CARNITIN

Im Bereich der Sporternährung nehmen Carnitinpräparate einen festen Platz ein.
Das breite Produktangebot sowie die vielfältigen Einnahmeformen — Carnitin als
Tablette, Kapsel, Pulver, Trinkampulle, Sirup und Injektionslösung — sind Belege
für die erhebliche Carnitinnachfrage seitens der Athleten. Auch im Bodybuilding
ist das Interesse an dieser Substanz groß. Hantelsportler versprechen sich von
Carnitin eine gesteigerte Fettverbrennung sowie eine verbesserte Energieversor-
gung der Skelett — und Herzmuskulatur. Der praktische Nutzen einer Carnitin-
einnahme soll neben einem beschleunigten Fettabbau aus einem Mehr an
Trainingsernergie, einer Erhöhung der Ausdauer sowie einer heraufgesetzten
körperlichen Leistungsfähigkeit bestehen. Inwiefern Sie als Bodybuilder von
Carnitin profitieren können und was bei einer Verabreichung carnitinhaltiger
Zusatzpräparate beachtet werden muß, soll nachfolgend erörtert werden.

Carnitin ist eine im menschlichen Organismus natürlich vorkommende Substanz,
die sich in den meisten Zellen des Körpers, einschließlich der Muskelzellen, fin-
det. In der Fachliteratur wird Carnitin als Vitamin BT bezeichnet und dem Vit-
amin B -Komplex zugeordnet. Da es ein Abkömmling der Beta-Hydroxybuttersäure
ist, ähnelt Carnitin von seiner Struktur her den Aminosäuren. Ein Teil des
Carnitinbedarfs stellt der Körper aus den beiden Aminosäuren Lysin und Methionin
in der Leber und Niere selbst her, ein weiterer Teil wird der Nahrung direkt ent-
nommen. Reichhaltige Carnitinquellen sind die verschiedenen Fleischsorten, z.B.
Putenfleisch und Rindfleisch, die beide im Essensplan ambitionierter Bodybuil-
der einen festen Platz haben sollten. Wer nicht ausschließlich vegetarischer Kost
frönt, der dürfte eignetlich unter keinem Carnitinmangel leiden, sollte man mei-
nen. Doch Studien beweisen das Gegenteil, denn die haben ergeben, daß die
Carnitinkonzentration im Blut während körperlicher Belastung ansteigt. Nahm
man bislang an, daß lediglich die Leber als Quelle für die erhöhte Carnitin-
konzentration des Blutes diente, so scheint Carnitin auch aus den Muskelzellen
ausgeschieden zu werden. Athleten haben demzufolge einen deutlich höheren
Carnitinbedarf als sportlich inaktive Menschen.

Welche Funktionen übernimmt Carnitin im Körper? Carnitin spielt eine Schlüssel-
rolle im Transport langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien, den sogenann-
ten Kraftwerken der Zelle. Dieser Vorgang bedarf einer kurzen Erklärung: Im
Blut befinden sich Fette in Form von sogenannten Fettsäuren, die über den Blut-
kreislauf im Körper umherwandern. Es gibt zwei Möglichkeiten, was mit diesen
Fettsäuren geschehen kann: Zum einen können sie in den Mitochondrien unse-
rer Körperzellen zu Energie verbrannt (oxidiert) werden, und zum anderen kön-
nen sie als Triglyceride in den Fettzellen gespeichert werden. Letztere Möglich-
keit ist weniger erstrebenswert, es sei denn, Ihr Traumkörper ähnelt dem eines
Sumoringers. Ideal wäre, wenn die Fettsäuren in die Mitochondrien der Muskel-
zellen gelangen würden. Denn dort könnten sie durch Oxidation zu Energie in
Form von ATP umgewandelt werden. Um überhaupt dorthin zu kommen, müs-
sen die Fettsäuren zwei Hindernisse überwinden. Als erstes die Außenwand der
Muskelzelle, d.h. die Zellmembran, und anschließend die Membran der
Mitochondrien. Die mittelkettigen Fettsäuren haben hierbei keine Probleme, da
sie durch beide Membranen von allein durchschlüpfen können. Schwieriger ge-
staltet sich dieses Vorhaben für die langkettigen Fettsäuren, denn die verfügen
lediglich über die Fähigkeit, die Muskelzellmembran, nicht aber die Membran
der Mitochondrien ohne Hilfe zu überwinden. Was tun?

Nun, Carnitin übernimmt in diesem Fall die Funktion einer physiologischen Träger-
substanz und schleust die langkettigen Fettsäuren in die Mitochondrien hinein.
Dort wird Carnitin von den Fettsäuren wieder getrennt, und bestimmte Enzyme
übernehmen deren Oxidation, so daß Energie in Form von ATP entsteht. Darüber
hinaus verhindert Carnitin den Aufbau von unerwünschtem Acetylcoenzym A,
da es die bei der Oxidation der langkettigen Fettsäuren anfallenden Abfallstoffe
aus den Mitochondrien hinausschleust.

Man sieht also, daß Carnitin für einen funktionierenden Fettstoffwechsel sorgt.
Ohne Carnitin wäre eine Fettverbrennung schier unmöglich, die im Blutkreislauf
befindlichen Fettsäuren müßten als Triglyceride in den Fettzellen gespeichert
werden. Weder ein sehr ästhetischer noch gesundheitlich wünschenswerter Vor-
gang. Denn die für einen Carnitinmangel typische übermäßige Lipidakkumulation
(Fettspeicherung) kann eine Leber- und Herzmuskelerkrankung hervorrufen.
Darüber hinaus führt ein muskulärer Carnitinmangel zu einer Muskelatrophie
(Muskelschwund). Wie das? Fettsäuren sind ein wichtiger Energielieferant für die
Muskelzellen. Wenn nun aufgrund eines Carnitinmangels weniger Fettsäuren in
die Mitochondrien der Muskelzellen eingeschleust werden, versucht die Muskel-
zelle dieses Defizit dadurch auszugleichen, daß sie eigenes Muskelprotein ab-
baut (katabolisiert), um es statt der Fettsäuren als Energie zu verbrennen. Carnitin
besitzt deshalb einen anti-katabolen, d. h. proteinsparenden Effekt und schützt
den Athleten in bestimmten Situationen vor einem Muskelmasseverlust.

Um die nachfolgenden Ausführungen verstehen zu können, ist es wichtig, noch
einmal in aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, daß Carnitin lediglich Fettsäuren
transportiert. Es setzt weder Fettsäuren frei noch verbrennt es Fettsäuren. Viele
Bodybuilder sind sich dessen leider nicht bewußt, weshalb fälschlicherweise an-
genommen wird, daß sich durch die Einnahme zusätzlicher Carnitinpräparate
automatisch die Fettverbrennung steigert. Carnitin kann die Fettverbrennung und
die Ausdauerleistung nur fördern, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind. Da
jeder Athlet für deren Realisierung selbst zu sorgen hat, sollte der Leser — will er
von zusätzlichen Carnitingaben profitieren — gut aufpassen: Es muß erst eine Si-
tuation geschaffen werden, die den Körper veranlaßt überhaupt mehr Fettsäuren
in den Blutkreislauf freizusetzen, z.B. aus gespeichertem Körperfett, und es muß
ein Grund vorliegen, damit die durch Carnitin in die Mitochondrien eingeschleu-
sten Fettsäuren auch tatsächlich verbrannt werden.

Wie setze ich mehr Fettsäuren aus gespeichertem Körperfett in den Blutkreislauf
frei? Eine Möglichkeit ist die Verabreichung von Substanzen wie Coffein, Guarana,
Ephedrin, Ephedra, Clenbuterol, Salbutamol, Fenoterol oder Terbutalin (siehe
jeweilige Einzelcharakteristik). Sie greifen die Fettzellen nämlich direkt an und
bauen Triglyceride zu freien Fettsäuren ab, welche dann durch Carnitin an den
Ort der Fettverbrennung, die Mitochondrien, transportiert werden. Eine weitere
Möglichkeit ist die Durchführung eines aeroben Trainings. Dieses muß von nied-
riger Intensität sein und mindestens eine Stunde andauern. Bleibt die relativ ge-
ringe Belastungsintensität über einen längeren Zeitraum erhalten, so verwendet
der Körper als Energiequelle nicht Glykogen, sondern Fettsäuren. Damit ausrei-
chend Fettsäuren zur Verfügung stehen, werden Triglyceride aus dem Fettgewe-
be zu freien Fettsäuren abgebaut. Je länger das Training andauert, desto mehr
Fettsäuren werden zu freien Fettsäuren aufgelöst und desto mehr Fettzellen kön-
nen von Carnitin in die Mitochondrien transportiert werden. Ein Bodybuilding-
training ist hierfür ungeeignet, da für den Aufbau von Muskelmasse und Kraft
hohe Trainingsintensitäten und kurze Belastungszeiträume notwendig sind. Der
Körper gewinnt seine Energie aus Glycogen, nicht aus freien Fettsäuren, so daß
Carnitin die Fettverbrennung nicht unterstützen kann.

Wenn es dem Athleten nun gelungen ist, vermehrt Fettsäuren aus gespeichertem
Körperfett in das Blut freizusetzen und diese durch Carnitin in die Mitochondrien
der Muskelzellen transportiert wurden, so muß dafür gesorgt werden, daß die
Fettsäuren dort auch tatsächlich verbrannt werden. Auch das ist wiederum nur
durch ein Training von niedriger Intensität und langer Dauer möglich. Dafür eig-
nen sich z.B. folgende Aktivitäten: Fahrradfahren, Joggen, Schwimmen, Wandern.
Höhere Belastungsintensitäten wie beim Bodybuilding, Sprinttraining, Kurz- und
Mittelstreckenlauf bewirken wiederum, daß die Muskelzellen Glykogen zur
Energiegewinnung heranziehen, nicht Fettsäuren. Es ist zwar richtig, daß bei ei-
nem regelmäßigen Ausdauertraining die Fähigkeit der Mitochondrien, Fettsäuren
zu verbrennen, gesteigert wird und dadurch mit der Zeit selbst bei einer etwas
höheren Trainingsintensität immer noch mehr Fettsäuren als Glykogen verbrannt
werden. Nur, wer Bodybuilder ist und Muskel- und Kraft aufbauen möchte, der
muß mit einer sehr, sehr hohen Belastungsintensität trainieren, ansonsten wird
sich kein nennenswerter Zuwachs einstellen. Und hierfür verwendet die Muskel-
zelle ausschließlich Glykogen, keine Fetsäuren, auch wenn Ihre Mitochondrien
noch so gut trainiert sind. Darüberhinaus ist eine hohe Trainingsintensität gleich-
bedeutend mit einer kurzen Trainingsdauer.

Fazit: Carnitin kann die Fettverbrennung im sportlichen Bereich nur bei langen
Ausdauerdisziplinen wirkungsvoll unterstützen. Studien haben gezeigt, daß
Carnitin hierbei auch die Ausdauerleistung zu steigern vermag. Dadurch, daß
Carnitin die Mitochondrien in den Muskelzellen mit ausreichend Fettsäuren ver-
sorgt, muß die Muskelzelle weniger auf gespeichertes Glykogen zurückgreifen.
Die begrenzten Glykogenvorräte werden langsamer aufgebraucht, wodurch der
Muskulatur Glykogen länger zur Verfügung steht und der Sportler am Ende etwas
mehr Energie hat. Carnitin hilft somit, die Energieversorgung während langan-
dauernder Belastungen zu optimieren. Bei jemandem, der beabsichtigt, an einem
Marathonlauf teilzunehmen, wird sich der Genuß von Carnitin möglicherweise
leistungsfördernd auswirken. Bodybuilding gehört leider zu den Sportarten, die
für die oben genannten Eigenschaften von Carnitin — Unterstützung der Fett-
verbrennung und Steigerung der Ausdauer — weniger empfänglich sind.

Wer regelmäßig ein 1- bis 2stündiges Ausdauertraining absolviert und beabsich-
tigt, durch die Einnahme von Carnitinpräparaten die Fettverbrennung zu unter-
stützen, sollte noch über einen Punkt Bescheid wissen, da ansonsten die unter-
nommenen Anstrengungen vergebliche Liebesmühe sind. Athleten, die ihr Trai-
ning mit prallen Glykogenspeichern starten, d.h. sich vorher reichlich mit Koh-
lenhydraten abfüllen, bewirken, daß die Muskelzellen nicht Fettsäuren, sondern
Glykogen verbrennen. Wenn reichlich Muskelglykogen vorhanden ist oder wenn
jemand kurz vor der Belastung seinen Blutglukosespiegel in die Höhe treibt, in-
dem er zwei Bananen verdrückt oder einen Energiedrink hinunterstürzt, dann
bewirken die Gesetze der Natur, daß die Muskelzellen die für sie naheliegendsten
und am einfachsten verfügbaren Energieträger verwenden. Und die bestehen si-
cher nicht aus Fettsäuren.

Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Verabreichung von Kohlenhydraten
während der körperlichen Belastung. Aus diesem Grund sollte die letzte Nah-
rungsaufnahme spätestens zwei Stunden vor dem Training in Form einer leich
ten, kohlenhydratarmen Mahlzeit erfolgen. Im Bodybuilding dagegen sind prall
gefüllte Muskelglykogenspeicher sowie die Zufuhr von einfachen Kohlenhydra-
te (z.B. Obst) kurz vor dem Training durchaus wünschenswert, d.h. es wird eine
für die Wirksamkeit von Carnitin konträre Situation geschaffen.

Ausdauerathleten und Fitneßsportler, die regelmäßig ein aerobes Training betrei-
ben, können ihre Ernährung durchaus mit 1— 2 Gramm Carnitin/Tag supplemen-
tieren. Die Tagesdosierung sollte auf 2 — 3 Einzelgaben verteilt werden. Höhere
Dosierungen im Bereich von 2 — 4 Gramm Carnitin/Tag können gemäß einer
italienischen Studie die Sauerstoffaufnahme während längerer Ausdauer-
belastungen verbessern. Abgesehen davon, daß 4 Gramm Carnitin/Tag ein paar
Mark kosten, was nützt einem das als Bodybuilder? Leider sehr wenig. Können
sich Bodybuilder von zusätzlichen Carnitingaben denn überhaupt nennenswerte
Vorteile versprechen? Wer Vegetarier ist bzw. katastrophale Ernährungs-
gewohnheiten hat, der sollte ruhig einmal mit Carnitinpräparaten experimentie-
ren. Aber ansonsten? Ausgehend von der Tatsache, daß Athleten allgemein einen
höheren Carnitinverbrauch und damit auch -bedarf als Nichtsportler haben und
dieser womöglich durch die normale Ernährung nicht ausreichend gedeckt ist,
schlagen wir vor, daß Sie als Bodybuilder Carnitinpräparate einfach einmal aus-
probieren. Nehmen Sie über 6 — 8 Wochen täglich zusätzlich 1— 3 Gramm Carnitin
auf 2 — 3 Einzelgaben verteilt ein. Staffeln Sie die Dosierung, versuchen Sie es
zwei Wochen lang mit 1 Gramm/Tag, dann zwei Wochen lang mit 2 Gramm/Tag
und anschließend mit 3 Gramm/Tag. Danach sollten Sie sich folgende Fragen
stellen: Bin ich mit Carnitin stärker oder muskulärer geworden? Habe ich mehr
Energie und Ausdauer? Habe ich Körperfett verloren? Fühle ich mich mit Carnitin
besser? Sollten Sie auch nur eine Frage mit Ja beantworten können, so hat sich die
Einnahme von zusätzlichem Carnitin gelohnt, und wir empfehlen deren Fortfüh-
rung. Leider wird dies bei den meisten Bodybuildern erfahrungsgemäß nicht der
Fall sein. Auch die erwähnte anti-katabole, proteinsparende Wirkung von Carnitin
bezieht sich leider nur auf längere Ausdauerbelastungen (z.B. Marathonlauf,
Triathlon) , wenn durch das Einschleusen von Fettsäuren in die Mitochondrien
der Muskelzellen die Energieversorgung optimiert wird und demzufolge Muskel-
protein nicht als Energieträger herangezogen werden muß. Wettkampfbodybuilder,
die diverse fettverbrennende Substanzen einnehmen wie z.B. Clenbuterol oder
Ephedrin und die neben ihrem Hanteltraining noch eine aerobe Aktivität mit in
ihr Vorbereitungsprogramm aufgenommen haben, werden von zusätzlichen
Carnitingaben sehr wahrscheinlich profitieren. Eine Dosierung von 1-2 Gramm
Carnitin/Tag dürfte für deren Bedürfnisse ausreichend sein. Die Einnahme von
Carnitin birgt bei den geschilderten Dosierungen keine gesundheitlichen Risi-
ken. In seltenen Fällen kann es nach der Verabreichung der flüssigen Carnitin-
varianten zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen. Eine toxische Wir-
kung dürfte selbst bei hohen Dosierungen unwahrscheinlich sein, da der Körper
ein Zuviel an Carnitin mit dem Urin ausscheidet.

Beim Kauf von Carnitinpräparaten ist darauf zu achten, ausschließlich die L-Form,
d.h. L-Carnitin-Präparate, zu erwerben. Als Wirkstoff darf nur L-Carnitin (Levo-
carnitin) enthalten sein. Präparate mit D-Carnitin (Dextrocarnitin) oder DL-Carnitin
sind abzulehnen, da die D-Form potentiell toxisch ist und dartiberhinaus die Auf-
nahme von L-Carnitin im Körper behindert. Neben zahlreichen Carnitinpräparaten
seitens der Sportnährmittelfirmen gibt es den Wirkstoff L-Carnitin auch in der
Apotheke. Zwei nicht rezeptpflichtige und somit frei erhältliche Apothekenprä-
parate sind Biocarn und Nefrocarnit von der Firma Medice. 3,3 ml Sirup (= 1 Meß-
becher) enthalten 1g L-Carnitin.

Posted in Ernährung | Comments Off on CARNITIN

BORON

Wer die Entwicklung auf dem Nährmittelsektor in den letzten Jahren aufmerksam
verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, daß die Geschichte vieler der dort erhält-
lichen Präparate immer nach demselben Schema abläuft. Als erstes wird um Sub-
stanz XY aufgrund irgendwelcher Forschungsergebnisse ein riesiger Wirbel ge-
macht, und ehe man es sich versieht, ist überall zu lesen, daß Substanz XY un-
glaubliche Fortschritte ermöglicht. Als nächster Schritt kommt ein Aufschrei von
Wissenschaft und Forschung, die alles auf den Plazeboeffekt schieben. So richtig
interessant wird jedoch erst die darauffolgende Stufe, da hier nun drei Dinge
geschehen können: 1.) Es werden neue Studien durchgeführt, die die ursprüngli-
chen Angaben einwandfrei belegen. 2.) Die neuen Untersuchungsergebnisse stel-
len die anfänglichen Behauptungen in Frage. 3.) Ein kluger Kopf geht noch ein-
mal zu der ursprünglichen Studie zurück, betrachtet diese etwas genauer und
stellt fest, daß sie mit den Angaben, die das ganze Aufsehen erst auslösten, ei-
gentlich gar nichts zu tun hat. Ein perfektes Beispiel dafür ist die jüngste Entwick-
lung von Boron auf dem Bodybuildingmarkt.

Boron ist ein Spurenelement, das eigentlich niemanden sonderlich interessiert,
da es lediglich für das Wachstum verschiedener Pflanzenarten von Bedeutung ist,
nicht aber für die Ernährung von Mensch und Tier. Diese Gleichgültigkeit änder-
te sich schlagartig, als 1987 eine im Auftrag des US-amerikanischen Landwirtschafts-
und Ernährungsministeriums durchgeführte Studie veröffentlicht wurde. Der
Zweck dieser Studie war, die Auswirkungen von Boron, Aluminium und Magne-
sium auf den Kalziumstoffwechsel von Frauen nach den Wechseljahren zu erfor-
schen. Als Ergebnis konnte bei allen zwölf Frauen, die ihre Wechseljahre hinter
sich hatten, neben einer verbesserten Kalzium- und Magnesiumabsorption auch
ein 300 %-iger Anstieg des Serumtestosteronspiegels und des Serumöstrogen-
spiegels präsentiert werden. Ermöglicht wird dies dadurch, daß sich Boron bei
der vorgenannten Personengruppe an inaktive Testosteronmoleküle bindet und
durch die Zusammenführung eines Wasserstoff- und Sauerstoffatomes der Gehalt
an freien, aktiven Testosteronmolekülen im Blut um das Dreifache ansteigt.

Aufgrund der Resultate dieser Studie priesen fortan zahlreiche Nährmittelhers-
teller Boron als den ultimativen natürlichen Testosteronbooster, der jedem Body-
builder, egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, steroidähnliche Zuwächse in kür-
zester Zeit ermögliche. Daß es sich bei den Testpersonen der Untersuchung aus-
schließlich um ältere Frauen nach den Wechseljahren handelte, die obendrein
noch einen subnormalen Hormonspiegel zu Beginn der Studie vorwiesen, wur-
de in keiner einzigen Werbeanzeige für Boron erwähnt. Nun ja, es war wohl ne-
ben den bombastischen Tabellen, Graphiken und Erläuterungen, die diesen sen-
sationellen Testosteronanstieg dem Athleten vor Augen führen sollten, kein Platz
mehr vorhanden, um einen kleinen, unbedeutenden Hinweis bezüglich des Al-
ters und des Geschlechts der Testpersonen einzufügen.

Den zusätzlichen Anstieg des körpereigenen Östradiolspiegels ließ man wohl-
weislich ebenfalls außen vor, schließlich ist es kein Geheimnis, daß Östradiol die
Wasserspeicherung und den Fettansatz fördert und darüber hinaus bei männli-
chen Athleten Feminisierungserscheinungen wie z. B. das Wachstum der Brust-
drüsen (Bitch tits) auslösen kann. Eigenschaften, die sich in der Werbung nicht
unbedingt als verkaufsfördernd erweisen, wenn der Kunde Bodybuilder ist. Mit
solchen zurechtgestutzten Werbeanzeigen lief das Borongeschäft hervorragend
und garantierte lukrative Umsätze.

Nach und nach erhoben sich erste Stimmen, die die Wirksamkeit von Boron als
Testosteronstimulanz in Frage stellten und weitere Untersuchungen forderten.
Die angebrachten Zweifel bewahrheiteten sich, als das ‘International Journal of
Sports Nutrition’ Jahre später eine Studie veröffentlichte, an der 19 männliche
Bodybuilder im Alter zwischen 20 und 27 teilnahmen. Bei einer Tagesdosierung
von 2,5 mg Boron über sieben Wochen konnte bei den Testpersonen weder ein
Testosteronanstieg noch ein gesteigerter Kraft- und Muskelzuwachs beobachtet
werden. Diese Resultate bestätigten die Erfahrungen, die zigtausende Bodybuil-
dern / Bodybuilderinnen schon vorher am eigenen Leib gemacht haben: Boron
ist als leistungssteigernde Substanz in jeglicher Hinsicht absolut unwirksam. Der
Grund dafür ist, daß sich die Zusammensetzung des Blutes hinsichtlich des männ-
lichen Sexualhormons Testosteron von Frauen nach den Wechseljahren von der
von jungen, gesunden Bodybuilder/Bodybuilderinnen stark unterscheidet. Des-
halb ist es ein völliges Unding, einen durch Boron induzierten Testosteronanstieg
bei Frauen nach den Wechseljahren auf junge Männer und Frauen zu übertragen.

Schlimmer noch, denn neuere Studien weisen Boron einen inhibierenden Effekt
auf das menschliche Hormonsystem zu. Ratten, denen man hohe Dosierungen
dieses Minerals verabreichte, verzeichneten eine Abnahme des Gewichts der
Hoden und Eierstöcke, eine Änderung der Zellstruktur in den Hoden und eine
reduzierte Spermienproduktion bis hin zu Impotenz. Weiterhin konnte eine ver-
änderte Haut- und Haarbeschaffenheit festgestellt werden. In bestimmten Gebie-
ten Rußlands mit einer hohen Boronkonzentration im Wasser fanden Forscher
ein ungewöhnlich häufiges Auftreten von Impotenz und Unfruchtbarkeit der dor-
tigen Bevölkerung. Es gibt sogar schon Überlegungen, Boron in hohen Dosie-
rungen als Verhütungspille für den Mann anzubieten. Eine hohe Dosierung liegt
im Bereich von 10 mg Boron und mehr am Tag.

Obwohl eine Tagesdosierung von 2 — 3 mg Boron sicherlich niemandem schadet,
ist die Einnahme von boronhaltigen Präparaten zu leistungssteigernden Zwek-
ken abzulehnen. Wieso sollten Sie für etwas Geld ausgeben, das Ihnen besten-
falls keinen Schaden zuführt? Lassen Sie die Finger von einer Boronsupple-
mentierung und seien Sie Firmen gegenüber kritisch, die diese Substanz als
Testosteronbooster vermarkten, es sei denn, Sie sind weiblich, nach den Wech-
seljahren, haben erwiesenermaßen einen Kalzium- und Boronmangel und leiden
an Osteoporose. In der Nahrung ist Boron in Früchten, Blattgemüse, Nüssen,
Bohnen und Honig enthalten. Übrigens, gute Boronquellen sind auch Wein und
Bier, zwei Getränke, die für ihren hemmenden Einfluß auf die körpereigene
Testosteronproduktion hinreichend bekannt sind…

Posted in Ernährung | Comments Off on BORON

BIERHEFETABLETTEN

Bierhefetabletten sind eines der ältesten Nahrungsergänzungspräparate im Bo-
dybuilding. In den fünfziger und sechziger Jahren schluckten Athleten während
ihrer Aufbauphasen nicht selten hundert oder mehr Tabletten am Tag. Ob Steve
Reeves, Bill Pearl oder Sergio Oliva, alle räumten sie in ihren Zeitschriftenartikeln
einen regelmäßigen Bierhefetablettenkonsum ein. Heute verwenden nur noch
wenige Kraftsportathleten Bierhefepräparate zur Supplementierung der täglichen
Ernährung. Eine für uns unverständliche Entwicklung, wenn man bedenkt, daß
Bierhefe ein wahres “Mini-Labor” hochaktiver, biologischer Substanzen wie Vit-
amine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren ist. Bierhefe ist eines
der vitaminreichsten Lebensmittel überhaupt und besitzt von Natur aus einen
hohen Gehalt an B-Vitaminen. Der für Sportler so bedeutsame Vitamin B-Kom-
plex (Vitamin B,, B2, B( , B12, Niacin, Pantothensäure, Biotin, Folsäure, Cholin) ist
in Bierhefe vollständig enthalten. Die B-Vitamine steuern eine Vielzahl von
Stoffwechselprozessen im menschlichen Organismus. Bodybuilder sollten wis-
sen, daß die Vitamine der B-Gruppe am Aminosäurenstoffwechsel sowie an der
Eiweißsynthese beteiligt sind. Die einzelnen B-Vitamine können ihre volle Wir-
kung jedoch nur entfalten, wenn sie, in den gesamten Vitamin B-Komplex einge-
bunden verabreicht werden. Aus diesem Grunde bieten sich Bierhefetabletten
für Hantelsportler geradezu an, zumal sie rein natürliche Vitamin B-Träger sind
und vom Körper besser aufgenommen werden können als synthetische B-Vit-
amine, wie sie z. B. in den populären Vitaminbrausetabletten enthalten sind. Bo-
dybuilder sollten Bierhefetabletten am besten während sogenannter Masseauf-
bauphasen gebrauchen, wenn die Kalorienzahlen und die Proteinzufuhr erhöht
sind. Zu den Mahlzeiten eingenommen helfen die B-Vitamine bei der
Verstoffwechselung von Proteinen, d.h. sie begünstigen die Umwandlung von
Nahrungseiweiß in Muskeleiweiß. Darüberhinaus steigern Bierhefetabletten den
Appetit, da sie nach dem Essen für ein schneller wiederkehrendes Hungergefühl
sorgen, ein Punkt, der während einer Aufbaudiät durchaus wünschenswert ist
und der zeigt, daß Bierhefetabletten tatsächlich die Nahrungsverstoffwechselung
verbessern. Bierhefetabletten gibt es in allen Drogerien, Reformhäusern und in
vielen Supermärkten zu kaufen. Ein geeignetes Präparat wäre z. B. Biolabor
Bierhefetabletten von der Firma Biolabor GmbH. Eine Packung (250 g) enthält
500 Tabletten und kostet 5,99 DM. Davon können zu jeder Mahlzeit 8 —10 Tablet-
ten eingenommen werden. Nebenwirkungen gibt es keine, im Gegenteil, wer
Probleme mit einer unreinen Haut hat, wird nicht selten eine Besserung erfahren.
Eine übermäßige Gelbfärbung des Urins tritt beim Gebrauch von Bierhefetabletten
in aller Regel nicht auf, was zeigt, daß die enthaltenen (wasserlöslichen) B-Vit-
amine vom Körper sehr gut verwertet werden.

Posted in Ernährung | Comments Off on BIERHEFETABLETTEN

Gesundheitliche Schäden durch den Gebrauch von Anabolika

Weitere gesundheitliche Schäden durch den Gebrauch von Anabolika

Appell vermutet bei Sportlern, die über mehrere Jahre Anabolika in
mittlerer Dosierung einnehmen, ein erhöhtes Arteriosklerose-Risiko
sowie funktionelle Störungen des Herzmuskels. Möglicherweise ist die
(unerwünschte und schädliche) Wirkung von Anabolika auf die glatte
Muskulatur des Herzens sogar erheblich größer als die geplante Wirkung
auf die Skelettmuskulatur, die sich nach Appell weitgehend in einer
Zunahme von Kalium und Körperwasser erschöpft.*
Im Gegensatz dazu geht z. B. Michna davon aus, daß Anabolika zu
einer Steigerung der Muskelkraft führen, daß aber ihr Gebrauch auch die
Gefahr von Sehnenrissen nicht nur in Folge der erhöhten Kraft sondern
auch in Folge chemischer Veränderungen in den Sehnen selbst erhöht.

Weitere im Sport angewandte Drogen

Sympatikomimetika

Adrenalin, Noradrenalin, Oxedrin , Pholedrin, Ephedrin, Metaradrin,
Effortil, Weckamine: Preludin, Pervitin, Benzedrin, Captagon, u.a.
Die im Nebennierenmark produzierten Hormone Adrenalin und
Noradrenalin beeinflussen den Blutzuckergehalt, den Glykogengehalt
von Muskulatur und Leber, Fettsäure, Kalium und Phosphatgehalt in
Blut u.v.a.m.

Sowohl Herz, Kreislauf und Atmung als auch der Stoffwechsel werden
angeregt, weshalb die Zufuhr dieser Hormone als Doping gilt. Daß sie
dennoch relativ selten zur Anwendung kommen, liegt, wie Wolf
beschreibt, gerade an ihrer außerordentlichen Wirksamkeit: „Die beson-
dere Gefahr, liegt, abgesehen von den Folgen einer Überdosierung, vor
allem darin, daß Herzrhythmusstörungen bis zum tödlichen Kammer-
flimmern auch bei „therapeutischen” Dosen zu befürchten sind, so daß
die Anwendung auf extreme medizinische Notfälle beschränkt bleibt.”

Dies gilt jedoch nicht für die oben genannten, weiteren hormonähnli-chen Stoffe, von denen insbesondere das schon im Altertum bekannte
Ephedrin zu erwähnen ist. Die durch Ephedrin hervorgerufene Blut-
drucksteigerung hält länger an als nach Adrenalin, was aber wegen der
damit verbundenen Anregung auch über Nacht letztlich wegen Schlaflo-
sigkeit wieder zur Leistungsverminderung führt. Bei Einnahme über eine
Woche berichteten Sportler zudem Unruhezustände, Appetitlosigkeit
und Verstopfung. Auch bei anderen Präparaten wie Effortil wurde
starke Nervosität und schlechter Schlaf gemeldet. Zumindest für den
ersten Tag der Einnahme werden jedoch z.B. bei Pholedrin und Ephe-
drin deutliche Leistungsverbesserungen gefunden**, weshalb diese
Stoffe zu Recht auf der Dopingliste stehen.

Dies gilt auch für die schon beinahe „klassischen” Dopingmittel, die
Weckamine, hier insbesondere die Amphetaminpräparate. Ampheta-
min steigert das Herzminutenvolumen und den Blutdruck, führt bei nich-
termüdeten Personen zu euphorischen Stimmungen und erhöhtem
Selbstvertrauen, steigert die Lust zur körperlichen Betätigung und
Bewegung und verringert das Schlafbedürfnis. In der richtigen Dosie-
rung wirkt Amphetamin damit eindeutig leistungssteigernd. Es ist jedoch
eine aus der Erfahrung bestätigte Tatsache. daß diese Dosierung
von Mensch zu Mensch äußerst unterschiedich ausfällt und somit für den
Einzelfall nicht vorhersehbar ist.

Überdosierungen führen zu Reizbarkeit, Panikstimmungen, Schwindel,
Brechreiz und zu starken psychischen Störungen bis hin zu Halluzinationen
und paranoiden Psychosen. So mußte 1956 ein Radrennfahrer nach Ein-
nahme von Amphetamin mit allen Anzeichen geistiger Verwirrung in eine
psychiatrische Klinik eingeliefert werden. Am 13. Juli 1967 stürzt der Rad-
fahrer Tom Simpson auf der Tour de France. Kurz nach der Einlieferung in
das Krankenhaus von Avignon stirbt er, die Untersuchung ergibt auch hier
die Einnahme von Amphetamin. * Dennoch haben in einer Gruppe von 81
untersuchten Radfahrern fast 40% zum Training oder Wettbewerb Amphe-
tamin zu sich genommen.”

Auch Leichtathleten greifen zu dieser Droge. So soll es insbesondere die
Leistungsfähigkeit in Wurfdisziplinen und bei Springern und Sprintern ver-
bessern, auch Lauf- und Schwimmversuche zeigen teilweise positive Auswir-
kungen. Dabei muß das Amphetamin nicht direkt auf die Muskeln einwirken.
Vielmehr scheint gerade der durch die Amphetamineinnahme gesteigerte
Tätigkeitsdrang einen erheblichen Beitrag zur Leistungssteigerung zu leisten.
Dies führt jedoch u. U. zu einer unökonomischen Aus- bis Überbelastung der
körpereigenen Reserven. Vorteile wie die geringere Erschöpfbarkeit werden
durch Nachteile wie Frost- und Schwindelgefühl, Leibschmerzen u.ä. erkauft.
In dieser mangelhaften Schonung der Reserven liegt auch die hauptsächliche
Gefahr der Amphetamine: „Nicht die Ursache der Ermüdung wird beseitigt,
der Sportler spürt nur die Müdigkeit nicht mehr und wird deshalb auch nicht
mehr rechtzeitig gewarnt, daß seine Leistungssgrenze erreicht ist.”** Da die
individuelle Dosierung aber z.Zt. von niemandem beherrscht wird, kann vor
einem Amphetamingebrauch nur gewarnt werden. Die ursprünglich vermu-
tete Anwendbarkeit der Amphetamine bei endogenen Psychosen hat sich
nicht bestätigt. Der Mißbrauch dieser Mittel isi indes weit verbreitet, obwohl
sie wesentlich schädlicher und gefährlicher sind als z.B. Haschisch oder Mari-
huana. Man schätzt, daß in den USA jährlich etwa 50 Mordfälle auf ihr Konto
kommen, begangen in einem durch Amphetamine hervorgerufenen Zustand
gesteigerter Agressivität und paranoider Verwirrung.

Die folgende Tabelle zeigt, daß mehrmaliger Amphetamingebrauch
nahezu sämtliche leistungsrelevanten Faktoren wie Blutdruck, Blutdruck-
schwankungen, u. ä. sowohl kurz- als auch langfristig ungünstig beinflußt.

Stimulantien

Stimulantien, Analeptika, Kampfer, Strychnin, Cocain u.v.a. regen
über das Zentrale Nervensystem Atmung und Kreislauf an. In kleineren
Dosen beseitigen sie die Müdigkeit, wirken im Gegensatz zu den eben
beschriebenen Amphetaminen jedoch mehr auf die Motorik als auf die
psychischen Eigenschaften. Da jedoch etliche dieser Stimulantien, dar-
unter auch das eingangs erwähnte Strychnin, in größeren Dosen
Krämpfe erzeugen, sind sie als Dopingmittel schwer zu handhaben.
Einige Schwimmer mußten deshalb schon nach kurzer Distanz wegen
Muskelverhärtung und allgemeiner Steifheit aus dem Wettbewerb aus-
scheiden*, dem Briten Tom Hicks allerdings soll Strychnin 1904 bei den
Olympischen Spielen in Saint Louis zum Marathonsieg verholfen haben**.
Es soll die Sauerstoffaufnahme während der Anlauf- und Höchstlei-
stungszeit verbessern und die Sauerstoffschuld in der Erholungsphase
vermindern.

Cocain spielte im 19. Jhd. als Rauschgift eine bedeutende Rolle,
wurde aber später durch das Morphin weitgehend überholt. Heute
gewinnt es insbesondere in sozial besser gestellten Kreisen wieder an
Bedeutung und gilt als sog. „Schickeriadroge”.

Es wurde ursprünglich von den eingeborenen Indianern Südamerikas
aus den Blättern des Strauches Erythroxilon coca gewonnen und ist dort
nach wie vor leicht erhältlich. Dem Kauen von Kokablättern ist etwa 2/3
der peruanischen Indios verfallen. Der Kokasaft stillt das Hungergefühl
und erhöht zunächst die Leistungsfähigkeit. Bei fortdauerndem
Gebrauch führt es zu Stumpfheit und Apathie, was bei den dortigen
schlechten Lebensbedingungen durchaus als angenehm empfunden
wird.

Als Pulver wird Kokain von der Nasenschleimhaut gut resorbiert. Bei
lokaler Anwendung kommt es zur Lähmung und Betäubung der betrof-
fenen Nervenenden. Die gefäßverengende Wirkung des Kokains verhin-
dert dessen stärkere Resorption durch die Schleimhäute. Dennoch sind
die Resorptionsbedingungen allgemein so gut, daß beträchtliche Mengen
in den Kreislauf geraten. Sowohl Hunger als auch Ermüdung werden
dann vollkommen verdrängt und es kommt zu einer oft recht beträchtli-
chen (euphorischen) Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Größere
Dosen führen jedoch zu Lähmungserscheinungen. Zwar führt das
Absetzen der Droge kaum zu Entzugserscheinungen, die extrem hohe
Rückfälligkeitsrate weist jedoch die Gefahr der seelischen Abhängigkeit hin.
Radfahrer, Kraftsportler und Boxer gehören zu den bevorzugten Kokaini-
sten unter den Sportlern. Da diese Droge zumindest in der Anfangsphase und
bei richtiger Dosierung Kraft und Ausdauer steigert, auf jeden Fall aber stets
das Gefühl einer solchen Steigerung hervorruft, braucht dieser an für sich haar-
sträubende Mißbrauch nicht zu verwundern. Manche Sportler schrecken selbst
vor härteren Drogen nicht zurück. So stirbt 1963 der Weltergewichter Billy
Bello an einer Heroinvergiftung, nachdem 1960 dem Olympiadritten über
400 m Hürden, Dick Howard, bereits das gleiche passiert ist. Solche Gescheh-
nisse sprechen für sich, auf einen Kommentar können wir darum verzichten.

Posted in Hormone und Steroide | Comments Off on Gesundheitliche Schäden durch den Gebrauch von Anabolika

BETA SITOSTEROL

Eine weitere Modeerscheinung im Bodybuilding ist die Vermarktung von pflanz-
lichen Sterolen wie Beta Sitosterol als anabol wirkende Substanzen. Beta Sitosterol
ist auf natürliche Weise in verschiedenen Pflanzen und Pflanzenölen vorhanden
und wird aus Keimölextrakten gewonnen. Chemisch gesehen besitzt Beta Sitosterol
strukturelle Ähnlichkeiten mit Cholesterin. Der einzige erwiesene physiologische
Effekt von Beta Sitosterol ist, daß es die Absorption von Cholesterin aus dem
Magen-Darm-Trakt verringert und somit hilfreich sein kann, den Cholesterinspie-
gel zu reduzieren. In klinischen Studien wurde bei Tieren nach regelmäßigen
Injektionen einer solch gewaltigen Menge wie 3 — 20 g/Tag ein Absinken des
Cholesterinspiegels im Blut beobachtet. Die erforderlichen hohen Tages-
dosierungen erklären sich damit, daß der Körper Beta Sitosterol hei oraler Ein-
nahme nahezu überhaupt nicht resorbiert und selbst die injizierbare Variante kaum
verwertet. Das bedeutet, dem menschlichen Organismus fehlt das notwendige
enzymatische System, um Beta Sitosterol, wie im übrigen auch alle anderen pflanz-
lichen Sterole, verwerten zu können. Beta Sitosterol besitzt bei Menschen fast
keine biologische Aktivität, was jedoch durchaus wünschenswert ist, wie der ame-
rikanische Arzt Dr. Brian Leibowitz in der US-Bodybuildingpublikation `Muscular
Development’, November 1990, in seinem Artikel `Unproven Anabolic/Ergogenic
Aids’ bestätigt: „Die geringe Aufnahme von Beta Sitosterol im menschlichen Kör-
per läßt auf eine Art Schutzmechanismus schließen, da Personen, die aufgrund
einer erblichen Schwäche große Mengen Beta Sitosterol absorbieren,
Betasitosterolemia entwickeln, ein Erscheinungsbild, das sich in krankhaften Ver-
änderungen der Haut und der Gelenke äußert.”

Demzufolge drängt sich natürlich die Frage auf, weshalb Beta Sitosterol im Body-
building überhaupt angeboten wird. Die Antwort ist simpel und verblüffend zu-
gleich. Beta Sitosterol wird von der Industrie dahingehend chemisch verarbeitet,
daß es als Grundstoff für die Herstellung verschiedener Medikamente, wie z. B.
synthetischer Hormonpräparate, verwendet werden kann. Denn wir wissen, daß
der Körper das männliche Sexualhormon Testosteron aus Cholesterin bildet, und
da Beta Sitosterol strukturelle Ähnlichkeiten mit Cholesterin besitzt, dient es den
Pharmakonzernen u.a. zur Herstellung von synthetischem Testosteron. Nun dürfte
auch der Zusammenhang zwischen dem Bodybuildingsport und der Vermark-
tung von Beta Sitosterol klar werden, denn geschäftstüchtige Personen argumen-
tieren, daß Beta Sitosterol aufgrund seiner strukturellen Ähnlichkeiten mit Chole-
sterin vom Körper zur vermehrten Testosteronbildung herangezogen wird. Eine
absurde Hypothese, da — wie der Leser mittlerweile weiß — Beta Sitosterol nach
der Einnahme von der Leber und im Magen-Darm-Trakt nahezu völlig zerstört
oder in biologisch inaktive Moleküle zerlegt wird. Dennoch sind immer wieder
von gewisser Seite die Behauptungen zu hören, daß Beta Sitosterol nicht nur die
endogene Testosteronproduktion steigert, sondern auch eine vermehrte
Wachstumshormonfreisetzung bewirken soll und angeblich um ein Vielfaches
lipotropischer (fettverbrennender) wirkt als Cholin. Wer den oben angeführten
Artikel `Unproven Anabolic/Ergogenic Aids’ von Dr. Brian Leibowitz weiterliest,
wird bezüglich der leistungssteigernden Eigenschaften von Beta Sitosterol fol-
gendes erfahren: „Aber der entscheidende Punkt ist, daß bis heute keinerlei An-
zeichen für eine hormonähnliche Funktion von Beta Sitosterol existieren. Dieje-
nigen, die behaupten, Beta Sitosterol hätte einen anabolen Effekt, gehen schlicht
und einfach von der falschen Annahme aus, daß pflanzliche Sterole wie syntheti-
sche Steroidhormone wirken würden. Dies ist allerdings nicht der Fall, und we-
der Beta Sitosterol noch irgendein anderes pflanzliches Sterol haben jemals muskel-
auf- und fettabbauende Eigenschaften gezeigt.”

Beta Sitosterol wird zumeist in Kombination mit anderen Sterolen wie Gamma
Oryzanol, Stigmasterol, Campesterol oder auch Fucosterol als eine Art super-
anaboler Sterolkomplex angeboten. Da sämtliche pflanzlichen Sterole, ob allein
oder in Kombination eingenommen, wie erwähnt vom menschlichen Körper kaum
verwertet werden können, handelt es sich dabei in keinster Weise um ein super-
anaboles Gemisch, sondern um eine Anhäufung ineffektiver Substanzen, die
möglicherweise sogar leistungsmindernd wirken können. Sportlern kann die
Anwendung von Beta Sitosterol deshalb nicht empfohlen werden. Wer es den-
noch einmal versuchen möchte, der findet in Apotheken mehrere nicht ver-
schreibungspflichtige Präparate, wie z.B. Harzol von der Firma Hoyer.

Posted in Ernährung | Comments Off on BETA SITOSTEROL

BCAA (Branched Chain Amino Acids)

Jeder Bodybuilder kennt sie, nahezu alle haben sie schon einmal verwendet, sei
es der von stahlharten 50 cm Armen träumende 70 kg Hänfling oder der über
zwei Zentner schwere Muskelkoloß alias Mr. Olympia. Im Hantelsport sind sie zu
einer festen Größe geworden und auf dem Nährmittelsektor sorgen sie für satte
Gewinne. Die Rede ist von Aminosäurenpräparaten. Über eine mangelnde Aus-
wahl kann man sich nicht beklagen, schließlich ist die Produktpalette groß: es-
sentielle Aminosäuren, nichtessentielle Aminosäuren, wachstumshormonaus-
schüttende Aminosäuren, freie Aminosäuren, semiessentielle Aminosäuren,
Aminosäurenketten wie Dipeptide, Tripeptide oder Polypeptide, L-Aminosäuren,
D-Aminosäuren, DL-Aminosäuren, hydrolysierte Aminosäuren, verzweigtkettige
Aminosäuren und plötzlich auftauchende stark amerikanisch klingende Namen
wie z.B. Branched Chain Amino Acids. Je umfangreicher das Angebot, desto mehr
wächst die Verwirrung beim Athleten. Welche Aminos sind für mich die besten,
wieviel, wann, in welcher Kombination? Denn eines ist gewiß, Aminosäuren sind
nicht gleich Aminosäuren. Von besonderem Interesse für den Bodybuilder sind
die BCAA.

BCAA (Branched Chain Amino Acids) oder verzweigtkettige Aminosäuren, wie
sie im Deutschen heißen, bestehen aus den drei Aminosäuren Leucin, Isoleucin
und Valin, die allesamt der Gruppe der essentiellen Aminosäuren angehören, was
bedeutet, daß der Körper sie nicht selbst herstellen kann, sondern auf eine Zu-
fuhr durch die Nahrung angewiesen ist. Der Term `verzweigtkettig` beruht auf
der besonderen chemischen Molekülstruktur der drei Aminosäuren, für die ein
Ineinandergreifen der Methylgruppen charakteristisch ist. Daraus läßt sich eine
erste wichtige Eigenschaft ableiten: BCAA können ihre volle Wirkung nur entfal-
ten, wenn alle drei Aminos, Leucin, Isoleucin und Valin gleichzeitig eingenom-
men werden. Eine isolierte Anwendung gilt es zu vermeiden.

Um die Bedeutung der verzweigtkettigen Aminosäuren im Bodybuilding verste-
hen zu können, sei uns ein Blick auf einige Eigenschaften des Muskelgewebes
gestattet. Muskeln bestehen aus Protein, mit Aminosäuren als einzelnen Baustei-
nen, ein Punkt, den jeder kennt. Interessant wird es erst, wenn man die in den
Muskelzellen vorkommenden Aminosäuren genauer betrachtet. Denn hier ste-
chen zwei ganz deutlich hervor. Die in der Skelettmuskulatur am stärksten vertre-
tenen Aminosäuren sind Glutamin und Alanin, in einem Mengenverhältnis von
10:1. So weit, so gut. Wenn nun aber der Körper mit Streßsituationen wie z.B.
Bodybuilding, Powerlifting, Gewichtheben oder irgendeiner anderen intensiven
sportlichen Betätigung konfrontiert wird, kommt es zu folgender Szenerie: Gro-
ße Mengen Glutamin und Alanin werden von den Muskelzellen ins Blut abgege-
ben, um das Immunsystem zu stärken, die Funktion des Magen-Darm-Traktes zu
verbessern, die Glykogenproduktion in der Leber zu steigern und den Ammoniak-
abbau über die Nieren zu erhöhen. Im Endeffekt werden sowohl Glutamin als
auch Alanin über den Urin ausgeschieden und gehen damit für den Körper verlo-
ren. Wichtig ist, die während des Trainings verlorengegangenen Glutamin- und
Alaninvorräte wieder aufzufüllen, ansonsten gerät die Muskelzelle in einen
katabolen, abbauenden Zustand, bei dem Muskelgewebe verstoffwechselt wird,
weshalb der Athlet folgerichtig hart erarbeitete Muskelmasse und Kraft einbüßt.
Um dies zu verhindern, versuchen die Muskelzellen sowohl während als auch
nach der körperlichen Belastung Glutamin und Alanin aus anderen Aminosäuren
herzustellen.

Welche Rolle spielen dabei die BCAA? Studien haben gezeigt, daß sie das so wich-
tige Baumaterial für die Glutamin-und Alaninbildung liefern. Die schnelle Auf-
nahme und der hohe Verbrauch von Leucin, Isoleucin und Valin in den Muskel-
zellen während und nach dem Training liefern dafür den Beleg. Nur, woher nimmt
der Körper jene drei verzweigtkettigen Aminosäuren? Drei Möglichkeiten stehen
zur Auswahl: Erstens, der Körper verstoffwechselt eigenes Muskelgewebe und
gewinnt daraus BCAA, die immerhin 35% aller im Muskel enthaltenen essentiel-
len Aminosäuren ausmachen. Zweitens, er benützt für einen weiteren Protein-
aufbau zunächst einmal weniger BCAA, oder drittens, die Muskelzellen decken
ihren erhöhten Bedarf über die im Blutkreislauf befindlichen, sogenannten frei-
en BCAA, die noch nicht an Körperzellen gebunden sind. Die ersten beiden Punkte
gilt es zu vermeiden, sollte der Athlet weiterhin Interesse an einem kraftvollen
Muskelaufbau hegen. Bleibt als einzig sinnvolle Strategie Punkt drei, die Versor-
gung der Muskelzellen über den Blutkreislauf mit freien BCAA. Und an dieser
Stelle kommt erstmals die Verwendung von BCAA-Präparaten ins Spiel.

Denn die verzweigtkettigen Aminosäuren werden nach der Einnahme — ganz im
Gegensatz zu den übrigen Aminosäuren — nicht erst in der Leber, sondern direkt
im Muskelgewebe verstoffwechselt, d.h. sie können von den Muskelzellen ohne
Umschweife zur Bildung von verbrauchtem Gutamin und Alanin herangezogen
werden.

Dadurch muß der Körper nicht auf eigenes Muskelgewebe zurückgreifen. Im Klar-
text: Werden BCAA zum richtigen Zeitpunkt verabreicht, so besitzen sie die Fä-
higkeit, den Athleten vor einem Abbau von Muskelsubstanz zu schützen. Man
spricht in diesem Zusammenhang auch von einem anti-katabolen Effekt der
verzweigtkettigen Aminosäuren. Zu diesem Zweck sollten BCAA 60 — 90 Minuten
nach dem Training eingenommen werden, da hier die Aminosäurenaufnahme in
den Muskelzellen am höchsten ist. Um eine optimale Resorption zu gewährlei-
sten, empfiehlt sich die Kombination mit einer Mahlzeit. Man schlägt so zwei
Fliegen mit einer Klappe, denn BCAA stimulieren außerdem die Bauchspeichel-
drüse zu einer vermehrten Insulinausschüttung, wodurch der Transport von Ami-
nosäuren in die Muskelzellen noch verstärkt wird.

Untersuchungen über die Wirkungsweise von BCAA beim Menschen zeigen auf,
daß deren Verabreichung möglicherweise einen direkten anabolen Effekt nach
sich zieht. Leucin, Isoleucin und Valin verfügen über das Potential, gewisse hor-
monelle Vorgänge zu beeinflussen, wobei insbesondere Leucin einige interes-
sante Eigenschaften zu bieten hat. Eine wachsende Anzahl von Berichten deuten
darauf hin, daß Leucin den HGH-Blutspiegelwert erhöht und sowohl die Aus-
schüttung von Insulin als auch die des T3-Schilddrüsenhormons Liothyronin stei-
gert. Liothyronin besitzt in geringer Dosierung eine anabole Wirkung, da es die
Proteinsynthese in den Muskeln positiv beeinflußt und darüberhinaus die Ver-
brennung von Kohlenhydraten und Fetten zu Energie aktiviert. Inwiefern dies für
den Bodybuilder einen praktischen Nutzen hat, sprich Muskelauf- und Fettab-
bau, ist schwierig zu beurteilen und bedarf sicherlich noch weiterer eingehender
Untersuchungen. Bis es so weit ist, sollte man BCAA eher als anti-katabole, denn
als anabole Substanzen bezeichnen.

Weiterhin dienen BCAA, allen voran Leucin, den Muskelzellen als Energiequelle.
Während körperlicher Belastung wird Leucin direkt in der Muskulatur oxidiert.
Die Oxidationsrate steigt proportional mit der Trainingsintensität an, was zeigt,
daß der Leucinbedarf der Muskelzellen von deren Energiebedarf abhängt. In Si-
tuationen, die durch abnehmende bzw. niedrige Glykogenvorräte der Muskel-
zellen gekennzeichnet sind, wie z.B. eine kalorienreduzierte und Kohlenhydrate-
ingeschränkte Diät in der Wettkampfvorbereitung oder das Ende einer kräftezeh-
renden Trainingseinheit, kann vor allem Leucin von den Muskelzellen schnell
und problemlos als Energieträger herangezogen werden. Obwohl die Haupt-
energie von Kohlenhydraten und Fetten herrührt, werden Proteine bei Bedarf
durch den sogenannten Gluconeogenese-Prozeß ebenfalls herangezogen. Was
bei vielen Athleten u.a. zu einer spürbar verbesserten Ausdauerleistung führt.

Eine bedeutsame Rolle für den Bodybuilder spielt der Glucose-Alanin-Zyklus,
welcher in inniger Beziehung zu den verzweigtkettigen Aminosäuren steht. Alanin
ist die wichtigste Aminosäure, wenn es darum geht, einen einigermaßen stabilen
Blutzuckerspiegel während sportlicher Ausübungen zu gewährleisten, da diese
unter körperlicher Belastung für nahezu die Hälfte der in der Leber produzierten
Glucose verantwortlich ist. Mit anderen Worten: Bei einem schweren Body-
buildingtraining wird Alanin in der Leber zu Glucose umgewandelt, die der Mus-
kulatur als Energie dient. Welchen Part übernehmen dabei die BCAA? Die nach-
folgende, stark vereinfachte Darstellung des Glucose-Alanin-Zyklus wird für Klar-
heit sorgen. Wie wir wissen, steigt der Bedarf an Leucin im Muskelgewebe wäh-
rend anstrengender Trainingseinheiten stark an, was der Muskel dadurch kom-
pensiert, daß er mehr Leucin aufnimmt. Dies wiederum zieht zwei bedeutende
Effekte nach sich: Erstens, die Aminogruppe von Leucin wird zur Bildung von
Alanin verwendet, und zweitens, der verbleibende Rest, die Ketosäure, also Leucin
minus seiner Aminogruppe, wird im Muskel zu Energie verbrannt. Das neu-
geformte Alanin wandert zur Leber und dient dort der Glucoseherstellung (siehe
Gluconeogenese-Prozeß). Das Ergebnis ist, daß Leucin zum einen direkt in der
Muskelzelle zur Energieproduktion eingesetzt wird und zum anderen, daß die
Muskeln die aus Alanin in der Leber geformte Glucose ebenfalls als Antriebskraft
benutzen können. Für den Bodybuilder bedeutet dies in der Praxis: BCAA ver-
sorgen die Muskelzellen mit Energie, wodurch der Muskel während und nach
dem Tarining nicht gezwungen ist, seine eigenen Proteinvorräte zu verbrauchen.
Letztendlich läuft halt doch alles auf die anti-katabole, muskelerhaltende Wir-
kung der BCAA hinaus. Der Nettoeffekt besteht aus einer positiven Stickstoff-
bilanz innerhalb der Muskelzellen und einem daraus resultierenden Muskel-
wachstum.

Wer BCAA ein bis zwei Stunden vor dem Training einnimmt hat die Möglichkeit,
seinen Testosteronspiegel zu erhöhen. Auf diesen Schluß könnte man kommen,
wenn man die Ergebnisse verschiedener Studien interpretiert. Diese schreiben
verzweigtkettigen Aminosäuren während des Trainings einen testosteronschon-
enden Effekt zu — was auch immer darunter zu verstehen ist — mit dem Resultat,
daß nach der körperlichen Strapaze höhere Testosteronwerte gemessen werden
können. Eine Nachricht, die niemanden vom Hocker reißen dürfte, schließlich ist
schon lange bekannt, daß insbesondere ein kurzes und intensives Hanteltraining
das Potential besitzt, die Testosteronproduktion zu steigern. Zweifel im Bezug
auf die vermehrte Testosteronproduktion durch BCAA sind hier sicher berech-
tigt. Nichts destoweniger kann ein Selbstversuch nicht schaden — vorausgesetzt,
er geht nur über vier bis sechs Wochen.

Denn die BCAA Verabreichung vor dem Training ist nicht ganz risikolos, da mit
einer solchen Einnahmeprozedur die Harnwerte ansteigen und den Körper bela-
sten. Selbiges Problem tritt natürlich auch auf, wenn der Athlet sich die energie-
liefernde, ausdauerfördernde Wirkung der verzweigtkettigen Aminosäuren zu-
nutze machen möchte.Vor allem Ausdauersportler, z.B. Marathonläufer, nehmen
kurz vor dem Rennen gerne BCAA, um ‘hintenheraus’ mehr Energie zu haben.
Damit aus der vermehrten Harnstoffbelastung keine gesundheitlichen Risiken
entstehen, sollte die Anwendung vor dem Training nur kurzfristig oder unregel-
mäßig erfolgen. Unserer Meinung nach macht der BCAA-Gebrauch vor dem Trai-
ning zumindest für Bodybuilder wenig Sinn. Hier ist die Einnahme 60 — 90 Minu-
ten nach der körperlichen Anstrengung in Verbindung mit einer Mahlzeit vorzu-
ziehen. Da Harnstoff hauptsächlich bei der Umwandlung von BCAA zu Energie
entsteht, dürfte der Einnahmezeitpunkt nach dem Training weitaus unbedenkli-
cher sein.

Lieber Leser, auf den letzten Seiten haben Sie eine Menge theoretischer und tech-
nischer Informationen bezüglich verzweigtkettiger Aminosäuren erfahren. Eigen-
schaften wie anti-katabole Wirkung, anaboler Effekt, Energielieferant und Steige-
rung der Ausdauer wecken zweifelsohne das Interesse des Athleten an BCAA
und rufen eine gewisse Erwartungshaltung für die Anwendung hervor. Wie groß
ist der praktische Nutzen für den harttrainierenden Bodybuilder? Ist die anti-
katabole Wirkung so ausgeprägt wie bei Clenbuterol? Kann man den anabolen
Effekt mit dem von Steroiden vergleichen? Baue ich signifikant mehr Muskel-
masse und Kraft auf? Liefern mir BCAA mehr Energie als Ephedrin und Coffein?

Die Antwort auf all diese Fragen ist nein. Wirken BCAA also doch nicht? Nein,
BCAA wirken schon und haben durchaus einen berechtigten Platz im Bodybuil-
ding, nur Wundersubstanzen sind sie nicht. Deren Effektivität mit der von phar-
mazeutischen Medikamenten wie Anabolika, Clenbuterol, Ephedrin etc. verglei-
chen zu wollen, ist absurd. Eingebaut in ein fundamentales Trainings- und
Ernährungsprogramm können BCAA jedem Kraftsportathleten eine Hilfe im Stre-
ben nach mehr Muskelmasse und Kraft sein. Wer hart und schwer trainiert, sich
gut ernährt und regelmäßig verzweigtkettige Aminosäuren einnimmt, der wird
langfristig bessere Fortschritte machen als ohne BCAA. Naturalbodybuilder soll-
ten sich stets vor Augen halten, daß das Unternehmen Muskel- und Kraftaufbau
ohne die pharmazeutische Keule ein schwieriger und langsamer Prozeß ist, bei
dem alles stimmen muß: Das Training, die Ernährung, die Erholung, die Einstel-
lung und die richtigen Supplements. Ein Rädchen im Getriebe sind die BCAA,
weshalb deren Einnahme jedem Bodybuilder empfohlen werden kann. Athleten,
die auf einer kalorienreduzierten Diät sind, sollten BCAA in jedem Fall einmal
ausprobieren, da sie mit ihrer anti-katabolen Wirkung helfen können, wertvolle
Muskelmasse zu konservieren. Gleiches gilt für Ausdauersportler, die von den
energieliefernden Eigenschaften der verzweigtkettigen Aminosäuren erwiesener-
maßen profitieren, wenn diese ca. 30 Minuten vor dem Training/Wettkampf ver-
abreicht werden.

Die Frage nach der zur Leistungssteigerung effektivsten Dosierung bei Leucin,
Isoleucin und Valin ist schwierig zu beantworten. Fakt ist, je intensiver das Trai-
ning, je häufiger und länger man trainiert, je besser man trainiert bzw. konditio-
niert ist und je höher das Körpergewicht, desto größer der Bedarf an BCAA. Der
geschätzte tägliche Bedarf an verzweigtkettigen Aminosäuren bei hart trainieren-
den Athleten dürfte bei Leucin im Bereich von 5 — 6 Gramm/Tag, bei Isoleucin
bei etwa 2 Gramm/Tag und bei Valin zwischen 4 — 5 Gramm/Tag liegen. Wichtig
ist in diesem Zusammenhang das Wort ‘Tagesbedarf’, d.h. die Dosierungsangaben
schließen auch die BCAA-Zufuhr mit der täglichen Nahrung ein und müssen des-
halb nicht ausschließlich mit Aminosäurentabletten gedeckt werden. Je qualitativ
hochwertiger und proteinreicher die Ernährung ist, umso weniger ist man auf die
Zufuhr von BCAA-Präparaten angewiesen. Wichtig erscheint auch, daß die Mahl-
zeit, mit der die BCAA 60 — 90 Minuten zusammen nach dem Training eingenom-
men werden, mindestens 40 Gramm hochwertiges, tierisches Eiweiß enthält. An
trainingsfreien Tagen kann die Gabe zusätzlicher BCAA ganz entfallen oder auf
1— 2 Gramm Leucin, 0,5 —1 Gramm Isoleucin und 1— 2 Gramm Valin beschränkt
werden. Dafür sollte man an Trainingstagen, d.h. 60 — 90 Minuten nach Beendi-
gung der Trainingseinheit, mit der Zufuhr von BCAA-Präparaten nicht knauserig
sein, so daß man durchaus 4 Gramm Leucin, 3 Gramm Valin und 2 Gramm Isoleucin
in Form von verzweigtkettigen Aminosäurentabletten auf einmal einnehmen kann.
Beim Kauf von BCAA-Präparaten ist darauf zu achten, daß die enthaltenen Ami-
nosäuren zu 100% in der freien L-Form vorliegen. Sowohl die D- als auch die DL-
Mischform sollten gemieden werden, da sie vom Körper nicht aufgenommen
werden können. Um die volle Wirkung verzweigtkettiger Aminosäuren zu erhal-
ten, empfiehlt sich die Aufbewahrung in lichtgeschützten Behältern. Das Ange-
bot auf dem Sportnahrungsmittelsektor an BCAA-Präparaten ist riesengroß, so
daß der Athlet hier die Qual der Wahl hat.

Posted in Ernährung | Comments Off on BCAA (Branched Chain Amino Acids)

Auf dem Weg zum Übermenschen

Leistungssteigerung durch Anabolika

Irgendwann hört. jeder Sportler in den Erzählungen seiner Freunde
etwas von sog. “Muskelpillen”, mit denen andere Athleten überragende
Leistungen vollbracht haben sollen, die ohne dieses Mittel ganz undenk-
bar seien. In diesen Geschichten schwingt sowohl der Traum von einem
Wundermittel mit, einem muskelschwellenden Stein der Weisen, als
auch der Neid auf den Erfolg, den man lieber einer Wunderdroge als der
Person des Siegers zuschreibt. Getragen von recht trüben Vorstellungen
über die Wirkungsweise und Möglichkeiten dieser Präparate, glaubt man
dann, daß ihre Einnahme allein schon genüge, um den Sieg zu erlangen.
Hier erscheint mir eine Richtigstellung des Mediziners und Olympiateil-
nehmers Prof. Steinbach angebracht: „Allerdings kann Doping nicht,
wie es gelegentlich angenommen wird, fehlende sportliche Form in gute
Form umwandeln. Doping erfüllt niemals die Rolle des Trainingsersat-
zes. Es ist bei geeigneter Auswahl des Mittels und richtiger Dosierung
bestenfalls dazu geignet, vorhandenen Leistungskapazitäten zum Durch-
bruch zu verhelfen. Eine Leistung, die nicht organisch und funktionell
angelegt ist, wird durch Doping auch nicht erreicht.”* Dennoch hält sich
insbesondere-in Kreisen von Kraftsportlern (wozu ich hier auch die kraf-
tintensiven Disziplinen wie Kugelstoßen, Diskus u.ä. rechne) und Body-
Buildern hartnäckig der Glaube an den großen hormonellen Sprung nach
vorne. „Irgendetwas”, so argwöhnt man nicht ganz unberechtigt, muß
doch durch diese Stoffe bewirkt werden. Dabei handelt es sich bei den
fraglichen Drogen um Hormone, die in dieser oder ähnlicher Weise
ohnehin im Körper gebildet werden. Nach ihrem chemischen Aufbau
lassen sich die menschlichen Hormone in drei
Gruppen teilen:

a) Steroide
b) Aminosäuren
c) Peptide
Für unser Thema interessiert vor allem die Gruppe der Steroidhormone.
Diese teilt sich wiederum in
a) Nebennierenrindenhormone
b) Keimdrüsenhormone

Die Nebennierenrinde produziert z.B. die bereits erwähnten Cortico-
steroide, mit den dort geschilderten entzündungshemmenden Eigenschaften
Die Keimdrüsenhormone werden in den Hoden oder Ovarien produ-
ziert. Von besonderem Interesse ist hier das in den Hoden hergestellte
männliche Sexualhormon „Testosteron”, welches u.a. für die Ausbil-
dung sekundärer Geschlechtsmerkmale verantwortlich ist. Zu diesen
sekundären Geschlechtsmerkmalen gehört im weiteren Sinne auch die
Muskulatur des Körpers. Bei den aus dem Testosteron abgeleiteten und
heute im Sport gebräuchlichen Anabolen Steroiden soll diese muskelbil-
dende Wirkung gegenüber einer rein vermännlichenden Wirkung ver-
stärkt worden sein „damit nach der Einnahme nicht nur die Körperbehaa-
rung (nicht allerdings auf dem Kopf) zunimmt. Durch zusätzliche Gaben
von Anabolika soll der Körper größere Mengen von Eiweiß, Mineralsal-
zen und Wasser aus der Nahrung aufnehmen und zurückbehalten. Neben
dieser rein organischen Wirkung wird noch eine psychische Stimulierung
diskutiert, wobei freilich offen bleibt, ob Anabolika direkt oder auf
Umwegen über die Einbildung (Placebo-Effekt) stimulierend wirken.
Tatsächlich scheinen anabole Steroide den Aufbau an körpereigenen
Eiweiß und damit die Muskelbildung zu begünstigen. Die therapeutische
Anwendung dieser Substanzen in der ärztlichen Praxis u.a. bei Muskeler-
krankungen spricht ohnehin für eine solche Wirkung. Allerdings ist der
Adressatenkreis einer solchen Behandlung ein anderer als derjenige, zu
dem der gut trainierte Leistungssportler gehört. Wer unter Umständen
über zu geringes Muskelwachstum verfügt, wird auf eine therapeutische
Gabe anaboler Steroide weitaus effektiver reagieren als der gesunde
Sportler.

Viele Athleten, hei denen auch nach der Einnahme von Anabolika
keine Leistungssteigerung eingetreten ist, führen dies nicht etwa auf die
Wirkungslosigkeit der Hormone zurück, sondern glauben hier nach dem
Motto „Viel hilft Viel” die fehlende Kraft erzwingen zu können, indem
sie die Dosierung ins Unmäßige steigern. Manfred Steinbach führt dazu
aus: „Der gut durchtrainierte Athlet hat nach den bisherigen Feststellun-
gen kaum die Chance, seinen Muskelzustand durch geringe Dosierungen
nennenswert zu verbessern. Das zwingt ihn zu weitaus höherer Dosie-
rung. Einzelfälle von Zehn- bis Fünfzehnfachem der Norm sind bekannt
geworden.”

Über Intoxikations-, d.h. Vergiftungserscheinungen bei Überdosie-
rungen oder langanhaltendem Gebrauch ist allerdings nichts genaues
bekannt. Steinbach spricht hier von Leberschäden, Zyklusstörungen bei
Frauen, Wasserretention und Ödembildung, Dittmar nennt hohen Blut-
druck mit Gehirndurchblutungsstörungen, Nervosität, Wachstumsstö-
rungen und Psychoneurosen*, Krüskemper erwähnt eine Stauung des
Gallenabflusses, eine Einschränkung der Samenerzeugung, Akne und
Virilisierung bei Frauen sowie eine Störung der Ausscheidungsfunktion
der Leber**. Wiederholt wird davon gesprochen, daß der fortwährende
Gebrauch von Analbolika den Körper aufschwemmt sowie einen eindeu-
tigen „vermännlichenden” Effekt auf Frauen zeigt. Insbesondere bei
Frauen und Kindern sind deshalb die Aus- und Nebenwirkungen anabo-
ler Steroide auch weitaus weniger strittig als für den erwachsenen männ-
lichen Sportler. Bei ihnen stellt die Zufuhr dieser Substanzen eine drasti-
sche Änderung des normalen Hormonhaushaltes dar, so daß hier sowohl
die gewünschten Wirkungen als auch deren schädliche Nebenwirkungen
erheblich größer sind als bei trainierten Männern. So wird z.B. in den
Untersuchungen von Krüskemper und Groß darauf hingewiesen, daß
sich bereits in einem relativ frühen Stadium der hormonell bedingten
Veränderung eine Virilisierung der Stimme bemerkbar macht, welche
zunächst in Räusperzwang, Heiserkeit bei Stimmbelastung und leichter
Ermüdbarkeit der Stimme zum Ausdruck kommt. Da diese Veränderun-
gen nach Absetzen des Präparates nicht notwendig wieder verschwinden
ist hier äußerste Vorsicht geboten.

Bei Männern scheinen die unerwünschten Nebenwirkungen von
anabolen Steroiden weitaus weniger dramatisch (wenn auch nicht unbe-
denklich) zu sein. Das liegt z.T. wohl auch daran. daß, wie einige Medizi-
ner glauben, bei Männern nicht nur die Nebenwirkung sondern die Wirk-
samkeit schlechthin c ngeschran kt ist. Prof. Krüskemper bezweifelt auch
ganz deutlich, daß der Effekt von Anabolika bei Männern über dem sog.
„Placebo-Effekt” liegt. d.h. also, daß er nur so hoch ist, wie die Einbil-
dun,i ihn zu machcii vermag. Wer um die Kraft von Einbildungen weiß,
weiß dass dies jedoch erheblich sein kann. In diesem Fall wirkt sich die
Zufuhr von anabolen Steroiden vor allem in einem gesteigerten
Trainingsumfang aus. Tatsächlich berichten viele Sportler. daß sie nach
der Einnahme von Anabolika mehr „Biß”, d.h. Mehr aggressive I .ust
zum Training verspürt haben.

Jedenfalls scheinen Anabolika eine positive Wirkung auf den Eiweiß-
stoffwechsel und die Stickstoffbilanz zu haben, wie auch Krüskemper in
einer größeren Untersuchung nachgewiesen hat.* Zumindest hei bisher
Untrainierten scheint die Muskelkraftzunahme nach Einnahme anaboler
Steroide bei gleichzeitigem Training doch über dem Placebo-Effekt zu
liegen. So soll bei einem Test an älteren Männern eine wöchentliche
Kraftzunahme von 2,5% gegenüber 0,8% in der Placebo-Vergleichs-
gruppe erzielt worden sein**. Sogar an nichttrainierten Muskelgruppen
ist ein Kraftzuwachs beobachtet worden. Das Verhältnis von Kraft zu
Muskelquerschnitt erhöht sich durch anabole Steroide indes nicht, d.h.
einer Kraftsteigerung entspricht immer auch eine Vergrößerung des
Muskels. Damit erklärt sich wohl auch die Beliebtheit dieser Präparate
im Body-Building, in den meisten anderen Disziplinen wäre ein alleini-
ger Kraftzuwachs ohne Querschnittsvergrößerung ja in Hinblick auf die
Gewichtsersparnis durchaus wünschenswert.

Auch Gewichtheber zeigten für die Dauer der Einnahme eine Erhö-
hung der Leistung***. Zwar ergaben Versuche an Untrainierten sogar
dann einen Kraftzuwachs, wenn nicht trainiert wurde. jedoch war dieser
bei gleichzeitigem Training erheblich besser. Durch gezielte Übungen
einer bestimmten Muskelgruppe kann der Wachstumseffekt auf diese
Partie konzentriert werden. Eine eiweißreiche Ernährung ist jedoch in
jedem Fall Voraussetzung für die Wirksamkeit anaboler Hormone, wes-
halb in einigen Versuchen mit einer zusätzlichen Gabe von 1 kg konzen-
trierten Eiweißpulver pro Tag (!) gearbeitet wurde.

W. Wolf stellte in eigenen Versuchen an 65 Leichtathleten nach 2
Wochen (Dosierung 20 mg + 40 mg Anabolicis/Tag) eine durchschnittli-
che Gewichtszunahme von 3 kg und eine Steigerung der maximalen Sau-
erstoffaufnahme von 4,7 auf 4,91 pro Minute fest, wobei jedoch die Kon-
dition sich insgesamt verschlechterte. Wolf vermutet, daß das
erhöhte Sauerstoffaufnahmevermögen mit dem tatsächlichen Bedarf der
vergrößerten Muskulatur nicht Schritt halten kann. Sowohl Kraft als
auch Schnelligkeit und lokale Muskelausdauer verbesserten sich unter
dem Einfluß anaboler Steroide, die allgemeine aerobe Ausdauer.
gemessen in einer 10-minütigen Leistung am Fahrrad-Ergometer, ver-
schlechterte sich jedoch. Wolf zieht daraus den Schluß, daß Anabolika
zwar die Kraft- nicht aber die Ausdauerleistung eines Athleten
verbessern können.

Die meisten Untersuchungen, die eine positive Leistungsbilanz für
Anabolika ergaben, werden jedoch an Sportlern durchgeführt, die auch
ohne Steroide noch weitgehend trainierbar und steigerungsfähig sind.
Dies erkennt man schon allein daran, daß in der Regel mittrainierende
Vergleichsgruppen ohne Medikamente ebenfalls eine — wenn auch
geringere — Leistungssteigerung aufweisen. Daß Anabolika auf den aus-
trainierten Sportler mit ohnehin schon recht hohem Testosteron-Spiegel
in gleicher Weise wirken wie auf nur durchschnittlich trainierte Athleten,
wird deshalb mit Recht bezweifelt. Auch die relativ günstige Beurteilung
der schädlichen Nebenwirkungen in diesen Tests ist nicht ohne weiteres
auf die leider alltägliche Doping-Situation im Sport zu übertragen. In
medizinischen Versuchen werden anabole Steroide häufig gespritzt,
wohingegen die übliche orale Einnahme in Form von Tabletten und
Tropfen weitaus schädlicher für die dann beteiligten inneren Organe ist.
Auch scheinen nicht alle anabolen Stoffe gleich in Wirkung und Neben-
wirkung zu sein.

Dies geht auch aus der folgenden Tabelle hervor:

Verhalten verschiedener für die Leberfunktion charakteristischer Parameter bei
lebergesun den männlichen Sportlern unter (bzw. nach) Anabolicis in der Dosie
rung von 20+40 mg/die oral durch 2 Wochen
(Bolosteron 12 mg)

Diese Tabelle bestätigt eine bereits früher von Prof. Krüskemper
gemachte Feststellung: „Alle 17a-alkylierten anabolen Steroide und
1-Methyl-17ß-hydroxy-5a-androst-1-en-3-on können eine Störung der
Ausscheidungsfunktion der Leber verursachen, die im allgemeinen
reversibel ist”*. Dieser Hinweis auf Reversibilität, d.h. Rückbildung der
schädigenden Einflüsse, sollte nicht davor bewahren, bei längerfristigem
Gebrauch die entsprechenden Präparate zu meiden. Es scheint besser, –
auf Präparate mit freier oder veresterter 17ß-Hydroxygruppe auszuweichen
Wie schon ausgeführt, stellt die Zufuhr anaboler Steroide bei Frauen und
Kindern eine drastische Änderung des normalen Hormonhaushaltes dar, so
daß hier sowohl die erwünschten Wirkungen als auch deren schädliche
Begleiterscheinungen erheblich größer sind als bei trainierten
Männern.

Aus diesem Grund ist auch die Nachweisbarkeit dieser Hormone bei
Frauen sehr viel einfacher als bei Männern. Im männlichen Organismus
werden ohnehin ständig männliche Sexualhormone produziert. Die zusätz-
liche Zufuhr von Hormonen wie Testosteron oder Cortison kann also nur
eine quantitative Verschiebung des normalen Hormonbildes bewirken, die
wiederum nur nachgewiesen werden kann, wenn man weiß, wie das „nor-
male” Hormonbild auszusehen hat. Die gebräuchlichen synthetischen
Anabolika unterscheiden sich jedoch chemisch von den natürlichen Hor-
monen immerhin soweit, daß sie bei einer Analyse nachgewiesen werden
können, sofern sie in geeigneter Konzentration vorliegen. Dieser Nachsatz
ist jedoch die Achillesferse des Verfahrens: Da die meisten anabolenSte-
roide in relativ kurzer Zeit vom Organismus abgebaut werden, sind sie bei
frühzeitigem Absetzen der Einnahme zumindest am Wettkampftag kaum
noch nachzuweisen, obgleich der durch sie bewirkte Leistungs- und Form-
gewinn noch anhält. Darin unterscheiden sich Anabolika beträchtlich von
anderen Dopingmitteln, die nur dann wirksam sind, wenn meßbare Kon-
zentrationen im Blut und Urin vorliegen. Anabolika werden nach einem
exponentiellen Zerfallsgesetz im Organismus abgebaut, d.h. daß jeweils
nach Verstreichen einer sog. „Halbwertszeit” nur noch die Hälfte des Stof-
fes vorgefunden wird, der vor dem Verstreichen dieser Zeitspanne vorhan-
den war. Setzt man die Halbwertszeit für oral-wirksame Anabolika auf
ungefähr 24 Stunden an, so ergibt sich folgende Kurve.

Man erkennt leicht, daß die Kurve schon nach wenigen Tagen die
Nachweisschwelle unterschreitet, wobei natürlich die Höhe der letzten
Dosierung ausschlaggebend ist. Jedenfalls befindet sich bereits nach
1 Woche nur noch weniger als 1% der ursprünglichen Wirkstoffkonzen-
tration im Blut. Der Beauftragte für Dopinganalytik und Dopingfor-
schung des Bundesinstitutes für Sportwissenschaft in Köln, Prof. Man-
fred Donike, stellte deshalb anlässlich einer Diskussion zum Dopingpro-
blem fest: „Aus meiner Kenntnis der Analysenverfahren weltweit muß
ich jedoch einschränkend sagen, daß heute noch kein befriedigendes
Verfahren existiert, Routine-Dopingkontrollen auf Anabolika durchzu-
führen”*. Solche Kontrollen müßten, wenn überhaupt, unangemeldet in
den Trainingsphasen erfolgen. Dies erscheint aber auf absehbare Zeit
weder in Leichtathletik noch im Kraftsport und Bodybuilding durchführ-
bar zu sein.

Kann man aber etwas verbieten, wenn man die Einhaltung des Verbo-
tes nicht oder nur mit Einschränkung kontrollieren kann? Offensichtlich
ist der Gebrauch von Anabolika damit nicht nur zu einem sportmedizini-
schen sondern auch zu einem sportethischen Problem geworden. Ist es im
Rahmen der sportlichen Fairneß gegenüber den sportlichen Konkurren-
ten zu verantworten zu solch „unsportlichen” Mitteln zu greifen?
Gewinnt dann derjenige, der am meisten „schluckt”, hat möglicherweise
der nicht gedopte Athlet überhaupt keine Chance mehr? Sowohl Funk-
tionäre als auch Aktive werden sich diesen Fragen stellen müssen, auch
und gerade wenn in einigen leichtathletischen Disziplinen und vor allem
im Bodybuilding der Gebrauch von Anabolika zumindest in der Spitzen-
klasse schon zur Tagesordnung gehört.

Posted in Anabolika | Comments Off on Auf dem Weg zum Übermenschen

BASICA

Basica ist ein Mineralstoff-Spurenelemente-Präparat, das von dem schwedischen
Ernährungsforscher Ragnar Berg vor über 50 Jahren entwickelt wurde. Es enthält
alle wesentlichen Mineralstoffe und Spurenelemente in dem Mengenverhältnis,
wie sie in natürlichem Obst und Gemüse vorkommen. Die Idee, die hinter einer
Nahrungssupplementierung mit Basica steckt, ist folgende: Der menschliche Kör-
per setzt sich chemisch gesehen zu 80% aus basischen und zu 20% aus säurehal-
tigen Bestandteilen zusammen. Um eine optimale Stoffwechselfunktion zu ge-
währleisten, ist es wichtig, daß das natürliche Säure-Base-Verhältnis des Organis-
mus nicht verändert wird. Aufgrund unseres Ernährungsverhaltens scheint dies
kaum möglich. Denn wir ernähren uns hauptsächlich von säurebildenden Nah-
rungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Käse, Eier und Getreideerzeugnisse. Werden die-
se Nahrungsmittel bevorzugt eingenommen, wie es z.B. im Bodybuilding extrem
der Fall ist, führt dies zwangsweise zu einer Verschiebung des Säure-Base-Ver-
hältnisses im Körper. Veränderungen im Säure-Base-Haushalt des Organismus
können jedoch zu schwerwiegenden Funktions- und Regulationsstörungen füh-
ren. Der Körper übersäuert, und es kommt zu Schlackenbildung und Stoffwechsel-
leiden.

Für den Hantelsportler bedeutet dies konkret, daß er bei körperlicher Belastung
ungewohnt schnell ermüdet und die Muskeln nicht mehr an Kraft und Umfang
zunehmen. Die Regenerationsfähigkeit läßt nach, der Athlet fühlt sich selbst im
Alltag matt und ausgelaugt, im Training kommt kein rechter Pumpeffekt zustan-
de, die Muskeln und Gelenke schmerzen trotz ausreichender Erholung ständig.
Um einen Säureüberschuß zu vermeiden, wäre eine Möglichkeit, die Ernährung
den Gegebenheiten des Körpers (80% Basen, 20% Säuren) anzugleichen. Da ein
solches Verhalten letztendlich auf eine rein vegetarische Kost, vorzugsweise Obst
und Gemüse, hinausläuft, würden sich Bodybuilder damit keinen Gefallen tun.
Eine weitaus bessere Idee ist die Einnahme von basisch wirkenden Präparaten,
wie z.B. Basica. Durch die in Basica enthaltenen basischen Mineralstoffe und
Spurenelemente läßt sich die Zufuhr säurebildender Nahrungsmittel ausgleichen.
Die Mineralstoffe und Spurenelemente sind bei Basica an organische Fruchtsäuren
gebunden, die im Körper vollständig verbrannt und als Wasser und Kohlensäure
ausgeschieden werden, so daß die Mineralanteile als Basenüberschuß zurück blei-
ben.

Da insbesondere Bodybuilder von einer ernährungsbedingten Übersäuerung des
Organismus betroffen sind, empfiehlt es sich, über mehrere Wochen — oder auch
als präventive Daueranwendung — zu jeder Mahlzeit einen gehäuften Teelöffel
Basica einzunehmen. Aufgrund seiner vorteilhaften Zusammensetzung und leich-
ten Resorbierbarkeit kann Basica außerdem den Mehrbedarf an Mineralstoffen
und Spurenelementen harttrainierender Sportler ausgleichen. Wird Basica eine
Stunde vor dem Essen verwendet, so besitzt es eine appetitanregende Wirkung.
Nebenwirkungen treten beim Gebrauch von Basica so gut wie nie auf. In ganz
seltenen Fällen kann es zu Beginn der Einnahme zu einer Erweichung des Stuh-
les kommen.

Unserer Meinung nach ist Basica ein hervorragendes Mineralstoff-Spurenelemente-
Präparat, das im Ernährungsplan ambitionierter Bodybuilder nicht fehlen sollte.
Wir können aus eigener Erfahrung bestätigen, daß Basica die Regeneration nach
intensiven Trainingseinheiten positiv beeinflußt. Basica gibt es in Apotheken re-
zeptfrei als Granulat zu kaufen.

Posted in Hormone und Steroide | Comments Off on BASICA

ATP-PRAPARATE

Adenosintriphosphat (ATP) ist die Grundlage aller muskulärer Kontraktionen.
Ohne ATP wären Sie nicht einmal in der Lage, mit dem Finger zu schnippen,
geschweige denn eine Hantel zu heben. Um das zu vermeiden, haben alle Muskel-
zellen des Körpers ATP als energiereiche chemische Verbindung gespeichert. Wenn
Sie einen Satz Bankdrücken durchführen, wird ATP zu ADP (Adenosintriphosphat)
abgebaut. Dabei wird chemische Energie freigesetzt, die die Muskelkontraktion
ermöglicht. Je intensiver die Muskelkontraktion ist — z.B. durch das Verwenden
sehr schwerer Trainingsgewichte — desto schneller wird das gespeicherte ATP
verbraucht. Dummerweise können die Muskelzellen jedoch nur eine sehr kleine
Menge ATP speichern, die gerade einmal ausreicht, für die Dauer von zwei Se-
kunden Energie für maximale Muskelkontraktionen zu liefern. Anschließend
müssen die Muskelzellen schleunigst dafür sorgen, daß die verbrauchten ATP-
Vorräte wiederhergestellt werden, ansonsten kracht Ihnen Ihr schweres
Bankdrückgewicht erbarmungslos auf die Brust.

Der Retter in der Not ist das ATP-KP-System (Anaerob-Alaktazide-Energie-
freisetzungssystem), das dem Athleten noch einmal für 4 — 6 Sekunden Energie
für weitere, maximale Muskelkontraktionen liefert. Da das ATP-KP-System in dem
Kapitel über Creatin ausführlich beschrieben wird, wollen wir uns an dieser Stel-
le damit begnügen, daß dieses Energiefreisetzungssystem für die kurzzeitige
Resynthese von ATP sorgt. Damit Sie während Ihres Bankdrücksatzes auch nicht
nach 6 — 8 Sekunden schlapp machen, springt zur weiteren Energiebereitstellung
das Milchsäuresystem ein. Durch den Abbau von Muskelglykogen (anaerobe
Glykolyse) wird wiederum ATP gebildet, die Muskeln haben nochmals Energie
für weitere Kontraktionen und Sie können noch ein paar Wiederholungen her-
ausquetschen. Dann aber ist Feierabend, denn das Milchsäuresystem produziert,
wie sein Name schon verrät, Milchsäure, die sich im Blut ansammelt und dadurch
für die Ermüdung der Muskelzellen sorgt. Vorausschauende Athleten sorgen des-
halb bei schweren Sätzen für das Vorhandensein eines Helfers, denn wenn einem
bei 160 kg Bankdrücken mitten in der Aufwärtsbewegung der Saft ausgeht, dann
ist guter Rat teuer.

Nach diesen Ausführungen dürfte klar sein, welchen Zweck Kraftsportler mit der
Einnahme von ATP-Präparaten verfolgen. Das Ziel ist, den ATP-Gehalt in den
Muskelzellen über das normale Maß hinaus zu erhöhen, um bei intensiven Bela-
stungen den Einsatz des leistungslimitierenden Milchsäuresystems um ein paar
Sekunden hinauszuzögern. Sekunden, während derer man ein oder zwei Wie-
derholungen mehr durchführen kann. Somit endet das Bankdrücken z.B. nicht
schon nach sechs, sondern erst nach sieben oder gar acht Wiederholungen. Das
bedeutet mehr Kraft, eine höhere Trainingsintensität, der Muskel kann noch in-
tensiver gefordert werden, worauf er mit einer Hypertrophie (Dickenwachstum
der Muskelfasern) reagiert.

Somit grünes Licht für ATP-Präparate? Mitnichten, denn was in der Theorie funk-
tioniert, klappt in der Praxis überhaupt nicht. Das Problem ist, daß die herkömm-
lichen ATP-Präparate in Form von Tabletten, Pillen und Pülverchen von der
Muskelzelle nicht verwertet werden können. Das menschliche Verdauungssystem
wie auch die Entgiftungsstation Leber erweisen sich als unüberwindbare Hinder-
nisse. Nach der peroralen Einnahme gelangen die ATP-Präparate in den Magen-
Darm-Trakt. Dort werden sie von den Magensäften und zahlreichen Enzymen in
ihre Bestandteile zerlegt, oder sollen wir besser sagen, zerstört. Anschließend
wird das Ganze zur Leber weitergeleitet und vollständig zur Bedeutungslosigkeit
degradiert. Was die Leber letztendlich in den Blutkreislauf abgibt, hat mit
Adenosintriphosphat (ATP) nichts mehr gemein. Die Rezeptoren der Muskel-
zellmembran sehen dieses ‘Etwas’ als einen Unbekannten an und lassen es unge-
nutzt vorbeiziehen. Aus diesem Grund sind orale ATP-Präparate zur sportlichen
Leistungssteigerung leider völlig nutzlos.

Als mögliche ATP-Quelle bleibt somit lediglich die Verabreichung von Injektio-
nen bzw. Infusionslösungen. Da diese direkt in den Blutkreislauf gelangen, blei-
ben die Adenosintriphosphatmoleküle unbeschadet und können von den Rezep-
toren der Muskelzellmembarn aufgenommen werden. Kein Bodybuilder wird je-
doch so verrückt sein, sich ATP zu spritzen oder gar als intraarterielle Infusions-
lösung einzuverleiben, bloß um im Training ein oder zwei Wiederholungen mehr
zu schaffen. Eine weitaus unkompliziertere, gesundheitsfreundlichere und eben-
falls wirksame Methode zum Erreichen einer gesteigerten ATP-Produktion der
Muskelzellen ist die Einnahme von Creatin (siehe Creatin). Zu Informations-
zwecken: ATP gibt es in deutschen Apotheken als Infusionslösungskonzentrat
unter dem Namen ATP-Uvocal N von der Firma Mulli zu kaufen. Eine Ampulle ä
10 ml enthält 250 mg Adenosintriphosphat-Dinatrium. Der Preis liegt bei 264,99
DM für zehn Ampullen. Das Präparat ist nicht verschreibungspflichtig und wird
in der Schulmedizin bei peripheren Durchblutungsstörungen eingesetzt.

Posted in Hormone und Steroide | Comments Off on ATP-PRAPARATE

DIE BLOCKER

Der wohl bekannteste Blocker, Probenezid steht mittlerweile auf der Dopingliste von IOC, IFBB und anderen Verbänden. Probenezid und alle verwandten Substanzen sind nach den Regeln der Verbände verboten. Das Verbot besagt allerdings nicht, daß unbedingt auf diese Substanzen getestet wird. Hier die Namen einiger verwandter Substanzen die die Ausscheidung von anabolen Steroiden aus dem Körper verhindern:

AZUBROMARON
DESURIC
MINURIC
URICOVAC
URINORM

Die Dosierung dieser Mittel liegt bei 80 bis 160 mg pro Tag. Sulfinpyrazon, als Anturano im Handel, hat die gleiche Wirkung wie Probenezid. Ein weiteres Mittel das die Ausscheidung von Steroiden verhindert ist Carinamid. Es wird gemunkelt, daß weibliche Athleten aus östlichen Regionen den Test bestanden, indem sie einen Katheter mit einem Flüßigkeitsreservoir in die Scheide einführten. Diese Behälter seien mit reinem Urin gefüllt. Beim Test ließen dann die Frauen den Fremdurin in den Testbehälter. Raffiniert, aber hart an der Grenze des Erträglichen, finde ich. Damit wäre alles gesagt, was über die Dopingtests zu sagen war. Nach diesem kleinen Einblick in die Testprozeduren und was man dagegen tun kann, ist ihnen sicher klar, was mit den Tests bewirkt wird. Es werden lediglich die Athleten erwischt, die unvorbereitet zu den Wettbewerben gehen. Irgendwie müssen die Panikmacher doch immer etwas Arbeit bekommen.

Posted in Anabolika | Comments Off on DIE BLOCKER