.AMINOSÄUREN UND VITAMINE IN DER ER- NÄHRUNG DES KRAFTSPORTLERS III

Bei den Vitaminen ist die Situation ganz ähnlich,
nur daß hier gelegentlich auch D-Formen als natür-
liche Stoffe vorkommen, so z.B. beim Vitamin E
und der Panthotensäure. Auch hier gilt aber, daß
dann nur das rechtsgedrehte Isomer in der Natur
vorkommt, daß also die andere Form nur im La-
bor erzeugt werden kann. Es stirbt jetzt zwar kei-
ner daran, wenn er die falsche Form zu sich
nimmt, bei Präparaten, in denen aber beide
Formen vorkommen, wird jedoch ein (z.T. erhebli-
cher) Teil an Wirksamkeit verschenkt – oder besser
ausgedrückt – die nicht oder weniger wirksamen
Substanzen werden oftmals mitbezahlt.

Während allerdings bei z.B. bei Vitamin E auch die
L-Tocopherole noch in verminderter Weise biolo-
gisch wirksam sind, sind D-Aminosäuren für den
Menschen schlicht unbrauchbar.

Daraus ergibt sich zusammenfassend, daß
Protein- und Vitaminpräparate vor allem dann als
hochwertig bezeichnet werden können, wenn die
in ihnen enthaltenen Stoffe in ihrer natürlichen
Form vorliegen. Diese natürliche Form darf aller-
dings durchaus im Labor gewonnen werden, an-
ders ist die notwendige Reinheit oft nicht zu ver-
wirklichen. Für die Proteinpräparate erhebt sich
zusätzlich noch die Forderung, daß darin alle
lebensnotwendigen Aminosäuren in möglichst
ausgewogenem Verhältnis enthalten sein müs-
denen eine oder mehrere lebenswichtige Aminosäuren
fehlen, sind somit als geringerwertig zu betrachten.

Nun gibt es in letzter Zeit eine neue Variante im
Bereich der Proteinpräparate. Es ist mittlerweile
gelungen, die Aminosäuren in reiner Form, sozu-
sagen “pur” in einem flüssigen Nährstoffkonzentrat
zusammenzufassen. Diese erfüllen zum einen die
bisher erläuterten Anforderungen an
Aminosäurepräparate und haben darüberhinaus
noch einen weiteren Vorteil: Da hier die verschie-
denen Abbaustufen bei der Proteinverdauung ent-
fallen, können die Aminosäuren ohne große Um-
wege in den Stoffwechsel für den Muskelaufbau
gelangen. Die flüssige Form (hydrolytische Auf-
spaltung) der Aminosäuren beschleunigt die Auf-
nahme noch zusätzlich, sodaß selbst Sportler mit
empfindlicher Verdauung diese Konzentrate auch
während des Trainings einsetzen können (sofern
nicht eine spezielle Allergie vorliegt). Zwar stehen
hier ausführliche und kritische Untersuchungen
noch aus, doch läßt unsere Kenntnis des Stoff-
wechselgeschehens vermuten, daß es sich bei
diesen Präparaten um eine sinnvolle Erweiterung
der Sportlerernährung handelt, um auf ungefährli-
che Weise eine anabole Stoffwechsellage her-
zustellen. Dies ergibt sich u.a. aus dem
hormonellen Geschehen während und nach an-
strengender Muskeltätigkeit, bei dem in verstärk-
tem Maße Katecholamine, Insulin, ACTH,
Somatotropin, Thyroxin, Androgene und andere
Hormone ins Blut ausgeschüttet werden. Bei die-
sen Stoffen handelt es sich z.T. um Aminosäurede-
rivate oder um Proteine mit Hormonwirkung, was
die Vermutung nahelegt, daß die Einnahme voll-
wertiger und leicht verdaulicher Aminosäuren, wie
sie in guten flüssigen Präparaten vorliegen, die
Herstellung körpereigener Hormone begünstigt.

Damit übernehmen derartige Präparate also
Funktionen, die über die bloße Verwendung als
“Baustoff der Muskulatur noch hinausgehen. Da
der entscheidende Trick im Muskelaufbautraining
letztlich darin besteht, mehr Muskelsubstanz auf-
zubauen, als während des harten Trainings
zwangsläufig verschlissen wird, haben wir hier eine
neue Alternative zu den anabolen Steroiden, die
sich trotz aller Warnungen noch in vielen
Sportstudios finden und zu denen ich im folgenden
Kapitel auf Grund neuer Studien in den USA noch
einmal ausführlich Stellung nehmen werde.

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CLENBUTEROL

Einer der spektakulärsten Vorgänge der letzten beiden Jahre im Sport war die
Entdeckung von Clenbuterol als leistungssteigernde Substanz. Obwohl es
Clenbuterol schon seit Ende der siebziger Jahre gibt, war dieses Mittel Athleten
selbst Anfang 1992 noch nahezu unbekannt. Als den deutschen Sprinterinnen
Katrin Krabbe und Grit Breuer während ihrer Vorbereitung auf die Olympischen
Sommerspiele ’92 in Barcelona die Einnahme des clenbuterolhaltigen Medika-
mentes Spiropent nachgewiesen wurde, änderte sich dies schlagartig. Aufgrund
des hohen Bekanntheitsgrades der beiden Damen schnappten die Medien den
Vorfall auf und weckten durch eine umfassende Berichterstattung das Interesse
vieler Athleten erst richtig. Amüsant ist in diesem Zusammenhang, daß die über-
wiegend negative Darstellung von Clenbuterol ungewollt zu einem riesigen und
obendrein noch kostenlosen Werbefeldzug für das von Krabbe + Co. eingenom-
mene Medikament Spiropent wurde. Etwa zeitgleich entwickelte sich Clenbuterol
in den USA, nachdem die Steroidgesetze drastisch verschärft wurden, zum neuen
Renner. Heute erfreut sich Clenbuterol im Sport und vor allem im Bodybuilding
einer enormen Popularität.
Zwei Dinge sind es, die Clenbuterol bei Athleten so begehrt machen: Einmal, daß
es kein Hormonpräparat ist, und zum anderen, daß Clenbuterol tatsächlich wirkt.
Clenbuterol gehört in die Gruppe der Beta-2-Sympathikomimetika und ist der
Hauptwirkstoff verschiedener Asthmamedikamente. Neben seinem therapeuti-
schen Wert — es entspannt die Bronchialmuskulatur und erweitert so verengte
Bronchien — fördert Clenbuterol das Muskelwachstum und erhöht die Fett-
verbrennung.

Clenbuterol besitzt eine ausgeprägte anti-katabole Wirkung, d.h. es reduziert die
Rate, in der Protein aus der Muskelzelle abgebaut wird. Muskeln befinden sich
ständig in einem Prozeß, bei dem Protein aus der Nahrung synthetisiert und in
der Muskelzelle angehäuft, aber auch Protein aus der Muskelzelle nach außen
hin abgegeben wird. Der tatsächliche Proteingehalt einer Muskelzelle ist logi-
scherweise die Differenz zwischen angesammeltem Protein und der Menge, die
wieder abgegeben wird. Clenbuterol übt einen signifikanten Einfluß auf dieses
normalerweise ausgewogene Verhältnis aus, indem es den Abbau von Protein
verringert. Wird weniger Protein abgegeben, erhöht sich automatisch der Protein-
gehalt in der Muskelzelle und führt so zu deren Vergrößerung. Obwohl es sich
dabei um ungemein komplexe Vorgänge handelt, kann man vereinfacht ausge-
drückt sagen, daß Clenbuterol die Beta-2-Rezeptoren der Muskelzellmembran
stimuliert und die Kortisonrezeptoren blockiert. Insbesondere der letztere Punkt
.
ist von Bedeutung, da auf diese Weise die Wirkung des körpereigenen ‘Stress-
hormons’ Kortison auf die Muskelzellen gehemmt wird. Neben anderen Aufga-
ben hat Kortison die Eigenschaft, Aminosäuren aus der Muskelzelle abzubauen,
so daß es keiner hellseherischen Fähigkeit bedarf um zu erkennen, daß bei einer
verringerten Kortisonaktivität auch weniger Muskelsubstanz verloren geht.
Der praktische Nutzen dieser anti-katabolen Wirkung von Clenbuterol kann sich
durchaus sehen lassen. Es kommt zu einem Zuwachs an qualitativ hochwertiger
Muskulatur, der in den meisten Fällen mit einem erheblichen Kraftanstieg einher-
geht. Nicht umsonst vergleichen viele Steroidbenutzer die Wirkung von
Clenbuterol mit einer Kombination von Oxandrolone und Winstrol, zwei Steroide,
die für den Aufbau von Qualitätsmuskulatur und Kraft bekannt sind. Das Ausmaß
dieser Ergebnisse variiert von Person zu Person, wobei ein Zuwachs von 4 — 6 kg
reiner Muskulatur und eine Leistungsverbesserung von über 10 kg in den Grund-
übungen wie Bankdrücken, Kniebeugen, Nackendrücken, Rudern, Dips, etc. in-
nerhalb von knapp acht Wochen keine Seltenheit sind. Darüberhinaus bleiben
die erzielten Fortschritte nach Beendigung der Clenbuteroleinnahme erhalten.
Zahlreiche Athleten berichten mittlerweile von einer besonders guten Wirkung,
wenn Clenbuterol mit dem wachstumshormonausschüttenden Aminosäuren-
präparat GABA kombiniert wird. Es kommt hier zu einem synergistischen Effekt,
da die Vorteile einer vermehrten Wachstumshormonausschüttung erst in Verbin-
dung mit einer anti-katabolen Substanz wie z. B. Clenbuterol voll zum Tragen
kommen.

Ein weiterer Aspekt von Clenbuterol ist eine erheblich gesteigerte Fettverbrennung.
Clenbuterol ahmt die Wirkungen der beiden Hormone des Nebennierenmarks
Adrenalin und Noradrenalin nach und versetzt den Körper so in einen Zustand
der erhöhten Leistungsbereitschaft. Charakteristisch dafür ist ein leichter Anstieg
der Körpertemperatur. In Fachkreisen spricht man von einer Wärmeentstehung
(engl.: Thermogenese), die zweifelsohne der Hauptgrund für die teilweise er-
heblichen Fettverluste vieler Athleten ist. Die Erklärung dafür ist simpel: Um die
Körpertemperatur zu erhöhen und anschließend aufrechtzuerhalten, werden
Brennstoffe benötigt, die unser Organsimus in Form von freien Fettsäuren aus
gespeichertem Körperfett bzw. Nahrungsfetten gewinnt. Der Körper verbrennt
somit Fett, ohne daß eine Diät durchgeführt werden muß. Die Intensität der Fett-
verbrennung ist auch hier von Athlet zu Athlet unterschiedlich, da Faktoren wie
Training, Ernährung, Dosierung, Veranlagung und insbesondere ein richtiges
Einnahmeschema eine Rolle spielen. Dennoch, ein Fettverlust von 5 kg in acht
Wochen ohne Diät -wohlgemerkt Fett, kein Wasser- ist nichts Ungewöhnliches.
Wen wundert es da noch, daß Clenbuterol bei Wettkampfbodybuildern zum be-
liebtesten und meistgebrauchten fettabbauenden Präparat geworden ist. Um eine
noch stärkere Fettverbrennung zu erzielen, kombinieren manche Clenbuterol mit
Ephedrin (s. auch Ephedrin).

Die effektivste Dosierung zur sportlichen Leistungssteigerung liegt erfahrungsge-
mäß bei 100 — 140 mcg/Tag. Da Athleten fast ausschließlich die 20 mcg (0,02 mg)
Tablettenversion verwenden, entspricht dies einer täglichen Tablettenzahl von
fünf bis sieben. Die therapeutische Dosierung liegt im übrigen bei 2 — 4 Tabletten
pro Tag, so daß die aus bestimmten Kreisen häufig zu hörende Behauptung, man
müsse, um mit Clenbuterol Fortschritte zu erzielen, enorme Dosierungen, bzw.
Tablettenzahlen einnehmen, völlig unsinnig ist. Wichtig ist, daß der Athlet die
Einnahme mit nur einer Tablette am ersten Tag beginnt und die Tablettenzahl
täglich um eine weitere erhöht, bis er das angestrebte Dosierungsmaximum ereicht
hat. Es folgen anschließend verschiedene Einnahmeschemata, wobei einmal der
Schwerpunkt auf die Fettverbrennung gelegt wird und zum anderen ein ausge-
wogenes Verhältnis von Kraft- und Muskelaufbau sowie Fettabbau erzielt wer-
den kann. Näheres erfährt der Leser in dem Buch: ‘Clenbuterol — Das Mittel der
Zukunft’ von Manfred Bachmann. Die Einnahmedauer liegt normalerweise bei
8 — 10 Wochen.

Hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen dieser Substanz sei zu allererst gesagt,
daß Clenbuterol keine der für anabole Steroide typischen Nebenwirkungen auf-
weist. Ein Umstand, den vor allem Frauen zu schätzen wissen, da unter Clenbuterol
keine Virilisierungserscheinungen, d.h. Vermännlichungsmerkmale auftreten. Wie
schon an anderer Stelle erwähnt, ahmt Clenbuterol in gewisser Weise die Wir-
kung von Adrenalin und Noradrenalin nach. Deshalb ist es auch nicht verwun-
derlich, daß hei einer Clenbuteroleinnahme ähnliche Symptome auftreten, wie
wenn der Körper vermehrt Adrenalin ausschüttet. Diese können sich in Form
von Unruhegefühl, Herzklopfen, Tremor (feines Fingerzittern), Kopfschmerzen,
übermäßigem Schwitzen, Schlaflosigkeit, eventuell Muskelkrämpfen, erhöhtem
Blutdruck und Übelkeit äußern. Interessant ist, daß diese Begleiterscheinungen
temporärer Natur sind und zumeist nach 8 — 10 Tagen trotz Fortführung der Ein-
nahme von alleine wieder verschwinden. Athleten, die unter einer Schild-
drüsenhormonüberfunktion, einem unregelmäßigen und/oder beschleunigten
Herzschlag, stark erhöhtem Blutdruck und einer Vergrößerung des Herzmuskels
leiden, sollten Clenbuterol nicht verwenden.

Clenbuterol bzw. Clenbuterolhydrochlorid ist ein verschreibungspflichtiger Wirk-
stoff, was zur Folge hat, daß sämtliche für Athleten in Frage kommenden Präpara-
te ausschließlich in Apotheken mit einem ärztlichen Rezept legal zu erhalten sind.
Eine andere, wenn auch illegale Beschaffungsmöglichkeit, ist der Schwarzmarkt,
wo erfahrungsgemäß zahlreiche (überwiegend ausländische) clenbuterolhaltige
Medikamente problemlos von Athleten gekauft werden. Der Schwarzmarktpreis
für eine 0,02 mg (20 mcg) Tablette liegt nach Aussagen von Sportlern bei 0,70 —
1,20 Euro.

Die Spasmo-Mucosolvan-Tabletten von Thomae enthalten neben Clenbu-
terolhydrochlorid auch den Wirkstoff Ambroxolhydrochlorid, so daß dieses Prä-
parat für die Bedürfnisse von Athleten weniger geeignet ist. Die meisten verwen-
den erfahrungsgemäß die 100er-Packung des Medikamentes Spiropent von der
Firma Thomae. Mittlerweile bieten einige Nährmittelfirmen Präparate an, die laut
Werbung eine wirkungsvolle und darüberhinaus natürliche Alternative zu
Clenbuterol sein sollen. Um für den Käufer den Bezug zu Clenbuterol herzustel-
len, beginnen sämtliche Produktnamen mit den vier verheißungsvollen Buchsta-
ben ‘CLEN..2. Obwohl wir die Effektivität dieser Präparate generell nicht in Frage
stellen möchten, können wir Ihnen versichern, daß es für den Wirkstoff
Clenbuterolhydrochlorid keinen ebenso effektiven Ersatz auf natürlicher Basis
gibt.

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Grundlagen des Muskelaufbautrainings

Grundlagen des Muskelaufbautrainings

Bodybuilding zielt in erster Linie auf die Muskulatur des Körpers. Sie
ist es, die den größen Veränderungen durch ein gezieltes Krafttraining
unterworfen werden soll. Neben der Muskulatur werden jedoch auch
Sehnen, Gelenke, Kreislauf und Atmung beeinflußt. Sie können durch
Bodybuilding sowohl trainiert und gestärkt als auch — bei falscher An-
wendung — geschädigt werden. Wer letzteres vermeiden will, sollte diese
Einleitung sorgfältig lesen.

Wann wächst der Muskel?

Bei normaler, alltäglicher Belastung hat der Muskel keinen Anlaß, seine
Größe oder Leistungsfähigkeit zu ändern. Auch leichte Abweichungen
von dieser Durchschnittsbelastung werden daran kurzfristig nichts
ändern.

Jeder Muskel besteht aus vielen kleineren Muskelfasern, von denen
normalerweise nur ein Bruchteil zum Einsatz kommt. Erst durch anhal-
tende höhere Belastung und durch Training kann ein Muskel bis zu etwa
90 % seiner maximal möglichen Leistungsfähigkeit ausgelastet werden.
Lediglich durch ganz spezielle Konzentrationstechniken, in Lebensgefahr
oder durch Medikamente, sog. „Doping”, kann diese natürliche Grenze
bis nahe an die 100% gerückt werden. Einige durften sogar die 100%
überschreiten, das sind die traurigen Todesfälle der Dopinggeschichte.
Die erste Reaktion des trainierten Muskels besteht also in einer Vergrö-
ßerung seines Wirkungsgrades, erst danach entschließt sich der Muskel zu
einem Wachstum, das zunächst in einer Verdickung der einzelnen Muskel-
fasern besteht.

Jeder Anfänger im Bodybuilding wird also zunächst eine Phase durch-
laufen, in der der Muskel noch nicht wächst und in der, wegen der zuneh-
menden Fettverbrennung, der Oberarm sogar ab- statt zunimmt. Wer in
dieser Zeit nicht aufgibt, wird aber bei fortdauerndem Training stets die
Wachstumsphase erreichen.

Entscheidend für das Wachstum ist der „Wachstumsreiz’: d.h., dem
Körper muß das Gefühl vermittelt werden, daß seine bisherige Muskel-
kraft in Bezug auf die künftigen Anforderungen be: weitem nicht aus-
reicht. Zu diesem Zweck muß intensiv und progressiv trainiert werden,
d.h., mit steigender Kraft muß auch zunehmend mehr Gewicht genommen
werden.

Behält man dies über Jahre bei, so stellt sich schließlich sogar eine Ver-
mehrung der Muskelfasern ein, der Muskel gewinnt damit ein charakteri-
stisches, „gemeißeltes” Aussehen und ist auch nach längeren Trainings-
pausen sehr schnell wieder in seine alte Bestform zu bringen.

Welche Gefahren birgt ein schnelles Muskelwachstum?

Zunächst sollte man sich über den zu erwartenden Fortschritt nicht
selbst betrügen. Sämtliche Weltklasseathleten haben Jahre oder gar Jahr-
zehnte trainiert, bevor sie einen „bühnenreifen” Körper entwickelt haben.
Keiner kommt mit einem 50-cm-Oberarm auf die Welt.

In der Regel wird man bei intensivem Training mit etwa 2 kg Muskelzu-
wachs pro Jahr rechnen dürfen, einige etwas mehr, viele eher weniger.
Wundergeschichten von 5 kg im Monat beruhen, wenn überhaupt auf
Wahrheit, so oft auf gleichzeitigem Zuwachs an Fett oder aber auf dem
‚Niederherstellungstraining” von Bodybuildern, die diese Muskelmasse
bereits vor einiger Zeit besaßen und lediglich vorhandene Muskelfasern an
ihre vergangene Größe „erinnern” müssen..Für den Anfänger ist dies je-
doch nicht von Bedeutung. Erheblich größer, als der sichtbare Massege-
winn, ist bei jedem Anfänger (aus den eingangs erwähnten Gründen) der
Kraftzuwachs. Eine Steigerung von 30-50 070 innerhalb 6 Wochen ist hier
nicht selten.

Ernste Ver!,tzungen sind im Bodybuilding zwar nicht häufig, aber Seh-
nen und Gelenke sind diesen neuen Belastungen nicht immer gewachsen.
Der Kraftzuwachs ist stets schneller als die entsprechende Anpassung der
Sehnen und Gelenke; Entzündungen und Verletzungen sind die Folge. Da-
bei läßt sich oft auch für den Laien ohne große Schwierigkeiten feststel-
len, ob der Schmerz aus den meist in der Nähe der Gelenke verlaufenden
Sehnen oder den Gelenken selbst kommt, oder aber aus dem Muskel.

Über einen reinen „Muskelkater” allerdings kann man getrost hinwegtrai-
nieren, bei Entzündungen der Sehnen ist meist eine Pause von ca. 6 Wo-
chen notwendig.

Durch gründliches Aufwärmen und warme, aber luftdurchlässige Trai-
ningskleidung können die meisten Verletzungen vermieden werden. Dieses
Aufwärmen geschieht entweder durch leichte Gymnastik oder aber durch
ein Ausführen der geplanten Übung mit einem leichten, deutlich unter der
Trainingsbelastung liegenden Gewicht.

Welche Hilfsmittel soll man beim Training verwenden?

Handschuhe können (aber müssen nicht) empfindliche Hände schüt-
zen. Die Wirkung des sog. „Gewichthebergürtels” ist zwar umstritten,
aber: Wer ihn stets benutzt, hat wahrscheinlich nie Grund zur Klage; wer
ihn nicht benutzt, wird vielleicht eines Tages wünschen, er hätte ihn ge-
nommen. Aus diesem Grunde empfehlen wir diesen Gürtel zur Stützung
der Lendenwirbel und des gesamten Bauchbereichs. Die Stabilität wird
dort zwar auch durch die Bauchmuskeln und die Muskeln des unteren
Rücken garantiert (sofern vorhanden!), aber wer denkt bei einer schweren
Kniebeuge schon daran, den Bauch anzuspannen!

Wer einmal eine Hantelscheibe auf den Fuß bekommen hat, weiß wie
weh das tut. Feste Turnschuhe müssen deshalb nicht nur wegen der besse-
ren Standfestigkeit sondern auch zum Schutz der Füsse empfohlen wer-
den.

Weitere Hinweise werden jeweils im Text zu den einzelnen Übungen ge-
geben.

Es bleibt mir nur noch ein gutes Gelingen und viel Spaß an-einem schö-
nen Sport zu wünschen.

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FAT-BURNERS

Der Aufbau von Kraft und Muskelmasse ist nur die eine Seite im Bodybuilding.
Was nützen Ihnen massive Brustmuskeln, Arme so dick wie Kanonenkugeln, ein
Latissimus ä la Franco Columbu und Oberschenkel, für die jede Hose zu eng ist,
wenn Sie um die Taille herum wie eine Tonne aussehen? Letzteres sollte dann
doch lieber den Kollegen aus dem Powerlifting- und Gewichtheberbereich vor-
behalten bleiben. Von einem Bodybuilder erwartet man sich harte, definierte, mit
einem Adernetz überzogene Muskelberge, Einschnitte, Querstreifen und eine Haut,
so dünn wie Pergamentpapier. Als zentraler Blickfang eine waschbrettartige Mittel-
partie mit tiefen Furchen zwischen den einzelnen Bauchmuskelreihen und seitli-
che Serratusmuskeln, die aussehen, als hätte Ihnen jemand mit einem Skalpell
sämtliches Fleisch von den Rippen gezogen.
Mag sein, daß dieses Erscheinungsbild für den einen oder anderen Leser dann
doch etwas zu extrem ist und nicht dem angestrebten Wunschkörper entspricht,
dennoch wird uns niemand widersprechen, wenn wir behaupten, daß die mei-
sten Bodybuilder — nach einem eingehenden Blick in den Spiegel — nichts gegen
einen geringeren Körperfettgehalt einzuwenden hätten. Wenn es doch nur nicht
so mühselig wäre, diesen verflixten Taillenumfang etwas zu reduzieren. Weniger
essen, mehr trainieren, am besten eine Kombination aus beidem, alles schön und
gut, nur gehen dabei häufig neben Fett auch hart erarbeitete Muskelmasse und
Kraft flöten. Ein Ausweg aus dem Dilemma? Wie wäre es z.B. mit Substanzen, die
helfen, Körperfett zu verlieren?

Davon gibt es nämlich eine Menge: Clenbuterol, Ephedrin, Coffein, Guarana,
Schilddrüsenpräparate, Appetithemmer, um nur ein paar zu nennen. Und natür-
lich sogenannte Fat-Burners (Fettverbrenner). Fat-Burners sind Präparate, die von
der Sportnährmittelbranche angeboten werden, um den Athleten bei seinem Vor-
haben, Körperfett abzubauen, zu unterstützen. Damit Fat-Burners in Deutsch-
land frei verkäuflich sind, müssen sie dem hier gültigen Lebensmittelgesetz ent-
sprechen. Das bedeutet, es dürfen keine Arzneimittelwirkstoffe enthalten sein.
Zum einen ist dies lobenswert, denn so beinhalten Fat-Burners ausschließlich
natürliche, nebenwirkungsfreie Substanzen, zum anderen bleibt allerdings eine
Reihe effektiver, fettverbrennender Wirkstoffe außen vor. Die in Fat-Burners am
häufigsten vorkommenden Substanzen sind Cholin, Inositol, Methionin, Lecithin
und L-Carnitin. Da die Fat-Burner-Präparate diese Wirkstoffe in unterschiedlichen
Kombinationen und Dosierungen enthalten, kann man ihre Effektivität nicht all-
gemein beurteilen. Ein Präparat besteht aus Cholin und Inositol, eine anderes aus
Cholin,Inositol und L-Carnitin, wieder ein anderes aus Cholin, Inositol, Methionin,
aber ohne L-Carnitin usw. Die verschiedenen Eigenschaften der sogenannten
Wirkstoffe lassen ein Pauschalurteil nicht zu. Um dieser Problematik dennoch
gerecht zu werden, haben wir jeder dieser Substanzen eine Einzelcharakteristik
gewidmet. Wer sich für Fat-Burners interessiert, der findet alle notwendigen In-
formationen in folgenden Buchkapiteln: Cholin — Inositol — Methionin — Lecithin
— Carnitin

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leistungssteigernden Substanzen

Der Einsatz von leistungssteigernden Substanzen ist zweifelsohne in keiner an-
deren Sportart so verbreitet wie im Bodybuilding. Im Streben nach mehr Kraft
und Muskelmasse, verläßt sich kaum noch ein Hantelsportler ausschließlich auf
seine normale Ernährung. Viel mehr versucht man durch die Einnahme eines
oder mehrerer Zusatzpräparate die Fortschritte zu forcieren. Der Athlet findet
hierfür eine Vielzahl unterschiedlichster Mittel vor, die sich drei elementaren Grup-
pen zuordnen lassen:

1. Hormonpräparate (z.B. anabole/androgene Steroide, Wachstumshormone)

2. hormonfreie Medikamente (nichthormonelle Arzneimittel)

3. Sportnahrungspräparate (Lebensmittel, sogenannte ‘Supplements’)

Es ist kein Geheimnis, daß von den drei genannten Gruppen, die Hormonpräpa-
rate, zum Aufbau von Kraft und Muskelmasse, die eindeutig effektivsten sind.
Egal ob Mann oder Frau, wenn Sie im heutigen Wettkampfbodybuilding eine
Chance haben wollen, oder falls Ihr Aussehen auch nur annähernd den in den
Muskelmagazinen abgebildeten Körpern gleichen soll, werden Sie zumindest um
den Gebrauch von anabolen/androgenen Steroiden nicht herumkommen.
Somit drängt sich die Frage auf, welche Präparate bzw. Substanzen stehen Hantel-
sportlern zur Verfügung, die die Einnahme von Hormonpräparaten ablehnen,
aber dennoch liebend gerne, möglichst schnell und viel Kraft- und Muskelsubstanz
aufpacken möchten? Um diesen Personenkreis bei der Entscheidung hinsichtlich
des Einsatzes etwaiger Steroidalternativen, mit hilfreichen Informationen zu ver-
sorgen, enthält das vorliegende Buch eine umfassende Darstellung nahezu sämt-
licher, im Kraftsport gebräuchlichen hormonfreien Substanzen. Daß darunter lei-
der auch eine Reihe unwirksamer Präparate vorhanden ist, wird während der
Lektüre allzu offensichtlich.
Des weiteren sollte der Leser sich stets vor Augen halten, daß Begriffe wie ‘hormon-
und steroidfrei’, ‘nichthormonell’, `Steroidalternative’ oder `Steroidersatz’ nicht
automatisch mit den Bezeichnungen ‘nebenwirkungsfrei’, ‘natürlich’, ‘legal’ und
`dopingfrei’ gleichzusetzen sind. Von großer Bedeutung ist, zu unterscheiden, ob
das jeweilige Präparat vom Gesetzgeber als Arzneimittel oder als Lebensmittel
klassifiziert wird. Da Arzneimittel ausschließlich von Betreibern einer Apotheke
veräußert werden dürfen, können die Sportnährmittelfirmen hierzulande ledig-
lich Produkte anbieten, die unter dem strengen deutschen Lebensmittelgesetz
Gnade finden, d.h., die bei uns als verkehrsfähiges Lebensmittel gelten. Das schließt
von vorne herein den Verkauf vieler wirkungsvoller Substanzen aus, weshalb
mehr und mehr Sportnährmittelfirmen dazu übergehen, ihren Firmensitz nach
den Niederlanden zu verlegen, wo aufgrund der liberaleren EG-Richtlinien, Prä-
parate noch als Lebensmittel gelten, die in Deutschland schon längst als Arznei-
mittel eingestuft wurden.

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GLÜCKLICH DURCH DROGEN?

Ein Buch, das sich in erster Linie mit der Wirkung von Drogen auf die
sportliche Leistung auseinandersetzt, könnte sich ohne weiteres auf die
Doping-Problematik beschränken. Wir haben Rahmen und Anspruch
dieses Buches jedoch von Anfang an weiter gesteckt, so haben wir neben
den reinen Drogen auch Vitamine und Mineralstoffe behandelt, weil wir
möglichst weitgehend die Stoffe beschreiben wollten, die die körperliche
Leistungsfähigkeit beeinflussen können. Eben aus diesem Grund können
wir auch den Zusammenhang zwischen Körper und Seele nicht überge-
hen, denn oft genug hängt der Erfolg sportlicher Aktivität davon ab, daß
man das nötige Zutrauen, die nötige Ruhe und Konzentration, also die
notwendigen seelischen Voraussetzungen für körperliche Höchstleistun-
gen mitbringt.

Leider ist es heute in zunehmendem Maße üblich geworden, auch bei
leichteren Anforderungen schon zur Tablette zu greifen. So werden beden-
kenlos Beruhigungsmittel, Aufputscher, Wachmacher oder aber auch
Drogen aus dem illegalen Bereich konsumiert, um unangenehme Gefühle
verschiedenster Art zu unterdrücken. Eben darin aber liegt die Crux dieses
Verfahrens, denn Drogen unterdrücken zwar Streß, Trauer, Müdigkeit,
Angst oder Unsicherheit, aber sie beseitigen nicht deren Ursache. Manch-
mal tritt allerdings sogar das Gegenteil der gewünschten Wirkung ein; so
steigert sich z.B. die Angst zur tiefen Depression und am Ende kündet nur
noch eine Dose Tabletten von der letzten halben Stunde vor dem Selbst-
mord.

Man wird das Drogenproblem im Sport nicht isoliert betrachten dür-
fen, denn Sportler sind in der Regel recht gut integrierte Mitglieder der
Gesellschaft, einer Gesellschaft, in der der Drogenkonsum und in zuneh-
mendem Maße auch der Drogenmißbrauch üblich geworden ist.
Wir wollen hier in diesem Kapitel das Augenmerk jedoch nicht auf das
Heer der Kaffeetrinker oder Raucher richten, sondern auf diejenigen Dro-
gen, von denen es nach dem derzeitigen Stand der Medizin kein zurück
mehr gibt, diejenigen Drogen deren soziale und kriminologische Bedeu-
tung ihnen mittlerweile zu trauriger Berühmtheit verholfen hat.

Die folgende Darstellung ist die verkürzte Wiedergabe meiner Vorle-
sung an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, die ich regel-
mäßig vor Polizeistudenten für den gehobenen Dienst zur Einstimmung
in die Drogenproblematik gegeben habe. Einige Drogen wie Kokain und
die Amphetamine, die bereits in vorangegangenen Kapiteln erwähnt wur-
den, werden hier in neuem Zusammenhang nochmals aufgegriffen, ohne
daß ich bei dieser Auflistung allerdings einen Anspruch auf Vollständig-
keit erhebe.

1. Süchtigkeit
Definition: Ein Zustand, der durch folgende Eigenschaften gekenn-
zeichnet ist:

1) Den Wunsch oder den Zwang, die Einnahme eines Mittels fortzuset-
zen und es sich unter allen Umständen zu verschaffen.

2) Die Tendenz die Dosis zu steigern.

3) Eine psychische, manchmal auch physische Abhängigkeit von der
Wirkung dieses Mittels.
Charakteristisch, wenn auch nicht unbedingt notwendig ist ferner:

4) die aus 1) bis 3) erwachsende Gefahr für den Süchtigen und für die
Gesellschaft.
Eng verknüpft mit dem Begriff der Süchtigkeit ist die Gewöhnung. Sie
liegt u.a. beim Gebrauch, insbesondere Mißbrauch von Medikamenten
vor. Hierbei steht weniger der Zwang als vielmehr der Wunsch nach einer
weiteren Einnahme des Mittels im Vordergrund. Die Tendenz zur Dosis-
erhöhung ist weniger stark ausgeprägt, Abstinenzsymptome fehlen. Für
beide Begriffe, Sucht und Gewöhnung, wurde schließlich der Begriff
Drogenabhängigkeit eingeführt.
Nicht jeder Mißbrauch ist Sucht! Sucht muß als Krankheit aufgefaßt
werden!

2. Drogen

2.1. Überblick

Psychoanaleptika, Euphorika:
Wirkung: stimmungsanregend
Alkohol, Morphium, Kokain, Weckamine, Koffein …
Psycholeptika:
Wirkung: Beruhigung und Harmonisierung der seelischen Lage
Hypnotika, wie Alkohol, in höherer Dosierung, Bromverbindungen,
Harnstoffgruppe, wie z.B. Barbiturate, sog. Tranquilizer …
Psychosomimetika, Psychodisleptika:
Wirkung: Imitation seelischer Krankheiten, wie z.B. Psychosen
LSD, Adrenalin, Marihuana, Meskalin, Psilocybin, andere Halluzino-
gene.

Insgesamt besitzen psychisch wirksame Stoffe, sog. Psychopharmaka,
keine exakt eingrenzbare Wirkung. Persönliche Faktoren können hier zu
erheblichen Abweichungen führen. Desgleichen kann auch die unter-
schiedliche Dosierung bei ein und demselben Präparat zu unterschiedli-
chen, insbesondere auch qualitativ verschiedenen Wirkungen führen. So
kann mitunter durchaus der gegenteilige Effekt eintreten, d.h., daß z.B.
Angst nicht verschwindet, sondern stärker wird.
Die Auswirkung vieler Pychopharmaka läßt sich nur statistisch beschrei-
ben, etwa derart, daß sie in 60 Wo der Fälle die erwünschte Wirkung ha-
ben, in 30 07o der Fälle wirkungslos sind und (mit etwas Pech) 10 070 eher
gefährlich reagieren. Die Handhabung dieser Stoffe gehört deshalb aus-
schließlich in die Hände eines erfahrenen Arztes, der evtl. auftretende
Komplikationen zu beherrschen und Mißbrauch zu verhindern weiß.

2.2. Marihuana, Haschisch

Haschisch wird aus dem indischen Hanf (Cannabis) gewonnen. Weitere
Bezeichnungen sind:
Khif (im Nahen Orient)
Bhang, Ganja (in Indien)
Ma (in China)
Pot, Grass, Bot, Tea (in den USA)
Maconha, Djama (in Südamerika).
Haschisch ist das in geographischer und quantitativer Hinsicht meistge-
brauchteste Rauschgift. Es ist relativ billig, seine Anwendung ist als Bei-
mischung zum Tabak sehr einfach.

In kleinen Dosen besitzt Marihuana eine sedative Wirkung. Größere
Dosen führen zum bewußtseinsgetrübten Rausch. Die von der Drogenkul-
tur oftmals betonte Bewußtseinserhellung oder -erweitung ist für Nicht-
Drogenbeeinflußte in der Regel nicht nachzuvollziehen und kann in Tests
nicht nachgewiesen werden.

Wirksamer Stoff ist das Tetrahydrocannabinol, welches schwere und
bleibende Stoffwechselschäden hervorruft und zu Genschädigungen sowie
körperlichem und charakterlichem Verfall führen kann.
Die durch Haschisch hervorgerufenen Sinnestäuschungen reichen von
einfachen Wahrnehmungsanomalien bis zu Illusionen, Halluzinationen
und Visionen.

Im Haschischrausch erhalten stumpfe Farben eine prächtige Leucht-
kraft. Erotische und religiöse Halluzinationen sind häufig und weisen auf
eine Beteiligung unterbewußter Bereiche.

Die Verträglichkeit der Droge schwankt in weiten Grenzen. Nach an-
fänglicher Leistungssteigerung tritt bald eine Phase der Lethargie mit Lei-
stungsverlust ein. Symptome während des Rausches können sein:
Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, erhöhter Blutdruck, Herzjagen,
ziello5.e, fahrige Bewegungen. Da der Rausch das vorübergehende Verges-
sen bringt, ist der häufig Konsumierende für die Umwelt schnell verloren.
Wie bei vielen Rauschmitteln steigt auch bei Haschisch die Anfälligkeit
für Infektionskrankheiten.

Haschisch kann unterdrückte Aggressionen freisetzen. In diesem Sinne
kann der Haschischsüchtige gefährlich werden.
Der Haschischmißbrauch wird u.a. durch zusätzliche Einnahme von
Amylnitrit modifiziert. Dies ist ein Abkömmling der salpetrigen Säure,
der zur Behandlung von Herzschmerzen und Asthmaanfällen verordnet
wird. Die Wirkungen von Marihuana ,erden durch diesen Stoff verstärkt,
insbesondere wird das sexuelle Erleben während des Geschlechtsverkehrs
intensiviert.
Eigener Cannabis-Anbau in Deutschland ist möglich und soll zu wirk-
samen Drogen führen. Die Tendenz zur Dosiserhöhung ist gering.

2.3. Meskalin

Meskalin wurde früher aus mexikanischen Kakteen gewonnen, wird
aber mittlerweile synthetisch hergestellt und ist durch seine chemische
Synthese relativ preiswert geworden. Der Meskalinrausch wurde von den
mexikanischen Indianerstämmen zur Vertiefung des religiösen Erlebens
eingesetzt. Die Schädigung und Beeinflussung des Nervensystems führt
hier vor allem. zu Wahrnehmungsanomalien und Halluzinationen.
Charakteristisch ist insbesondere seine persönlichkeitsspaltende Wir-
kung, welche das klinische Bild der Schizophrenie hervorruht. Es besteht
dabei ein deutliches Mißverhältnis zwischen Denken, Fühlen, Wollen und
Handeln. Die Veränderungen im Gehirnenzephalogramm entsprechen im
Meskalinrausch dem eines Schizophrenen. Dies weist auf eine organische
Schädigung des Gehirns durch das Meskalin hin.

Etwa 50 bis 200 mg führen zu einer Beeinflussung der Großhirnrinde,
welches sich im Vorstadium in einer leichten Euphorie äußern kann. Der
Rausch dauert etwa 6 bis 20 Stunden. Die Ausscheidung erfolgt bis zu
40 % unverändert im Harn.

Bernsteinsäure in hoher Dosierung lindert oder beseitigt den Meskalin-
rausch. Im Prinzip handelt es sich beim Meskalinrausch um eine exogene Psy-
chose, d.h. um eine durch äußere Einflüsse hervorgerufene Geisteskrank-
heit.

2.4. Psilocybin

Psilocybin ruft ähnliche Rauschwirkungen hervor wie Meskalin. Es
wird aus mexikanischen Pilzen gewonnen.
Im Tierversuch ist eine chemische Verbindung mit Bestandteilen der
Hirnzellen nachgewiesen. Es ist ein Halluzinogen und Psychosomimeti-
kum.

2.5. Kokain

Spielte es noch im 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle, wurde das
Kokain später durch das Morphin weitgehend überholt, gewinnt aber heu-
te, insbesondere in sozial bessergestellten Kreisen, wieder an Bedeutung.
Es wurde von den Eingeborenen Südamerikas aus den Blättern des
Strauches Erythroxilon coca gewonnen und ist dort leicht erhältlich. Dem
Kauen von Kokablättern ist etwa 2/3 der peruanischen Indios verfallen.
Der Kokasaft stillt das Hungergefühl und erhöht zunächst die Leistungs-
fähigkeit. Bei fortdauerndem Gebrauch führt es zu Stumpfheit und Apat-
hie, was bei schlechten Lebensbedingungen als wünschenswert und damit
suchtfördernd angesehen werden kann.

Als Pulver wird Kokain von der Nasenschleimhaut gut resorbiert. Bei
lokaler Anwendung kommt es zur Lähmung und Betäubung der betroffe-
nen Nervenenden. Die gefäßverengende Wirkung des Kokains verhindert
dessen stärkere Resorption durch die Schleimhäute. Dennoch sind die
Resorptionsbedingungen allgemein so gut, daß beträchtliche Mengen in
den Kreislauf geraten.

Folgen sind zunächst: gehobene Stimmung, Rededrang, Euphorie und
Sinnestäuschungen angenehmer Art. Damit ist die Gefahr der Sucht gege-
ben. Man bezeichnet Kokain auch als Geselligkeitsdroge. Der Kokainist
sucht Gesellschaft und gibt sich keinen einsamen Rauschträumen hin. Die
Halluzinationen sind vor allem erotischer Natur. Bei höheren Dosen kehrt
sich die zunächst vorhandene Erregung in Lähmung um.
Kokain erweitert die Pupillen. Blutdrucksteigerung und blasse Haut wer-
den ebenfalls beobachtet.

Die Entzugserscheinungen sind ungefährlich. Der Entzug kann plötz-
lich, d.h. ohne stetige Reduzierung erfolgen. Die Rückfälligkeitsrate ist
sehr hoch, die Entziehung ist zwar leicht aber meist erfolglos.

2.6. Amphetamine/Weckamine

Aufputschmittel (USA: „Uppies”), Gruppe von Medikamenten mit zen-
tralstimulierender Wirkung. Dieser Effekt zeigt sich beim Nichtermüdeten
in einer euphorischen Stimmung, vermehrter Arbeitslust und gesteigertem
Selbstvertrauen. Die physiologische Grenze der Leistungsfähigkeit kann
jedoch auch mit diesen Mitteln nicht überschritten werden. Herzklopfen,
Unruhe, Angst, Konzentrationsschwierigkeiten werden insbesondere bei
höherer Dosierung beobachtet.
Bekannte Präparate: Preludin, Ritalin, Helfergin, Encephabol, Pervitin,
Benzedrin, Captagon

Schlafstörungen sind möglich. Im nachhinein Zustand mit vegetativer
Erschöpfung.
Die euphorische Stimmung trägt dazu bei, die tatsächliche Arbeitslei-
stung und den Arbeitsnutzen zu überschätzen. Die Anwendung bei endo-
genen Psychosen hat sich nicht bewährt.

Bei langfristiger Einnahme höherer Dosen kann es zu gesteigerter Ag-
gressivität und zu paranoiden Reaktionen kommen.
Der Mißbrauch dieser Mittel ist schädlicher und gefährlicher als der
von Marihuana. In den USA sollen jährlich 50 Mordfälle auf ihr Konto
kommen (D. E. Smith/F. Dittmar).

2.7. L S D (Lysergsäurediäthylamid)

LSD ruft schon in sehr geringen Dosen (0,001 mg/kg Körpergewicht)
meskalinähnliche Krankheitsbilder hervor.
Es wird aus dem Mutterkornpilz auf Roggen gewonnen. Die wehenför-
dernde Wirkung des Mutterkorns war schon im Mittelalter bekannt.
Am gesunden, charakterfesten Menschen ist die Gefahr der psychi-
schen und physischen Abhängigkeit gering. Entziehungserscheinungen
und andauernde Persönlichkeitsveränderungen sind selten.
Von 120 Versuchspersonen, die in der Tschechoslowakei getestet wur-
den, seien nur zwei rückfällig geworden. Dies allerdings nach nur einem
Versuch unter ärztlicher Aufsicht.

Zweifellos größer ist jedoch die Gefahr der unmittelbaren Entgleisungs-
möglichkeit, in der Situationsverkennung und den starken Affekt- und
Stimmungsschwankungen während des Rausches. Hieraus resultiert auch
eine erhöhte Selbstmordgefahr.
Durch LSD werden sowohl vegetative Funktionen gestört, als auch Er-
regungs- und Verwirrtheitszustände, Halluzinationen, verändertes Erleben
von Raum und Zeit hervorgerufen.
Die Einnahme vor und während der Schwangerschaft kann eine anato-
mische Schädigung der Keimdrüsen und des Gehirns des Embryos hervor-
rufen.
Die tödliche Dosis liegt bei 14 mg.

Der LSD-Rausch ähnelt dem Meskalinrausch, ist allerdings gemessen
an der Dosierung etwa 5000mal wirksamer. Der Rauschzustand wird als
lustbetonte Loslösung von der Alltagswelt erlebt.
LSD kann als Vorbereitung für die Psychotherapie eingesetzt werden,
da es die hierfür wünschenswerte Enthemmung hervorruft.
Eben diese Enthemmung kann aber in Einzelfällen zu Selbstmorden
und Gewaltverbrechen führen, da hier ähnlich wie bei Haschisch Aggres-
sionen freigesetzt werden. Die Neigung zu verantwortungslosem Handeln
scheint eine der Hauptgefahren bei der unkontrollierten Anwendung die-
ser Droge zu sein.

LSD wird als Lösung eingenommen, die einem Getränk zugesetzt oder
auf ein Stück Zucker geträufelt wird. Süchtige pflegen Einzeldosen zwi-
schen 0,2 und 4 mg einzunehmen; die Toleranz wächst sehr schnell.

2.8. Opium, Morphium

Opium ist der getrocknete Saft aus Samenkapseln verschiedener asiati-
scher Mohnarten, der durch Anritzen der unreifen Kapseln gewonnen
wird. Das Rohopium enthält 25 Alkaloide, z.B. Morphin (12 %), Narkotin
(5 %), Papaverin (0,8 %), Thebin (0,4 %) und Codein (0,3 %).
Das für die Opiumsucht bedeutungsvollste Alkaloid ist das Morphium.
Es wurde 1803 durch den deutschen Apotheker SERTÜRNER zum er-
stenmal in chemisch reiner Form aus Opium gewonnen. Die erste Mor-
phinsynthese fand im Jahre 1952 durch GATES und TSHUDI statt. Mor-
phin/Morphium stand jetzt für therapeutische Zwecke in nahezu unbe-
grenzter Menge zur Verfügung, desgleichen aber auch für die illegale Ver-
breitung.

Die für den Menschen tödliche Morphinmenge liegt bei etwa 0,2 g; es
sind aber auch schon 1 bis 3 g Morphin ohne tödlichen Ausgang vertragen
worden.
Morphium spricht vor allem das Gehirn an. Hier werden insbesondere die
Bereiche, die für die Schmerzempfindlichkeit verantwortlich sind, derart
gelähmt, daß selbst starke Schmerzen nicht mehr erlebt werden. Morphi-
um ist also ein starkes, zentral wirkendes Schmerzmittel.
Die individuelle Empfindlichkeit gegenüber Morphium schwankt sehr
stark. Dies muß auch für den therapeutischen Gebrauch der Droge beach-
tet werden.

Die Morphinwirkung ist zugleich die eines lustbetonten Rausches. Wohl-
behagen und Euphorie stellen sich ein. Desgleichen aber auch Sehstörun-
gen mit Verengung der Pupillen. Da zugleich das Atemzentrum im Hirn-
stamm angeregt wird, beobachtet man eine beschleunigte flache Atmung.

Bei überhöhten Dosen kommt es zur Lähmung des Atem- und Kreis-
laufzentrums im Hirnstamm: der Tod erfolgt durch Kreislaufversagen
oder Atemstillstand.

Im Orient führt sich der Süchtige das Morphin mit Hilfe der sogenann-
ten Opiumpfeife zu. In unseren Breiten wird mehr der subkutanen Injek-
tion, d.h. der Einspritzung unter die Haut der Vorzug gegeben.
Aus Gründen der Geheimhaltung seines Tuns und wegen der ständig
zunehmenden Gier nach dem Morphium erfolgt diese Injektion oft über-
hastet und unter Auslassung aller hygienischen Vorsichtsmaßnahmen. Oft
wird die Spritze in der Hosentasche durch sämtliche Wäschestücke in die
Haut gestoßen. Eitrige Infektionen sind die Folge einer solchen Hand-
lungsweise. Die ohnehin geschwächte körperliche Widerstandsfähigkeit
des Morphinisten wird dadurch weiter überlastet.

Der chronische und süchtige Morphinist bleibt noch über recht lange
Zeit leistungsfähig und ist infolge seiner Euphorie oft besonders produk-
tiv. Der Süchtige fühlt sich nun den Lebensanforderungen besonders ge-
wachsen, was seinen Drogenkonsum noch bestätigt und verstärkt. Dies
kann in seiner Selbstüberschätzung bis zu paranoidem Größenwahn ge-
hen. In diesem Stadium kann aber eine Entziehungskur noch erfolgreich
sein.

Nach längerem Mißbrauch sind jedoch die Stoffwechselvorgänge so
umgestellt, daß sie von ständiger Morphinzufuhr abhängig sind (körperli-
che Abhängigkeit).

In der Injektionspause wird der Morphinist nun gereizt und unverträg-
lich. Blasses Aussehen, Schlaflosigkeit und Zittern sind weitere Sympto-
me, der erst verschwinden, wenn die nächstfolgende Spritze gesetzt wird.
Immer deutlicher wird der seelisch-charakterliche Verfall: Verlogenheit,
Nachlässigkeit bis hin zu schweren Depressionen die zum Selbstmord füh-
ren können, beherrschen den inzwischen willensschwach gewordenen
Menschen. Von hier ist der Weg zu kriminellen Delikten vorgezeichnet.
Aus begreiflicher Angst vor den bedrohlichen Entzugserscheinungen rich-
tet sich das Verhalten des Süchtigen nun ausschließlich danach aus, die
nächste Spritze, insbesondere das dafür benötigte Geld, zu erhalten.
Gelingt dies nicht, so treten bisweilen schon nach 8 Stunden schwere
Entziehungssymptome in Form von Erregungszuständen, Krämpfen, Er-
brechen, Schweißausbrüchen, Herz- und Kreislaufschwächen ein.

2.9. Heroin

Das Heroin ist ein enger Verwandter des Morphiums. Es wird in Pul-
verform hergestellt und kann, wie Kokain, geschnupft werden. Desglei-
chen wird es auf einem Metallplättchen verbrannt und inhaliert oder auf
die glimmende Spitze einer Zigarette aufgetragen. Die subkutane oder
auch intravenöse Injektion der wässrigen Lösung ist ebenfalls häufig.
In seiner toxikologischen Wirkung verhält sich Heroin grundsätzlich
wie Morphium; es wirkt jedoch 6mal so stark.
Auch hier empfindet der Süchtige zunächst eine Steigerung seines Lebens-
gefühls, Schmerzen und andere Beschwerden verschwinden, das sexuelle
Erlebnis wird tiefer und nachhaltiger.

2.10. Abschlußbetrachtung

Für alle eben genannten Drogen gilt in hohem Maße, daß sie nach
mehrmaligem (manchmal schon zwei- bis dreimaligem) Gebrauch die Ge-
fahr der körperlichen oder zumindest seelischen Abhängigkeit in sich ber-
gen.

Die oftmals unmittelbar nach der Einnahme auftretende, meist lustbe-
tonte Situation wird unbewußt in viel höherem Maße mit der Droge asso-
ziiert (verbunden) als der zeitlich viel spätere „Kater” danach. Dies ist
auch der Grund dafür, daß bewußte „Einsicht” in diesem Stadium kaum
noch Erfolg hat; der Süchtigte fühlt oder glaubt an das Angenehme des
Drogenrausches, während sein Verstand um das Gegenteil weiß, sich aber
nicht durchsetzen kann.

So lange der Rausch als „Belohnung” für die Einnahme der Droge
empfunden wird, wird sich die Gewöhnung und damit die seelische Ab-
hängigkeit eher steigern. Eine solche seelische Abhängigkeit entsteht aber
auch bei den Drogen, die wir in den anderen Kapiteln dieses Buches ken-
nengelernt haben.
Charakteristisch für diese Sucht ist der Drang, die Zufuhr oder Einnahme
der Droge auch unter erschwerten Bedingungen aufrechtzuerhalten oder
unter Opfern, die Außenstehenden völlig unvernünftig erscheinen. Die
Äußerung mancher Zeitgenossen, „ohne eine Kanne Kaffee am Morgen
absolut nicht zu gebrauchen zu sein”, ist ein gefährliches Indiz in diese
Richtung.

Auch Sportler zeigen dieses Phänomen der psychischen Abhängigkeit.
Da der Gebrauch der Droge in ihnen das (meist unberechtigte) Gefühl er-
höhter Leistungsfähigkeit weckt, glauben viele sehr bald, ohne Aufputsch-
mittel oder Anabolika nicht mehr voll einsatzfähig zu sein. Die wirre Lo-
gik dieses Schlusses geht ihnen dabei nicht auf: sollte die Droge ursprüng-
lich die Leistung über das normale Maß heben, so wird sie nun zur Vor-
aussetzung, um überhaupt mithalten zu können.

Bei vielen wird dieser Schluß allerdings zur traurigen Wahrheit, wenn die
Körperchemie durch die Drogen schon so nachhaltig gestört ist, daß sie
ohne nicht mehr funktioniert. Dies ist dann der Übergang zur körperli-
chen Abhängigkeit, bei der ein Entzug ohne, bisweilen schwere, Beein-
trächtigung der Gesundheit nicht mehr möglich ist.

Man kann diesen Unterschied vielleicht am besten so veranschaulichen:
Schickt man einen psychisch Abhängigen auf eine einsame Insel, auf der
keine Drogen zur Verfügung stehen, so wird er widerstrebend und nicht
ganz ohne Qual „lernen” wieder ohne seine Droge zu leben. Macht man
das gleiche Experiment mit einem körperlich Abhängigen, riskiert man
schwere Gesundheitsschäden bis hin zum Tod.

Bisweilen aber sind die Übergänge fließend. So ist der Morphinist zwei-
fellos körperlich abhängig, aber wie soll man einen Sportler beurteilen,
der über Jahre Anabolika genommen hat und dessen Testosteron-Produk-
tion deshalb zum Erliegen gekommen ist? Da der Körper dieses Mannes
kein eigenes Hormon mehr produziert, werden sich nach Absetzen der
Droge schwere Verfallserscheinungen sowohl auf seelischem wie auch auf
körperlichem Gebiet zeigen, wenngleich er daran wohl nicht sterben wird.
Aber wie groß ist hier der Abstand zu einem Heroin-Süchtigen wirklich?

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Wer hat den sportlichen Wettkampf erfunden?

Wer hat den sportlichen Wettkampf erfunden? Waren es jene primitiven Affen,
von denen wir abstammen sollen oder war es GOTT persönlich, der uns den
“Funken” mitgab, der in uns die Flamme des “Überragen wollen” entzündet.
Für mich spielt es keine Rolle, wie die Menschen, die von den. Affen abstam-
men, dazu gekommen sind. Mein Schöpfer hat denen, die ER erschaffen hat,
auch den Drang mitgegeben, sich zu verbessern. Jeder von uns sollte Fortschritt
machen. Fortschritt bedeutet Leben, und Lebenssinn. Sich zu verbessern, zu
lernen und seine Leistungen in allen Bereichen zu steigern bedeutet, ein erfüll-
tes Leben zu leben. Wenn es nicht so wäre, hätte der himmlische Vater uns auch
alle als Genies auf die Erde kommen lassen. Wir brauchten dann nichts zu ler-
nen. Wir wüßten alles und jeder wäre in allem der Beste.

Aber GOTT hat uns nicht zu Genies gemacht und auch nicht vollkommen. Es
gibt nichts auf der Welt, was so gemachtwurde, daß man es nicht hätte noch bes-
ser machen können. Und das ist auch gut so. Denn damit haben wir alle die
Möglichkeit, vollkommener zu werden. Das ist ein gewichtiges Wort: “Voll-
kommenheit”.

Würden wir einer Gruppe intelligenter Menschen eine Aufgabe stellen, die
schwierig wäre, so daß nur einer diese lösen könnte, dann wäre dieser der Beste
oder auch der Vollkommenste dieser Gruppe. Würde jetzt jede Stadt die intelli-
gentesten Menschen nehmen und ihnen eine solch schwere Aufgabe stellen,
daß jeweils nur einer diese lösen könnte, und würde man die Sieger gegeneinan-
der antreten lassen und mit ihnen das Spiel noch einmal spielen- diesmal mit ei-
ner noch schwierigeren Aufgabe-, so daß wiederum nur einer diese Aufgabe lö-
sen könnte, dann hätten wir den vollkommensten Menschen dieses Landes bei
dieser Aufgabe gefunden. Aber vielleicht gäbe es in einem anderen Land einen
noch intelligenteren Menschen. Wo gibt es im Fortschritt ein Ende? Was ein
anderer Mensch geschafft hat, könnten wir auch schaffen. Wo ist der Musiker,
der immer schlechter spielt, je mehr er übt? Wo ist der Mathematiker, der
immer schlechter rechnet, je mehr er übt?
Eines steht fest: Wer Fortschritt (also eine Verbesserung seiner Fähigkeiten)
sucht, muß üben, um diesen Fortschritt zu erreichen. Kein Musiker wird durch
rechtes üben schlechter spielen. Durch wenig oder keine Übung wird er nur we-
nig oder gar keinen Erfolg verzeichnen können. Der Läufer kann durch Herum-
sitzen keine Kondition aufbauen. Und rechnen kann nur, wer auch rechnen
übt. Man muß natürlich auch das, was man macht, richtig machen. Wer sich ei-
ne Trompete kauft und ohne Anleitung monatelang dort hineinpustet, wird am
Ende doch nicht spielen können. Wer gleich zu einem Lehrer geht, der es richtig
kann, wird entsprechend mehr Erfolg haben.

Man muß also das, was man macht, auch richtig anfangen. Nicht jeder Musi-
klehrer hat auch das Talent, sein Können weiterzugeben und so kann es sein,
daß man von einem nicht so erfolgreichen Musiker mit der Gabe, sein Können
weiterzuvermitteln, mehr lernt, als von einem Weltklassespieler, der selbst
nicht so recht versteht, warum er es so gut kann.

Haben Sie schon aufden Umschlag geschaut, ob Sie das richtige Buch lesen? Sie
lesen ein Buch über Drogen! Wir beschäftigen uns gleich mit Doping. Aber be-
vor wir unsere Leistung zu steigern versuchen, sollten wir verstehen, warum der
Drang danach besteht. Wir müssen herausfinden, ob wir tatsächlich alles richtig
machen um den größtmöglichen Erfolg zu erreichen. Es kann dabei sehr viel
falsch gemacht werden. Wir müssen uns über die Gefahren klar werden, die die
Leistungssteigerung für den Körper mit sich bringt. Es ist möglich, daß einige,
die dieses Buch lesen, es zu spät lesen. Man sollte sich über die Gefahren des Do-
pings im klaren sein, bevor man es tut. Jeder kann dann abwägen, ob die erhoffte
Leistungssteigerung die damit verbundenen Gefahren durch den erhofften
Erfolg aufwiegt.

Der Sieger bei sportlichen Wettkämpfen wird wie ein “Übermensch” von der-
Menge gefeiert. Er ist für alle der große Held und fast jeder möchte die Rolle mit
ihm tauschen. Wer möchte nicht auch einmal von Tausenden umjubelt wer-
den? Alle bejubeln und beneiden ihren Sieger. Aber oft ist der Sieger ein
Mensch, der keinerlei Anerkennung finden würde, wenn man zeigen würde,
wie er wirklich ist. Vielleicht schlägt er seinen Hund. Vielleicht säuft er. Viel-
leicht schenkt er Kindern auf dem Spielplatz Bonbons und faßt sie danach
unsittlich an. Oder er klaut. Folgen wir wirklich unserem Ideal?
Um die Frage beantworten zu können, ob Doping sich für den Einzelnen aus-
zahlt, muß jeder zunächst einmal seinen Standpunkt im Leben klären. Wes
können Sie aus Ihrem Leben machen und in wieweit kann Ihnen Doping dabei
helfen? Lohnen sich die verborgenen Gefahren, die sogar in vielen Fällen den
Tod gebracht haben? Die Dunkelziffer ist größer, als die meisten es sich vorstel-
len können.
Sicher gibt es einige Menschen, denen Doping zumindest finanziell etwas ge-
bracht hat. Aber sportlicher Erfolg hat nichts mit geschäftlichem Erfolg zu tun.
Viele Bodybuilder tun so, als wenn sie aus dem Schneider wären, wenn sie
Mr.Universum oder Mr. Germany werdenwürden. Johnny Weismüllerwarbe-
rühmter alsirgend ein anderer Sportler in seiner Zeit und doch ist er arm gestor-
ben. Er war nicht der Einzige. Viele berühmte Boxer sind im Armenhaus gelan-
det und wenn ich mir Cassius Clay anschaue, dann tut er mir auch leid. Er hat
Geld wie Heu. Aber seine Gesundheit hat er dafür opfern müssen. War es das
wert? Es sind nicht die Sportler selbst, die das große Geld verdienen, sondern
die Manager, die Veranstalter, die Werbenutzer und die unbekannten Leute,
die irgendwie am geschehen beteiligt sind. Nein, es sind nicht die Sportler, die
das geoße Geld verdienen. Und im Bodybuilding schon gar nicht. Im Gegen-
teil. Die Vorbereitung war meist um ein vielfaches teurer, als der Pokal. Auch die
Tatsache, daß einmal im Jahr einer vin denen 20.000 Dollar gewinnt, schmälert
nicht die Verluste der anderen.

Wird die Leistung des Einzelnen anerkannt? Sicher nur beim Wettkampf. Der
Ruhm ist schnell dahin und der Neid ist groß. Alle großen Sieger sind schnell
vergessen. Ewig bleibenden Ruhm gibt es nicht. Wenn es doch so etwas kurzle-
biges ist, lohnt sich denn dann die Mühe? Hat es einen Wert, dreh Doping seine
Leistung so weit über das eigene Maß zu pushen, daß die Gesundheit darunter
leidet und bleibenden Schaden nimmt?

Der größte Fehler im Doping wird darin begangen, daß die Athleten mit chemi-
schen Mitteln versuchen, ihre Leistung zu verbessern, ohne überhaupt die na-
türlichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Das Problem ist eigentlich auch
nicht, daß sich einige Spitzensportler dopen, sondern daß so viele Tausende
von kleinen Narren, die zu faul zum Training sind oder das Geld für ein paar
Steaks extra nicht haben, Dopingmittel einnehmen. Um muskeln auszubauen,
muß man richtig essen. Man muß schon etwas Geld über haben, um sich die zu-
sätzliche Nahrung leisten zu können. Als nächstes muß man die Zeit zum Trai-
ning haben und natürlich auch noch genug Zeit zum Ausschlafen. Was den
Muskelaufbau aufkeinen Fall fördert, ist Arbeit. Das klingt paradox, aber wenn
man den ganzen Tag arbeiten muß, wird man niemals die Leistung bringen können,
die möglich wäre, wenn wir uns den ganzen Tag am Strand ausruhen
würden. Erfolgreiche Athleten haben diese Ruhe. Leider habe ich auch immer
viel arbeiten müssen und finde kaum die Zeit zum Training. Sicher wäre ich
sonst auch noch weitergekommen. Was mir auf gar keinen Fall zum Erfolg hilft,
sind Drogen.

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Anabole Steroide und das Immunsystem

In vielen klinischen Untersuchungen und bei Beobachtung von Athleten wurde der Eindruck gewonnen, daß Anabolika das Immunsystem schwächen. Der ständige Gebrauch von Steroiden kann zu einer permanenten Schwächung des Immunsystems und somit zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen führen. Leider wird durch die Presse immer wieder Fehlinformation bezüglich der Nebenwirkungen von anabolen Steroiden in die Öffentlichkeit getragen. Dies kommt dadurch zustande, daß die bei ohnehin schon kranken Menschen auftretenden Nebenwirkungen auf gesunde Athleten übertragen werden, ohne Rücksicht auf den Wahrheitsgehalt der Information. Auch wird vollkommen außer acht gelassen, daß die meisten Nebenwirkungen erfolgreich behandelt werden können oder bei kontrollierter Anwendung der Medikamente erst gar nicht entstehen. Die reichhaltigsten Informationen bezüglich der Anwendung, Anwendungsdauer und Minimierung der möglichen Gefahren von Steroiden, stammt aus dem Austausch von Wissen und Erfahrungswerten von Sportlern und Trainern weltweit. Dadurch wurde der Gebrauch von Steroiden sicherer.

Die umstrittenen Bemühungen von Männern wie Tony Fitton, Jeff Feliciano, Steve Koons oder Barry Sadler haben zwar viel Staub aufgewirbelt, aber die Sportler weltweit erhielten dadurch auch einen besseren Überblick darüber, was gut oder was schlecht ist für bestimmte Zwecke. Vielleicht haben wir auch einen Teil der Steroid-Hysterie selbst verursacht, aber letztendlich zum Vorteil aller Beteiligten. Allein die Hinweise auf Östrogen-Antagonisten wie Nolvadex, Akne-Therapeutika und vieles mehr sind ein großer Schritt in die richtige Richtung. Hier jetzt in alphabetischer Reihenfolge eine kurze Beschreibung der Nebenwirkung und mögliche Behandlungsweisen.

AGRESSION

Verglichen mit Männern, ist eine gesteigerte Agression bei Frauen manchmal ein positiver Aspekt. 10 mg Dianabol versorgen eine Frau mit der Androgenmenge eines normalen Mannes. Somit kann sich ihr Verhalten grundlegend ändern. Falls es weder ihre Arbeit noch ihre Beziehungen beeinträchtigt, mag das angehen, anderenfalls ist ihr dringend anzuraten, das Medikament zu wechseln. Männer, die agressiver werden, können durchaus bösartig und gefährlich werden. Oder sie können sich zu regelrechten Vollidioten entwickeln. In beiden Fällen empfiehlt es sich, diese Menschen zu ignorieren, schon der eigenen Gesundheit zuliebe. Wenn Steroide Sie nicht umbringen können, ein mit Testosteron vollgepumptes, hungriges Juicemonster kann es sicherlich. Diesen Männern ist anzuraten, entweder ihre Agressionen beherrschen zu lernen oder abzusetzen.

AKNE

Eines der größten Probleme von Steroidbenutzern ist die unter Umständen verheerende Akne, die durch die meisten Anabolika entsteht. Zwar gibt es Sportler die – so wie ich – nie Probleme mit ihrer Haut bekommen, doch das ist leider nicht der Regelfall. Steroide wie Anadrol, Halotestin, Testosteron und dergleichen sind die Hauptgegner einer gesunden Haut. Mittel wie Primobolan, Stromba oder Anavar lösen Hautprobleme nur bedingt aus. Akne sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Akne ist ein Symptom dafür, daß etwas nicht stimmt. Immerhin ist die Haut das größte Organ des Körpers und dient nicht nur dazu, Ihre Eingeweide und Knochen zusammenzuhalten. Androgene verbinden sich mit den Rezeptoren der Talgdrüsen in der Haut. Sie geben den Befehl, mehr Fett zu produzieren. Die Drüsenkanäle der Haut werden größer. Dadurch gelangen mehr Bakterien in diese Kanäle. Es entstehen Entzündungen, Poren verstopfen, Mitesser entstehen und im Extremfall große eitrige Zysten, die sogar chirurgisch behandelt werden müssen. Unangenehm, gelinde gesagt.

Leichte Akne kann mit Retin-A Creme mit 0.1% Lösung für den Körper und 0,05% fürs Gesicht behandelt werden. In schwersten Fällen empfiehlt es sich, 10 oder 20 mg/Tag das Medikament Accutane/Roaccutan einzunehmen. Damit verschwindet auch die schlimmste Akne und kommt meist nicht wieder. Ein leichtes Antibiotikum empfiehlt sich zur Abtötung der in die Haut eingedrungenen Bakterien. Schwere Akne wird in der BB-Gesellschaft sofort mit starkem Anabolika-Gebrauch assoziiert. Deshalb ist es gut, mit sowenig Hautunreinheiten wie möglich aufzuwarten.

AUSFLUß

Frauen, die stark androgene Steroide benutzen, leiden oft unter einem geruchlosen, harmlosen Ausfluß. Harmlos, da nicht infektiös, aber dennoch unangenehm.

BLUTGERINNUNGSZEIT

Viele Sportler werden feststellen, daß unter dem Einfluß von anabolen Steroiden kleine Schnitte, die beim Rasieren unumgäglich sind, ungewöhnlich lange bluten. Auch ein normalerweise harmloses Nasenbluten kann zumindest optisch äußerst bedrohlich erscheinen. Dies hängt damit zusammen, daß Anabolika oft die Blutgerinnungszeit erheblich verlängern; zudem erhöhen sie den Blutdruck. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, rechtzeitig vor einer anstehenden Operation alle anabolen Steroide abzusetzen. Davon abgesehen kann ein Elektrorasierer sehr nützlich sein.

BLUTHOCHDRUCK

Wie schon erwähnt, erhöhen Steroide den Blutdruck. Bei vielen Kraftsportlern kann ein Blutdruck bis 140/90 als normal angesehen werden. Es ist sehr wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Steigt Ihr Blutdruck über 140/95 an, ist ein Arztbesuch angesagt. Hoher Blutdruck kann mit Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen und Lungenödem einhergehen. Bluthochdruck kann mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden. ANABOLE STEROIDE UND SERUMCHOLESTERIN Über die Jahre wurden eine Vielzahl von Studien über den Einfluß von Anabolika auf das Serumcholesterin durchgeführt. Während allgemein angenommen wird, daß anabole Steroide den Blutfettgehalt erhöhen, d.h. ein Anstieg von Gesamtcholesterin, LDL und HDL, besagen gerade diese

spezifischen Studien, daß das Gegenteil der Fall ist. Dies soll kein Freibrief für den Medikamentengebrauch sein, sondern vielmehr Anlaß dazu geben, genauere, kontrollierte Studien durchzuführen. Ein hoher Cholesterinwert sollte bei einem Anabolikabenutzer nicht automatisch auf den Medikamentengebrauch zurückgeführt werden. Einige Androgene senken den Cholesterinwert merklich. Die schwach androgenen Metaboliten von Dehydroepiandrosteron, Testosteron und Androsteron z.B. senken in niedriger Dosierung die Serumcholesterinwerte von Testpersonen. Testolacton, ein nicht androgenes Derivat von Testosteron, hat ebenfalls einen senkenden Effekt auf die Blutfettkonzentration. Unbeeinflußt davon sollten hohe Cholesterinwerte nicht unbehandelt bleiben oder ignoriert werden.

Auch ist zu beachten, daß es nicht nur schädliche Blutfette gibt. Im Blut kommen zwei Hauptfraktionen von Cholesterin vor. Das HDL, (High-density-Lipoprotein, hochverdichtetes Cholesterin-Eiweiß-Teilchen) und das LDL (Low-densitiy-Lipoprotein, Cholesterin-Eiweiß-Partikel niedriger Dichte). Das HDL ist das “gute” Cholesterin. Je höher ihr HDL-Wert, umso geringer Ihr Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken.

Das LDL ist das eigentlich schädliche Cholesterin. Je höher Ihr LDL, desto höher ist Ihr Risiko der Arterienverstopfung und damit Ihr Herzinfarktrisiko. Daneben gibt es noch weitere LDLund HDL-Formen.

Es ist erwiesen, daß hohe HDL- und niedere LDL-Werte als die • wichtigsten Faktoren zur Vermeidung der Herzgefäßkrankheit anzusehen sind. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Diskussion ums Herzinfarktrisiko ist der Gehalt des Blutes an Triglyzeriden oder freien Blutfetten. Ein hoher Gehalt an Triglyzeriden kombiniert mit niederem HDL steigern das Herzinfarktrisiko deutlich. Zusammenfassend wäre zu empfehlen niedere LDL-Werte und niedere Triglyzeridwerte bei relativ hohen HDL-Werten zu erreichen, um das Infarktrisiko einzudämmen.

Um das Infarktrisiko einer Person einzuschätzen, müßen auch Lebensweise und Veranlagung beleuchtet werden. Einer meiner Bekannten z.B. treibt sehr viel Sport, ernährt sich sehr bewußt, raucht und trinkt nicht. Seine Nahrungsfettaufnahme ist auf 15 – 20 Gramm pro Tag beschränkt, doch sein Serumcholesterin ist ständig über 270 bis 290 mg/dl: ein typischer Fall von vererbter Anfälligkeit auf diesem Sektor. Falls sie erhöhte Cholesterinwerte haben, sollten sie in erster Linie ihre Eßgewohnheiten ändern. Keine gesättigte und tierische Fette, d.h. keine Eidotter, Butter, fettes rotes Fleisch oder Innereien. Zudem sollten sie ihre Aufnahme an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und an Ballaststoffen erhöhen. Auch Anabolika, Rauchen und Faulenzen ist dann out.

Sportler, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu hohe Cholesterinwerte haben, können immer noch auf Medikamente zurückgreifen, die Cholesterin senken. Es gibt verschiedene Medikamente zu diesem Zweck. Gemfibrozil (als Gevilon© im Handel) ist ein bekanntes Mittel. Es wird bei Patienten angewandt, die neben hohen Cholesterinwerten gleichzeitig hohe Triglyzeride aufweisen. Dieses Medikament senkt die erhöhten Werte zuverlässig und mindert so das Infarktrisiko erheblich. Verglichen mit früher angewandten Medikamenten sind die Nebenwirkungen von Gemfibrozil relativ gering.

In den USA und inzwischen auch hier wurde ein neues Medikament für den Markt freigegeben. Der Freiname ist Lovastatin, der Handelsname hierzulande Mevinacor. Es ist das erste Medikament einer neuen Gruppe von Mitteln. Diese Medikamente vermindern die Synthese von Cholesterin in der Leber über die Hemmung der Aktivität des Enzymes HMG-CoA-Reduktase. Klinische Versuche zeigten, daß durch Lovastatin Gesamtcholesterin und LDL gesenkt wurden und gleichzeitig HDL anstieg.

DEPRESSIONEN

Diese Nebenwirkung tritt bei beiden Geschlechtern auf, bei Frauen jedoch zum Teil extrem. Nach dem Absetzen der Medikamente kommt es zu einem Östogenrebound, der zu starke Stimmungsschwankungen führen kann. Verhindern kann man dies nicht, aber man kann dem ganzen mit Anti-Depressiva Abhilfe schaffen. Frauen, die darunter leiden, daß diese Hormonschwankungen ihre Gefühle zu sehr beeinflussen, sollten nicht verzweifeln, sondern zur Tat schreiten. Entweder abwarten oder der Griff zum “Glücklichmacher”. Der Beste, der derzeit auf dem Markt ist, kommt von Lilly/Hoechst und heißt Fluctin©, Wirkstoff Fluoxetinhydrochlorid, für alle die es genau wissen wollen. Das Mittel hat schon viele Suizidgefährdete vor dem fast sicheren Tod bewahrt und kann somit auch für unsere Belange von Nutzen sein. Der Hersteller behauptet, daß Fluctin© (20 Tabletten DM 86.-) nicht süchtig macht. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, daß das Präparat wirkt.

ENTZÜNDUNGEN, SEHNENBÄNDER

Kraftsportler bekommen meistens keine Probleme mit Sehnen und Bändern. Läufer sind dafür sehr anfällig, wenn sie Anabolika benutzen. Diese Sportler verwenden meistens die schwach androgenen Steroide Anavar, Stromba und Primobolanazetat. Diese Mittel kräftigen zwar die Muskulatur, lagern aber keine zusätzliche Flüssigkeit in Muskulatur und Sehnen und Bänder ein. Dadurch bleiben die ‘Bindegewebe spröde und sind dann den Belastungen der stärkeren Muskeln nicht mehr gewachsen. Dann kann es zu Entzündungen des Bindegewebes und im Extremfall zu Sehnen- und Bänderrissen kommen. Bei Kraftsportlern ist diese Verletzungsart selten, da durch den Gebrauch androgener Steroide mehr Flüssigkeit in die Gewebe eingelagert werden und diese somit elastischer werden.

LIBIDO, vermindert

Eine sehr böse, schwerwiegende Nebenwirkung. Da die meisten Steroide die Funktion der Keimdrüsen vermindern, geht auch der Sexualtrieb oft den Weg des Vergänglichen. Oftmals kommt dies durch unsachgemäßen Gebrauch der Medikamente, Fehler beim Absetzen und dergleichen. Ein kleiner sexueller Lapsus ist sicherlich zu verzeihen, wird dies zum Dauerzustand, hat es mit Sicherheit negative Auswirkungen auf ihre Partnerschaft. Dabei liegt die Lösung so nahe, meistens im Kühlschrank der Betroffenen. HCG heiß die Lösung, meistens jedenfalls. HCG muß im Kühlschrank aufbewahrt werden und ist somit in den Kühlschränken vieler Sportler vorzufinden. Also wenn es in der Kiste nicht mehr stimmt, HCG aus dem Kühlschrank! Leider hat noch niemand feststellen können, ab welcher Dosierung der Steroide im Schlafzimmer nur noch geschlafen wird. Das wäre sicher interressant zu erfahren.

EREKTIONEN Verstärkte Frequenz

Es gibt Leute, die an allem etwas auszusetzen haben, wirklich. Diese Nebenwirkung sollte allerdings begrüßt werden, finde ich. In geringen Dosierungen vermögen Steroide diese Nebenwirkung hervorrufen z.B. Teststeron in der Dosierung von 250 mg/Woche. Ich habe schon davon gehört, daß auch diese Nebenwirkung zu Komplikationen in der Partnerschaft geführt haben soll.

FIEBER

Dies ist eine Nebenwirkung, die vor allem Frauen erfahren, die Nolvadex benutzen. Auch Frauen und Männer, die Equipoise oder Finajet benutzen, können dieses Steroidfieber bekommen. Meiner Meinung nach tritt dies gehäuft bei Tiermedikamenten auf. Diese entsprechen nicht den Reinheitsvorschriften der Humanarzneien. Einige Bekannte von mir wurden von Finajet so krank, daß sie mehrere Wochen nicht trainieren konnten.

FÖTUSSCHÄDEN

Wenngleich auch Frauen während der Schwangerschaft eine Nandrolonform selbst produzieren, werden bei schwangeren Frauen, die noch Anabolika im Blut haben, weibliche Embryonen vermännlicht, männliche Embryonen werden überentwickelt. Dies sollte auch den naivsten Frauen klar sein. Deshalb ist es absolut nicht empfehlenswert, während des Anabolikagebrauchs schwanger zu werden. Frauen, die von Bodybuildern geschwängert werden, die Anabolika benutzen scheinen meistens Mädchen zur Welt zu bringen. Ein Bekannter von mir, der Unmengen Deca-Durabolin benutzte, ist mittlerweile stolzer Vater von drei Töchtern.

GYNÄKOMASTIE

Darunter versteht man die Vergrößerung der Brustdrüsen beim Mann. Viele starke Androgene aromatisieren stark, d.h. sie werden in weibliche Hormone umgewandelt. Durch den Anstieg der weiblichen Hormone beim Mann wird das Wachstum der Brustdrüsen eingeleitet, das unter Umständen tumorartig wird, aber gutartig bleibt. Das tumorartige Wachstum wird meistens direkt unter der Brustwarze sichtbar.

Dieses Krankheitsbild kann vermieden werden, indem man keine stark androgenen Steroide wie z.B. Anadrol und dergleichen verwendet. Auch 20 mg Nolvadex können diese Symptome verhindern. Ist auch mit Nolvadex nichts mehr zu machen und die Schwellung der Brust bleibt bestehen, dann hilft nur noch der Gang zur Schlachtbank. Ein guter Chirurg ist dann der einzige Weg zur Besserung. Dabei handelt es sich um einen kleineren Eingriff, bei dem erst die geschwollenen Brustdrüsen, dann der Tumor und eventuelle kleine Metastasen des Tumor entfernt werden. Auch nach der Operation kann die Brust geschwollen bleiben. Dies deswegen, weil ein Teil der Brustdrüse unter der Brustwarze verbleiben muß, um die Form der Brustwarze zu erhalten. Falls Sie während der Pubertät Probleme mit Ihren Brustdrüsen hatten, werden Sie als Erwachsener unter Steroiden sicherlich auch Probleme bekommen.

Auch HCG, HMG und GnRH (HGH-Realeasing-Hormon) stimulieren die Hoden dazu, mehr männliche Hormone und auch Östrogen zu produzieren. Dieser Vorgang verstärkt das Brustdrüsenwachstum.

HERZKRANKHEITEN

Diese Art der Erkrankungen durch Anabolika sind bis jetzt noch nicht in den Statistiken aufgetaucht. Hat jemand hohe Serumcholesterinwerte, hohe Triglyzeridwerte, hohes LDL und niederes HDL, dann ist er mit Sicherheit zur Risikogruppe zu zählen. Um alle Risiken zu vermindern lesen sie das Kapitel Anabolika und Serumcholesterin noch einmal durch.

HAUTVERFÄRBUNG/GELBSUCHT

Gelbsucht ist eine sehr gefährliche Nebenwirkung. Sie signalisiert schwere Leberprobleme, möglicherweise sogar eine Leberentzündung. Lange bevor sich ihre Haut verfärbt, verfärben sich die Augenwinkel. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, daß in kürze Probleme auftauchen werden. Dann empfiehlt es sich, die Anabolika abzusetzen und einen Arzt aufzusuchen. Als gesunder Athlet muß man Unmengen oraler Steroide einehmen, um derlei Probleme zu bekommen.

HAUTVERÄNDERUNG/STRUKTUR

Frauen haben meistens eine weichere Haut als Männer. Das beruht auf den Östrogenrezeptoren ihrer Haut. Frauen, die über Wochen und Monate Anabolika und Nolvarlex einnehmen, können eine sehr unweibliche Hautstruktur bekommen. Der Effekt wird durch starke Sonneneinwirkung verstärkt.

HAUT, ölig

Verstärkte Fett- und Talgproduktion der Haut kann sogar bei schwach androgenen Steroiden wie z.B. den Nandrolonen vorkommen. Entwickelt sich keine Ankne, kann dieses Problem einfach durch häufigeres Duschen beseitigt werden. Im Zweifelsfall kann auch mit 10 mg Roaccutan zweimal pro Woche Abhilfe geschafft werden.

HODENSCHRUMPFUNG

Viele Steroide bewirken eine Schrumpfung des Hodens. Dieser Effekt kann durch die Verwendung von HCG zusammen mit den Steroiden vermieden oder vermindert werden.

HIRSUTISMUS

Dies ist die medizinische Bezeichnung für übermäßigen Haarwuchs bei Frauen. Man kann zwar die Symptome beheben, die Ursache jedoch nicht. Die meisten der sehr starken weibliche Bodybuilder und Powerlifter müßen sich täglich rasieren, zumindest an Armen und Beinen. In schlimmen Fällen müßen diese Frauen auch Brust, Rücken und Arme ständig enthaaren. Beim Gebrauch von schwach androgenen Steroiden sollte kein verstärkter Haarwuchs auftreten. Bei bestehendem Hirsutismus empfiehlt sich die Verwendung von Medikamenten, die die Produktion des Enzymes 5-Alpha-Reduktase verhindern oder vermindern. Hirsutismus ist die Folge von zu hohen Gewebespiegeln von Dihydrotestosteron, DHT. Hautpartien, die von Hirsutismus oder Akne befallen sind, weisen bis zu 20 mal höhere Gewebekonzentrationen an DHT auf als gesunde Haut. In Europa und England wird Cyproteronazetat, ein starkes Anti-Androgen zur Behandlung von Akne und Hirsutismus angewandt. Diese Behandlungsmethode birgt die Gefahr eines abnehmenden Sexualtriebes. Bei der Anti-Babypille Diane© wird neben Ethylestrenol auch Cyproteronazetat verwendet. Falls ihre Frau oder Freundin also diese Pille benutzt und keine Lust auf Sex mehr hat, wundern sie sich nicht. Der Gang zum Arzt und der Wechsel zu einem anderen Medikament ist dann zu empfehlen.

HAARAUSFALL

Mittlerweile gibt es keine Zweifel mehr daran, daß Haarausfall und Glatzenbildung in direktem Zusammenhand mit hohen Dihydrotestosteronkonzentrationen bei Männern und Frauen zusammenhängt. Verminderung der Gewebekonzentrationen von Dihydrotestosteron ist also der Schlüssel zur Verminderung von Haarausfall.

Die Gewebekonzentrationen von Dihydrotestosteron können auf unterschiedliche Weise reduziert werden. Eine logische Methode der Reduzierung ist eine Verminderung der gesamten Androgenproduktion und somit der Vorstufe von DHT, Testosteron. Diese Methode hat allerdings einige Nebenwirkungen, die nur schwer zu akzeptieren sind. Dazu zählen verminderter Sexualtrieb, Verweiblichung und Brustdrüsenwachstum. Die zweite Möglichkeit, die Gewebekonzentration von DHT zu mindern, liegt darin, dessen Produktion oder die Umwandlung von Testosteron zu DHT zu unterbinden. Der Umwandlungsprozeß von Testosteron zu DHT erfolg durch eine enzymatische Reaktion. Das zuständige Enzym heißt 5-Alpha-Reduktase. Männer mit einem vorliegenden Mangel an diesem Enzym haben keine Probleme mit Haarausfall. Medikamente die die 5-Alpha-Reduktaseproduktion vermindern, werden bei der Behandlung von Haarausfall und Hirsutismus bei Frauen eine entscheidende Rolle spielen. Auch die lokale Anwendung solcher Medikamente erscheint von großem Nutzen.

Das einzige verschreibungspflichtige Medikament gegen Haarausfall ist Minodoxil, unter dem Handelsnamen Rogaine in internationalen Apotheken in Deutschland erhältlich. Rogaine vermindert oder unterbindet die Produktion von 5-Alpha-Reduktase und/oder vermindert die Bindung des DHTs an die Androgenrezeptoren in der Haarwurzel. Es vermindert auch die Auswirkungen von DHT auf Haarausfall, Hirsutismus und Akne. Wenn man den Untersuchungsergebnissen glauben schenken kann, stimuliert Rogaine auch neues Haarwachstum. Die dritte Möglichkeit ist die, Steroide zu verwenden, die nicht zu DHT umgewandelt werden können und die die endogene Produktion von Testosteron und somit DHT unterbinden. Die Verwendung von Steroiden, die als Grundlage eine DHT-Basis haben, sollten vermieden werden, falls sie Probleme mit Haarausfall oder Glatzenbildung haben. Leider gibt es nicht genug Information darüber, welche Steroide in welchem Maß zu DHT umgewandelt werden. Anabole Steroide, die Abkömmlinge von DHT sind wirken möglicherweise auch wie DHT, zumindest in Bezug auf Haarausfall.

Primobolan, eines der weniger schädlichen Steroide ist ein solcher Abkömmling von DHT. Alle Steroide, die nicht auf DHT-Basis entstanden sind, vermindern möglicherweise Haarausfall, Akne und Hirsutismus.

LEBERKREBS

In all den Jahren des Ge- oder Mißbrauchs von Steroiden durch Athleten gab es nachweislich nur einen einzigen Fall der Krebserkrankung eines ansonsten gesunden Athleten durch anabole Steroide. Der betroffene Athlet starb an Leberkrebs. Vor seinem Anabolikamißbrauch war die Leber des Sportlers gesund. Der übrige Gesundheitszustand des Sportlers war nicht bekannt. Möglicherweise hat er noch andere Medikamente oder Drogen benutzt.

KOPFSCHMERZEN

Kopfschmerzen werden von starken Androgenen wie Halotestin, Anadrol oder Parabolan verursacht. Auch hoher Blutdruck, verursacht durch Anabolika, kann zu Kopfschmerzen führen. Durch Anabolika verursachte Kopfschmerzen dürfen nicht ignoriert werden. Sie sind ein Anzeichen für ein größeres Problem. Einfach ein paar Aspirin einzunehmen ist nicht der richtige Weg.

KEHLKOPFWACHSTUM

Kehlkopfvergrößerung ist eine Nebenwirkung, von der hauptsächlich Frauen betroffen sind. Auch diese Nebenwirkung geht einher mit dem jahrelangen Gebrauch von starken Androgenen. Als erstes wird bei Frauen die Stimme tiefer, danach werden die Knorpel des Kehlkopfes dicker und nehmen die Form und Struktur des männlichen Kehlkopfes an. Ein harmloser, doch sehr störender Nebeneffekt.

KLITORISVERGRÖßERUNG

Auch diese Nebenwirkung ist den Frauen vorbehalten. Dieser Effekt wird hauptsächlich durch stark androgene Steroide verursacht. Frauen erleben dadurch eine gesteigerte Sexualität. Die Orgasmusfähigkeit wird verbessert, auch Mehrfachorgasmen sind dann keine Seltenheit. Wenngleich auch eine leichte Klitorisvergrößerung allgemein begrüßt wird, so wird eine stärkere Vergrößerung als störend empfunden. Im Extremfall kann die Klitoris schon Form und Größe eines kleines Penis erreichen. Das kann schwerwiegende psychische Auswirkungen bei den Betroffenen auslösen. Auch Probleme in der Partnerschaft können daraus resultieren. Ich habe Frauen erlebt, die ihren Geschlechtstrieb nicht mehr unter Kontrolle halten konnten. Die Klitorisvergrößerung bleibt auch nach dem Absetzen der Medikamente bestehen.

LEBERERKRANKUNGEN

Die meisten statistisch erfaßten Lebererkrankungen wurden bei ohnehin schon kranken Nicht-Sportlern festgestellt. Berichte von Leberschäden bei Atlethen, die anabole Steroide benutzten sind selten. Diese Aussage ist nicht als Freibrief für Sportler zu verstehen. Momentan wird die Qualität der Schwarzmarkt-Produkte immer schlechter. Durch die Bemühungen der Behörden, den Anabolika-Handel einzudämmen, kommen immer unreinere, sogenannte Badewannen-Steroide an den Verbraucher. Peinlich genaue Blutkontrollen sind in unserer Zeit unumgänglich.

MENSTRUATIONSSTÖRUNGEN

Viele Frauen, die anabole Steroide benutzen, bekommen Menstruationsstörungen. Meistens bleibt die Regelblutung ganz aus. Nicht nur durch Anabolika, sondern auch durch extrem niedere Fettspiegel können bei Frauen Menstruationsstörungen auftreten. Solch extrem niederen Körperfette findet man häufig bei weiblichen Bodybuildern im Wettkampfstadium. Die meisten Frauen scheint das Ausbleiben der Regel nicht sonderlich zu beunruhigen. Nach dem Absetzen der Steroide oder dem Abbruch der Diät stellt sich die Regelblutung wieder von selbst ein. Allerdings kann es je nach Länge der Anabolikatherapie mehrere Wochen oder Monate dauern bis sich der normale Zyklus wieder eingestellt hat. Stellt sich die Regelblutung nicht wieder ein, so kann ein Frauenarzt nach entsprechenden Untersuchungen die Periode durch verschiedene Medikamente wieder einleiten.

NASENWACHSTUM

Es ist schon recht verwunderlich, mit was man alles rechnen muß, wenn man/frau anabole Steroide einnimmt. Steroide bewirken das Wachstum von Knorpelgeweben, und auch die Nase besteht aus Knorpel. Diese Nebenwirkung ist bei Frauen bemerkbar, die Steroide über Jahre hinweg benutzen.

NASENBLUTEN

Nasenbluten tritt bei Powerliftem häufiger auf als bei anderen Kraftsportlern. Die Gründe dafür sind: zu hoher Blutdruck, verlängerte Blutgerinnungszeit durch Anabolika und plötzlicher Blutdruckanstieg durch explosive Kraftleistungen. Nasenbluten an sich ist nichts schlimmes, aber es ist ein Zeichen dafür, daß etwas nicht stimmt: lassen Sie kontrollieren.

PROSTATAVERGRÖßERUNG

Diese Nebenwirkung bleibt den Männern vorbehalten. Prostatavergrößerung wird verursacht durch den Gebrauch von starken Androgenen. Finajet, Parabolan, Proviron, Halotestin und dergleichen sind die Hauptverursacher dieser Nebenwirkung. Auch einige der DDR-Steroide verursachten Prostatavergrößerung. Allerdings waren die DDR-Steroide zumeist Mischungen schon vorhandener Steroide. Ihr Arzt kann im Rahmen einer Untersuchung feststellen, ob ihre Prostata vergrößert ist. Die Untersuchungsmethode jedoch dürfte für den kleineren Teil der männlichen Bodybuilder ein erhebendes Erlebniss sein. Falls ihr Arzt ihnen eine vergrößerte Prostata attestiert, sollten sie die Steroide wechseln. Eine vergrößerte Prostata kann zu Problemen beim Wasserlassen und an der Niere führen.

PSYCHOSEN

Steroid-Psychosen wurden in den letzten Jahren von der Presse in den USA und der übrigen Welt hochgespielt. Wahrscheinlich aus Mangel an echten Gesundheitsproblemen durch Anabolika, wird nun versucht, die psychischen Nebenwirkungen der Steroide hochzuputschen. Es gibt zwar dokumentierte Berichte darüber, daß Kortikosteroide Psychosen auslösen, aber diese Psychosen sind nicht permanent. Durch Testosteron und starke Androgene verändern sich Anabolikabenutzer, männliche wie auch weibliche. Sie werden aggressiver. Diese Aggressionen aber gleich als Psychosen zu bezeichnen, halte ich für übertrieben. Allerdings finden auch psychische Veränderungen statt, die bei Frauen auch noch lange nach Absetzen der Steroide bemerkbar sind.

RÖHRENKNOCHEN, Verschluß der Epiphysen

Die meisten Anabolika verursachen vorzeitigen Verschluß der Knochenenden. Diese Gefahr besteht allerdings nur dann, wenn.

Anabolika vor dem abgeschlossenen Knochenwachstum, also während der Pubertät oder im Kindesalter verabreicht werden. Oft erfolgt, bedingt durch die Anabolika, zuerst ein Wachstumsschub bevor der Verschluß der Wachstumsfugen der Röhrenknochen einsetzt. Anavar z.B. bewirkt keine Wachstumsstörungen und wird in der Kindermedizin zur Verstärkung des Längenwachstums eingesetzt. Dennoch sollten Kindern keine Anabolika verabreicht werden, weil immer die Gefahr besteht, daß das Wachstum gestört wird. Das könnte zur Folge haben, daß aus den kleinen Kindern kleine Erwachsene werden. Kleine Erwachsene sind oft unglückliche Erwachsene und unsere Welt braucht nicht noch mehr unglückliche Menschen.

TOD

Tod durch den Gebrauch von Anabolika in gesunden Atlethen ist bisher nur in einem Fall eingetreten. Siehe Leberkrebs.

UNWOHLSEIN

Steroide wie Anadrol 50 und Halotestin geben zwar einen enormen Kraftzuwachs, verursachen aber auch ein subjektives Gefühl von Krankheit und Unwohlsein. Das Gefühl von Kraft und Krankheit ist nur schwer in Einklang zu bringen. Tatsache ist: wenn Sie sich krank fühlen, kann es durchaus sein, daß Sie krank sind. Deswegen empfiehlt es sich, im Zweifelsfalle Steroide zu verwenden, die dieses Krankheitsgefühl nicht hervorrufen. Wollen sie trotzdem sehr stark werden, haben sie allerdings nicht sehr viele Alternativen.

URINATIONSPROBLEME

Wieder eine Domäne der männlichen Kraftsportwelt. Diese Nebenwirkung entsteht durch eine stark vergrößerte Prostata. Das geringste Problem ist, daß nachdem das Monster wieder im Käfig ist, einige unschöne Tropfen die Hose zieren. Ausrufe der Bekannten wie z.B.: ‘Kuck mal, der hat sich verpinkelt` sind dann an der Tagesordnung. Spaß beiseite. Wenn Sie Probleme beim Urinieren, Schmerzen oder gar Blut im Urin haben, ist es höchste Zeit zur Tat zu schreiten. Gehen sie dann sofort zum Arzt. Dieses Problem entsteht durch Anwendung von starken Androgenen.

VÖLLEGEFÜHL

Unter der Anwendung von Anavar in oraler wie auch in injizierbarer Form entsteht ein starkes Völlegefühl. Kein anderes Steroid scheint diese Nebenwirkung hervorzurufen.

ÜBELKEIT

Nur zwei Steroide, Anadrol und Halotestin scheinen in Sportlern diese Nebenwirkung hervorzurufen.

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DHT-DIHYDROTESTOSTERON

Im Gegensatz zu Testosteron, dessen Anwendung durch eine Veränderung des Testosteon/Epitestosteron-Verhältnisses nachgewiesen werden kann, besteht für DHT kein Test zum Nachweis. DHT ist ein natürliches Androgen, das im Körper in verschiedenen Geweben aus Testosteron hergestellt wird. Es liegt in einer Konzetration von 55 ng (Nanogramm) pro 100 ml Blut vor. Es ist in einigen Geweben das bevorzugte Androgen. Testosteron ist allerdings das Hormon, das vom Muskelgewebe zum Wachstum bevorzugt wird. Testosteron bestimmt auch den männlichen Sexualtrieb.

DHT andererseits hat auch bestimmte Funktionen. Es bestimmt das Wachstum des Gesichtshaares, der Prostata und der äußeren männlichen Geschlechtsmerkmale. Trotzdem hat DHT einen starken, anabolen Effekt. Die DHT-Produktion beträgt nur den ca. zwanzigsten Teil der Testosteronproduktion beim normalen Mann. Es entsteht aus Plasma-Testosteron und Androstendion durch die enzymatische Reaktion des Enzyms 5-Alpha-Reduktase. DHT ist oral nicht wirksam. DHT bindet sich besser und leichter an die Androgen-Rezeptoren als Testosteron. Ein kleiner Teil des DHTs wird direkt in den Hoden des Mannes produziert, wird also nicht aus Plasma-Testosteron gewonnen. Dihydrotestosteron und seine Abkömmlinge werden von Athleten mehr und mehr vor testpflichtigen Veranststaltungen benutzt, um durch die Tests zu kommen. Der Hauptgrund ist wohl der, daß DHT und seine Derivate binnen kurzer Zeit aus dem Körper verschwinden, oder in nicht feststellbaren Mengen zurückbleiben.

Einige DHT-Abkömmlinge werden bis zu einer
Woche vor dem Test benutzt.

Zu dieser Gruppe gehören:
ANAVAR
ANATROFIN (Injektion)
ANDROSTANOLON
ANDROSTALON
DROLBAN (Injektion)
EMDISTERON
MIOTOLON
MASTERID (Injektion)
MASTERIL (Injektion)
MASTERON (Injektion)
MASTERONE (Injektion)
NEOPONDEN
PESOMAX (Injektion)
PRIMOBOLAN (oral, Injektion event.)
ROXILON (wird nicht mehr hergestellt)
STROMBA (oral, Injektion event.)
WINSTROL (siehe Stromba event.)
ANDRACTIM GEL 2,5%

Die Dosierungen bei DHT liegen zwischen 50 mg und 250 mg täglich.

Hier nun ein paar Tips wie man vorgehen könnte, um den Saubermännern ein Schnippchen zu schlagen. Sicherlich kann ich keine Garantie dafür geben, daß sie den Test dann wirklich bestehen, aber einen Versuch ist es doch wert. Die hier veröffentlichten Ratschläge wurden von vielen Sportler befolgt, die bisher noch nie bei einem Test positiv waren. Welche Tests muß ein Athlet eigentlich über sich ergehen lassen? Befassen wir uns zuerst mit dem üblichen Urin-Test, im Jargon Pisstest genannt. Dieser Test ist recht einfach zu bestehen. Der einfachste Weg durch den Test ist der, wie schon erwähnt, in der Off-Season nur orale Anabolika zu benutzen.

Um Langzeitanabolika zuverlässig anwenden zu können, müßten genauere Studien durchgeführt werden. Es wurden schon Sportler getestet, die Nandrolon binnen 7 Monaten aus ihrem Körper rückstandslos verarbeitet hatten. Vor ein paar Jahren sprach ich mit einer Angestellten von Organon Deutschland über die Nachweisbarkeit von Nandrolon. Ihrer Meinung nach sei Nandrolon nach ca. 3 Monaten nach der letzten Injektion nicht mehr nachweisbar. Wer dennoch positiv testet und behauptet keine Nandroloninjektion während der letzten 3 Monate bekommen zu haben, würde lügen. Soweit die Aussage einer Ärztin von Organon Deutschland. Die sichersten oralen Anabolika die man einnehmen kann, sind Dianabol und Anavar.

Nach dem Absetzen der anabolen Steroide gibt es noch sehr viele anabole Substanzen, die sie weiter einehmen können ohne beim Test aufzufallen. Zum Beispiel synthetisches Schilddrüsenhormon T4. T4 wirkt anabol solange es nicht zu T3 umgewandelt wird.

Ein sehr starkes Anabolikum, das gerade in letzter Zeit in Deutschland Aufsehen erregt hat, ist Clenbuterol. Clenbuterol ist ein Asthmamittel, das unter dem Namen Spiropent© im Handel ist. Clenbuterol erhöht die Anzahl der T4-Rezeptoren in der Muskelzelle. Tierversuche haben ergeben, daß durch Clenbuterol die Durchmesser der roten Muskelzellen (Fast-Twitch Fasern) nach 12 Wochen Behandlung um 40% zunahmen. Der Eiweißgehalt der Zellen nahm um13% zu, der Gesammtfettgehalt der Körper nahm um 20% ab. Clenbuterol regt die Braunfett-Verbrennung an. (Sehr vielversprechende Untersuchungsergebnisse.)

Ein weiteres Medikament aus der Tiermedizin heißt Zeranol. Der Freiname ist Resorcinol-Lacton. In Amerika ist der Handelsname Ralgro. Es handelt sich bei Ralgro um Implantat- Tabletten für Rinder. Bei Powerliftern ist das Mittel sehr beliebt. Für unseren Zweck werden die Tabletten mit einem Mörser zu Puder gestoßen und mit öligen Anabolika gemischt und injiziert. Die Normaldosis liegt bei drei Implants pro Woche. Ich habe diese Implants getestet und kann nur sagen: “sehr gut”. Ich erfuhr einen gigantischen Kraftzuwachs binnen kürzester Zeit. Allerdings benutzte ich nicht 3 Tabletten pro Woche, sondern 3 Tabletten pro Tag aufgrund eines Mißverständnisses! Zeranol steht nicht auf der IOC-Liste der verbotenen Mittel.

Auch L-Dopa wird dazu benutzt, heil durch die Tests zu kommen, bzw. die nachlassende Wirkung der Anabolika abzufangen. Durch L-Dopa wird die körpereigene HGH-Produktion erhöht. Catapressan, ein Mittel gegen hohen Blutdruck wirkt allerdings besser. Für Sportler mit niederem Blutdruck ist Catapressan nicht zu empfehlen. Auch Catapressan steht nicht auf der Dopingliste. Soweit anabole Steroide hier angesprochen werden, gibt es zwei Medikamente, die unbedenklich bis kurz vor dem Test (einige Tage) benutzt werden können.

Pesomax von Boniscontro/Spanien und Miotolon von Daiichi/Japan sind nicht nachweisbar. Letzteres steht unter dem Spezialitätennamen Furazabol in den Listen internationaler Apotheken. Beide Medikamente gehören zur schon besprochenen Gruppe der Dihydrotestosterone. Diese Medikamente sollten ca. 3 Tage vor dem Test abgesetzt werden.

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.AMINOSÄUREN UND VITAMINE IN DER ER- NÄHRUNG DES KRAFTSPORTLERS II

Für den trainierenden Sportler sind diese Vitamine
und Aminosäuren von besonderem Interesse, da
sein Verbrauch und Bedarf zumindest bei einigen
von Ihnen deutlich höher ist als bei körperlich un-
belasteten Menschen.
Für den Muskelaufbau sind insbesondere drei
Vitamine bzw. Vitamingruppen interessant:
Vitamin B-Gruppe, Vitamin C und Vitamin E.
Innerhalb der Gruppe der B-Vitamine verdienen
einige eine besondere Erwähnung.

So muß z.B. das Vitamin B1 dem Körper regel-
mäßig zugeführt werden. Nach etwa 9 bis 18
Tagen wird (je nach Dosis und körperlicher
Belastung) die Hälfte des zugeführten Vitamin B1
verbraucht oder ausgeschieden. Die Aufnahme
erfolgt überwiegend im Dünndarm und zwar bis
maximal 5mg pro Tag. Darüber hinausgehende
Dosen werden größtenteils unverändert ausge-
schieden. B1 wird unter anderem in der Muskulatur
gespeichert, stärker beanspruchte Muskeln ent-
halten jeweils auch größere Mengen des Vitamins.
Bei körperlicher Anstrengung nimmt die B1-
Konzentration im Blutspiegel ab, bei B1-armer
Ernährung verringert sie sich zuallererst in den
Muskeln. Ein solcher Mangel äußert sich vor allem
in Muskelschwäche, rascher Ermüdbarkeit, Herz-
beschwerden und Appetitlosigkeit. Bei Mangel an
B1 wird die bei körperlicher Beanspruchung ent-
stehende Milchsäure, bzw. die sich daraus
entwickelnde Brenztraubensäure nicht schnell ge-
nug abgebaut und sammelt sich im Gewebe an.
Verminderte Trainingsleistungen bei Sportlern sind
hier die zwangsläufigen Folgen. Prof. Dr. Snatzke
aus Bochum und Prof.Dr.Tscheche aus Bonn be-
richten, daß durch regelmäßige Injektionen von B1
im Abstand von 5 Tagen der Milchsäurespiegel im
Blut von Athleten um gut 40% gesenkt werden
konnte.

Von den restlichen B-Vitaminen scheinen nach den
bisherigen Erkenntnissen insbesondere die
Vitamine B2, B6, Nikotinamid und B12 maßgeblich
am Stoffwechsel bei schwerer Beanspruchung
beteiligt zu sein. Neben einschlägigen Präparaten
eignet sich insbesondere die Bierhefe zur Deckung
des Vitamin B-Bedarfs. Die Resorptionsfähigkeit in
Magen und Darm ist für diese Vitamine jedoch
recht begrenzt, bei hohen Dosierungen wird des-
halb der Löwenanteil der vereinnahmten (und oft
auch teuer bezahlten) Vitamine ungenutzt ausge-
schieden. Manche Sportler ziehen deshalb die
intramuskuläre Injektion vor, für den
Freizeitsportler dürfte das jedoch eine übertriebene
und bedenkliche Maßnahme sein.

Das Vitamin C wird bei oraler Einnahme vom Kör-
per recht gut aufgenommen und ist als “Ascorbin-
säure” in reiner, pulverisierter Form auch recht
preiswert. Als Mittel zur Beschleunigung der
Wundheilung, vom Nobelpreisträger Linus Pauling
als “Erkältungsvitamin” angeboten oder ganz allge-
mein als “Fitmacher” genießt das Vitamin C einen
umstrittenen Ruf als Universalmedizin. Die Dosie-
rungsempfehlungen der einzelnen Fachleute
weichen z.T. erheblich voneinander ab. Im allge-
meinen scheinen jedoch 1 bis 1,5 mg pro kg
Körpergewicht ausreichend zu sein, Sportler
nehmen häufig auch das vier bis fünffache.

Eines der umsatzstärksten Vitamine der vergange-
nen Jahre ist zweifellos das Vitamin E, insbeson-
dere die “rechtsgedrehte” Form als deTocopherol
(was wir gleich noch ausführlich erklären werden).
Vitamin E besitzt eine ausgeprägte Antioxy-
danzwirkung und bewahrt somit z.B. die Margarine
vor dem Schlechtwerden. Was das jedoch medizi-
nisch bedeuten kann, ist recht umstritten. Vitamin
E-Befürworter und Gegner pflegen ihre Auseinan-
dersetzung zumindest in der Öffentlichkeit nicht
immer mit wissenschaftlicher Redlichkeit zu führen,
und so bleibt dem “Verbraucher” häufig nur das
Vertrauen auf Werbeinformationen oder nicht
weniger zweifelhafte Artikel in irgendwelchen
Illustrierten. Da sich jedoch die Hinweise mehren,
daß Vitamin E den Sauerstoffbedarf des Muskel-
gewebes vermindert und eine ausgeprägte
Zellschutzfunktion haben kann, mag man hier ähn-
lich wie auch bei den bisher erwähnten Vitaminen
den Einsatz pragmatisch abwägen. Dem wahr-
scheinlichen Nutzen steht bei maßvoller Dosierung
ein relativ unwahrscheinlicher Schaden gegenüber.
Eine echte Überdosierung von Vitamin E scheint,
von ein paar nicht auf die Lebenswirklichkeit zu
übertragenden Laborversuchen abgesehen, zu-
mindest bei intensiv trainierenden Sportlern sehr
selten zu sein. Die Empfehlungen schwanken zwi-
schen 10 und 30 mg pro Tag. Die heutigen Präpa-
rate enthalten häufig 100mg pro Tablette und
mehr, die günstigstenfalls nach oder mit der
Hauptmahlzeit eingenommen wird. Die von einigen
Nahrungsmittelchemikern vertretene These, daß
mehr Vitamin E auch zugleich mehr (positive) Wir-
kung verspricht, betrachte ich allerdings mit
Skepsis. Dosierungen über 1g/Tag sind nach
meiner Erfahrung bedenklich, hier wurden verein-
zelt Kreislaufstörungen, Ohrensausen u.ä. berichtet.

In nicht ganz so ausgeprägter, deshalb jedoch
nicht zu vernachlässigender Weise sind auch die
anderen Vitamine an dem Erhalt der sportlichen
Leistungsfähigkeit beteiligt. Wenn eines dieser
Vitamine in der Ernährung weitestgehend fehlt, so
wird sich dies neben gesundheitlichen
Einschränkungen auch in einer Wachstumshem-
mung äußern.

Ähnliches gilt nun auch für die Aminosäuren, So ist
z.B. das Arginin in erheblichem Maße an der
Proteinsynthese im menschlichen Körper beteiligt,
u.a. durch die Synthese und Freisetzung des
Wachstumshormons der Hirnanhangdrüse. Das
Sperma des Mannes enthält einen großen
Prozentsatz Arginin.

Lysin ist z.B. eine essentielle Aminosäure mit
besonderer Bedeutung für Wachstum, Geweberegeneration,
die Produktion von Antikörpern, Hormonen und Enzymen.
Ornithin ist eine wasserlösliche Aminosäure, die im
sogenannten Harnstoffzyklus aus Arginin entsteht.
Da es aber selbst wiederum den Argininspiegel
anhebt, wird es in Aminosäurepräparaten zumeist
mit Arginin kombiniert. Beide Aminosäuren können
die Insulinausschüttung verändern. Diabetiker
müssen also vorsichtig sein.

Glyzin wird eine besondere Bedeutung für die
Funktion der Hirnanhangdrüse nachgesagt, sowie
auch für die Funktion der Muskulatur. Sein Einsatz
bei bestimmten Formen von Muskelschwund, nied-
rigem Blutzucker und Azidose (Übersäuerung des
Blutes) läßt einen positiven Einfluß auf sportliche
Leistung vermuten.

Tyrosin soll ebenfalls eine Rolle bei der Anregung
von Hirnaktivitäten spielen. Es soll sogar die Ent-
zugserscheinungen von Drogensüchtigen mildern,
indem es Depressionen und Erschöpfung lindert.
Vielleicht liegt hier eine Chance für bereits abhän-
gige Anabolika-Umsteiger.

Chemisch handelt es sich bei den Aminosäuren um
organische Säuren (Carbonsäuren), die eine oder mehrere Aminogruppen
Gruppen) im Molekül enthalten. Je nach Position
dieser Aminogruppen spricht man von o-, ß-, K-,…-
Aminosäuren. In ähnlicher Weise geschieht
auch die Namensgebung bei verschiedenen
Vitaminen einer Vitamingruppe (z.B.Pc-Tocopherol
als bevorzugte Vitamin-E-Variante).

Ferner unterscheidet man sowohl bei Aminosäuren
als auch bei Vitaminen rechts- und linksgedrehte
(D- und L-) Formen:

Dabei stimmen die Moleküle nahezu vollständig
miteinander überein. Lediglich die räumliche An-
ordnung der Atome an dem zentralen Kohlen-
stoffatom ist unterschiedlich, hier verhalten sich
die Moleküle zueinander wie Bild und Spiegelbild,
oder wie die linke Hand zur rechten.

Solche Stoffe, die sozusagen nur in ihrer “Brutto-
zusammensetzung” übereinstimmen, bezeichnet
man in der Chemie als Isomere. Erstaunlicher-
weise tritt nun in allen natürlichen Proteinen immer
nur ein solches lsomer auf, nämlich die linksge-
drehte Form. Alle natürlichen Proteine bestehen
aus L-Aminosäuren. Nun unterscheiden sich die
links- und rechtsgedrehten Aminosäuren in ihrem
Verhalten gegenüber anderen Substanzen kaum
voneinander und es ist auf den ersten Blick kaum
einzusehen, warum nicht beide auf unserer Erde
vorkommen sollten. Dennoch sind alle Proteine
von Pflanzen und Tieren ausschließlich aus der
L-Form aufgebaut und ein fiktives Wesen, daß
aus D-Aminosäuren bestünde und das sich in sei-
nem Aussehen in keiner Weise von uns unter-
scheiden würde, würde spätestens dann als
andersartig überführt, wenn es unsere nur auf L-
Aminosäuren aufbauende Nahrung zu sich
nähme. Zwar könnte es unsere Luft atmen und
unser Wasser trinken, müßte letztlich jedoch jäm-
merlich verhungern, da sein Körper die Amino-
säuren mit der “falschen” Drehung nicht als Nah-
rung akzeptieren würde. Dieses Wesen könnte al-
lerdings durch im Labor synthetisierte D-Amino-
säuren gerettet werden, denn bei der künstlichen
Herstellung von Vitaminen und Aminosäuren fal-
len oft beide Isomere an. Das bedeutet in umge-
kehrtem Schluß für uns, daß wir nun allerdings
mit solchen synthetischen D-Aminosäuren wenig
anfangen könnten, da wir ausschließlich links-
gedrehte Formen verarbeiten können.

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