Nebenwirkungen – Insulin

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist Insulin das gefährlichste der drei, bisher beschriebenen Hormone. Über die Nebenwirkungen von Wachstumshormon und IGF-1 gibt es noch nicht ausreichend Informationen. Wohl aber über Insulin. Der unsachgemäße Gebrauch von Insulin kann schwerwiegende bis tödliche Nebenwirkungen verursachen.

Hypoglykämie

Zu einer Hypoglykämie (Unterzucker) kann es u.a. durch Überdosierung von exogenem Insulin kommen. Zuviel Insulin führt zu einem extrem niedrigen Blutzuckerspiegel. Unterzucker äußert sich gewöhnlich kurz nach einer Insulin- Injektion und ist mit Beschwerden wie Schweißausbruch, Herzrasen, Hungergefühl etc. verbunden. In der Regel läßt sich eine Hypoglykämie durch den Verzehr zuckerhaltiger Nahrungsmittel (z.B. Würfelzucker) selbst behandeln. Werden keine Maßnahmen zur Erhöhung des Blutzuckerspiegels durchgeführt, kann es zum hypoglykämischen Schock kommen. Dieser Zustand ist lebensgefährlich. Ärztliche Hilfe ist dringend erforderlich. Produziert die Bauchspeicheldrüse bei einer Hypoglykämie nicht ausreichend Glucagon, so reagiert der Körper mit dem Ausstoß von Adrenalin und Noradrenalin. Diese beiden Hormone regulieren den Blutzuckerspiegel und sorgen dafür, daß dieser wieder ansteigt. Der Langzeitgebrauch von Insulin kann diesen Regelmechanismus aus dem Gleichgewicht bringen. Die Folge davon ist, daß der Körper unter Umständen nicht mehr mit den typischen Anzeichen (Schweißausbruch, Zittern etc.) auf einen Unterzuckerungs-Zustand reagiert. Die Gefahr des hypoglykämischen Schocks steigt.

Allergische Reaktion

Durch die Verwendung von Insulin tierischer Herkunft (Schweine- bzw. Rinderinsulin) kann es zur Antikörperbildung kommen, die sich in Form von allergischen Reaktionen äußert, z.B. Hautausschlag.

Diabetes mellitus

Beim gesunden Menschen, dessen Bauchspeicheldrüse ausreichend Insulin produziert, kann die langfristige Anwendung von exogenem Insulin zur Insulinresistenz führen. In diesem Fall sprechen die Zellen nicht mehr ausreichend auf das im Blut zirkulierende Insulin an. Es entsteht ein Mehrbedarf an Insulin der nur noch durch Insulin-Injektionen gedeckt werden kann. Man spricht auch von Diabetes mellitus.

Herzkrankheiten

Eine weniger bekannte Nebenwirkung von Insulin ist dessen Auswirkung auf das Herz. Ein erhöhter Insulinspiegel (z.B. ausgelöst durch Insulin-Injektionen) kann einen Anstieg der Blutfettwerte verursachen. Es ist bekannt, daß hohe Blutfettwerte u.a. an der Entstehung von Herzkrankheiten beteiligt sind. Die Erforschung dieses speziellen Bereiches befindet sich allerdings noch im Anfangsstadium. Es gibt noch keine exakte Erklärung, ob die Verwendung von Insulin tatsächlich zu Herzkrankheiten führt. Dennoch sollten Sportler, in deren Familien-Historie vermehrt Herzkrankheiten aufgetreten sind, besser Abstand von Insulin nehmen.

Insulin-Lipodystrophie

Ähnlich wie beim Wachstumshormon, kann auch die Verwendung von Insulin zu einem Rückgang von subkutanem Fettgewebe (Fettschwund) an der Injektionsstelle führen. Dies läßt sich durch wechseln der Injektionsstelle vermeiden.

 

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