Fluoxymesteron in der Diät – Auswirkung auf den Stoffwechsel

 

Wie bereits erklärt, entfaltet Fluoxymesteron einen Großteil seiner Effektivität über die starke Einschränkung der Cortisolwirkung. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Psyche, sondern auch auf den Stoffwechsel. Cortisol weist, wie wir inzwischen wissen, mehrere unerwünschte Wirkungen auf. Neben der muskelabbauenden Wirkung wird die Glucoseaufnahme in die Zellen verschlechtert, es kann sogar so weit gehen, dass Cortisol eine Verschlechterung der Insulinsensibilität hervorruft (8, 9). Das heißt, die Zellen reagieren nicht mehr so stark auf das Insulin, nehmen nicht so leicht Glucose auf, und der Körper reagiert meistens mit einer Erhöhung der Insulinausschüttung. Die Extremform dessen stellt Diabetes Typ 2 dar. Insulin ist übrigens selbst ein Hormon, das die Fettspeicherung anregt. Obwohl Cortisol in manchen Quellen als fettabbauend bezeichnet wird, stimuliert dieses Hormon ganz klar das Wachstum von Fettzellen, indem es direkt Gene aktiviert, die für die Zellteilung und das Zeltwachstum der Fettzellen zuständig sind. Es fördert eine Umverteilung des Fettgewebes, wobei man insbesondere an den Gliedmaßen Fett und Muskulatur verliert und im Gesicht und am Rumpf an Fett zulegt (10, 11). Alles also keineswegs schöne Auswirkungen und einem sportlichen Look sicher nicht zuträglich. Zusätzlich senkt Cortisol die Ausschüttung der Schilddrüsenhormone und die Umwandlung des mitunter fettabbauenden Schilddrüsenhormons T4 zu T3. T3 ist dabei die aktive Variante; also senkt Cortisol damit auch die Stoffwechselrate (12). An diesem Punkt kommt das Fluoxymesteron ins Spiel und hemmt die Cortisolausschüttung. Wer bisher gut aufgepasst hat, besonders als es um die Auswirkungen des Cortisols auf den Körper ging, kann sich recht schnell denken, was dessen Senkung zur Folge haben kann. Interessanterweise wirkt sich Fluoxymesteron auf ein Enzym aus, das gerade Fettsäuren in die Mitochondrien, die Zellkraftwerke des Körpers, transportiert, wo sie zur Energiegewinnung benötigt werden. Es werden also bevorzugt Fettsäuren umgesetzt. Die Anwendung dieses Steroids führt somit zu einer verstärkten Verwendung von Fettsäuren und einer klaren Reduktion der Triglyzeridkonzentration im Blutplasma. Die Fettsäuren werden also vermehrt aus dem Blut in die Muskulatur gezogen und verbraucht (13, 14).

Fluoxymesteron als Diäthilfe bedeutet also insgesamt Folgendes:
• kaum Muskelabbau trotz Kaloriendefizits,
• die Trainingsintensität kann erhalten werden,
• Fettspeicherung durch das Cortisol wird unterbunden,
• die optische Erscheinung der Muskulatur wird verbessert,
• die Fettverbrennung wird gefördert.

Man wird sicher nicht mit einem AAS gleichzeitig einen Fatburner haben, doch betrachtet man diese Eigenschaften, so ist ziemlich eindeutig erkennbar, welche Verschiebung im Stoffwechsel stattfindet. Schon allein, indem der Muskelabbau enorm gehemmt wird, greift der Körper auf andere Reserven zurück. Dabei wird er durch die angeregte Verbrennung von Fettsäuren in die richtige Bahn gelenkt. Auswirkung auf die Ausdauerleistung Einen weiteren Vorteil für die Trainingsleistung liefert dieser Wirkstoff, indem er sich signifikanter als andere Steroide auf die Bildung der roten Blutkörperchen auswirkt. Rote Blutkörperchen, die Erythrozyten, sind für den Transport von Sauerstoff notwendig. Mag dieser Aspekt im Bodybuilding keine große Beachtung finden, so tut er das ganz deutlich in Ausdauersportarten. Kaum jemand konnte die ständigen Berichte über Radsportler in den Medien vermeiden, in denen ein Wort immer wieder vorkam: EPO! Erythropoetin ist ein Wachstumsfaktor, der die Bildung von roten Blutkörperchen anregt und somit die Sauerstoffaufnahmekapazität steigert. Diese Wirkung macht sich dann beim Training oder Wettbewerb in einer verbesserten Kondition/Ausdauerleistung, also generell einem erhöhten Energielevel, bemerkbar. Fluoxymesteron weist hierbei eine recht ähnliche Wirkung auf. Es erhöht laut Studien den Hämatokritwert, also den festen Bestandteil des Blutes, indem es die Konzentration von roten Blutkörperchen und Hämoglobin vermehrt.

Interessanterweise erhöht Fluoxymesteron auch den EPO-Gehalt im Blut (15, 16, 17). Wie gesagt, wird dies in der Bodybuilding- und Kraftsportgemeinde nicht so interessiert aufgenommen, doch gerade auch diese Eigenschaft erklärt mitunter die starke Wirkung dieses Steroids auf die Kraft und das ausgeprägte Pumpgefühl in der trainierten Muskulatur.

Estradiol und „Dihydro-Fluoxymesteron”

Da wir schon den Punkt der Wasserspeicherung angesprochen haben, möchte ich wegen einiger kursierender Unstimmigkeiten und Fehlinformationen hier noch einmal in aller Deutlichkeit etwas klarstellen: Fluoxymesteron kann nicht zu Östrogenen umgewandelt werden. Es ist kein Substrat für das Enzym Aromatase. Benutzt man nur ein Fluoxymesteron-Produkt in seiner Kur und bekommt hierbei eine Gynäkomastie, dann verwendet man definitiv kein Fluoxymesteron. Vielleicht Methandrostenolon oder Methyltestosteron, aber kein Fluoxymesteron. Egal, was irgendjemand erzählt, im medizinischen Studienverzeichnis www.pubmed.gov und auf jeder anderen seriösen Seite wird Fluoxymesteron als nicht aromatisierbar bezeichnet (18). Obwohl in der Bodybuildingszene durch modernere deutsche und englische Literatur viel Aufklärungsarbeit geleistet worden ist, kursieren weiterhin Mythen. Inzwischen heißt es sogar; jemand habe eine „Progesteron-” oder eine „Prolactin-Gynäkomastie” bekommen. Man versucht sogar, nicht aromatisierbaren Steroiden wie Fluoxymesteron, Drostanolon und Trenbolon eine Brustbildung als Nebenwirkung nachzusagen. Meistens wird dann das erwähnte Progesteron oder Prolactin als Ausrede benutzt. Dabei wäre es wohl einfacher; den Produkthersteller und das betreffende Medikament genauer unter die Lupe zu nehmen und sich Gedanken darüber zu machen, was man da wirklich zu sich genommen hat. Dazu jedoch später mehr. Da wir hier mit diesen Geschichten aufräumen wollen, wird es insbesondere solche grundlegenden Themen betreffen. Daher noch einmal klipp und klar: Fluoxymesteron verursacht keine Gynäkomastie. Ganz im Gegenteil: Es kann, wie schon erwähnt, zu seiner 5-alpha-reduzierten Version konvertiert werden. Vielen ist DHT (Dihydrotestosteron) ein Begriff. Es ist ein stark androgenes Hormon und kann bei entsprechender Veranlagung zu Haarausfall, öliger Haut und weiteren androgenen Nebenwirkungen führen. Verwendet wird hier üblicherweise Finasterid (Propecia/Proscar), denn es hemmt das 5-AR-Enzym, das die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron vollführt. Testosteron selbst führt nicht zu Haarausfall. Es ist, obwohl dies allen bisherigen (Fehl-)Informationen widerspricht, recht schwach androgen. Die androgene Wirkung entfaltet Testosteron erst durch die Umwandlung zu DHT. Normalerweise gibt es nicht viele Steroide außer dem Testosteron, bei dem Finasterid Abhilfe schafft, denn viele werden überhaupt nicht zu ihrer Dihydro-Form umgewandelt, sondern bewirken die Nebenwirkungen selbst. Fluoxymesteron durchläuft jedoch eine 5-Alpha-Reduktase und hier kann Finasterid eventuell helfen. Doch es ist fraglich, ob dies notwendig ist, denn Fluoxymesteron ist bei Männern hinsichtlich androgener Nebenwirkungen kaum gefährlich. Die übliche Dosis für

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