DHEA beruhigt

Einer der interessantesten Aspekte von Ersatz-DHEA ist die Fähigkeit, überproduktive Körperprozesse, die als „Hyperproduktivsyndrom”
bezeichnet werden, zu unterdrücken. Dieses umfaßt die Überproduktion von Nukleinsäuren, Fetten, Hormonen und als potentielle Krebszellen anzusehende Zellen, und könnte ebenfalls relevant sein bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis und Lupus, bei denen der Körper sein eigenes gesundes Gewebe angreift.

Durch diese Auswirkungen gegen das Hyperproduktivsyndrom ist DHEA verantwortlich für die Abnahme einer Reihe von degenerativen Erkrankungen. DHEA hemmt Enzyme, welche erforderlich sind für die Neubildung von Zellen, das heißt Nukleinsäuren, Lipiden und Steroiden. Parallel zur altersbedingten Abnahme des DHEA-Spiegels entwickeln sich proliferative oder degenerative Geschehen im Zusammenhang mit dem Verlust an DHEA als das regulierende Schlüsselhormon, welches die Schlüsselenzyme kontrolliert. Unter entsprechenden Bedingungen, das heißt bei Karzinogenese, Fettleibigkeit, Diabetes und Stress funktioniert DHEA als „Antihormon”.

Dr. Norman Applezweig, ein New Yorker Biochemiker, trug vor, daß DHEA „nicht zur ‚Erregung’ im klassischen Sinn der Hormonaktion dient, sondern daß es der ,Abregung` von Stoffwechselprodukten dient, die überproduzieren, wenn ein Mangel an DHEA besteht.”

Dr. Applezweig glaubte, daß DHEA, im Gegensatz zu Hormonen, welche die Zellen zur Aktivität anregen, die Körperprozesse „abregt”. Manche der Alterserkrankungen werden durch die ausufernde Produktion von Nukleinsäuren, Fetten und Hormonen hervorgerufen. DHEA verlangsamt ihre Produktion und damit auch den Alterungsprozeß. Die Hypophyse bildet ReleasingHormone, welche die Hoden, die Eierstöcke und die Nebennieren dazu anregt, Steroidhormone zu produzieren. Diese Steroidhormone zirkulieren durch den Blutstrom zum Hypothalamus im Gehirn, der ein Rückmeldesignal an die Hypophyse sendet, das angibt: „mehr davon” oder „weniger davon”. Mit natürlichem DHEA fährt die Hypophyse fort, Steroidhormone zu bilden. Die Hypophyse stellt die Produktion ein, wenn anabole Steroide eingenommen werden. Wie auch immer der Mechanismus seiner physiologischen Tätigkeit funktionieren mag, ist DHEA vielleicht unser wichtigster endokrine Bioindikator, der mit zunehmendem Alter abnimmt.

Es ist noch nicht klar, ob die altersabhängige Abnahme relevant ist für die pathologischen Erscheinungen oder funktionellen Veränderungen, die im Alter beobachtet werden, und ob die Antikrebsoder Antidiabeteswirkung von DHEA für die beiden genannten relevant ist. DHEA besitzt eine offensichtliche verbessernde Wirkung hinsichtlich klinischer Müdigkeit, Fettmobilisierung, Herabsetzen des Cholesterinspiegels und der Vorbeugung von Arteriosklerose.

Osteoporose

DHEA zeigte eine verbesserte intestinale Kalziumaufnahme, möglicherweise bedingt durch seine Auswirkungen auf den VitaminD-Stoffwechsel. Studien belegen auch die Beziehung zwischen adrenalen Steroiden und der Verringerung des osteoporösen Knochenschwunds.

Immunsystem

DHEA hat in vitro und in vivo einen stimulierenden Effekt auf die weißen Blutkörperchen, die T-Lymphozyten, durch Verstärkung der Interleukin-2 (I1-2) Produktion in zellvermittelten Immunreaktionen. Zusätzlich kann DHEA die immunsuppressive Wirkung von Hydrocortison auf die T-Lymphozyten überwinden. Hydrocortison (bewirkt durch hohen Stress) setzt die Bildung von 11-2 herab und senkt damit den Spiegel der T-Zellen.

Blutlipide

Klinische Studien zeigen, daß die orale Substitution von DHEA-S das gesamte Serumcholesterin verringern kann, insbesonders das LDL-(Lipoproteine niedriger Dichte) Cholesterin, durchschnittlich um 18 Prozent. Die Abnahme des Gesamtcholesterins erfolgt ohne Veränderungen der Nahrungsaufnahmen, des Grades an körperlicher Betätigung oder des Körpergewichtes.

Gewicht

Bei gesunden Männern bewirkten hohe Dosen von SubstitutionsDHEA-S (1.500 mg/Tag, oral) über einen Monat eine 31 %ige Reduktion des Körperfettes, ohne Veränderungen im Eßverhalten oder in der körperlichen Betätigung. Das Gesamtgewicht veränderte sich nicht signifikant, was auf eine Gewichtszunahme schlanker Muskeln hinweist.Achtung: So hohe Dosen können Ihrer Leber schaden und sind nicht empfehlenswert, ausgenommen wenn Sie sich unter strenger Aufsicht eines Arztes befinden, der mit der Verwendung von DHEA zu solchen Zwecken vertraut ist. Niedrigere Dosen um 25-50 mg für Frauen und 25-100 mg für Männer haben immer noch eine sichere und günstige Wirkung auf das Gewicht.

DHEA unterstützt einen normalen Körperaufbau. Zusätze von DHEA zeigten eine Förderung der Gewichtsabnahme bei übergewichtigen und der Gewichtszunahme bei untergewichtigen Personen. Eine Studie belegte, daß die Entfernung der Nebennieren bei jungen fettleibigen Mäusen die Gewichtszunahme bremsten, und zeigte damit die Bedeutung der Nebennierenhormone wie DHEA für die Beibehaltung eines angemessenen Gewichtes.

Antialterung

DHEA ist dabei, rasch als das Antialterungswunder des 20. Jahrhunderts bekannt zu werden. Es erreicht seine höchste Konzentration während der Pubertät und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Es wird für mindestens 18 verschiedene, mit Jugend zusammenhängende Steroidhormone benötigt, darunter Östrogen, Progesteron, Cortison und Testosteron. Der Spiegel all dieser Hormone nimmt mit zunehmenden Alter ab.

Die verschiedenen Hormoneffekte von DHEA scheinen Knochenreabsorption zu verringern und den Knochenaufbau zu erhöhen. Gegenwärtig experimentieren Wissenschaftler mit ErsatzDHEA, um frühere Studien zu bestätigen, welche eine Fähigkeit belegen, das Erinnerungsvermögen und den Geschlechtstrieb zu verbessern und mit dem Alter verbundenen Zuständen vorzubeugen, wie Krebs, Alzheimer Krankheit, multipler Sklerose und Gedächtnisverlust. Wir müssen auch fragen, warum DHEA in solch großen Mengen im Gehirn zu finden ist und wie dies relevant sein könnte für das Gedächtnis, für neuroendokrine Veränderungen, für die Neuroimmunomodulation und für die Bildung der Nervenfasern?

DHEA wird in Östrogene und Testosterone umgewandelt

Eine orale Substitution mit DHEA hat sich als in höchstem Maße günstig erwiesen. Gesunde Frauen, welche DHEA erhalten, wandeln es schnell in Östrogene um und bewirken somit eine 300-500 %ige vorübergehende Erhöhung des Spiegels. Auch der Testosteronspiegel erhöhte sich vorübergehend um 300-400 Prozent. Diese Effekte erfolgen nur, wenn der Körper natürlich eine solche Umwandlung benötigt. Deshalb ist eine DHEA Substitution nicht giftig und viel sicherer als die Einnahme von synthetischen Hormonen oder Steroidanalogen. Gesteigerte Immunfunktionen bedeuten gesteigerten Schutz gegenüber viralen Infektionen, die vom banalen Schnupfen bis zu Herpes reichen. Darüber hinaus bedeuten sie eine Revitalisierung aller Körperfunktionen einschließlich der sexuellen Gesundheit, sie bedeuten eine Verzögerung des Alterungsprozesses.

Der DHEA-Spiegel nimmt mit zunehmendem Alter ab

Die Abnahme des DHEA-Spiegels im Körper, wenn wir älter werden, wird allgemein anerkannt. Im Alter von 60 oder 70 Jahren beträgt der Blutspiegel nur 10-20 Prozent von dem, was er im Alter von 20 war. Die Östrogen- und Testosteronspiegel sind niedriger. Das Bedürfnis nach Stresshormonen mag ein wenig kleiner sein als es im Alter von 20 oder 30 Jahren der Fall war, doch Stress und andere Einflüsse im Laufe des Lebens verringern jegliche DHEA Reserven.

Bei jungen weiblichen Personen sind die Eierstöcke verantwortlich für 50 Prozent des Androstendions (das in die Geschlechtshormone Östrogen- und Testosteron verwandelt wird), während der Rest aus der Umwandlung von DHEA stammt. Mit zunehmendem Alter bleibt der Eierstock trotz der Östrogenabnahme in der Lage, Androstendion und Testosteron zu synthetisieren. Eine klinische Substitution durch Östrogen hat jedoch keinen Einfluß auf die Wiederherstellung des DHEA-Spiegels, was eine östrogen-unabhängige Rolle der Ovarfunktion in der Regulierung der DHEA-Produktion nahelegt. Studien haben gezeigt, daß die Entfernung der Eierstöcke einen signifikanten Einfluß auf den Spiegel von DHEA hat, indem der altersbedingte Niedergang verstärkt wird.

Die Abnahme von DHEA ist vermutlich ein Hinweis auf ungesunde Veränderungen in den Nebennieren. Dies legt nahe, daß wir uns andere Androgene ansehen müssen, deren Spiegel trotz des Alterns ziemlich stabil sind, da sie von größerer physiologischer Bedeutung sein könnten für die Erhaltung eines jugendlichen Überlebens; eine Bedeutung, die über ihre Rolle als Geschlechtshormone hinausgehen könnte. Das Altern, in Zusammenhang mit einem hohem Insulinspiegel, kann Einblick gewähren in die funktionelle Rolle von DHEA in der Vorbeugung von Fettleibigkeit, beim Insulinwiderstand und der Hyperphagie von Nagetieren. Es ist die insulinbedingte klinische Abnahme von DHEA, und es legt nahe, daß die altersbedingte Abnahme von DHEA in Beziehung zu einer altersbedingten gesteigerten Insulinproduktion stehen könnte.

Es scheint jedoch eine gegensätzliche Wirkung zwischen DHEA und Testosteron hinsichtlich des Insulinresistenz zu geben. Wenn dem so ist, würde Altern zu Hypothalamusschäden führen, die wiederum eine Hypersekretion von Insulin und Glucagon zur Folge hätten. Hyperinsulinämie, Insulinwiderstand und Hyperglykämie spielen eine pathologische Verursacherrolle im Altern.

Dies ist eine Ausdehnung des Konzeptes des altersbedingten, durch die Abnahme von DHEA bewirkten Hyperproduktivsyndroms. In seiner Funktion als Antialterungshormon haben wir das Potential von DHEA als ein stress-modulierendes Steroid zu betrachten. Es liegt nahe, daß DHEA eine adrenocorticale, stressvermittelte Blockierungsaktion ausübt. Niedrige Konzentrationsverhältnisse von DHEA zu Cortisol im Alter kann zu alterszusammenhängenden, stressbedingten Verletzungen des Zentralnervensystems führen.

Die Antidiabetes Wirkung von DHEA kann zusammenhängen mit der Aktion von DHEA, Corticosteroidreaktionen zu hemmen.
In dieser Hinsicht wurde Altern verglichen mit einer Cushing-ähnlichen Reaktion, welche zu altersbedingtem Diabetes und zu degenerativen Erkrankungen führt und durch DHEA unterdrückt werden könnte.
Der DHEA-Spiegel ist niedrig bei Patienten in Intensivbehandlung, die auch eine Reduktion der DHEA/Cortisol Verhältnisse aufweisen, obwohl ACTH Reaktionen normal sein können.

Der Spiegel von Cortisol steigt bei schweren Erkrankungen, bei Verbrennungspatienten und in der Leber von Alkoholikern und Nichtalkoholikern, auf Kosten anderer Steroide. Es besteht eine signifikanter Abfall von DHEA. Patienten mit Anorexia nervosa weisen eine Loslösung zwischen adrenalen Steroiden und Cortisol mit niedrigem DHEA-Spiegel auf. Mit körperlichen Übungen steigt der DHEA-Spiegel gemeinsam mit anderen Androgenen an.

Der Spiegel von Cortisol steigt bei schweren Erkrankungen, bei Verbrennungspatienten und in der Leber von Alkoholikern und Nichtalkoholikern, auf Kosten anderer Steroide. Es besteht eine signifikanter Abfall von DHEA. Patienten mit Anorexia nervosa-weisen eine Loslösung zwischen adrenalen Steroiden und Cortisol mit niedrigem DHEA-Spiegel auf. Mit körperlichen Übungen steigt der DHEA-Spiegel gemeinsam mit anderen Androgenen an.

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