Fragen & Antworten

Im folgenden Auszüge aus seinemSchriftverkehr mit Athleten verschiedener Sportarten.

F: Ich überlege nun schon seit Jahren endlich einmalWachstumshormon auszuprobieren. Bisher habe ich es immerwieder aufgeschoben. Nach zahlreichen mittelmäßigenPlazierungen bei internationalen Meisterschaften, bin ichjetzt fest entschlossen, Wachstumshormon zu nehmen. WelcheFortschritte kann ich erwarten?

A: Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich vermeidees bewußt, mich zu Aussagen wie “5 Kilo fettfreie Muskelsubstanzin 8 Wochen” oder ähnlichem Blödsinn hinreißenzu lassen. Die Fortschritte hinsichtlich Muskelwachstum undKraftsteigerung hängen von zahlreichen Faktoren ab und sindindividuell sehr verschieden. Einige Athleten berichten von”gigantischen Resultaten” mit Wachstumshormon, anderehingegen sind eher enttäuscht.Von besonderer Bedeutung ist die Herkunft des verwendetenWachstumshormon-Präparates. Originale Apothekenprodukteenthalten tatsächlich den auf der Verpackung angegebenenWirkstoff. Bei Produkten vom Schwarzmarkt ist das nichtimmer der Fall. Mir sind Athleten bekannt, die über mehrereMonate hinweg 4-8 I.E. Wachstumshormon verwendet habenund keine nennenswerten Ergebnisse erzielen konnten.Die Vermutung, daß viele Schwarzmarkt-Produkte alles andereals STH enthalten, ist nicht an den Haaren herbeigezogen.Nichtsdestotrotz, nehmen wir einmal an Sie würden einoriginales Präparat verwenden, dann hängt Ihr Erfolg vonweiteren Faktoren ab. Athleten, die sich korrekt ernähren,ausreichend Kalorien und Protein (5-6 Gramm pro kgKörpergewicht) zuführen, können mehr Muskelsubstanzaufbauen, als Sportler die nicht ausreichend essen. DerStoffwechsel läuft während einer Wachstumshormon-Anwendung auf Hochtouren — wer diesem Umstand nichtgerecht wird und seinem Körper nicht die notwendigenBausteine, für maximales Muskelwachstum zur Verfügungstellt, der muß mit geringeren Fortschritten rechnen.Das korrekte Training spielt eine ebenso wichtige Rolle.Sportler, die ihr Training planen und mit einer entsprechendhohen Intensität trainieren, können mehr Muskelwachstumerwarten als andere, die während der Kur das Training schonnach 5 Wochen “schleifen” lassen.Weitere Faktoren wie Trainingserfahrung, äußere Lebensumstände,Motivation, usw. sind ebenfalls von großerBedeutung. Wenn Sie Wachstumshormon als ein Wundermittelbetrachten und glauben die Grundvoraussetzungen wieTraining, Ernährung, etc. vernachlässigen zu können, dannhaben Sie sich geirrt. Nur wenn Sie alle Faktoren optimieren,werden Sie optimale Erfolge erzielen.

F: In meiner nächsten Wettkampfvorbereitung werde icherstmals Wachstumshormon nehmen.  Wie wende ich Wachstumshormon ameffektivsten an? Täglich 4 Einheiten über einen Zeitraum von75 Tagen oder besser 8 I.E. täglich. Dann komme ich allerdingsnur etwa 6 Wochen aus.

A: Ich gebe grundsätzlich keine individuellen Empfehlungenzur Anwendung von Wachstumshormon. Aus den vielenGesprächen mit Hochleistungssportlern, die bereitsWachstumshormon verwendet haben, geht allerdings einesklar und deutlich hervor:211Die Einnahme über einen längeren Zeitraum erweist sich alseffektiver. Athleten berichten, daß sie die Wirkung von STHerst nach einiger Zeit “spüren”. Im Gegensatz zu Steroiden,bei denen mit einer höheren Dosierung kurzfristig mehrerreicht werden kann, verspricht bei Wachstumshormon einlängerer Einnahmezeitraum bessere Resultate.Sportler, mit begrenzten finanziellen Mitteln, wenden oft einalternierendes Einnahmeschema an, d.h. sie nehmen nur jedenzweiten Tag 4 I.E. STH. Andere hingegen reduzieren dieTagesdosis auf 2 I.E. In beiden Fällen läßt sich die Dauerdes Einnahmezeitraums verdoppeln.

F: Nehmen alle erfolgreichen Profis Wachstumshormon?Wie sieht es mit Steroiden aus? Ich glaube nicht, daß manheute ohne “Stoff’ eine Chance hat.

A: Ich werde mich davor hüten, zu behaupten, daß ALLEProfis Wachstumshormon verwenden. Fakt ist, daßWachstumshormon und anabole Steroide heutzutage ein großesProblem im gesamten Hochleistungssport darstellen. Um dieFrage so gut wie möglich zu beantworten, unterteile ich dieThematik in zwei Bereiche, und zwar in Steroide undWachstumshormon. Was Steroide betrifft, so nimmt man an,daß der überwiegende Teil aller professionellen Athleten dieeine oder andere Form von anabolen und/oder androgenenSteroiden verwendet. Dies gilt jedoch nicht nur für die Profis.Vermutlich findet man nicht einmal mehr einen Amateur, derkeine Steroide zur Wettkampfvorbereitung einsetzt. Das istleider die traurige Wahrheit.Noch besorgniserregender ist die Tatsache, daß selbstzahlreiche Anfänger und leicht fortgeschrittene Athleten —die vielleicht nicht einmal beabsichtigen an Wettkämpfenteilzunehmen — ebenfalls Steroide nehmen und ihre Gesundheitbewußt gefährden. Inwieweit der Einsatz von Wachstumshormonzur Steigerung der sportlichen Leistung inzwischen fortgeschritten ist, weiß man nicht genau. Da gibt es nur
Spekulationen. Wenn man jedoch die Profis einmal unter dem
Aspekt der bereits bekannten, wachstumshormon-typischen
Nebenwirkungen betrachtet, liegt die Vermutung nahe, daß
ein Großteil Wachstumshormon verwendet. Großporige Haut,
extrem hervorstehender Bauch, veränderte Gesichtszüge, um
nur einige zu nennen.
Im Amateurbereich ist die Situation ähnlich. Aus zahlreichen
Gesprächen mit Sportlern geht immer wieder hervor, daß
auch dort schon mit Wachstumshormon gearbeitet wird.
Manch ein Klassensieger der Amateurweltmeisterschaft
verfügt bereits über “Profi-Niveau”. Schwer zu glauben, daß
Amateure kein STH einsetzen.
F: Wie wird Wachstumshormon am besten aufbewahrt?
Muß ich die Ampullen tatsächlich im Kühlschrank lagern wie
immer wieder behauptet wird?

A: Wachstumshormon sollte kühl, d.h. bei +2 bis +8 Grad
Celsius, und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Den Hinweis
finden Sie auf jeder Produktverpackung. Die Lagerung im
Kühlschrank ist dafür bestens geeignet. Manch ein Athlet
übertreibt es aber und nimmt es zu genau. So wird Wachstumshormon
für kurze Transportzeiten in einem Kühlcontainer
aufbewahrt. Das ist nicht notwendig. Der Wirkstoff nimmt
in der Regel keinen Schaden, wenn man die Ampullen für
einige Stunden höheren Temperaturen aussetzt — solange Sie
sie nicht im Hochsommer im Auto liegen lassen!
F: Als erfolgreiche Bodybuilderin mit mehrjähriger
Wettkampferfahrung, werde ich immer stärker mit dem
Problem der Vermännlichung konfrontiert. Die Nebenwirkungen
werden mit jedem weiteren Steroid-Zyklus
schlimmer. Mein Arzt rät mir, die Dosierungen zu reduzieren,
aber das kann ich nicht, da geringere Dosierungen nicht so
gut wirken. Von meinem Trainingspartner habe ich erfahren,
daß ich mit einer Kombination aus Wachstumshormon und
Anabolika, die Steroide reduzieren kann. Stimmt das?

A: Mit dem Problem der Vermännlichung haben viele
Wettkampf-Sportlerinnen zu tun. Es ist nur eine Frage der
Zeit, bis eine Frau — die regelmäßig Steroide nimmt —
Nebenwirkungen wie Bartwuchs, Stimmvertiefung, Klitorishypertrophie,
etc. erfährt. Ich muß Ihrem Arzt Recht geben.
In vielen Fällen hilft tatsächlich nur eine Dosis-Reduzierung
oder der totale Verzicht auf Steroide, wenn Sie nicht ganz zu
einem männlichen Wesen mutieren wollen.
In der Praxis wird Wachstumshormon als Alternative zu
anabolen Steroiden dargestellt. Das heißt aber nicht, daß STH
anstelle von Steroiden eingesetzt wird. Athletinnen — die
Wachstumshormon verwendet haben — berichten, mit weniger
Steroiden auszukommen. Weibliche Athleten setzen STH vor
allem aufgrund der folgenden Wirkungen ein: Die lipolytische
Wirkung unterstützt den Abbau der Körperfettreserven und
führt zu einer deutlichen Verbesserung der Muskelhärte.
Gleichzeitig schützt die anabole Wirkung vor einem Verlust
an Muskelmasse. Da STH kein androgenes Hormon ist, kommt
es auch nicht zu androgenbedingten Nebenwirkungen. Das
klingt alles sehr positiv. Bevor Sie eine Wachstumshormon-
Anwendung in Erwägung ziehen, sollten Sie sich ausführlich
über die potentiellen Nebenwirkungen informieren und
abwägen was “verträglicher” für Sie ist. Die hohen Kosten
für eine Wachstumshormon-Kur sollten Sie dabei auch
berücksichtigen.
F: Ich habe mich entschlossen ein Jahr Wettkampfpause
einzulegen und richtig aufzubauen. In diesem Zeitraum möchte
ich Wachstumshormon nehmen. Muß ich die ganze Zeit über
Steroide dazu nehmen, oder kann ich auch phasenweise nur
Wachstumshormon verwenden. Um meine körpereigene
Hormonproduktion nicht zu stark zu unterdrücken, möchte
ich ab und zu die Steroide absetzen.

A: Der Dauergebrauch von anabolen/androgenen Steroiden
führt definitiv zu einer Unterdrückung der Eigenhormonproduktion
und den damit verbundenen Nebenwirkungen.
Das betrifft nicht nur die Testosteronproduktion, sondern
auch andere endokrine Funktionen. Wenn Sie die Steroide
nicht hin und wieder absetzen, geben Sie ihrem Hormonsystem
keine Möglichkeit sich zu regenerieren und wieder aktiv zu
werden, sprich eigenständig Hormone zu produzieren.
In der Praxis ist der Dauergebrauch von Steroiden weit
verbreitet. Manche Athleten nehmen zwischen den Kuren
“geringe” Dosierungen an Steroiden, z.B. 100mg Primobolan
Depot oder Deca Durabolin pro Woche. Diese Vorgehensweise
dient jedoch einzig und allein der “Gewissensberuhigung”.
Die Eigenhormonproduktion wird auch durch kleine Mengen
unterdrückt. Der einzige Vorteil einer Dosisreduzierung dürfte
die geringere toxische Belastung von Leber und Nieren sein.
Sie liegen daher mit Ihrem Vorhaben — die Steroide nicht zu
lange anzuwenden — ganz richtig. Wachstumshormon wird
nicht unbedingt mit Steroiden kombiniert. Der überwiegende
Teil aller Patienten, die Wachstumshormon zur Behandlung
von Krankheiten oder zur Stärkung der körperlichen
Verfassung einsetzen, verwenden STH auch ohne Steroide
mit Erfolg. Der zu erwartende Muskelaufbau dürfte in der
steroidfreien Zeit zwar etwas geringer ausfallen, das sollte
Sie aber nicht von dieser Art der “vernünftigeren” Anwendung
abschrecken.
F: Ich habe gehört, daß es durch die Anwendung von
Wachstumshormon zu einer Veränderung der Kopfform
(Affenschädel) kommen kann. Stimmt das?

A: Nach dem Epiphysenschluß (Ende des Längenwachstums)
ist ein Knochenwachstum relativ unwahrscheinlich. Wer über
2 oder 3 Monate Wachstumshormon verwendet, muß deshalb
nicht gleich befürchten zum Neandertaler zu werden.
Mit zunehmender Anwendungsdauer steigt allerdings die
Wahrscheinlichkeit, daß es zum Knorpelwachstum (Nase,
Ohren, veränderte Gesichtszüge, etc.) kommen kann.

F: Ich habe Wachstumshormon immer in dieselbe Stelle an
der Bauchfalte injiziert. An dieser Stelle habe ich dann auch den größten Fettabbau festgestellt. Jetzt, 3 Monate später,
muß ich feststellen, daß sich genau dort vermehrt Unterhautfett
ansammelt Was hat es damit auf sich?

A: Wachstumshormoninjektionen führen zum Abbau von
Körperfett. An der Injektionsstelle ist die Konzentration
naturgemäß am höchsten, wodurch es zu einem lokalen
Fettabbau kommen kann. Nach dem Absetzen kann dies zu
einer Kompensationsreaktion führen, d.h. der Körper
speichert vermehrt Fett an dieser Stelle.
F: Meine letzte Wettkampfvorbereitung mußte ich abbrechen,
da ich nach etwa 6 Wochen total übertrainiert war — körperlich
und psychisch. Und das obwohl ich Wachstumshormon und
Steroide verwendet habe. Die anfängliche Wirkung der
Medikamente war gut, ich hatte einen super Pump und konnte
gleich in den ersten zwei Wochen 6 Kilo zulegen. Ich habe
die ganze Zeit über mit maximaler Intensität nach dem Heavy
Duty Prinzip von Mike Mentzer trainiert. Wie kommt es, daß
ich trotz STH und Steroiden übertrainiere?

A: Sie sollten Wachstumshormon und Steroide nicht als eine
Art Garantie zum Schutz vor Übertraining ansehen. Dies ist
ein Fehler, den viele Sportler machen. In der Annahme, daß
mit STH und anabolen Steroiden alles möglich ist, wird wie
ein Berserker trainiert. Die körpereigenen Regenerationsmechanismen
werden außer acht gelassen. In Ihrem Fall
könnte es die übertriebene Trainingsintensität gewesen sein,
die Sie ins Übertraining gestürzt hat.
Selbst erfahrene Sportler, die nach dem Heavy Duty System
trainieren, wenden diese Trainingstechnik nur zeitweise an.
Wer glaubt, während einer mehrmonatigen Wettkampfvorbereitung
ständig mit maximaler Intensität trainieren zu
können, der verlangt seinem Körper einfach zu viel ab. Ein
vernünftiges und effektives Training besteht aus Phasen mit
unterschiedlichen Intensitätsstufen. Angenommen Ihre
Wettkampfvorbereitung nimmt 3 Monate in Anspruch, dann
könnten Sie z.B. jeweils 3 Wochen hochintensiv trainieren
und in der vierten Woche die Trainingsintensität reduzieren.
Sie können aber auch 2 Wochen hochintensiv trainieren und
dann 3-4 Tage leichter trainieren. Eine andere Möglichkeit
besteht darin, die Intensität innerhalb einer Woche zu
variieren. Hierzu trainieren Sie während der ersten 3
Trainingstage alle Muskelgruppen mit hoher Intensität. Danach
pausieren Sie einen Tag und trainieren in den folgenden
3 Tagen die gleichen Muskelgruppen mit mittlerer Intensität.
Damit erreichen Sie unter dem Strich eine konstant hohe
Trainingsintensität, mit der Sie maximale Fortschritte erzielen,
ohne ins Übertraining zu geraten.
F: Ich verwende Wachstumshormon und anabole Steroide,
will aber kein Insulin nehmen. Welche Alternativen gibt es?

A: Die indische Medizin kennt einen Insulinersatz auf
pflanzlicher Basis, mit dem in einigen Studien gute Ergebnisse
erzielt wurden. Bei der Pflanzensubstanz handelt es sich um
Gymnema Sylvestre. Die Substanz besitzt eine insulinähnliche
Wirkung. Supplements, die diesen Wirkstoff enthalten, gibt
es bei einigen europäischen Sportnahrungsmittel-Anbietern
zu kaufen. Vanadyl Sulfat ist ebenfalls eine gute Insulinalternative.
Manche Athleten verwenden auch glibenclamidhaltige
Präparate (orale Antidiabetika) um die Bauchspeicheldrüse
zu einer verstärkten Insulinproduktion anzuregen.
F: Vor einigen Tagen bin ich in einem Internet-Diskussionsforum
auf einen Anbieter gestoßen, der sowohl anabole
Steroide als auch Wachstumshormon anbietet. Ich überlege
nun, ob ich in Zukunft dort einkaufen soll. Sein umfangreiches
Angebot und vor allem die geringen Preise waren wirklich
interessant. Es stört mich allerdings, daß das Ganze ein wenig
unseriös wirkt — wie ein verdeckter Schwarzmarkt-Händler.
Außerdem ist die Lieferung per Vorkasse zu bezahlen.
Was halten Sie von diesen Internet-Anbietern?

A: Überhaupt nichts. In Amerika nennt man diese illegalen
Anbieter “scammer” — was nichts anderes heißt als Betrüger.
Ich rate jedem davon ab, dort einzukaufen. Zum einen machen
Sie sich strafbar, und zwar sowohl in Amerika, als auch in
Deutschland. Wenn der Anbieter in den USA auffliegt und
Ihr Name in seiner Kundenkartei zu finden ist, könnten Sie
vermutlich bei Ihrer nächsten Einreise in die USA Probleme
bekommen. Der Import von Steroiden und Wachstumshormon
in die BRD ist strafbar. In den meisten Fällen wird das Paket
ohnehin beim Zoll beschlagnahmt. Spätestens dann dürften
Sie in Schwierigkeiten geraten.
Außerdem verkauft der größte Teil dieser Anbieter gefälschte
Präparate. Wenn nun doch einmal ein Paket unbemerkt bis
zu Ihnen nach Hause gelangt, dann erhalten Sie lediglich
billige und oftmals unwirksame Fälschungen. Noch ärgerlicher
dürfte es sein, wenn Sie die Lieferung per Vorkasse bezahlen
und anschließend gar nichts erhalten. Da wären Sie nicht der
einzige Kunde. Von einigen seriösen Firmen (offizielle
Apotheken) abgesehen, tummeln sich im Internet viele
unseriöse und illegale Anbieter.
F: Ich habe neulich mit meinem Hausarzt über Wachstumshormon
gesprochen. Er hat mich besonders vor den vielen
Schwarzmarktprodukten gewarnt, die menschliches STH
enthalten sollen. Wie gefährlich sind diese Produkte wirklich?

A: Da kann ich Ihrem Arzt nur zustimmen. Wobei man hier
ein wenig differenzieren muß. Ihr Arzt meint vermutlich
osteuropäische Wachstumshormon-Präparate. Bei diesen
handelt es sich tatsächlich nicht selten um menschliches
Wachstumshormon. Das STH wird aus der Hypophyse von
Leichen gewonnen. Welchen Reinheitsgrad, und vor allem
wie hygienisch die Präparate in Osteuropa hergestellt werden,
ist nicht bekannt. Die Gefahren, die durch die Anwendung
entstehen können, sind nicht unerheblich. Es sind Fälle der
Creutzfeld-Jacob-Krankeit bekannt, eine Gehirnkrankeit, die
zum Tode führt. Internationalen Statistiken zufolge schreitet
die Ausbreitung von Hepatitisinfektionen in Osteuropa
besonders schnell voran. Menschliches STH könnte daher
auch Hepatitis-Viren enthalten. Die Gefahr einer HIVÜbertragung
ist ebenfalls gegeben.
F: 1992 habe ich zum erstenmal Wachstumshormon verwendet
und zwar menschliches STH aus Russland. Die Menge des
pulverartigen Wirkstoffs war damals etwas größer als ein
Stecknadelkopf. Mein Trainingspartner und ich haben eine
mehrmonatige Kur mit 4 I.E. pro Tag gemacht — allerdings
ohne besondere Ergebnisse. Erst kürzlich wurde mir wieder
russisches STH angeboten. Die Ampullen dieses Präparates
enthalten fast fünfmal soviel Pulver. Haben wir während
unserer Kur etwa Fälschungen verwendet?

A: Das kann gut möglich sein. Es muß aber keine Fälschung
gewesen sein. Die meisten Schwarzmarkt-Anbieter haben
nicht die Möglichkeiten, Steroide oder Wachstumshormon
zu fälschen. Sie greifen daher gerne auf einen alten Trick
zurück: Sie öffnen die STH-Ampulle vorsichtig, ohne daß
diese dabei beschädigt wird. Dann nehmen sie einen Teil des
Wirkstoffs heraus. Diesen verwenden sie entweder für ihre
eigene Kur oder füllen ihn in andere Ampullen um. So
entstehen Ampullen mit bedeutend weniger Wirkstoff als
üblich. 1992 war dieser Trick noch möglich, da kaum ein
Sportler wußte wieviel Wirkstoff-Pulver eine echte STHAmpulle
enthält. Heutzutage findet man derartige Fälschungen
kaum noch.
F: Ich trainiere fünfmal pro Woche, nehme 1500mg
Testosteron Depot pro Woche, 50mg Methandienon und
6 I.E. STH täglich. Obwohl ich mich gut ernähre, mit viel
Reis und Pute, mache ich kaum Fortschritte. Woran liegt das?

A: Viele Bodybuilder machen den Fehler unzureichende
Mengen an Fett zu sich zunehmen. Der Muskel besitzt nicht nur, Glykogenspeicher sondern auch intramuskuläre
Fettspeicher. Um Muskelwachstum und ein maximales
Muskelvolumen zu erzielen, ist es notwendig, auch die
Fettspeicher in den Muskelzellen aufzufüllen. Am besten
ergänzt man eine Diät mit hochwertigen Ölen (Olivenöl,
Leinöl) und ißt öfters Fisch (z.B. Lachs oder Hering) der
reich an ungesättigten Fettsäuren ist.
F: Meine Leistung im Bankdrücken stagniert schon seit
3 Jahren. Obwohl mein Muskelwachstum zufriedenstellend
ist, komme ich nicht über 160kg im Bankdrücken hinaus.
Ich habe schon zahlreiche Trainingstechniken ausprobiert:
schweres Gewicht und wenige Wiederholungen, umfangreiches
Brust- und Trizepstraining, schweres Schultertraining usw.
Steroide nehme ich auch hin und wieder. Aber trotzdem tut
sich nichts. Wie kann ich endlich stärker werden?

A: Wenn es Ihnen an erster Stelle um mehr Kraft geht, dann
empfehle ich Ihnen grundlegend anders zu trainieren. Die
meisten Athleten machen den gleichen Fehler: Sie trainieren
zu schwer! Wer regelmäßig schweres Gewicht beim
Bankdrücken auflegt und nur 2-3 Wiederholungen
herausquetscht, der wird in dieser Disziplin nicht besonders
stark werden. Wobei der Begriff “stark” relativ ist. Heutzutage
drückt manch eine Wettkampfathletin, die an Bankdrückwettbewerben
teilnimmt, mehr als der durchschnittliche
Bodybuilder im Studio. Bei der Weltmeisterschaft im
Bankdrücken 1999 haben 40 Athletinnen über 100kg gedrückt.
Die beste Leistung betrug 179 Kilogramm — in der
Frauenklasse! Die stärksten Männer schaffen über 300kg.
Genug relativiert. Sie sehen, daß 160kg nicht besonders viel
Gewicht ist. Viele Kraftsportler scheitern daran, stärker zu
werden, weil sie es sich überhaupt nicht vorstellen können,
mehr zu drücken.
In einem amerikanischen Powerlifting Magazin bin ich vor
einigen Monaten auf ein interessantes Trainingssystem
(3×3 – A Scientific Approach to Powerlifting) gestoßen, mit dem
zahlreiche Athleten, darunter auch einige Weltmeister im
Bankdrücken, ihre Leistung enorm steigern konnten. Sie
trainieren dazu 3 Mal pro Woche Bankdrücken, z.B. Montag,
Mittwoch und Freitag. Jeder Trainingstag ist identisch. Nach
2-3 Aufwärmsätzen absolvieren Sie 8-10 Sätze ä 6 Wiederholungen
Bankdrücken mit ca. 60% Ihres Maximalgewichtes.
In Ihrem Fall wären das 95kg. Im Laufe der Zeit müssen Sie
versuchen, das Trainingsgewicht um 2,5kg pro Woche zu
erhöhen.
Wichtig ist, daß Sie keine Zusatzübungen für die Schultern
und Trizeps ausführen — also kein Schulterdrücken,
Frontheben, enges Bankdrücken, Trizepsdrücken, etc. Sie
trainieren lediglich reguläres Bankdrücken, Rücken, Bizeps,
Trapez und evtl. die seitliche und hintere Schultermuskulatur.
Die Wirksamkeit dieses Trainingssystems basiert auf folgender
Theorie: Um in einer bestimmten Übung stärker zu werden,
reicht es aus, einzig und allein diese Übung zu trainieren.
Am Beispiel Bankdrücken verhält sich das wie folgt: Die für
eine starke Bankdrückleistung verantwortlichen Muskelgruppen
(Brust, Schultern, Trizeps) werden durch die Übung
Bankdrücken ausreichend stimuliert — vorausgesetzt das
Trainingsvolumen ist entsprechend hoch.
Bei dem beschriebenen Trainingssystem kommen Sie auf
etwa 180 Sätze Bankdrücken pro Woche — das ist ein enormes
Trainingsvolumen. Probieren Sie es eine Zeit lang aus und
Sie werden überrascht sein.
F: Mein Trainingspartner und ich haben für das kommende
Frühjahr einen Trip nach Litauen geplant. Wachstumshormon
soll dort besonders günstig sein. Stimmt das? Im Sommer
fliegen wir dann nach Kalifornien um im Gold’s Gym zu
trainieren. Von da aus wollen wir einen kurzen Abstecher
nach Mexiko machen. Dort soll man problemlos Steroide und
Wachstumshormon einkaufen können. Ist das wahr?

A: Aufgrund der unterschiedlichen Preis-Leistungs-
Verhältnisse in den osteuropäischen Ländern, liegen Sie mit
Ihrer Vermutung nicht ganz falsch. Wachstumshormon ist
“im Osten” wesentlich günstiger sein als in Deutschland. Es
handelt sich dabei oftmals um menschliches STH! Eine
Empfehlung — diese Präparate zu kaufen — kann ich
selbstverständlich nicht aussprechen. Die Einfuhr von
Wachstumshormon und anderen rezeptpflichtigen
Medikamenten in die BRD verstößt gegen geltendes Recht.
Sie machen sich damit strafbar. Inwieweit man heutzutage
noch Wachstumshormon und Steroide in Mexiko rezeptfrei
einkaufen kann, weiß ich nicht. Bei meinem letzten Aufenthalt
in Tijuana vor etwa 2 Jahren war dies offensichtlich kein
Problem. Unter www.qualitycounts.com/hghmex.html
erfahren Sie mehr über die aktuelle Situation in Mexiko.
Dort gibt es z.B. Homepages von Apotheken, die offiziell
Wachstumshormon, anabole Steroide und andere Medikamente
anbieten. Neben den angebotenen Medikamenten gibt manch
einer sogar seine Wegbeschreibung mit an.
Sie sollten allerdings davon absehen, in Mexiko einzukaufen
und anschließend wieder in die USA einzureisen. Die
Grenzkontrollen sind in diesem Gebiet besonders streng.
Wenn Sie auch nur in geringster Weise wie ein Bodybuilder
aussehen, wird Sie der amerikanische Zoll kontrollieren.
Dann sollten Sie besser keine Steroide oder Wachstumshormon
bei sich tragen.
F: Ich habe gehört, daß durch die Verwendung von
Wachstumshormon die körpereigene Hormonproduktion
dauerhaft eingeschränkt bleibt. Ist das richtig?

A: Die Eigenhormonproduktion erfolgt in mehreren Schüben
täglich. Korrekt ist, daß ein hoher Wachstumshormonspiegel
zu einer verminderten körpereigenen Ausschüttung führt.
Diese ist von einer Vielzahl anderer Faktoren abhängig.
Inwieweit die exogene Zufuhr von Wachstumshormon die
körpereigene Produktion beeinträchtig, kann man nicht genau
sagen. Das ist individuell verschieden. Fakt ist, daß überhöhte
Dosierungen zahlreiche andere Nebenwirkungen verursachen.
F: Auf sämtlichen, von mir verwendeten Wachstumshormon-
Präparaten war der Wirkstoffgehalt in I.E. angegeben. Derzeit
nehme ich französisches Umatrope von Lilly. Auf der
Verpackung wird die Wirkstoffmenge allerdings in U.I.
angegeben. Ist U.I. dasselbe wie I.E.?

A: Ja. Der Wirkstoffgehalt von Wachstumshormon kann mit
unterschiedlichen Bezeichnungen angegeben werden. Alle
haben die gleiche Bedeutung. I.E. ist die Abkürzung für
Internationale Einheit, I.U. und U.I. bedeuten International
Unit, mg heißt Milligramm. Der Einfachheit halber kann man
sich folgendes merken:
4 I.E. entsprechen 1,33mg
1 I.E. entspricht 0,33mg
lmg entspricht 3 I.E.
F: In unserem Studio trainiert ein erfolgreicher Athlet, der
sogar während einer extremen Diät noch mit schweren
Gewichten und hoher Intensität trainieren kann. Mir geht in
den letzten zwei Wochen vor einem Wettkampf immer die
Energie aus und ich muß mit sehr leichten Gewichten
trainieren. Jetzt habe ich erfahren, daß er vor dem Training
Ephedrin nimmt. Wirkt Ephedrin tatsächlich so gut? Wie
gefährlich ist dieses Zeug?

A: Der Einsatz von Ephedrin (Ephedrin-Hydrochlorid) als
Trainingsstimulans ist besonders in der Wettkampfvorbereitung
weit verbreitet. Athleten berichten, daß ihnen
50-100mg Ephedrin, etwa 30 Minuten vor dem Training
eingenommen, zu einer “unglaublichen” Trainingsintensität
und einem super Pump verhelfen. Da jeder Sportler anders
auf Ephedrin reagiert, läßt sich die Dosierung allerdings nicht verallgemeinern. Dem einen reichen bereits 25mg, andere
hingegen benötigen 100mg oder mehr. Die Toleranzschwelle
ist sehr unterschiedlich. Die Darreichungsform spielt auch
eine große Rolle. Ephedrin als Tablette oder Kapsel
eingenommen wirkt schwächer als Ephedrin-Injektionen. Eine
international erfolgreiche Kraftsportlerin erzählte mir, daß
sie vor großen Wettkämpfen 200mg Ephedrin injiziert. Eine
Dosis, bei der man langsam in gefährliche Bereiche gelangt.
Die Athletin behauptet dadurch 10% mehr Leistung im
Bankdrücken zu erzielen.
Die Wirkung von Ephedrin läßt allerdings mit zunehmender
Dauer der Anwendung nach. Sportler, die regelmäßig Ephedrin
nehmen, berichten, daß sie die Dosierung entweder erhöhen
müssen oder eine Zeit lang kein Ephedrin nehmen. Die
Nebenwirkungen sind individuell verschieden und von der
Dosierung abhängig. Sie können sich in Form von Kopfschmerzen,
Herzjagen, innerer Unruhe, Appetitverlußt, sowie
Schlaflosigkeit äußern. Zu erwähnen ist auch, das Ephedrin
in Kombination mit Coffein und Aspirin als “Fatburner” zum
Abbau von Körperfett verwendet wird.
F: Von einem Bekannten wurde mir russisches Wachstumshormon
angeboten, das angeblich 100% synthetisch sein soll.
Woher weiß ich, daß das stimmt. Vielleicht handelt es sich
ja um menschliches Wachstumshormon?

A: Wer auf dem Schwarzmarkt Hormonpräparate erwirbt
kann aufgrund der Vielzahl an Fälschungen nicht genau
wissen, was tatsächlich in der Ampulle enthalten ist. Sie
können sich daher niemals sicher sein.

F: Stimmt es, daß Wachstumshormon bei einem Dopingtest
nicht nachweisbar ist?

A: Ja, das stimmt. Mit den derzeit eingesetzten Doping-
Testverfahren (Stand Januar 2000) läßt sich die Manipulation
der körperlichen Leistungsfähigkeit mittels STH nicht
nachweisen. Ein deutscher Wissenschaftler hat vor einigen
Monaten ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die
Anwendung von gentechnisch hergestelltem Wachstumshormon
nachweisen läßt. Das Testverfahren läßt sich allerdings
nur bei Blutkontrollen anwenden. Man rechnet damit, daß in
den nächsten Jahren ein geeignetes Testverfahren auch für
Urinkontrollen zur Verfügung stehen wird.

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