Die Wirkungen von Alkohol auf den Spiegel der Geschlechtshormone

Es gibt ein bedeutendes Ausmaß an Forschungsarbeit, welche die schädigende Wirkung von Alkohol auf die vielen Körperhormone, darunter auch DHEA, zeigt.

Die Wirkung von Alkohol beim Mann

Zahlreiche Studien von männlichen Trinkern zeigen eine bedeutende Abnahme des Testosterons im Serum. (Sengupta) Es gibt auch reichlich Belege für die negative Auswirkung von chronischem Alkoholismus auf die Serumhormone und die Spermienzahl. Diese könnte verantwortlich sein für die häufigen Fruchtbarkeitsstörungen bei Alkoholikern. (Gomathi und Farinati)

• Deutliche Abnahme der Spermienkonzentration
• Zunahme abnormaler Spermien
• Senkung des Testosteron-Spiegels
• Erhöhung des Östradiol (Östrogen)-Spiegels Die Wirkung von Alkohol bei der Frau

Alkohol bewirkt bei Frauen eine Reihe von Geschlechtshormonstörungen. Bei prämenopausalen Frauen erhöht der Alkoholkonsum die Häufigkeit von Menstruationsstörungen, Fehl- und Frühgeburten und Unfruchtbarkeit. Chronischer Alkoholabusus führt zu einer reduzierten Konzentration der Steroide, und diese Veränderungen können beobachtet werden, bevor eine schwere Funktionsstörung der Leber auftritt. Bei Frauen bewirkt eine gestörte Leberfunktion ein früheres Auftreten der Menopause im Vergleich zu normalen Kontrollpersonen, während Informationen hinsichtlich des Einflusses auf die Fruchtbarkeit, den Schwangerschaftsausgang oder das Sexualverhalten bei Frauen unzureichend sind oder fehlen.

Bei Frauen war das Verhältnis Östradiol zu Testosteron bei Patienten mit hepatozellulärem Karzinom signifikant niedriger als bei Kontrollpersonen mit Zirrhose. (Farinati)

Alkohol hat negative Auswirkungen während der Schwangerschaft

Alkoholkonsum verändert die hormonsekretorischen Reaktionen, die hervorgerufen werden durch den epidermalen Wachstumsfaktor in Choriokarzinomazellen. Klinische Daten haben Alkohol als embryotoxischen Wirkstoff ins Spiel gebracht, der die normale Plazentastruktur und -funktion zerstört und potentiell die Ursache der Alkoholtoxizität während der Schwangerschaft erklärt.

Alkohol senkt den Spiegel des Wachstumshormons

Alkoholabhängige Patienten wiesen in allen neuroendokrinen Tests eine signifikant niedrigere Absonderung des Wachstumshormons auf als Nicht-Trinker.

Alkohol senkt den Spiegel von DHEA und Progesteron

Eine in diesem Jahr an der Universität Helsinki, Finnland, veröffentlichte Studie ergab, daß Frauen, die schwere Trinkerinnen waren (jedoch keinen Leberschaden aufwiesen), die folgenden Blutspiegel im Vergleich zu nicht-trinkenden Frauen hatten: (Valimaki) i Testosteron war um 65 % erhöht

• Der Progesteron-Spiegel war um 23 % niedriger
• Der Spiegel von DHEA-S war um 39 % niedriger.

Alkohol beschleunigt ein frühes Einsetzen der Menopause

Eine Studie an der Universität von Kopenhagen, Dänemark: Becker und seine Mitarbeiter untersuchten das mittlere Alter für das Einsetzen der Menopause und die Geschlechtshormone bei postmenopausalen Frauen mit alkoholbedingten oder nicht-alkoholbedingten Leberschäden. Sie stellten fest, daß alle Patienten wesentlich jünger waren zum Zeitpunkt des Einsetzens der Wechseljahre als nicht-trinkende Kontrollpersonen. (Becker) Sie fanden auch heraus, daß im Vergleich zu Kontrollpersonen, nicht-zirrhotische Alkoholikerinnen einen deutlich herabgesetzten DHEA-S-Spiegel hatten; signifikant mehr Frauen mit alkoholbedingter Zirrhose hatten nachweisbares Östrogen (Östradiol), erhöhte Konzentrationen von Östrogen (Östron) und von hormonbindendem Globulin (SHBG) und einen reduzierten Spiegel von Testosteron.

Frauen mit nicht-alkoholbedingter Zirrhose hatten signifikant erhöhte Konzentrationen von geschlechtshormonbindendem Globulin und vermindertes Sulfat, Testosteron, Androstendion (das in die Geschlechtshormone Östrogen und Tesoteron umgewandelt wird) und DHEA-S. (Becker)

Soziales Trinken hat einen wesentlichen Einfluß auf den Hormonspiegel bei postmenopausalen Frauen. Dr. J. S. Gavaler, University of Pittsborough, Pennsylvania, führte ein Versuch durch, um die Wirkung von sozialem Trinken (moderater Konsum alkoholhaltiger Getränke) auf den hormonellen Status bei postmenopausalen Frauen zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, daß eine mäßige Alkoholzufuhr nicht nur einen wesentlichen Einfluß auf Östradiol und Testosteron hat, sondern auch auf die Hypophysenhormone, die auf Östrogen reagieren.

Der hormonelle Status postmenopausaler Frauen mit alkoholbedingter Zirrhose wurde verglichen mit normalen, alkohol-abstinenten Frauen. Es gab signifikante Unterschiede im Spiegel aller Hormone; außerdem waren die hormonellen Zwischenbeziehungen unterbrochen. Von wesentlichem Interesse ist auch, daß der Grad an Anormalitäten des Hormonspiegels zusammenhängt mit der Schwere der Leberstörung. (Gavaler)

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