Injektion Einleitung Abzess

 

Abzess – Mediziner bezeichnen dieses Krankheitsbild als
abscessus (lat.) oder Eitergeschwür; in Sportlerkreisen besser bekannt als
Spritzenabszess. Ein Athlet hatte sich ein paar Tage vorher
500mg Omnadren gespritzt. Danach ging alles ganz schnell. Einen Tag nach
der Injektion spürte er einen starken Druck und einen klopfenden Schmerz an
der Einstichstelle. Am dritten Tag waren die Schmerzen unerträglich, so dass
er einen Arzt aufsuchen mußte. Die Einstichstelle war inzwischen stark
angeschwollen — ein eitriger Abszess hatte sich gebildet. Bei einem Abszess
kommt es zu einer Infektion der Einstichstelle, bei der sich Keime innerhalb
einer Höhle (Abszesshöhle) vermehren. Das Ganze läuft ähnlich wie bei einem
Eiterpickel ab, nur dass ein Abszess größer und schmerzhafter ist. Eine
sofortige Behandlung mit Antibiotika (z.B. Phenoxymethylpenicillin) ist
dringend notwendig. Zusätzlich werden Voltaren-Tabletten (z.B. 3x50mg
Diclofenac-Natrium täglich) als Sofortbehandlung empfohlen. Meist hat sich
der Keimherd allerdings schon abgekapselt, so dass Antibiotika und Voltaren
nicht mehr ausreichen. Dann hilft nur noch ein chirurgischer Eingriff. So auch
in diesem Fall. Unter Vollnarkose wurde der Abszess aufgeschnitten, der Eiter
entfernt und die etwa 6cm tiefe Wunde mit einem sterilen Mulltampon
ausgefüllt. Die Krankenhausbehandlung dauerte insgesamt 5 Tage. Der
Heilungsprozeß ist langwierig, da die Wunde nicht genäht wird sondern offen
bleiben muß. Das neue Gewebe wächst von innen nach außen und muß täglich
tamponiert werden. Nach etwa 10 Wochen ist der ganze Spaß vorbei und
einigermaßen verheilt — vorausgesetzt die Wundheilung erfolgt problemlos.
Manche Athleten haben mehrere Monate mit einem Spritzenabszess zu kämpfen.
Ein intensives Beintraining ist während dieser Zeit kaum möglich.
Die Ursachen für einen Spritzenabszess können unterschiedlich sein. In vielen
Fällen entsteht ein Abszess durch fehlerhafte Desinfektion, unsaubere
Spritzen/Nadeln oder unsachgemäße Injektionstechnik. Auslöser kann auch
verunreinigte, nicht sterile Injektionsflüssigkeit sein, wie es oft bei Fälschungen
(engl. Fakes) der Fall ist. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass die originalen
Steroidpräparate Omnadren und Winstrol Depot überdurchschnittlich oft
Auslöser eines Spritzenabszesses sind. Ein Spritzenabszess ist nicht die einzige
Nebenwirkung, die durch die Injektion von Steroiden oder anderen
Medikamenten entstehen kann. Die möglichen Begleiterscheinungen reichen
von Nervenverletzungen, Gefäßschäden, Blutvergiftung, verhärtetem
Narbengewebe, Infektionen und allgemeinen Unverträglichkeitsreaktionen
wie Hautausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Hitzewallungen, Kreislaufstörungen,
allergische Reaktionen bis hin zum lebensgefährlichen anaphylaktischen
Schock. Gefahren, die vielen Sportlern nicht bewußt sind.

 

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