Antioxidanzien-Cocktail

Neben der Verabreichung von Alpha-Liponsäure als Arzneimittel zur Behandlung von Polyneuropathien und anderen Erkrankungen, ist sie auch als Nahrungsergänzung sinnvoll, vor allem, wenn man gewöhnlich kein oder nur wenig Fleisch isst. Denn Alpha-Liponsäure ist zwar in den meisten Lebensmitteln enthalten, aber nur in geringen Mengen (Burgerstein 2000).

Fleisch hingegen, besonders Herz, Leber und Nieren, enthält Konzentrationen von 5 bis 10 mg pro Zoo g. Burgerstein empfiehlt die Zufuhr von 200 bis 1.000 mg Alpha-Liponsäure pro Tag. Dabei ist zu bedenken, dass nur ein Teil der oral eingenommenen Alpha-Liponsäure in der Zelle überhaupt ankommt. Ein Großteil wird schon vorher abgebaut.
Dr. Lester Packer, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Erforschung verschiedener Antioxidanzien beschäftigt, ist unbestritten einer der führenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet.

Auf Basis seiner eigenen und den Erfahrungen anderer international renommierter Forscher, hat er Empfehlungen für die Nahrungsergänzung mit diesen lebenswichtigen Radikalfängern entwickelt (Packer und Colman 2000). Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Alpha-Liponsäure. In der nachfolgenden Tabelle sind Packers Empfehlungen zusammengefasst. Es sei jedoch noch einmal betont, dass es bei ernsthaften Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und vielen anderen mehr, unverzichtbar ist, sich fachmännisch beraten und behandeln zu lassen. Die in der Tabelle aufgeführten Empfehlungen geben Packers Ansichten wieder und sind als Anregung für einen sinnvollen Gebrauch von Antioxidanzien gedacht. Dabei soll jedoch nicht vergessen werden, dass
an erster Stelle selbstverständlich eine adäquate Lebensführung (gesunde Ernährung und Bewegung) sowie der Verzicht auf schädliche Einflüsse wie Rauchen, Alkohol etc. stehen müssen, bevor Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente eingenommen werden.

Die zusätzlichen Empfehlungen gelten für morgensoder abends, es sei denn, eine bestimmte Tagestherapiezeit ist ausdrücklich angegeben. Dabei sind einige Hinweise zu beachten: In Deutschland ist Vitamin E fast nur als reines Einnahme von Alpha-Tokopherol erhältlich. Bezüglich dieser Empfehlung ist deshalb meist ein Kompromiss nötig, indem zum Beispiel die anderen Varianten weggelassenwerden.

Raucher sollten kein Betakarotin oder einen KarotinoidKomplex einnehmen, da es zu Wechselwirkungen mit dem Zigarettenrauch kommen kann. So gesund Sport unbestritten ist, sportliche Betätigung führt auch automatisch zu einer Mehrproduktion freier Radikale, da mehr Energie hergestellt wird. Deshalb sollte nun keineswegs auf Sport verzichtet werden, aber es besteht ein zusätzlicher Bedarf an Antioxidanzien, vor allem an Vitamin E. Ergänzend zu den in dem Kapitel „Die Mitspieler im antioxidativen Netzwerk” bereits ausführlich beschriebenen Antioxidanzien, seien hier diejenigen kurz erläutert, die Packer zusätzlich empfiehlt.

Das Vitamin Folsäure fungiert bei mehreren Reaktionen als Koenzym. Es ist in der Embryonalentwicklung für die Bildung der Nerven und der roten Blutkörperchen wichtig. Folsäuremangel kann vor allem bei Alkoholikern auftreten und verursacht unter anderem Wundstellen im Mund.
Biotin (Vitamin H) ist wichtig für eine gesunde Haut und gesunde Haare. Ein Mangel kann durch Antibiotika oder Sulfonamid ausgelöst werden, aber auch durch extremen Verzehr von rohem Eiweiß. Symptome sind unter anderem Schwäche, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Haarausfall und Entzündungen der Zunge.

Vitamin 86 (Pyridoxin) fungiert bei etlichen Reaktionen als Koenzym des Aminosäurenstoffwechsels (Eiweiße werden aus Aminosäuren gebildet). Ein Mangel kann zu Hauterkrankungen im Gesicht, Nervosität und Schlaflosigkeit führen. Der Extrakt aus dem Fächerblattbaum Ginkgo Biloba fördert die Durchblutung.

Selen ist ein wichtiges Spurenelement, das in Knochen und Zähnen vorkommt. Es wird teilweise in der Krebstherapie eingesetzt, um die Nebenwirkungen der Strahlen- und Chemotherapie zu mildern.
Auch Chrom ist ein Spurenelement, das als Kofaktor verschiedener Enzyme wirkt. Das Metall Kalzium ist unter anderem für die Nervenerregung (Signalübertragung), die Muskelbewegung und die Blutgerinnung unentbehrlich.

L-Karnitin hat eine wichtige Funktion beim Abbau von Fettsäuren. Bei Pyknogenol handelt es sich um einen Pflanzenextrakt aus der Rinde der europäischen Küstenpinie. Dieser Extrakt enthält zahlreiche hochaktive Bioflavonoide, deren antioxidative Wirkung die von Vitamin E und Vitamin C weit übertrifft. Die Gamma-Linolensäure (= Omega-6-Fettsäure) ist eine dreifach ungesättigte Fettsäure. Sie ist wichtig für die Immunabwehr und wird vor allem bei Neurodermitis eingesetzt.

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