intramuskulären Injektion / Side-Rotation Verfahren

Bei der intramuskulären Injektion in den Gesäßmuskel wird in der Medizin häufig folgende Variante angewandt: Der Patient liegt entweder flach auf dem Bauch oder schräg auf der Seite. In dieser Position ist der Gesäßmuskel entspannt und die Gefahr einer plötzlichen Muskelanspannung (z.B. durch Gewichtsverlagerung auf ein Bein wie etwa bei der stehenden Variante) ist erheblich reduziert. Einstechen: Durch zu zaghaftes, stückweises Einstechen der Kanüle entsteht eine Abwehrspannung im Muskel, wodurch das Muskelgewebe übermäßig stark beschädigt wird. Zügiges Einstechen hingegen verringert den Injektionsschmerz. Wichtiger medizinischer Grundsatz: “Die Kanüle wird niemals ganz eingestochen. Es muß ein Abstand von einigen Millimetern eingehalten werden, da die Kanüle abbrechen kann und dann ins Muskelgewebe wandert. In so einem Fall muß die Kanüle operativ entfernt werden.” Aspirationsprobe: Um sicher zu gehen, dass kein Blutgefäß beschädigt ist und sich die Kanüle nicht in einer Vene oder Arterie befindet, wird in der medizinischen Praxis wie folgt vorgegangen: Nach dem Einstechen der Kanüle in den Muskel wird der Kolben der Spritze ein wenig herausgezogen. Wenn dabei Blut in die Spritze gelangt, dann befindet sich die Kanülenspitze in einem Blutgefäß o.ä. Die Injektion muß sofort abgebrochen werden und wird mit einer neuen Kanüle an anderer Stelle fortgesetzt. Ist das Medikament stark mit Blut vermischt, wird es nicht mehr verwendet. Vorsicht: Bei der subkutanen Injektion wird nicht aspiriert, da dies zu Gewebeschäden führen kann! Komplikationen: Mögliche Komplikationen, die durch Fehler bei der Injektion entstehen können: Wird ein Nerv getroffen, so äußert sich das in einem sofortigen, starken Schmerz. Eine mögliche Lähmung kann unmittelbar oder erst Stunden später eintreten. Bei Verletzung eines Blutgefäßes entsteht ein Bluterguß (Hämatom). Die Injektionsstelle wird dann gewöhnlich mit Heparinsalbe behandelt. Wird ein Knochen getroffen, so kann sich das ebenfalls mit einem starken, sofort auftretenden Schmerz bemerkbar machen, da die Knochenhaut sehr schmerzempfindlich ist. In allen Fällen wird die Injektion sofort abgebrochen, um größere Verletzungen zu vermeiden. Injektionsgeschwindigkeit: Eine weitere medizinische Regel lautet: “Niemals schnell injizieren!” Mediziner empfehlen, alle Medikamente langsam zu spritzen (etwa 2m1 pro Minute) damit sich die Injektionslösung schmerzfrei im Gewebe verteilen kann. Beim Herausziehen der Kanüle kann es zu Nachblutungen kommen. Um dies zu vermeiden, wird — entsprechend dem medizinischen Injektionsprotokoll — die Einstichstelle mit einem sterilen Alkoholtupfer verschlossen, der bis zum Stillen der Blutung fest angedrückt wird. Dabei wird gleichzeitig die Injektionsstelle leicht massiert damit sich die Injektionsflüssigkeit besser im Muskel verteilt. Manche Athleten reiben die Einstichstelle direkt im Anschluß an die Injektion vorsorglich mit Voltaren Salbe (Wirkstoff Diclofenac-Natrium) ein. Eventuell auftretende Injektionsschmerzen können dadurch gemindert und die Gefahr einer Infektion kann vermutlich reduziert werden. Side-Rotation: Hierunter versteht man das regelmäßige Wechseln der Injektionsstellen mit dem Ziel, bestimmte Nebenwirkungen zu vermeiden. Das ist besonders dann wichtig, wenn oft injiziert wird (z.B. mehrmals wöchentlich). Wird ständig in die gleichen Injektionsstellen-/Bereiche gespritzt, kann es zur Bildung von schmerzhaftem Narbengewebe (bei i.m. Injektion) und Fettgewebeschwund (bei s.c. Injektion) kommen. Berichten aus Athletenkreisen zufolge wird das Side-Rotation Verfahren für intramuskuläre Injektionen häufig wie folgt eingesetzt:

1. Injektion: rechte Gesäßhälfte

2. Injektion: linke Gesäßhälfte

3. Injektion: rechte Schulter

4. Injektion: linke Schulter

5. Injektion: rechter Oberschenkel

6. Injektion: linker Oberschenkel

 

Danach wird der Ablauf wiederholt.

 

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