DHEA und Osteoporose

Die Verminderung von Knochengewebe, die Osteoporose, ist verantwortlich für 1,3 Millionen Knochenbrüche bei Männern und Frauen über 45. Bei Frauen wird Osteoporose nach der Menopause zu einem wirklichen Problem.

Die bekannten Faktoren, die eine Kalziumeinlagerung und ein normales Knochenwachstum beeinflussen, sind vielfältig und umfassen die folgenden: eine normale Kalziumabsorption, ausreichende Magensäure und angemessenes Vitamin D. Viele ältere Frauen leiden aufgrund nicht ausreichender Sonnenbestrahlung an einem Vitamin D – Mangel, und vielen über 70 fehlt es an ausreichender Magensäure.

Der Einbau von Kalzium in normale Knochen erfordert die Beanspruchung des Knochens (körperliche Tätigkeit) und eine angemessene hormonelle Kontrolle – Parathormon und Progesteron. Es ist wichtig, überschüssiges Schilddrüsenhormon (nicht ungewöhnlich bei Frauen, die eine Schilddrüsenmedikation einnehmen) und eine Hypercortisolämie auszuschließen, besonders bei Patienten, die Corticosteroide bekommen.
Die Kalziumkonzentration im Blut wird streng innerhalb enger Grenzen gehalten. Wenn der Spiegel zu sinken beginnt, wird die Absonderung des Parathormons erhöht und die Freisetzung von Calcitonin gesenkt. Um die Osteoporose zu begreifen, muß man verstehen, wie diese Hormone den Kalziumspiegel im Blut erhöhen und senken.

Calcitonin senkt den Kalziumspiegel im Blut. Parathormon erhöht den Kalziumspiegel in erster Linie, indem es die Aktivität der knochenabbauenden Zellen erhöht (Osteoklasten). Es setzt auch die Ausscheidung von Kalzium durch die Nieren herab und erhöht die Aufnahme von Kalzium im Darm.Da die Knochenmasse und das Serum-DHEA beide mit zunehmendem Alter abnehmen, kann man nicht sicher sein, ob ein fallender DHEA-Spiegel tatsächlich die Ursache für eine verringerte Knochenmasse ist. Es gibt jedoch Hinweise dafür, daß das Altem allein den Zusammenhang zwischen dem DHEA-Spiegel und der Knochenmasse nicht erklären kann. In einer jüngsten Studie von belgischen Frauen wurden signifikante gegenseitige Beziehungen zwischen dem Mineralgehalt des Knochens und dem DHEA-Spiegel gefunden (gemessen als DHEA-S), auch nach Korrektur der altersbedingten Effekte. (Rozenburg)
In einer anderen Studie war der DHEA-Spiegel im Serum signifikant niedriger bei 49 Frauen mit Osteoporose als bei Frauen ähnlichen Alters ohne Osteoporose. Der DHEA-Spiegel nahm bei beiden Gruppen Frauen mit dem Alter ab. Jene mit Osteoporose wiesen in jedem Alter einen niedrigeren Spiegel auf. (Nordin) Diese Studien sprechen für die vorgeschlagene Rolle von DHEA im Erhalt der Knochenmasse.

Östrogen und Knochenverminderung

Ein Östrogenmangel bewirkt Knochenverminderung. Die Osteoklasten (Zellen, welche die Knochen abbauen) werden anfälliger für das Parathormon, was zu einem erhöhten Knochenabbau führt und damit zu einer Erhöhung des Kalziumspiegels im Blut. Dies bewirkt einen herabgesetzten Spiegel des Parathormons und dies wiederum einen verminderten Spiegel an aktivem Vitamin D und eine gesteigerte Kalziumausscheidung.

Calcitonin senkt den Kalziumspiegel im Blut, indem es Osteoblasten stimuliert (knochenaufbauende Zellen). Bei Osteoporose in der Postmenopause findet sich ein niedriger Calcitoninspiegel; er ist verantwortlich für die bei diesen Frauen auftretende Osteoporose. Calcitonin (aus Lachs isoliert) zeigte bemerkenswerte Wirkungen in klinischen Studien und ist sehr vielversprechend für die Behandlung schwerer Osteoporose. (Es ist nur über ärztliche Verordnung erhältlich).
Östrogen reizt die Leber zur Bildung eines Proteins, das bestimmte Nebennierenhormone bindet, und verringert deren Fähigkeit, Knochen aufzulösen. Ein niedriger Östrogenspiegel, wie er häufig nach der Menopause auftritt, trägt oft zu einer Knochenverminderung bei Frauen bei.

Es gibt jedoch sehr wenig Osteoporose bei den Bantu-Frauen in Afrika, auch nicht nach der Menopause, die im gleichen Alter auftritt wie bei amerikanischen Frauen. Studien zeigen, daß postmenopausale Bantu-Frauen mehr Östrogen aufweisen als amerikanische Frauen nach der Menopause. Wieso? Amerikanische

Frauen haben anscheinend ihren Körper durch ihre Eßgewohnheiten und andere Mittel durcheinandergebracht. In der Folge und mit zunehmendem Alter funktionieren die Hormone nicht mehr ganz so gut. Bantu-Frauen nehmen ein Mindestmaß an Milch zu sich, keine Kalziumzusätze und keine Östrogenpillen nach der Menopause. Ebenso konsumieren sie wenig Zucker, Kaffee, Alkohol, Aspirin, Corticosteroide, Antibiotika oder andere Medikamente.

Der Körper bleibt die meiste Zeit über in einem stabilen Zustand und zieht nicht ein Leben lang Kalzium aus den Knochen. Es ist nicht bekannt, ob die Bantu-Frauen eine bessere Schilddrüsenfunktion und Funktionen anderer endokriner Drüsenfunktionen aufweisen als amerikanische Frauen. Nur ein Denkanstoß Amenorrhö und Knochendichte Amenorrhö (das Ausbleiben der monatlichen Regelblutung) zeigt das Bestehen eines Östrogenmangels an, außer wenn eine Frau schwanger ist oder eine operative Entfernung der Gebärmutter vorgenommen wurde. Östrogenmangel und Amenorrhö haben viele Ursachen: prolactinproduzierende Tumore, Anorexia nervosa, intensive Körpertätigkeit verbunden mit Magerkeit sowie natürliche oder operative Menopause. Alle diese Ursachen für Amenorrhö sind im Querschnitt mit einer niedrigen Knochendichte verbunden. Eine niedrige Knochendichte bei Frauen mit Amenorrhö zeigt jedoch nicht an, ob die Ursache eine abnormal niedrige Höchstknochendichte ist oder ein nachfolgender beschleunigter Grad an Knochenschwund. Es gibt keine in Frage kommenden Daten, welche die Höchstknochenmasse bei einer Gruppe von Frauen mit primärer oder sekundärer Amenorrhö im Vergleich zu Frauen mit einer normalen Menstruation dokumentieren.

Die Daten über den Grad der Knochenveränderungen bei Frauen mit Amenorrhö sind selten. Das Ausmaß kortikaler Knochenveränderungen verändert die Bildung und ergänzt Östrogen.

Östrogensubstitution

Die konventionelle Medizin hat gezeigt, daß synthetisches Östrogen, wenn es fortlaufend eingenommen wird, zeitweise einen weiteren Knochenschwund bei Opfern von Osteoporose bewirken kann. Die dauernde Verwendung von synthetischem Östrogen erhöht jedoch das Risiko für Krebs, Diabetes, Bluthochdruck, abnormale Gerinnung, UND trägt nichts dazu bei, die verlorenen Knochenzellen zu ersetzen. Es herrscht allgemein die Meinung, daß bei den meisten Frauen, die anfällig sind für Osteoporose, die Risiken die Nutzen überwiegen. Man weiß, daß Corticosteroide eine wichtige Ursache für Osteoporose sind, vielleicht zum Teil, weil sie DHEA verringern. Würde eine gleichzeitige Verabreichung von DHEA einige der Nebenwirkungen der Corticosteroide, einschließlich Osteoporose, unterbinden? Die natürliche Absonderung unserer Nebennieren enthält diese beiden Hormone, und die Natur tut normalerweise die Dinge aus gutem Grund. Tierversuche deuten darauf hin, daß DHEA in der Tat einige der negativen Effekte der Corticosteroide verändert.

DHEA erhöht die mineralische Knochendichte

Es zeigte sich, daß DHEA wie Östrogen, Progesteron und Testosteron Osteoporose bessert. (Mayer). DHEA hat nicht nur eine direkte Wirkung auf Resorption und Bildung der Knochen, sondern es kann auch den Spiegel von anderen Haupthormonen erhöhen — Östrogen, Progesteron und Testosteron, die wichtig sind für die Dichte der Knochenmineralien. Bei Männern mit einem niedrigen Testosteronspiegel tritt Osteoporose häufiger auf.

In einer Studie mit Frauen nach der Menopause erhöhte die Verabreichung von DHEA den Serumspiegel sowohl von Testosteron als auch von Östrogen. (Regelson) Obwohl DHEA nicht unmittelbar in Progesteron umgewandelt wird, könnte dies dennoch über einen Feedbackmechanismus erfolgen. (S. Schema Synthese der Nebennierenhormone). Sowohl DHEA als auch Progesteron werden aus demselben Vorstufenhormon, Pregnenolon, gebildet. Wenn ausreichend DHEA vorhanden ist, wird Pregnenolon eher in Progesteron umgewandelt als in DHEA.

Die Verabreichung von DHEA an Ratten, bei denen die Eierstöcke entfernt worden waren, erhöhte signifikant die mineralische Knochendichte. Diese Ergebnisse liefern einen starken Hinweis, daß adrenales Androgen im Serum in Östrogen umgewandelt wird und daß es wichtig sein könnte, um die mineralische Knochendichte aufrecht zu erhalten, besonders in der sechsten bis siebten Dekade, nach der Menopause. (Nawata)

DHEA verhindert die Knochenverringerung auf verschiedene Weisen:

1. DHEA verbessert die Kalziumabsoprtion, möglicherweise aufgrund der Wirkungen auf den Vitamin B Stoffwechsel

2. Ein Abbauprodukt von DHEA bindet sich an Östrogenrezeptoren. Daher verhindert DHEA wie Östrogen die Knochenresorption.

3. Androgene (zu denen DHEA und Testosteron gehören) stimulieren die Knochenbildung und die Kalziumabsorption. DHEA könnte daher die knochenbildende Wirkung von Progesteron vergrößern. DHEA scheint das einzige Hormon zu sein, das fähig ist, die Knochenresorption zu hemmen UND die Knochenbildung zu stimulieren.

4. DHEA spielt eine wichtige Rolle beim Erhalt der Knochenmasse bei postmenopausalen Frauen. Bei solchen Frauen, die an der Addison Krankheit leiden (adrenale Insuffizienz) wird anscheinend ausreichend DHEA von den Eierstöcken gebildet, um die schwachen Nebennieren auszugleichen. Dies erklärt am ehesten, warum diese Frauen keine Osteoporose entwickeln. Nach der Menopause jedoch, wenn die Eierstockproduktion von DHEA und anderen Hormonen verlangsamt wird, sind die Nebennieren nicht in der Lage, die Produktion zu übernehmen und es ergibt sich ein ausgeprägter DHEA-Mangel. Es ist sehr gut möglich, daß eine Zufuhr von DHEA bei postmenopausalen Frauen, welche eine adrenale Insuffizienz aufweisen, den beschleunigten Knochenverlust bei eben diesen Frauen verhindern würde.

DHEA und der Kalzium-Stoffwechsel

Experimente, die vor 20 Jahren von Dr. Hollo, einem ungarischen Forscher, durchgeführt wurden, zeigten, daß der Plasmaspiegel von DHEA-S bei Frauen nach der Menopause und mit Osteoporose signifikant niedriger war als bei vergleichbaren Kontrollen. Er stellte noch eine Abnormalität bei diesen Frauen fest: wenn diese intravenöse Gaben von DHEA erhielten, blieb der Kalziumspiegel im Blutkreislauf für eine ungewöhnlich lange Zeit erhöht. Nach oraler Zufuhr von 100 mg/Tag DHEA-S über eine Woche kehrte der Kalzium-Stoffwechsel zur Norm zurück, nahelegend, daß der Körper es verwendet. (Hollo)

Eine Reihe von Daten deuten darauf hin, daß Veränderungen in der Absonderung adrenaler Androgene ein Faktor sein könnten, der zu Veränderungen in der Knochenmasse beiträgt. Der mögliche Zusammenhang zwischen Knochendichte und dem Serumspiegel von DHEA wurde bei 105 Frauen untersucht (im Alter zwischen 45-69 Jahren; 76 nach der Menopause, 29 vor der Menopause). Der Spiegel von DHEA war signifikant niedriger bei Personen mit niedriger Knochendichte. Der Serumspiegel nahm signifikant bei allen Personen mit zunehmendem Alter ab. Nach den altersbedingten Korrekturen erwies sich eine bedeutsame Beziehung zwischen DHEA und der mineralischen Dichte der Knochen der unteren Wirbelsäule, des Nackens und der Arme. Nachdem es zwischen den beiden Gruppen keinen signifikanten Unterschied bezüglich Östrogen gab, legt diese Studie nahe, daß DHEA eine nicht-östrogene Wirkung auf die Knochen haben könnte. (Szathmarai) Geschlechtshormone und mineralische Knochendichte bei älteren Männern

Der Zusammenhang zwischen den Geschlechtshormonen und der mineralischen Knochendichte bei älteren Männern wurde von einer Reihe von Forschern untersucht. Man nimmt an, daß Testosteron eine Rolle spielt in der Bestimmung der mineralischen Knochendichte bei älteren Männern. (Murphy) Doch es gibt keine wesentliche Beziehung zwischen Osteoporose und dem Testosteronspiegel. Studien haben gezeigt, daß
ein bedeutsamer Zusammenhang besteht zwischen der Knochenmineralisierung und dem DHEA-Spiegel.

Eine Creme aus der Yamswurzel wirkt sich positiv auf die Knochendichte aus Klinische Studien haben gezeigt, daß bei 38 bis 83-jährigen Frauen in der Postmenopause, welche eine Creme mit natürlichen Komponenten des Progesteronhormons aus der wilden Yamswurzel verwendeten, der Grad der Knochendichte zunahm. Bei manchen Frauen erhöhte sich die Knochendichte um bis zu 25 Prozent. Somit stellen diese Komponenten tatsächlich, im Gegensatz zu Östrogen, die Knochendichte wieder her. Es wurden keine Nebenwirkungen bei dieser natürlichen Yamswurzel-Creme festgestellt. (Lee)

Postmenopausale Frauen nehmen am häufigsten synthetisches Östrogen, um sich vor Osteoporose zu schützen. Östrogen regt die Osteoklastenzellen des Knochens dazu an, die Knochenresorption zu erhöhen. Dieser Effekt nimmt jedoch nach etwa fünf Jahren ab. Danach schreitet der Knochenschwund mit derselben Geschwindigkeit voran wie bei Frauen, die kein Östrogen zuführen. Der wichtigere Faktor bei der Osteoporose ist der Mangel an Progesteron, der eine Abnahme der durch Osteoblasten vermittelte Knochenbildung verursacht.

Patienten mit einer Brustkrebsanamnese stehen einer progressiven Osteoporose ohne Rückgriff auf eine Hormontherapie gegenüber. Diesen Frauen kann eine natürliche Progesterontherapie am meisten helfen.
Nach Dr. John Lee bewirkte eine Substitution mit natürlichem Progesteron, das aus dem Extrakt der wilden Yamswurzel gewonnen wurde, eine Wende bei ihrer Osteoporose und, bei vielen, eine Besserung der zusätzlichen Probleme in Zusammenhang mit Brustkrebs, wie zum Beispiel Scheidenathrophie. Bei keiner der Frauen entwickelte sich irgendeine Art von Krebs.

DHEA verbessert Osteoporose, indem es die Reabsorption und Bildung der Knochen, aber auch den Spiegel anderer wichtiger Hormone erhöht — Östrogen, Progesteron und Testosteron. DHEA scheint das einzige Hormon zu sein, das in der Lage ist, die Reabsorption von Knochen zu hemmen UND die Knochenbildung zu stimulieren.

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