DHEA und das Gehirn

Was an DHEA und einem langem Leben so aufregend scheint, ist, daß die Menschen sich durch DHEA wohler fühlen. So klingen Berichte von Personen, die DHEA verwenden:

„Ich schlief weniger, doch ich fühlte mich wohler”
„Ich fühlte mich einfach besser in der Lage, mit den Belastungen und Herausforderungen des Lebens umzugehen.”
„Die Veränderung in meiner Libido war so auffallend, daß es sowohl meiner Frau als mir selbst auffiel. Ich fühlte mich wieder wie 20.”
(Anmerkung: Dieser Mann nimmt seit 6Jahren DHEA und ist 70 Jahre alt. Er sieht nicht einen Tag älter aus als 50, vermutlich könnte man ihn für 45 halten.”)
„Ich verspürte mehr Energie. Ich sprang morgens geradezu aus dem Bett.”
„Es schien mir mehr Energie, mehr blühendes Leben zu geben.”
„Ich fühlte mich einfach nur jünger, lebendiger”

Es ist viel leichter, anmutig alt zu werden, wenn man sich wohler, jünger und gesünder fühlt. Es fällt schwer, irgend etwas zu tun, wenn man müde und deprimiert ist. Diese geistigen Effekte von DHEA könnten in Wirklichkeit die physiologischen Wirkungen widerspiegeln, welche DHEA auf den Körper ausübt. Doch DHEA hat entschieden unmittelbare Auswirkungen auf das Gehirn selbst.

DHEA wird im Gehirn in Konzentrationen gefunden, welche jenen in der Nebennierenrinde entsprechen. Das Gehirn ist abhängig von chemischen Überträgersubstanzen, Transmittern, welche eine Kommunikation zwischen Gehirnzellen ermöglichen (Neuronen). Ein niedriger DHEA-Spiegel weist auf einen niedrigeren Anteil von Neuronen hin.
Mit zunehmendem Alter werden immer weniger Neurotransmitter produziert und die Fähigkeit zu „kommunizieren” wird verringert.
Neurotransmitter (wie Acetylcholin, Norepinephrin und Serotonin) beeinflussen die sexuelle Lust, die Gefühle, das Gedächtnis und die Lernfähigkeit. Ein niedriger Spiegel einer dieser Substanzen kann Vergeßlichkeit verursachen, Konzentrationsschwächen, Schlaflosigkeit und Schlafstörungen (wie das Unvermögen, einschlafen zu können oder durchgehend zu schlafen, was bei älteren Menschen häufig der Fall ist), Depressionen und Unkoordination der Muskel.

Auch die Eßgewohnheiten können die Bildung von Neurotransmittern beeinflussen. Das Gehirn benötigt für die Produktion den Vitamin B Komplex, Cholin und Pantothensäure, ebenso wie die Aminosäuren Tryptophan, Phenylalanin und Tyrosin.

Demenz und Alzheimer Krankheit

Alzheimer Patienten haben niedrigere Spiegel von DHEA als Personen derselben Altersgruppe, die nicht an Alzheimer leiden. Kürzlich wurde berichtet, daß der DHEA-Spiegel bei Patienten mit Alzheimer Erkrankung durchschnittlich um 48 Prozent niedriger war als bei den altersentsprechenden Kontrollpersonen, bei denen der Spiegel wiederum um ungefähr 50 Prozent niedriger war als bei den jüngeren Kontrollen. (Sunderland) Studien haben gezeigt, daß der Spiegel von DHEA in dem Alter, in dem die Alzheimer Krankheit merklich zunimmt, äußerst niedrig ist. Man nimmt an, daß eine DHEA Substitution dazu beiträgt, den Gedächtnisschwund zu bessern, der zur Demenz beiträgt oder durch sie verursacht wird. (Nasman)

Die Rolle, welche DHEA bei Alzheimer und bei der Wiederherstellung des Gedächtnisses spielt, ist noch nicht vollständig festgelegt. DHEA könnte eine signifikante Rolle spielen durch Aufrechterhaltung der Funktion der Neuronenzellen, und eine DHEA-Substitution könnte einem Verlust und /oder einer Beschädigung der Neuronen vorbeugen, und somit das Fortschreiten der Alzheimer Krankheit anzeigen. (Bologa). Eine altersgebundene Abnahme des zirkulierenden DHEA-Spiegels im Gehirn kann in Beziehung gebracht werden mit abnehmenden Kalium-Kanalfunktionen. Kann DHEA Ihnen helfen, Ihre Schlüssel zu finden?
Vielleicht!

Wahrnehmung, Gedächtnis und Lernfähigkeit

Anscheinend verfügt DHEA über die Fähigkeit, das Gedächtnis wiederherzustellen, indem es die Bildung von Gehirnzellen begünstigt.
Eine Studie mit Männern in Altersheimen, im Alter zwischen 57 und 104 Jahren, zeigte im Vergleich zu Männern vergleichbaren Alters, die unabhängig außerhalb eines Heimes lebten, eine signifikanten und interessanten Zusammenhang zwischen dem DHEA-Spiegel und dem Grad der Abhängigkeit. Die Studie berichtete, daß der Plasmaspiegel von DHEA in umgekehrtem Verhältnis stand zum Vorhandensein eines organischen Hirnsyndroms und zum Grad der Abhängigkeit in der Ausführung der Tätigkeiten des Alltags. Die Männer im Pflegeheim wiesen einen signifikant niedrigeren DHEA-Spiegel auf als die Männer vergleichbaren Alters, die außerhalb des Heimes lebten. Es gab 40 Prozent DHEA-Spiegel unter der Norm bei den Heiminsassen im Vergleich zu lediglich 6 Prozent DHEA-Spiegel unter der Norm bei den draußen Lebenden. Bei den Männern, deren Zustand sich bis zu einem Punkt verschlechtert hatte, an dem sie vollständige Pflege brauchten, lag der DHEA-Spiegel zu 80 Prozent unter der Norm. (Rudman)

Es zeigte sich, daß sogar eine kleine Menge von DHEA den Gedächtnisverlust verringerte und das Langzeitgedächtnis bei Mäusen steigerte. In vitro Studien haben ergeben, daß geringe Konzentrationen an DHEA-Zusatz die Zahl der Gehirnzellen einer Maus erhöhen können. Daher könnte die Schlußfolgerung bedeuten, daß DHEA-Verbindungen die Behandlung von neurodegenerativen Gedächtnisstörungen unterstützen können.

Durch Zugabe von DHEA zur Wasserversorgung von Mäusen wurde eine Steigerung der Gedächtnisleistung erzielt. Der Nutzen hing von dem richtigen erzielten DHEA-Spiegel ab. Wurde zu wenig DHEA zugeführt, fielen die positiven Gedächtnisauswirkungen steil ab, was auch der Fall war bei zu viel DHEA.

Eine verbesserte Gedächtnisleistung von Mäusen wurde in einer Studie sogar dann festgestellt, wenn DHEA erst verabreicht wurde, nachdem die Lernerfahrung stattgefunden hatte. DHEA verbesserte die Gedächtnisspeicherung bei Mäusen mittleren und hohen Alters entsprechend dem hohen Spiegel bei jungen Mäusen.

Sogar ein sehr niedriger Spiegel an DHEA-Substitution kann die Anzahl der Neuronen im Hirn erhöhen, ebenso wie ihre Fähigkeit, Kontakt mit anderen Neuronen herzustellen und zu differenzieren. Es stellte sich auch heraus, daß eine DHEA-Substitution Neuronenverlusten und/oder -schäden vorbeugen kann.

Pregnenolon und Gedächtnis

1992 wurde eine bahnbrechende Studie an Versuchsmäusen durchgeführt in bezug auf zusätzliche Wirkungen der Steroidhormone auf das Gedächtnis. Mäuse wurden in ein T-förmiges Labyrinth gesetzt und erhielten 5 Minuten Zeit, um nach einem Glockenton den Weg in den richtigen Arm des T zu finden. Schafften sie dies nicht nach 5 Minuten, erhielten sie einen leichten elektrischen Schock, bis sie es schafften. Sobald sie in dem Vorgang „Fußschock — aktive Vermeidung” trainiert waren, wurde ihnen ein Steroidhormon oder ein Plazebo verabreicht. Eine Woche später wurden sie wieder hinsichtlich der Speicherung der erlernten Antwort getestet.

Es stellte sich heraus, daß fast alle Steroide die Zahl der Läufe verringerten, welche für ein Wiedererlernen des Schock/Vermeidung Vorganges erforderlich waren (um bei sechs Versuchen fünfmal das T-Labyrinth erfolgreich zu durchlaufen). Pregnenolon, die Vorstufe für DHEA, war allein erfolgreich in Dosen, die hundertmal kleiner waren als bei jeder anderen Steroidverbindung. Die meisten Hormone zeigten eine Dosis-Reaktionskurve in Form eines umgekehrten U, die den Bereich einer doppelten bis fünffachen Dosis abdeckte. DHEA jedoch war wirksam in der Verringerung der Läufe bei Dosen über einen hundertfachen Bereich, und Pregnenolon über einen bis zu zehntausendfachen Dosisbereich. Die Forscher waren nicht in der Lage, die genaue Wirkungsweise der gedächtnisstärkenden Aktivität und die strukturelle Besonderheit der verschiedenen Steroide zu bestimmen. (Morely)

In einer anderen Studie mit Mäusen stellte sich heraus, daß die gedächtnisstärkenden Effekte von DHEA sogar dann auftraten, wenn DHEA eine Stunde nach dem Training verabreicht wurde! In dieser Studie fand man eine verbesserte Gedächtnisspeicherung über einen breiteren Dosisbereich, als bei stimulierenden Gedächtnisverstärkern üblich ist, was zu der Annahme führte, daß DHEA die Transkription von frühen Zwischengenen, welche erforderlich sind für plastische Veränderungen, die im Laufe der Gedächtnisverarbeitung erfolgen, gestaltet. Die gedächtnisverstärkenden Wirkungen von DHEA und Pregnenolon bei Mäusen sind dokumentiert worden. Nach dem Erwerbversuch verstärkte eine Pregnenolon-Infusion bei Ratten die Gedächtnisleistung bei einer Erkennungsaufgabe mit zwei Versuchen; es zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen der Leistung und den Konzentrationen von Pregnenolon. Die erfolgreichsten Tiere wiesen die höchsten Spiegel an Pregnenolon und DHEA auf. (Robel)

Anmerkung: Pregnenolon, die Vorstufe für DHEA, wird auch in den Nebennieren gebildet. Es ist nun ebenfalls rezeptfrei erhältlich, da es in die gleiche Kategorie fällt wie DHEA, Melatonin, usw.

DHEA reduziert aggressives Verhalten

DHEA unterdrückte auch das aggressive Verhalten von weiblichen Mäusen gegenüber säugenden weiblichen Eindringlingen. Das Ausmaß der Unterdrückung aggressiven Verhaltens hing zusammen mit dem Grad der Abnahme der Pregnenolon-Konzentrationen im Gehirn. (Robel)
DHEA wirkt gegen Depressionen Eine schwache Schilddrüsenfunktion und Depression hängen eng zusammen, doch es bleibt noch endgültig zu bestimmen, ob die schwache Schilddrüsenfunktion ein Ergebnis der Depression oder die Depression ein Resultat der schwachen Schilddrüsenfunktion ist. Eine depressive Erkrankung ist oft ein erstes oder frühes Zeichen einer Schilddrüsenstörung, da bereits leichte Abnahmen der verfügbaren Schilddrüsenhormone im Verdacht stehen, Depressionssymptome hervorzurufen. Depressive Patienten sollten auf eine Schilddrüsenunterfunktion geprüft werden, besonders wenn sie zusätzlich über Müdigkeit klagen.

Wie bei der Schilddrüse ist auch eine Störung der Nebennieren eng mit Depression verbunden. Bei depressiven Personen beobachtete Defekte in der Nebennierenfunktion umfassen übermäßige Cortisolabsonderung, abnormale nächtliche Freisetzung von Cortisol und eine unangemessene Unterdrückung von Cortison durch das Medikament Dexamethason.
Die psychologischen Effekte einer gesteigerten adrenalen Freisetzung spiegeln die Wirkungen von oral verabreichten CorticosteroidMedikamenten wider: Depression, Manie, Nervosität, Schlaflosigkeit und Schizophrenie. Die Wirkungen der Corticosteroide auf das Gemüt stehen in Zusammenhang mit deren Verhinderung der Serotonin-Synthese aus Tryptophan im Gehirn.

Personen, die an Depressionen litten, wurden verschiedenen Arten von Pharmakotherapie und Verhaltenstherapie unterzogen.
Der DHEA-Spiegel von 47 unter ihnen wies einen positiven Zusammenhang auf mit der Verbesserung der Einschätzungsskala, als ihre Depression gemildert wurde. (Tollefson)

Menschen, die DHEA einnehmen, behaupten, daß sie sich einfach wohler fühlen; weniger gestresst, weniger niedergeschlagen, energiegeladener. Es zeigte sich, daß DHEA das Gedächtnis durch eine Steigerung der Bildung von Gehirnzellen verbessert. Ebenso reduzierte DHEA aggressives Verhalten und milderte Depressionen. Alzheimer Patienten weisen einen niedrigeren DHEA-Spiegel auf als Personen der gleichen Altersgruppe, die nicht an Alzheimer leiden.

This entry was posted in Hormone und Steroide. Bookmark the permalink.