DHEA und Altern

Es folgen die vorläufigen Ergebnisse einer Studie.

„Unsere vorläufigen Ergebnisse der Anwendung eines DHEA-Ersatzes in gut kontrollierten menschlichen Studien legen nahe, daß eine DHEA-Substitution sowohl psychologische als auch physiologische Vorteile für die alternde Bevölkerung bringt. Die DHEA-Substitution könnte zu einem späteren Zeitpunkt in der alternden Bevölkerung klinisch anwendbar sein.”

Die neueste DHEA-Substitutionsstudie

1993 wurde eine doppelblinde, plazebokontrollierte einjährige Studie begonnen, die acht Männer und acht Frauen über 50 betraf.
Jeder Patient nahm während der ersten sechs Monate entweder eine 100 mg Dosis DHEA oder ein Plazebo ein, und wechselte dann über, um während sechs Monaten das jeweils andere Mittel einzunehmen. Ziel dieser Studie war, die Wirkungen von DHEA an mehreren biologischen Endpunkten zu messen.

Die vorläufigen Ergebnisse der Studie von 1993/1994 beinhalten:

* Innerhalb einer DHEA-Substitutionszeit von zwei Wochen wurde der Spiegel von DHEA im Blut wieder auf das Niveau junger Erwachsener gebracht.

* Der Blutspiegel von IGF-I (insulinähnlichem Wachstumsfaktor) stieg bei Männern und Frauen signifikant an. Dieser Wachstumsfaktor nimmt mit zunehmendem Alter ab und spielt eine multifunktionelle Rolle in der Regulierung des Zellstoffwechsels und des Immunsystems; somit unterstützt er das Wohlergehen der Zellen.

* Die Muskelmasse und die Muskelkraft nahmen bei Frauen und Männern zu. Bei Männern trat außerdem eine leichte Abnahme des Körperfettes ein.

* Die Immunfunktion besserte sich bei den Männern, mit einer signifikanten Zunahme der Funktion der natürlichen Killerzellen (Zellen des Immunsystems, die Viren bekämpfen) und der Absonderung von Interleukin-2. Die Auswirkungen auf das Immunsystem der Frauen werden derzeit geprüft.

Keine Veränderung

* Die Insulinempfindlichkeit, die bei Diabetes eine Rolle spielt, veränderte sich nicht. Es gab auch keine Änderungen bei den Lipiden.
* Es erfolgte keine Veränderung in der Libido.

Geschichte der Studie: DHEA Substitution

1985 begann Dr. Yen, den Mechanismus der Abnahme von DHEA bei Frauen zu untersuchen. Yens Team fand heraus, daß ein Enzym (17,20 Desmolase), welches wesentlich ist für die Synthese von DHEA, mit zunehmendem Alter funktionell abnimmt.

Da es nicht möglich war, das Enzym zu aktivieren oder zu ersetzen, wandte sich Dr. Yen einer „Substitutionstherapie” für DHEA zu. Um die richtige Dosis festzulegen, führte Yen eine pharmakokinetische Studie bei postmenopausalen Frauen durch. — Diese Studie führte zur Formulierung einer täglichen Ersatzdosis von 50 mg DHEA. Es handelt sich dabei um eine synthetische Pulverform von DHEA in einer Kapsel, die oral vor dem Schlafengehen eingenommen wird. Der DHEA-Spiegel im Körper steigt natürlich während der Nacht an.

1990 wurde eine doppelblinde, plazebokontrollierte Studie mit 13 Männern und 17 Frauen durchgeführt, im Alter zwischen 40 und 70 Jahren. Jeder Patient nahm während der ersten drei Monate entweder eine 50 mg Dosis DHEA oder ein Plazebo, und wechselte anschließend, um für die nächsten drei Monate das jeweils andere Mittel einzunehmen. Die Forscher ermittelten den Spiegel des Wachstumsfaktors IGF-I. Die Resultate dieser Studie wurden in der Ausgabe des Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism vom Juni 1994 veröffentlicht.

Ergebnisse der Studie von 1990:

* Biochemische Veränderung (nach den Labormessungen anhand von Blutproben)

* Erhöhtes IGF-I (Insulin-Wachstumsfaktor). Dieser Wachstumsfaktor nimmt mit zunehmendem Alter ab und spielt eine multifunktionelle Rolle in der Regulierung des Zellstoffwechsels und des Immunsystems; somit unterstützt er die Regulierung des Wohlergehens der Zellen.
* Ein wahrgenommenes Gefühl des Wohlbefindens: nach dem Ende jedes Drei-Monate-Abschnittes gab man Freiwilligen Fragebögen über ihr allgemeines Wohlbefinden. Eine Mehrheit d r Teilnehmer, 67 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauer berichteten von einem erhöhten Wohlbefinden nach der Ein nahme von DHEA. Nach der Einnahme des Plazebomittels berichteten weniger als 10 Prozent der Männer und Frauen von einem gesteigerten Wohlbefinden.

In einem offenen Fragebogen berichteten Patienten von:

* gesteigerter Fähigkeit, mit Stress umzugehen
* gesteigerter physischer Beweglichkeit
* verbesserter Schlafqualität
* verringerten Gelenksschmerzen
* Definition von DHEA:
* DHEA ist eine Quasi-Steroidhormon, das durch die Nebennieren in Mengen abgesondert wird, die alle anderen Steroidhormone aus den endokrinen Drüsen übersteigen.
* Die Absonderung von DHEA steigt dramatisch zur Zeit der frühen Pubertät an und erreicht einen Höhepunkt im Alter von 25 bis 30 Jahren. DHEA wurde als „Anzeige?’ der Alterung bezeichnet, weil es nach 30 und bis zu einem Alter von 70 Jahren fortlaufend bis auf 10 Prozent des Spiegels junger Erwachsener abnimmt. Außer der Einleitung der Pubertätsentwicklung ist die biologische Funktion von DHEA schwer faßbar. Tierversuche lassen vermuten, daß DHEA zahlreiche Schutzeffekte bei Körperfunktionen und Erkrankungen besitzt. Es ist ein multifunktionelles Hormon mit einer wichtigen Rolle in der Regulierung des Immunsystems und eines generellen zellulären „Wohlbefindens”.

Das Altern bei Menschen ist begleitet von einer fortschreitenden Abnahme der Absonderung der adrenalen Androgene Dehydroepiandrosteron (DHEA) und Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEA-S), parallel zu jener des GH-insulinähnlichem Wachstumsfaktors.

Obwohl die funktionelle Beziehung der Abnahme des GH-IGF-I Systems und des Katabolismus (Muskelschwund) anerkannt ist, bleibt die Rolle von DHEA im menschlichen Alterungsprozeß unbestimmt. Um die Hypothese zu prüfen, daß die Abnahme von DHEA zu der altersbedingten Verlagerung vom Anabolismus zum Katabolismus beitragen könnte, wurden die Auswirkungen einer Substitutionsdosis DHEA bei 13 Männern und 17 Frauen zwischen 40 und 70 Jahren untersucht.

Es wurde eine plazebokontrollierte, randomisierte Kreuzstudie von nächtlichen oralen DHEA-Gaben (50 mg) bei einer Dauer von 6 Monaten durchgeführt. Während jeder Behandlungsperiode wurden die Konzentrationen der Androgene, der Lipide, der Apoliproteine, von IGF-I, des IGF-bindenden 1-Proteins (IGFBP-1), von IGFBP-3, die Insulinempfindlichkeit, der Prozentsatz an Körperfett, die Libido und das Wohlbefinden gemessen.

Eine Untergruppe von Männern und Frauen wurde einer 24h-Probenentnahme in Intervallen von 20 Minuten zwecks Bestimmung von GH unterzogen. Die Serumspiegel von DHEA und DHEA-S wurden innerhalb einer zweiwöchigen Substitution auf jene junger Erwachsene angehoben und während der 3 Studienmonate aufrecht erhalten.

Eine zweifache Zunahme des Serumspiegels der Androgene (Androstendion, Testosteron und Dihydrotestosteron) wurde bei Frauen beobachtet, im Gegensatz zu einer nur leichten Zunahme von Androstendion (das umgewandelt wird in die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron) bei Männern. Es gab bei beiden Geschlechtern keine Veränderung im zirkulierenden Spiegel des geschlechtshormonbindenden Globulins, von Östron oder Östradiol. Der Spiegel der Lipoproteine hoher Dichte nahm bei den Frauen leicht ab, ohne weitere Lipidveränderung bei einem der Geschlechter. Die Insulinempfindlichkeit und der Prozentsatz an Körperfett blieben unverändert. Obwohl die mittleren 24-hWerte von GH und IGFBP gleich blieben, stieg der Serumspiegel von IGF -I signifikant an, und IGFBP-1 nahm bei beiden Geschlechtern signifikant ab, eine gesteigerte Bioverfügbarkeit von IGF-I für bestimmte Zielleistungen nahelegend. Dies erfolgte gemeinsam mit einer bemerkenswerten Zunahme im wahrgenommenen körperlichen und psychologischen Wohlbefinden sowohl bei Männern (67 OM als auch bei Frauen (84 OM und einer unveränderten Libido.

Zusammenfassend bewirkte die Wiederherstellung eines DHEAund DHEA-S-Spiegels auf das Niveau von jungen Erwachsenen bei Männern und Frauen fortgeschrittenen Alters eine Zunahme der Bioverfügbarkeit von IGF-I, die sich in einer Zunahme von IGF-I und einer Abnahme von IGFBP-1 äußerte. Diese Beobachtungen stellen zusammen mit einer Verbesserung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens bei beiden Geschlechtern und dem Fehlen von Nebenwirkungen den ersten Beleg dar für die neuartige Wirkung einer DHEA-Substitution bei Männern und Frauen fortgeschrittenen Alters.

In einer anderen hormonbezogenen Studie berichtete Dr. Samuel Yen mit den Doktoren AA Murphy, LM Kettel, AJ Morales und VJ Roberts, ebenfalls von der University of California, San Diego School of Medicine, über die Effekte des Antiprogesterons RU 486 im Journal of Clinical Endocrinological Metabolism vom Februar 1993. Sie beschreiben, wie RU 486 eine rückbildende Wirkung auf steroidhormon-abhängige Fasertumore ausübt, durch eine Rücknahme der Progesteronwirkung und/oder durch seine Beeinflussung der Östrogenwirkung. Sie bemerkten auch, daß RU 486 eine signifikante Zunahme von DHEA-S und Cortison im Serum bewirkte, wodurch eine Antiglucocorticoidwirkung von RU 486 nahegelegt wird.
Dasselbe Team berichtete auch, daß RU 486 die Symptome und das Wachstum einer Beckenendometriose positiv beeinflussen kann. Dies wurde 1993 in Fertility and Sterility veröffentlicht.

This entry was posted in Hormone und Steroide. Bookmark the permalink.