DHEA gegen Krebs

Krebs bedeutet ein abnormales Wachstum von Zellen in unserem Körper, ausreichend, um uns zu töten, wenn wir ohne Behandlung bleiben. Jeder Krebs wird durch eine Veränderung einer normalen Zelle durch deren genetisches Chromosomenmaterial, RHA oder DNA, verursacht. Die Zelle steigert ihr Vermehrungstempo.

Normalerweise reduplizieren sich die meisten Zellen kontinuierlich mit einer Geschwindigkeit, die synchron geht mit dem normalen Wachstum und der Reparatur. Jede Zelle (mit Ausnahme der Eier und Spermien) enthält eine volle Ausstattung mit Chromosomen; und doch entwickelt sich jede auf eine spezifische Art, für ihre Aufgabe im Körper. Wenn eine Zelle krebsartig wird, vermehrt sie sich schneller als sie sollte und verliert die normale Differenzierung.

Der tatsächliche Mechanismus, durch den Krebs hervorgerufen wird, ist immer noch Spekulation. Er könnte das Ergebnis einer DNA-Störung sein, verursacht durch verschiedene Stressfaktoren wie Strahlung, Viren oder Giftstoffe. Der Körper bekämpft dies mit unterschiedlichen Reparaturmechanismen, doch im Laufe des Lebens wächst die Ansammlung solcher Teilstörungen und schwächt unsere Abwehr. Somit nimmt das Auftreten von Krebs mit dem Alter zu. Faktoren, welche die Reparaturmechanismen stören oder hemmen, prädisponieren uns für Krebs.

Eine andere Theorie besagt, daß eine giftige Umgebung innerhalb der Zelle eine latente Fähigkeit ansonsten unbeschädigter Chromosomen stimuliert, sich als Reaktion auf die Bedrohung in eine primitivere Überlebensart zu verwandeln. Diese Theorie legt nahe, daß die Aufrechterhaltung einer gesunden intrazellulären Umgebung Krebs vermeiden wird, und daß die Korrektur einer toxischen Umgebung zu einer erfolgreichen ungiftigen Behandlung von Krebs führen könnte. Wenn dies stimmt, kann man, wenn der Körper bekannten Krebserregern ausgesetzt ist, Krebs durch Wirkstoffe wie Betakarotin oder Vitamin C usw. verhindern. Zahlreiche Studien untermauern diese Theorie.

DHEA verhindert Krebs

DHEA erweist sich als ein vielversprechender Wirkstoff gegen Krebs. Es zeigte sich, daß DHEA die Entwicklung von Tumoren und anderen Störungen bei Nagetieren hemmt. Mögliche Aktionsmechanismen umfassen:

  1. Verhindert Tumorzellproliferation
  2. Wird in Androgene umgewandelt. (Risdon)
  3. Verstärkt die Immunaktivität

Bei Mäusen, die spontan Brustkrebs entwickeln, verhinderte eine Langzeitzufuhr von DHEA das Auftreten von Krebs. Eine Behandlung der Mäuse mit DHEA verzögerte das Erkranken an Dickdarmkrebs bei Verabreichung von krebserregenden Stoffen. (Nyce) DHEA hemmte die Entwicklung von Lebertumoren bei Ratten, die mit chemischen karzinogenen Substanzen behandelt wurden. (Mayer)
Andere Studien deuten darauf hin, daß ein Zusammenhang besteht zwischen dem DHEA-Spiegel und Brustkrebs beim Menschen.
In einer Studie bei einer Gruppe von Frauen mit Brustkrebs in der Prämenopause war die Ausscheidung von DHEA im Urin unter den Normwerten.

Andere Forscher bestätigten, daß der DHEA-Spiegel bei Patienten mit Brustkrebs in der Prämenopause niedrig ist, fanden jedoch, daß manche Frauen mit Brustkrebs in der Postmenopause einen erhöhten DHEA-Spiegel aufwiesen. Anscheinend war der niedrige DHEA-Spiegel bei den Prämenopause-Patienten hauptsächlich auf eine herabgesetzte Produktion zurückzuführen, während der erhöhte Spiegel bei den Postmenopause-Patienten durch einen verzögerten Abbau bedingt wurde. Was auch immer die Ursache für die Veränderungen sein mag, legen diese Studien eine mögliche Rolle in der Prävention oder der Behandlung von zumindest einigen Fällen von Brustkrebs nahe.

Studien weisen darauf hin, daß das Risiko, eine breite Vielfalt von Krebsarten zu entwickeln, unmittelbar mit dem Spiegel von DHEA im Blut oder im Urin zusammenhängt. In Laborversuchen verhinderte DHEA das Auftreten von vielen verschiedenen Arten von spontanen oder chemisch herbeigeführten Tumore.

Einer der interessantesten Aspekte von einer DHEA-Substitution ist die Fähigkeit, „überaktive” Körperprozesse zu unterdrücken. Diese umfassen die Überproduktion von Nukleinsäuren, Fetten, Hormonen und möglicherweise als krebsartig anzusehenden Zellen. DHEA blockiert ein Enzym, das die Zellteilung kontrolliert Vieles bei den antikarzinogenen Effekten einer DHEA-Substitution beruht auf dessen Wirkung auf das Zellwachstum und auf die Mutagenese. DHEA blockiert die Glucose-6-pd-Dehydrogenase (G6PDH). Dies ist ein Enzym, welches die Zellteilung kontrolliert und gebraucht wird für die zelluläre krebserregende Aktivierung, für die Zellproliferation und die Bildung von 02. Eine hohe Tätigkeit des G6PDH Enzyms wird bei präkanzerösen und kanzerösen Zellen des Dickdarms, der Haut, des Mundes, der Leber usw. beobachtet. Die Blockierung diese Enzyms hemmt die krebsartige Synthese und hindert Zelleindringlinge daran, Schaden anzurichten oder weiter vorzudringen. (VanNoorden). Dieses Enzym ist erforderlich für das Tumorwachstum, und wenn wir seine Aktivitäten stoppen können, könnten wir das Wachstum des Krebstumors stoppen. (Feo, Pascale)

Genau das ist es, was DHEA tut. DHEA unterbindet die Aktivität des G6PDH Enzyms. (Feo/Pascale, Schwartz/Pashiko) Beispiele von Antikrebs-Schutzmaßnahmen durch DHEA:

1. Verhindert die Bildung von Fett

2. Bremst die Bildung von freien Radikalen durch Blockieren der Formation von H2O2

3. Langsameres Wuchern von präkanzerösem Gewebe

4. Reduziert die Synthese von mutagenen Zellen

5. Wird in Androgene umgewandelt

Ein DHEA-Ersatz steht auch in Zusammenhang mit einer Reduktion des Glucoseverbrauchs (vermindert das Verlangen nach Zucker) und steigert die Verwendung von gespeichertem Glycogen (verhindert, daß Fett gespeichert wird und verbrennt gespeicherte Energie). DHEA erhöht die Effizienz der DNA-Reparatur angesichts einer Bestrahlung, die bei einer Krebsbehandlung von Mutagenen eingesetzt wird. Abhängig vom Zeitpunkt der DHEA-Verabreichung zur Ganzkörperbestrahlung, besitzt DHEA eine Strahlenschutzund/ oder eine strahlenverstärkende Funktion. Einen ähnlichen Schutz durch DHEA sieht man auch in einer Stimulierung des mutagenen Reparaturmechanismus.

DHEA und Beschränkung der Nahrungsaufnahme

Man denkt sich die Schutzwirkung von DHEA ähnlich wie die Wirkungen einer Beschränkung der Nahrungsaufnahme, welche die intrazelluläre Immunität gegen Karzinogene steigert. (Schwartz) Eine Langzeitbehandlung von Mäusen mit DHEA reduziert die Gewichtszunahme (anscheinend durch eine Steigerung der Thermogenese) und scheint viele der positiven Effekte einer Nahrungsrestriktion zu verursachen, bei denen man eine Hemmung der Entwicklung vieler altersbedingter Erkrankungen, einschließlich Krebs, zeigen konnte.

Neue Arbeiten über die Antialterungs- und lebensverlängernden Mechanismen einer Nahrungsbeschränkung bei Nagetieren nehmen an, daß diese auf die Senkung der Körpertemperatur im Schlaf beruhen. Diese Tatsache legt nahe, daß ein solcher Temperaturfall die Fähigkeit von DNA verstärkt, sich selbst zu reparieren, wodurch abnormale Entwicklungen verringert werden. Vor vielen Jahren entdeckte man, daß eine verringerte Nahrungsaufnahme bei Mäusen die Tätigkeit der Nebennierenrinde
erhöht. Man könnte spekulieren, daß ein erhöhter Spiegel von DHEA möglicherweise zu den alterungsverzögernden Effekten einer Nahrungsreduktion beiträgt. (Boutwell)

Als weitere Stütze einer Antikrebswirkung von DHEA, vergleichbar einer Nahrungsbeschränkung, sind speziell geschaffene, synthetische DHEA-Derivate, die keine Wirkung von Geschlechtssteroiden haben, als Agenten gegen Fettleibigkeit dreimal wirkungsvoller als normales DHEA. (Hastings)

Hormonell reaktive Tumoren

Die Forschung hat den Zusammenhang zwischen DHEA und hormonell reaktiven Tumoren noch nicht vollständig erklärt. Es ist anerkannt, daß DHEA ein sensibler Indikator ist, der das Vorhandensein von Krebsgewebe erkennen kann. DHEA: Vorsicht hinsichtlich der Prostata

Aufgrund der Ähnlichkeit mit anderen Geschlechtshormonen bestehen einige Bedenken, daß DHEA eine Vergrößerung der Prostata bewirken könnte, doch nicht alle Wissenschaftler stimmen hiermit überein. (Regelson) Die meisten Kliniker warnen jedoch, daß eine DHEA- Therapie bei Vorliegen von Prostataanormalitäten nicht eingesetzt werden sollte, da ein Teil des DHEA in Testosteron umgewandelt wird, das die Situation potentiell verschlechtern könnte. Manche Forscher deuten darauf hin, daß
Hemmer wie Proscar oder Permixon, welche die Umwandlung von Testosteron zu Dehydro-Testosteron blockieren, die schädigende Wirkung auf die Prostatadrüse verringern könnte.

Krebsartiges Brustgewebe enthält weniger DHEA

Der DHEA-S-Spiegel, der in der normalen Brustflüssigkeit vorgefunden wird, übersteigt den Spiegel im Blutplasma um das 50 bis 1000fache. Aus diesem Grunde gab es einige Bedenken, daß seine Umwandlung in Östrogen das Tumorwachstum begünstigen könnte. Tierversuche haben gezeigt, daß DHEA das Wachstum eines Mammakarzinoms sowohl hemmen als auch fördern kann. Es wurde die These vorgetragen, daß DHEA anregend, doch ebenso unterdrückend auf Brusttumore bei Frauen in der Prä- und Postmenopause wirken kann. Weitere Studien sind hierbei zur Aufklärung erforderlich. (Regelson)

Geschlechtssteroide haben bereits eine lange Geschichte als Wachstumsunterdrücker von Brusttumoren. Eine DHEA-Substitution kann manche Arten des Zellenwachstums menschlicher Brusttumore bremsen, wo es die Verfügbarkeit von Enzymen beeinflußt, welche zur Tumorproliferation erforderlich sind.

Interessant für eine klinische Krebstherapie ist, daß diese Steroide, zusammen mit ihrer proliferativen Wirkung, progesteronspezifische Bindungsstellen in diesen östrogenempfindlichen Zellinien bewirken, was nahelegt, daß nach einer DHEA Stärkung, Progesteron oder Progesteronantagonisten das Wachstum von Brusttumoren beeinflussen könnten.

DHEA verringert Brustkrebs

Eine DHEA-Substitution verringerte bei Versuchstieren das Auftreten von Mammakarzinom um 35 Prozent. Das erste Auftreten von Tumoren in der mit DHEA gefütterten Gruppe erfolgte 4,5 Monate später als bei der Kontrollgruppe. Der Hormonspiegel von DHEA gefütterten Ratten zeigte einen 6mal höheren Östrogenspiegel als die Kontrollgruppe ohne zusätzliches DHEA, während der Spiegel von Progesteron und Prolactin jeweils um 30 und 45 Prozent herabgesetzt war.

Interessanterweise verhinderte DHEA die Hypophysenhypertrophie, stimulierte jedoch die Entwicklung der Brustdrüsen mehr als bei den Kontrollratten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß DHEA eine starke präventive Tätigkeit gegen die Begünstigung/ Weiterentwicklung der strahlungsinduzierten Tumorgenese der Brüste entwickelt. (Inano)
In anderen Studien zeigte sich ein starkes therapeutisches Potential für die Behandlung von Krebstumoren. Die Anhaltspunkte legen nahe, daß das DHEA-S eine wesentlich Rolle in der Regulierung der Zytokinproduktion spielen könnte und daß dies indirekt die Synthese von Tumoröstrogen kontrollieren könnte. (Reed)

Einige interessante Ergebnisse: Brustkrebspatienten mit einem DHEA-Blutspiegel und einem Ausscheidungsspiegel von DHEA im Urin, die unterhalb der Norm liegen, haben schlechte Prognosen. (Bulbrook) Brustkrebspatienten mit einem hohen Plasmaverhältnis DHFA/Cortisol sprechen gut auf endokrine Therapie an. Manche Forscher sind der Meinung, daß diese Information verwendet werden kann, um die Reaktion einer Person auf die Behandlung vorherzusagen. (O’Higgins) Manche Forscher berichteten, daß DHEA eine Antagonistenwirkung auf eine stress-vermittelte Corticosteroidaktion hat, was das Tumorwachstum oder die Immunreaktion in Zusammenhang mit dem Widerstand Tumor/Wirt beeinflussen könnte.

In-vitro Brustkrebsgewebe kann DHEA in Hydroxy-DHEA und Androstendion umwandeln (AED). Man nimmt an, daß AED mit Östrogen für Östrogenrezeptoren wetteifern kann, was eine Proliferationstätigkeit bewirken könnte, und daß die DHEAUmwandlung in AED eine Rolle im „westlichen hohen Fettanteil” Muster von Brustkrebs spielen könnte.

Die Antikrebszusammenhänge von DHEA vollziehen sich in der Funktion der Hemmung des G-6-PD Enzyms. Dies wird unterstützt durch die Tatsache, daß bei Personen, bei denen ein G-6PD -Mangel ein genetisches Problem darstellt, ein verringertes Auftreten von Krebs besteht. (Feo und Pascale)

Es besteht eine gegenseitige Beziehung zwischen DHEA und der Konzentration von Kalium in Brustzysten. Eine Abnahme von DHEA in Zystenflüssigkeit mit hohem Natriumgehalt könnte zusammenhängen mit Antikörperkreuzreaktionen von Steroiden.

Bei Personen mit Eierstocktumoren ist der zirkulierende DHEA-Spiegel klinisch niedriger als normal. Eine Studie beschrieb jedoch einen Eierstocktumor, der große Konzentrationen an DHEA bildete. (Barkan) Paradoxerweise rief DHEA bei den Versuchsmäusen Eierstocktumore hervor. In diesem Modell bestand die systemische Wirkung von DHEA auf das Vaginaepithelium in einem östrogen- und testosteroninduzierten Auftreten von Tumoren, jedoch gehemmt durch Östradiol.

DHEA erwies sich als Karzinogeneseschutz für die Nieren gegen Nitrosamine, während es nicht gegen Lungenkrebs vor den gleichen Karzinogene schützt. (Moore) DHEA scheint eine Schutzwirkung auf den Körper gegen Strahlungen zu besitzen. Mäuse, denen 0-16 Stunden vor der Bestrahlung DHEA verabreicht wurde, wiesen nach 30 Tagen einen Schutzeffekt auf. Wenn im Gegensatz dazu DHEA 20-25 Stunden vor der Bestrahlung gegeben wurde, waren die einzelnen Tiere empfindlicher gegenüber der Bestrahlung. Diese Studie beruhte auf der Beobachtung, daß bei Mäusen das Glucose-6-PD-Enzym der Leber gehemmt wurde, wenn sie einer sub-lethalen Ganzkörperbestrahlung ausgesetzt wurden, die Auswirkungen zeigte, die für eine Wiederherstellung nach der Bestrahlung kritisch hätten sein können. (Sonka und Strakova)

Von Interesse für oben Gesagtes, zeigen sich sowohl bei DHEA als auch bei Progesteron Schutzeffekte am genetischen Chromosomenmaterial, nachdem die Mäuse Mutagenen ausgesetzt worden waren. Dies läßt wiederum vermuten, daß DHEA Antimutagene oder DNA-Reparaturmechanismen im Körper stimuliert.

DHEA schützt gegen eine Reihe von verschiedenen Krebsarten, darunter Dickdarm-, Lungen-, Haut-, Brust- und Lymphkrebs.
Man erreichte einen Schutz gegen diese Krebsarten, weil DHEA die Fettbildung verhindert, die Bildung von freien Radikalen bremst, die Proliferation des präkanzerösen Gewebes verlangsamt, die Synthese von Mutagenzellen verringert oder möglicherweise in Zusammenhang steht mit der Tatsache, daß DHEA in Androgene umgewandelt wird. Vorsicht ist anzuraten bei Menschen, die ein hohes Risiko aufweisen für hormonell reagierende Tumoren wie Prostatakrebs. Weitere Informationen sind erforderlich, um ihre Beziehung zu DHEA zu bestimmen.

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