ANABOLIKA

Wie wir alle wissen wollen unsere Regierungen eine drogenfreie Gesellschaft. Drogen wie z.b Haschisch, Marihuana oder Kokain gelten als Vergnügungsdrogen. Vor ihnen wird ständig gewarnt. Auf der anderen Seite des Drehtisches steht Alkohol, der mehr Menschenleben kostete als die drei vorgenannten Drogen zusammen. Alkohol allerdings ist voll gesellschaftsfähig und überall akzeptiert. Wer in unserer Gesellschaft bei einer Party nicht wenigstens ein Gläschen trinkt, gilt als merkwürdiger Außenseiter. Bodybuilder und andere Sportler benutzen Steroide, weil sie damit besser funktionieren, leistungsfähiger und belastbarer sind als ohne diese Mittel. Die Antibabypille, ein kontrazeptives Steroid, ist eine Mischung aus beiden oben angeführten Kategorien. Auf der einen Seite funktionieren Frauen unter Einfluß der Pille besser, auf der anderen Seite ist die Pille eine Vergnügungsdroge, weil durch sie Sex zum Vergnügen ohne Folgen wird. Tatsächlich hat die Pille Nebenwirkungen, die denen anaboler Steroide sehr ähnlich sind. Aber auch die Pille ist voll gesellschaftsfähig. An diesen Beispielen will ich nur verdeutlichen, mit welcher Art von Doppelmoral wir tagtäglich leben, ohne uns dessen wirklich bewußt zu sein. Zugegebenermaßen ist es sehr unfein, für den Gebrauch von Medikamenten zu sein. Für Sportler ist es geradezu tödlich. Dies alles nur wegen der von allen Seiten betriebenen Anti-Steroid-Kampagnen. Die gesellschaftlich akzeptierten Drogen wie Alkohol, Nikotin und Antibaby-Pille sind in ihrer Gefährlichkeit dokumentiert. Anabole Steroide hingegen haben in ihrer 50-jährigen Geschichte nur einen einzigen dokumentierten Todesfall verursacht. Im Vergleich zu den vielen tausenden Toten durch Alkohol jährlich erscheint die Anwendung von Anabolika durch Sportler geradezu ermutigend sicher.

Ich möchte hier Dan Duchaine, den Autor des Underground Steroid Handbooks, zitieren bezüglich der von offizieller Seite immer wieder verbreiteten Lügen über anabole Steroide. Lüge Nr. 1 Anabole Steroide erhöhen nicht die sportliche Leistungsfähigkeit. Falls Anabolika die Leistungsfähigkeit nicht erhöhen, warum dann die aufwendigen Dopingtests? Warum der ganze finanzielle Aufwand? Wir wissen alle, daß Anabolika wirken, also Schluß mit der Lüge. Nebenbei bemerkt wurde die Wirksamkeit in einer neueren Studie bewiesen. Dazu gleich mehr. Lüge Nr. 2 Anable Steroide können tödlich wirken.

Falls man zur Auswahl hätte, entweder 100 Tabletten eines Anabolikums oder 100 Tabletten Lasix, Kalium oder Aspirin nehmen zu müssen, so wäre das Anabolikum mit Sicherheit das einzige der vier Mittel, das sie nicht umbringen würde. Lasix und Kalium würde zum Herzstillstand führen, Aspirin würde ihren Magen zerstören. Das Anabolikum würde vielleicht eine Magenverstimmung oder ein leichtes Fieber verursachen. Ich möchte nicht die Gefahren der Anbolika unter den Tisch kehren. Anabolka sind verschreibungspflichtige Medikamente und bergen Gefahren, aber Lebensgefahr durch Anabolika? Ich halte auch diese Behauptung für eine Lüge zur Einschüchterung der Massen. Lüge Nr. 3 Man kann auch ohne Anabolika den gleichen Leistungsstand erreichen wie mit Anabolika, vorausgesetzt man trainiert länger und härter. Die Ärzte Haupt und Rover haben schon 1984 bewiesen, daß Leistungssportler ohne Anabolika durch die körpereigene Ausschüttung von Kortikosteroiden unter intensiver Belastung an einer weiteren Leistungssteigerung gehindert werden. Das ausgeschüttete Kortison wirkt katabol und verhindert so einen Kraftzuwachs. In dieser Studie wurde schlüssig bewiesen, daß Anabolika Muskelmasse aufbauen.

Lüge Nr. 4 Sportler, die bei einem Test negativ sind, sind dopingfrei Wer dies behauptet, versucht den unwissenden Massen die heile Welt des Sports zu suggerieren. Durch die unnützen Kontrolle wird die gesamte Dopingszene dazu gebracht, immer raffiniertere Methoden zu erfinden, um durch die Tests zu kommen. Durch diese Methoden wäre es sicher einfacher, die Dopingsünder durch eine Geschmacksprobe des Urins zu stellen als durch die Tests. Lüge Nr. 5 Die großen BB-Zeitschriften und deren Macher (d.h. die Nährmittelhersteller!) sind entschiedene Anabolika-Gegner. Dies ist schon aus ganz simplen wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht ganz richtig. Die BB-Zeitschriften sind die Sprachrohre der Nährmittelhersteller. In den Zeitschriften wird für Nahrungskonzentrate geworben. Um der Werbung Nachdruck zu verleihen, werden fast immer Top-Bodybuilder abgebildet, die den Eindruck erwecken sollen, daß die Produkte fantastisch wirken. Nun sieht es aber so aus, daß Bodybuilder, insbesondere Top-Bodybuilder in der Regel Anabolika benutzen. Anabolika machen gute Bodybuilder besser, bessere Bodybuilder verkaufen gute wie auch schlechte Nahrungskonzentrate besser als weniger gute Bodybuilder. Deswegen wird kein Nährmittelhersteller einen Bodybuilder in Topform aus seinen Inseraten verbannen, nur weil dieser mit Anabolika ‘vollgepumpt’ ist.

Bei vielen Gesprächen mit Bodybuilder und Powerliftern ist mir aufgefallen, daß diese Männer und Frauen kaum Nahrungskonzentrate benutzen sondern nur Anabolika. Dies waren einige Bemerkungen, die ich schon lange loswerden wollte. Ich möchte mit meiner Arbeit die Sportler dazu bringen, wieder selbst zu denken, wieder kritisch zu sein. Es kann nicht angehen, daß Bodybuilder einmal im Monat oder einmal alle zwei Monate für DM 6.50 am Kiosk für sich denken lassen und kritiklos alles schlucken, was ihnen an Lügen und Halbwahrheiten präsentiert wird.

Durch großangelegte Aktionen der Behörden gegen Anabolikaschmuggler und Händler sind momentan immer mehr offensichtlich gefälschte Medikamente auf dem Markt. Die guten Absichten der Behörden in allen Ehren, ist doch die Verfügbarkeit der Präparate keineswegs eingeschränkt. Lediglich ist es für Sportler fast unmöglich geworden, nicht gefälschte von gefälschten Mitteln zu unterscheiden. Es sind einfach zu wenige echte Präparate auf dem Markt, um Vergleiche anstellen zu können. So gesehen haben die Behörden mehr Schaden angerichtet als Gutes vollbracht. Es stellt sich die Frage: sind alle gefäschten Steroide schlecht oder unrein? Generell: NEIN. Es gibt auch hier von Hersteller zu Hersteller große Unterschiede. Problematisch ist nur, daß es mittlerweile Kopien der besseren Kopien gibt. Diese Tatsache macht es für uns noch schwerer, die guten von den schlechten Mitteln zu unterscheiden. Verwirrung über Verwirrung. In einem der nächsten Kapitel werde ich versuchen, die guten ins Töpfchen und die schlechten ins Kröpfchen zu bringen

Dennoch muß endlich gesagt werden, was ich zu sagen habe. Ich möchte hiermit lediglich den Anabolika-Gebrauch in einer realistischen Weise darzustellen. Ich werde weder in Bezug auf Dosierungen noch in Bezug auf Anwendungsweise und Dauer ein Blatt vor den Mund nehmen, ganz gleich, wie unbequem dies für irgendjemanden – mich selbst eingeschlossen – sein mag. Vor einigen Jahren hatten wir nur gegen das allgemeinem Desinterresse zu kämpfen. Heute kämpfen wir gegen eine fein aufgebaute Anti-Anabolikakampagne aus Ignoranz, Mißinformation und Lüge an. Übertreibung bezüglich der Steroide ist noch vertretbar, Lügen sind es nicht. Über Jahre hinweg habe ich versucht, Ärzte zu finden, die mir in meinen Bemühungen hilfreich sein konnten – z.B. in der Bestimmung wirkungsvoller Anabolikadosierungen für Sportler. Das einzige, was ich herausfinden konnte war, daß keiner der befragten Ärzte mir helfen konnte, geschweige denn helfen wollte. Überall kam die Standardantwort: Diese Medikamente sind doch schädlich, lassen Sie bitte die Finger davon. Diesen oder einen ähnlichen Satz hat sicherlich jeder Sportler schon einmal gehört. Wahrscheinlich ist mancher betroffene Sportler sehr enttäuscht ob des Unverständnisses seines Arztes. Allerdings glaube ich nicht, daß diese Sportler den gutgemeinten Rat ihrer Ärzte befolgen. Vielmehr ist anzunehmen, daß geschieht, was immer geschehen ist. Man geht nach Hause und injiziert und schluckt was immer auf dem Schwarzmarkt zu bekommen ist. Und wie immer, ohne ärztlichen Rat und Aufsicht. Selbst bei einfachen Laboruntersuchungen stellen sich viele Ärzte dank unserer Gesundheitsreform quer. Ohne Krankheitsanzeichen ist fast keine Blutuntersuchung zu bekommen. Im Klartext heißt das, daß man sich erst kaputt machen muß, bevor jemand nach dem Rechten schaut. Das nennt man dann präventive Medizin, oder habe ich da etwas falsch verstanden? Die einzigen Menschen, die mir halfen, waren einige Freunde und Bekannte, die mir über ihre persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Anabolikapräparaten berichteten. Ich werde in diesem Buch über Experimente, Versuchsreihen mit einzelnen Mitteln oder mit Kombinationen von zwei und mehr Mittel ganz ausführlich berichten. Dies wird mir mit Sicherheit wieder von allen möglichen Seiten als Anleitung zum Anabolikagebrauch ausgelegt werden, aber seit ich mit unserem Anliegen erstmals an die Öffentlichkeit getreten bin, mußte ich mit böswilliger, ungerechtfertigter Kritik leben. Sie werden sehen, daß wieder die am lautesten schreien, denen ich mit meiner Arbeit am härtesten auf den Zeh getreten bin – bzw. diejenigen, die am meisten zu verbergen haben. Ich bin der Auffassung, daß irgendwer in irgendeiner Weise auf dem Gebiet der Sportpharmakologie Forschung betreiben muß. Da von den wirklich Verantwortlichen jeder lediglich mit den Schultern zuckt, sehe ich mich gezwungen, diese Arbeit in die eigenen Hände zu nehmen.

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