Finasterid und andere 5-AR-Hemmer

Steroid-Andwender, die das 19-Nor-Steroid Nandrolon benützen und an erblich bedingtem Haarausfall leiden, verzichten auf die parallele Einnahme von Finasterid oder Dutasterid. Verhindern diese Mittel die Umwandlung des Testosteron zu Dihydrotestosteron in der Haut, das bei einer Veranlagung zum Haarausfall und Akne führen kann, so ist das bei Nandrolon eher weniger erwünscht, da das Dihydro-Nandrolon ein sehr schwaches Androgen ist. Nandrolon wird sozusagen vom 5-AR-Enzym „geschwächt” und nicht wie Testosteron verstärkt. Daraus resultiert teilweise der Mangel an androgenbedingten Nebenwirkungen mit diesem sehr beliebten Steroid. Wie sieht es bei Trenbolon aus? Trenbolon weist wie Testosteron und Nandrolon zwar eine 4-5-Bindung auf, die durch das 5-AR-Enzym aufgehoben wird und zum Anheften von 2 Wasserstoffatomen (deswegen Dihydro) an die 2 Kohlenstoffatome führt, doch passiert das beim Trenbolon anscheinend nicht, denn man konnte bisher keine Dihydro-Trenbolon- Metaboliten nachweisen.

5-AR-Hemmer können also problemlos eingesetzt werden, helfen selbst aber natürlich nicht gegen den schwachen Haarausfall, den Trenbolon verursachen kann. Hier wirken ausschließlich lokal anzuwendende Androgen-Antagonisten, wie beispielsweise das in Apotheken rezeptfrei erhältliche Ketoconazol.

Nierentoxizität

Ein weiterer Mythos. Wahrscheinlich dadurch entstanden, dass die Athleten den durch Trenbolon verdunkelten Urin als Blut oder Schädigung der Nieren interpretiert haben. Das ist noch so weit verbreitet, dass man sich den klassischen Spruch des ehemaligen Profi- Bodybuilders John DeFendis („Du weißt, dass das Zeug [Trenbolon] wirkt, sobald Du anfängst, Blut zu pinkeln!”) an dieser Stelle im Grunde sparen kann.

Tatsächlich kann es je nach Dosis zu einer Verfärbung des Urins kommen. Diese kann auch recht rasch erfolgen, was wiederum gegen eine Nierenschädigung spricht, denn wenn diese so rasend schnell erfolgen würde, würden haufenweise Athleten an Nierenversagen leiden, doch dem ist nicht so. Der Grund für die Verfärbung des Urins ist schlicht und ergreifend der, dass Trenbolon über die Harnwege ausgeschieden wird Über 63% des radioaktiv markierten Materials wurden in einer Studie zum Thema 72 Stunden nach der Gabe am Menschen im Urin gemessen.

This entry was posted in Trenbolon. Bookmark the permalink.