Phenylpropanolamin

Phenylpropanolamin, kurz PPA genannt, ist ein Verwandter des Ephedrins. PPA ist in mehreren Formen erhältlich: als Norephedrin oder Pseudonorephedrin. Beide Verbindungen liegen sowohl in der L-, als auch in der D-Form vor; für den Fettabbau sind alle Formen geeignet. PPA wird vorwiegend in Appetitzüglern und Nasensprays eingesetzt. PPA wirkt, ebenso wie Ephedrin, durch eine gesteigerte Thermogenese; zusätzlich vermindert es den Appetit. Die appetitzügelnde Wirkung von PPA verschwindet nach wenigen Wochen, der thermogene Effekt dagegen schwächt sich nicht ab. Sowohl Norephedrin, als auch Pseudonorephedrin wirken etwas stärker auf die Thermogenese als Ephedrin. Eine Vielzahl von Studien weist PPA als eine recht sichere Substanz aus; selbst milde Nebenwirkungen treten nur selten auf. Obwohl PPA, ebenso wie Ephedrin, chemisch mit den Amphetaminen verwandt ist, löst es — im Gegensatz zu diesen — weder stimulierende Effekte, noch Euphorie aus. Eine definitive »Speed-Wirkung « werden Sie mit PPA also nicht erleben, wenn die empfohlene Dosierung nicht überschritten wird. In Verbindung mit Kaffee oder Coffeintabletten ist allerdings Vorsicht geboten: PPA erhöht den Coffeinspiegel im Blut um das Vierfache; eine Tasse Kaffee wirkt dann so, als hätten Sie vier getrunken. Sie können sich leicht ausrechnen, was passiert, wenn man PPA einnimmt und zwei oder mehr Tassen trinkt! Die Gefahr und die Schwere von Nebenwirkungen mit PPA — Schlaflosigkeit, Nervosität und hoher Blutdruck — wächst entsprechend, je mehr Coffein zugeführt wird. Aus diesem Grunde sollte bei einer Zufuhr von PPA auf Coffein in Form von Kaffee oder Coffeintabletten ganz verzichtet werden, oder es sollten nur geringe Mengen konsumiert werden.

Als Ersatz für Ephedrin in der zuvor behandelten Ephedrin/Coffein/Aspirin-Kombination ist PPA daher abzulehnen. Auch Dan Duchaine hat sich in einem US-Bodybuilding- Magazin gegen PPA als Ephedrin-Ersatz in der Kombination ausgesprochen; ein Selbstversuch habe keine Temperaturerhöhung (als Zeichen für eine gesteigerten Thermogenese) ergeben. PPA darf nicht angewendet werden, wenn Sie gleichzeitig Medikamente gegen Depressionen einnehmen. In Verbindung mit MAO-Hemmern kann es, ebenso wie beim Ephedrin, zu einem gefährlichen Anstieg des Blutdrucks kommen. Diese Gefahr besteht auch bei der Einnahme von sog. trizyklischen Antidepressiva. Sie sollten auch auf PPA verzichten, wenn Sie Prozac (Fluctin) einnehmen. In Verbindung mit Digitalis-Präparaten erhöht sich die Gefahr von Herzrhythmusstörungen; auch hier verbietet sich die Einnahme von PPA. Weiterhin kann PPA die Wirkung von Medikamenten gegen Diabetes schmälern, da es den Blutzuckerspiegel erhöht.

Wer unter erhöhtem Blutdruck leidet, muß bei der Einnahme von PPA eher mit Nebenwirkungen rechnen. Besonders wenn dagegen Medikamente wie z.B. Beta-Blocker eingenommen werden, stellen sich schneller unerwünschte Effekte (Blutdruckanstieg) ein. Wie effektiv ist PPA allein zum Abbau von Körperfett? Eine Studie mit leicht bis mittelstark Übergewichtigen ergab, daß PPA in Verbindung mit einer Diät (1200 Kalorien pro Tag) den Gewichtsverlust in sechs Wochen mehr als verdoppelt; die Gruppe mit PPA nahm 2,6 Kilo ab, die ohne PPA dagegen nur ein gutes Kilo. Nach fünf Monaten hatte die Gruppe mit PPA im Durchschnitt 5 Kilo verloren. Ein Kilo pro Monat in Verbindung mit einer Diät ist kein überragendes Ergebnis; die fettabbauende Wirkung von PPA ist damit im unteren Mittelfeld der in diesem Buch behandelten Substanzen anzusetzen.

Da es sich bei PPA aber um ein weitgehend nebenwirkungsfreies Mittel handelt, kann seine Verwendung für jene empfohlen werden, die eine gesteigerte Thermogenese ohne die manchmal unangenehmen, stimulierenden Eigenschaften der Ephedrin/Coffein/Aspirin-Kombination erzielen wollen. Allerdings muß dafür auf Kaffee weitgehend verzichtet werden; ein Umstand, der Teetrinkern weniger Probleme bereiten wird. Die effektive und sichere Dosis von PPA ist bei 75mg pro Tag anzusetzen. Diese Menge wurde auch in der oben angeführten Studie verwendet. Am besten hat sich die 3-malige Einnahme von 25mg bewährt, jeweils eine halbe bis eine Stunde vor einer Mahlzeit. PPA kann bereits ohne Kalorienreduktion einen Gewichtsverlust bewirken, der aber vermutlich nicht sehr hoch ausfällt. Besser wirkt es in Verbindung mit einer kalorienreduzierten Diät. Für eine ketogene Ernährung (Atkins/Anabole Diät) ist es weniger geeignet. Auch wenn eine gesteigerte Thermogenese hier Vorteile verspricht, so kann eine durch PPA ausgelöste Erhöhung des Blutzuckerspiegels den Eintritt in die Ketose hinauszögern, vielleicht sogar ganz verhindern.

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