ANDROSTENDIOL

Nicht allzulange Zeit, nachdem Androstendion den amerikanischen Fitneßund
Bodybuilding Markt eroberte und Einzug in den Supplementbestand
von Leistungssportlern aller Sparten hielt, brachte die innovationsfreudige
U.S.-Wirtschaft bereits ein neues Prohormon auf den Markt. Noch besser
und noch effektiver sollte es sein. Der durch Androstendiol hervorgerufene
erhöhte Testosteronspiegel sollte beständiger und die Halbwertszeit des
Prohormons länger sein. Wie nicht anders zu erwarten war, trat dann auch
Androstendiol relativ schnell in die Fußstapfen von Androstendion. Obwohl
die Namensverwandtschaft eine ähnliche Wirkungsweise vermuten läßt,
unterscheidet sich Androstendiol doch in einigen Punkten ganz wesentlich
vom Androstendion und muß damit als eine eigenständige Substanz
angesehen werden. Athleten, die beim Androstendion dessen androgenbedingte
Begleiterscheinungen gestört haben, stehen mit Androstendiol
eine wirkungsvolle Alternative zur Verfügung.

Syntheseweg Androstendion

• 17-alpha-Hydroxyprogesteron
• Androstendion
• Testosteron oder:
• DHEA
• Androstendion
•  Testosteron

Während Androstendion vom Körper sowohl aus 17-a-Hydroxyprogesteron
als auch aus DHEA gewonnen wird, kann Androstendiol nur über eine
Synthetisierung aus DHEA hergestellt werden.

Syntheseweg Androstendiol:
• DHEA
• Androstendiol
• Testosteron

Androstendiol ist in der Medizin keine unbekannte Substanz. In einigen
europäischen Ländern wie zum Beispiel Griechenland ist die 17-alpha-Alkyl
Variante von Androstendiol, die auch als Methandriol bezeichnet wird als
anaboles Steroid in Apotheken erhältlich. Auf dem deutschen Schwarzmarkt
ist Methandriol allerdings ein wenig gefragtes Präparat.

In Australien ist diese Substanz in der Veterinärmedizin gebräuchlich, wohingegen
in den USA der Wirkstoff Androstendiol aufgrund seines natürlichen
Ursprungs nicht als Medikament eingestuft wird, und so frei in jedem
entsprechend ausgestatteten Supermarkt erhältlich ist. Schritt für Schritt finden
sich nun auch auf dem europäischen Markt Händler, die (meist von Belgien
oder England aus) Androstendiol anbieten.

Androstendiol besitzt mäßige androgene Eigenschaften bei einem relativ
stark ausgeprägten anabolen Potential. Das bedeutet nichts anderes, als daß
Androstendiol die Regenerationsfähigkeit des Athleten deutlich verbessern
kann, ohne allerdings einen signifikanten Einfluß auf die psychische Wettkampfhärte
zu besitzen. Die von Androstendion her bekannten bereits kurz
nach der Einnahme auftretenden Spitzenwerte des Testosteronspiegels treten
bei Androstendion nicht ein. Dafür wird durch Androstendiol der Testosteronspiegel
des Athleten längerfristig erhöht. Wem es darum geht, erhöhte
Trainingsumfänge besser verarbeiten zu können, der zieht Androstendiol
vor. Zur kurzfristigen Anhebung der Testosteronspiegel vor allem vor
Wettkämpfen, oder intensiven Trainingseinheiten ist allerdings nach wie vor
Androstendion das Mittel der Wahl.

Androstendiol besitzt neben einer Anhebung des Testosteronspiegels außerdem
eine positive Wirkung auf das Immunsystem, sowie eine antiöstrogene
Wirkung. Ein von vielen Athleten unterschätzter Faktor, der wesentlichen
Einfluß auf die Entwicklung der sportlichen Leistungsfähigkeit hat, ist das
Immunsystem. Eine der Aufgaben des Körpers, der höchste Priorität eingeräumt
wird, ist die Gesunderhaltung des Organismus. Nur ein gesunder
Organismus ist leistungsfähig. Sie merken dies spätestens dann, wenn sie mit
40 Grad Fieber im Bett liegen; dann nämlich, wenn selbst der Gang zur
Toilette zur sportlichen Herausforderung wird… In diesem Fall benötigt der
Organismus einen Großteil seiner Energie, um Bakterien, Viren oder sonstige
Erreger zu bekämpfen. Daß allerdings der Organismus täglich einem immensen
Ansturm von Erregern ausgesetzt ist, wird meistens vergessen. Ein intaktes
Immunsystem ist ein absolutes Muß für jeden Leistungssportler. Je effizienter das Immunsystem arbeitet, desto weniger Energie benötigt es, und dem
Körper stehen so größere Leistungsreserven zur Verfügung, die sich in einem
Zuwachs an sportlicher Leistungsfähigkeit bemerkbar machen. Obwohl die
genaue Wirkungsweise dieses Prohormons auf das Immunsystem noch nicht
geklärt ist, steht doch die positive Wirkung außer Frage.

Androstendiol führt nicht nur zu einer Steigerung des Testosteronspiegels,
Androstendiol besitzt zudem das Potential, sich direkt an Östrogenrezeptoren
anzulagern. Das bedeutet jedoch nicht, daß durch Androstendiol eine
Östrogenwirkung hervorgerufen wird; ganz im Gegenteil. Androstendiol
lagert sich zwar an den Östrogenrezeptoren an, führt aber nicht zu deren
Aktivierung. Vielmehr blockiert Androstendiol die Östrogenrezeptoren, so
daß diese nicht mehr auf Östrogen ansprechen, und es so zu einer
verminderten Östrogenwirkung kommt, die sich in einer geringeren
Wassereinlagerung und einer geringeren Fettspeicherung bemerkbar macht
Die durch Androstendiol hervorgerufenen Nebenwirkungen sind, falls vorhanden,
als geringfügig einzustufen. Durch das relativ niedrige androgene
Potential der Substanz sind androgenbedingte Nebenwirkungen fast
auszuschließen. Dies macht Androstendiol zum Mittel der Wahl für weibliche
Athleten. Doch Androstendiol hat noch einen weiteren entscheidenden
Vorteil für Leistungssportlerinnen. Athletinnen, die Androstendion verwenden,
laufen Gefahr, daß es statt einer angestrebten Konvertierung von Androstendion
zu Testosteron zu einer direkten Umwandlung in Östrogen kommt.

Dies kann je nach Genetik und Höhe der vorhandenen Enzymspiegel in
einem mehr oder minder großen Umfang der Fall sein. Diese Gefahr besteht
beim Androstendiol nicht.

Da Androstendiol ausschließlich über Testosteron zu Östrogen umgewandelt
werden kann, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung des Testosteronspiegels
bei Frauen durch Androstendiol größer als durch Androstendion.
Männer haben durch die Verwendung von Androstendiol meist keine
Nebenwirkungen zu befürchten. Da Androstendiol in relativ geringem
Ausmaß zu DHT (Dihydrotestosteron) konvertiert, sind DHT-bedingte
Nebenwirkungen (Haarausfall, Vergrößerung der Prostata) sehr unwahrscheinlich.
Allerdings existieren bislang keine Studien, die Aufschluß über
etwaige Spätfolgen einer Verwendung von Androstendiol geben.

Androstendiol wird gewöhnlich in Dosierungen zwischen 50 mg und 100 mg
angeboten. Die verwendeten Dosierungen liegen zwischen 200 und 300 mg
beim Mann. Frauen nehmen maximal 200 mg.
Laut Empfehlung des Herstellers wird die tägliche Dosis dabei auf 2 bis 3 mal
aufgeteilt und bevorzugt morgens auf nüchternen Magen und am Abend
vor dem Zubettgehen eingenommen. Außerdem können 100 mg ca. 30 bis
60 Minuten vor dem Training zusätzlich verwendet werden. Wie bereits für
Androstendion dargestellt, gilt auch für Androstendiol, daß der hauptsächlich
limitierende Faktor eine eingeschränkte Verfügbarkeit des für die Umwandlung
notwendigen Enzyms ist. Da Androstendiol und Androstendion
unterschiedliche Enzyme zur Umwandlung in Testosteron benötigen, ist
davon auszugehen, daß die kombinierte Anwendung der beiden Prohormone
mit einer gesteigerten Wirkung einhergeht.

Androstendiol ist in Deutschland nach wie vor nicht frei verkäuflich und muß
somit entweder über Belgien oder England oder über den Schwarzmarkt
bezogen werden. Da Androstendiol weder leber- noch nierentoxisch ist und
zudem relativ geringe androgenbedingte Nebenwirkungen hervorruft, stellt es
für den Athleten eine effiziente und zugleich nebenwirkungsarme Alternative
zu anabolen Steroiden dar.

In den USA findet man mittlerweile immer weniger reine Androstendio-I
Präparate. So genannte „Prohormon Stacks” sind dafür stark im Kommen.
Entweder man stößt bei der Suche nach Prohormonen auf eine Androstendion/
Androstendiol-Kombinationen oder es ist gleich die ganze Palette an
Prohormonen in den Stacks enthalten.

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