DHEA: Therapeutische Wirkungen

Bis vor kurzem konzentrierte sich die Forschung auf die Rolle, welche DHEA als ein Zwischenprodukt in der Bildung der Sexualsteroide spielt. Erst im letzten Jahrzehnt fand man heraus, daß DHEA zahlreiche ihm eigene Eigenschaften besitzt. DHEA kann der Kardiogenese vorbeugen und die Entwicklung von Diabetes stoppen. Das Interesse an DHEA steigt in Zusammenhang mit Atherosklerose, Hochdruck, Gedächtnisstörungen, Fettmobilisation und mit der Vorbeugung und Behandlung von Krebs. Klinische Versuche laufen im Bereich Krebs, Diabetes, Osteoporose, Hypercholesterinämie, Alzheimer Krankheit, AIDS, Lupus und multiple Sklerose.

DHEA ist ein starker Hemmer der Glucose-6-phosphat Dehydrogenase, das zum Krebszellenwachstum erforderliche Enzym. Beim Menschen erreicht der DHEA-Spiegel im frühen Erwachsenenalter einen Höhepunkt und nimmt mit dem Alter deutlich ab. Epidemiologische Anhaltspunkte deuten darauf hin, daß dieser niedrige DHEA-Spiegel verbunden ist mit einem erhöhten Risiko, an Krebs zu erkranken oder an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben. Wie Krebs ist auch Atherosklerose ein proliferativer Prozeß, der durch Initiierungs- und Ausweitungsphasen gekennzeichnet ist. Es zeigte sich auch, daß DHEA den Widerstand gegenüber viraler oder bakterieller Infektion erhöht. Man nimmt an, daß DHEA als natürlich vorkommendes Digitalis wirkt. Digitalis stärkt die Herzmuskelkontraktionen und wird eingesetzt, um Herzversagen zu behandeln

Die klinische Erfahrung mit DHEA legt nahe, daß es von Nutzen sein könnte bei Müdigkeitssyndromen und zur Senkung des Blutcholesterins. Anmerkung: Bis dato wurden fast alle publizierten Untersuchungen über DHEA anhand der freien Form von DHEA oder DHEA-S durchgeführt. Sehr wenige veröffentlichte Forschungsarbeit wurde an natürlich abgeleiteten Extrakten der wilden Yamswurzel vorgenommen.

Unter spezifischen Bedingungen begleiten Nebenwirkungen den synthetischen Ersatz von DHEA, doch in weit kleinerem Ausmaß als bei anderen synthetischen Hormonen. Die in den nächsten Kapiteln besprochenen Ergebnisse der DHEA Forschung beziehen sich großteils auf synthetisch hergestelltes DHEA.

Natürlich abgeleitete Hormone, wie zum Beispiel Testosteron aus Yamswurzelextrakt, scheinen viel weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu synthetischen Progesteronanalogen zu haben. Dies soll später in diesem Buch ausführlich erläutert werden.

DHEA besitzt keine Nebenwirkungen

DHEA besitzt eine lange klinische Erfahrung und ist bemerkenswert frei von Nebenwirkungen, wenn es in der richtigen Menge eingenommen wird, besonders im Vergleich zu konventionellen Behandlungen. Folgende Anzeichen gehören zu jenen, die anzeigen, daß Ihre DHEA-Zufuhr zu hoch sein könnte:

– Akne
– Reizbarkeit
– Gesichtsbehaarung (Frauen)
– Kopfschmerzen
– Schneller Herzschlag

Wenn Sie während der Einnahme von DHEA an einem dieser Symptome leiden, sollten Sie die Dosis verringern. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, suchen Sie einen Praktiker der Gesundheitsfürsorge auf, der sich mit DHEA auskennt und Ihren Blutspiegel überprüfen kann. Denken Sie daran, daß Frauen weniger brauchen als Männer und daß Sie umso weniger brauchen, je jünger und gesünder Sie sind, weil Ihr Körper vielleicht noch ausreichende Mengen bilden kann.

Die laufende klinische DHEA-Forschung konzentriert sich auf die Vorbeugung und Behandlung von Krebs und Atherosklerose. Es besitzt jedoch ein weit größeres Potential: es wurde entdeckt, daß DHEA von Nutzen ist in der Behandlung von Patienten mit Alzheimer oder anderen Gedächtnisstörungen und Osteoporose. DHEA hat eine wiederherstellenden Effekt auf die Knochendichte, bei Diabetes, im Fettstoffwechsel, bei Gewichtsproblemen, Hochdruck, multipler Sklerose, angioneurotischem Ödem, Arthritis, Zirrhose und Psoriasis, durch seine entzündungshemmende Wirkung.

Die nützlichen Effekte des DHEA Ersatzes sind besonders für Frauen ermutigend. Die Hormontherapie mit synthetischem Progesteron (oder Progestin) und synthetischem Östrogen (das aus dem Urin trächtiger Pferde gewonnen wird) wird trotz aller damit verbundenen bekannten Nebenwirkungen und Risiken für die Therapie der Menopause beschrieben. Synthetisches Progesteron steht in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutterund Brustkrebs, Blutgerinnsel, Flüssigkeitsansammlungen (Schwellungen), Brustempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Depression, Hautausschläge, Alopezie (Haarausfall), virilisierende Effekte (z.B. übermäßige Körperbehaarung), Schlaflosigkeit, Arnenorrhoe, Blutdruckanstieg, Migräne, und eine Zunahme des Spiegels von LDL-Cholesterin und reduziertem HDL-Cholesterin. Eine Östrogentherapie erhöht das Risiko für Endometriumkrebs.

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