Der Hustenreiz bei der Injektion von Trenbolon

Man nehme ein älteres Buch oder eine veraltete Website über Steroide und schlage dann die Nebenwirkungen von Trenbolon nach. In 99% aller Fälle wird dort „Fina Cough” aufgeführt sein. Das „Fina” leitet sich vom Finajet bzw. Finaject ab, was besonders in den USA, wo viele Mythen über Steroide entstehen, neben Parabolan der bekannteste Handelsname für Trenbolon ist. „Cough” kommt aus dem Englischen und bedeutet auf Deutsch Husten. Der „Fina Cough” ist also ein Husten, der mit Trenbolon zusammenhängt. Lange Rede, kurzer Sinn: Viele Athleten berichten von plötzlich auftretendem Reizhusten nach der Injektion von Trenbolon Acetat.

Nur ein weiterer Mythos oder klarer Fakt? Man könnte es sich nun einfach machen und den plötzlichen Reizhusten, sofern tatsächlich vorhanden, auf das Acetat-Ester schieben. Dieser Lösungsansatz ist jedoch alles andere als ausgereift, da genannte Nebenwirkung bei anderen Steroiden, die mit einem Acetat-Ester versehen sind, nicht auftritt. Eine weitere Möglichkeit wäre die speziell in den USA weit verbreitete Annahme, dass der „Fina Cough” auf einer starken Prostaglandin-Bildung nach der Injektion beruht. Prostaglandine sind Schmerz-, Entzündungs- und Fieber-Botenstoffe des Körpers, die unter anderem über die Lunge abgebaut werden und den spontanen Reizhusten erklären könnten. Was auch hier erneut stört, ist die Frage, warum gerade bei Trenbolon Acetat der „Fina Cough” auftreten soll und bei anderen Steroiden, die selbige Auswirkung auf die Prostaglandin-Ausschüttung haben, nicht.

Noch ein Lösungsansatz wäre der Benzylalkohol-Gehalt in den Lösungen, aber auch hier stellt sich selbige Frage, sodass alle bisherigen Theorien ad acta gelegt werden können. Auffällig an der ganzen „Fina Cough”-Geschichte ist, dass dieser früher nach Trenbolon- Acetat-Injektionen ein häufiges Phänomen gewesen sein soll, im Zuge der Recherchen zu diesem Buch aber kein einziger Athlet ausfindig gemacht werden konnte, der dermaßen auf Trenbolon Acetat reagiert. Was machen Athleten heutzutage anders als noch vor ein paar Jahren? Die Antwort ist recht simpel: Heutzutage ist Trenbolon als Rohstoff erhältlich, früher war oftmals die einzige Möglichkeit an Trenbolon Acetat zur Injektion zu gelangen die aufwendige und nicht ganz risikolose Herstellung aus Finaplix-Pellets. Wie im Kapitel über die Geschichte des Trenbolon geschildert, handelt es sich bei Finaplix um Implantate, die in der Viehzucht zur Anwendung kommen, wo sie den Rindern mittels einer speziellen Pistole unter die Haut geschossen werden und von wo aus sie dann ihre Wirkung entfalten. Diese Finaplix-Pellets enthalten neben Trenbolon Acetat natürlich auch Bindemittel und weitere Zusätze, die bei der Herstellung im Eigenheim oftmals nicht zu 100% herausgefiltert werden können. Es liegt sehr nahe, dass der „Fina Cough” eine direkte Reaktion auf aus Finaplix-Pellets hergestellten Trenbolon-Acetat-Lösungen ist und mit dem Steroid Trenbolon an sich nichts zutun hat. Für diese These spricht die simple Tatsache, dass Athleten, die ihre Trenbolon-Acetat-Produkte aus Quellen beziehen, die keine Finaplix-Pellets als Grundlage verwenden, den „Fina Cough” einfach nicht kennen.

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