
und Statistiken.«

Betrachten wir einige der vorhandenen Aussagen
von Fachleuten einmal von allen Seiten, erhalten
wir einige überraschende Ergebnisse.
Einer der glühendenAnhänger des DHEA im Kampf
gegen den Alterungsprozeß ist seit einigen Monaten
Dr. Earl Mindell, der seit nunmehr 30 Jahren
auf den Gebieten Ernährung, Gesundheits- und Altersforschung
tätig ist und zu diesen Themen bereits
15 Bücher verfaßt hat.

Er sagt wörtlich:
» Das Alterungsstopp-Wunder des 21. Jahrhunderts
ist Dehydroepiandrosteron (DHEA). Ich habe über
die erstaunliche Kraft von DHEA bei der Vorbeugung
gegen Krebs, dem Stimulieren der umfassenden Immunitätskräfte
und bei der Hilfe, Gewicht zu reduzieren,
gewußt. Als ein Produkt der Adrenalindrüsen
erreicht DHEA seine höchste Konzentration im
menschlichen Körper während der Pubertät, sinkt
aber steil abfallend mit der Alterung des Körpers.
Zu jenem Zeitpunkt, wenn Menschen ihre sechziger
Jahre erreicht haben, ist der DHEA-Spiegel kaum
noch feststellbar Hier gilt es anzusetzen.«

Dr. Mindell ist davon überzeugt, daß man durch die
Erhöhung des körpereigenen DHEA-Spiegels den
Alterungsprozeß zumindest hinausschieben kann.
Diese These vertreten auch noch andere führende
amerikanische Gerontologen, weisen aber stets darauf
hin, daß der Alterungsprozeß nicht von einem
einzigen Hormon oder einem >Wundermittel< gleich
welcher Art abhängig gemacht werden kann.
In einer Langzeitstudie — die 1958 begann und über
mehrere Jahrzehnte hinweg durchgeführt wurde,
bekannt als >Baltimore Longitudinal Study of
Aging<, kurz BLSA genannt — standen mehr als 1000
Menschen im Alter zwischen 20 und 90 Jahren zur
Untersuchung zur Verfügung.

Das Ergebnis dieser Großstudie hat gezeigt, daß der
Alterungsvorgang bei den verschiedenen Menschen
völlig unterschiedlich verlaufen kann und auch in
verschiedenen Lebensabschnitten auf den Körper
völlig abweichende Auswirkungen hat. Man erkannte,
daß genetisches Erbe, Lebensart und Erkrankungen
gemeinsam die Alterungsrate stark beeinflussen
und weitere körperliche Einflüsse in diesen Prozeß
einbezogen sind.

Eine weitere wichtige Studie zur Beantwortung der
Frage, was Altern eigentlich ist, stellt das 1987 begonnene
>NIA’s Biomarks ofAging Projekt< dar, das
auf eine Dauer von 10 Jahren angelegt ist. Hierbei
geht es hauptsächlich um die biologischen Signale
des Körpers, die denAlterungsprozeß kennzeichnen.
Gedankliche Basis für dieses Projekt war die Vorstellung,
daß biologische Zeichen sich am menschlichen
Organismus besser nachweisen, messen und
vergleichen lassen als die chronologische Alterung
selber. Einige der biologischen Zeichen wurden inzwischen
entdeckt, nach anderen forscht man noch,
und wenn alle diese winzigen biologischen Spuren
entdeckt worden sind, wird es leichter werden, den
normalen Alterungsprozeß, Krankheiten und Gegenmaßnahmen
besser zu verstehen.

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