Ephedra

Vieles, was der Leser soeben über Ephedrin erfahren hat, gilt auch für Ephedra.
Da es jedoch ein paar nennenswerte Unterschiede gibt, ist eine getrennte Dar-
stellung sinnvoll. Ephedra, auch Meerträubchen genannt, ist eine selbständige
Sträuchergattung. Von den verschiedenen Ephedra-Arten dürfte dem einen oder
anderen Athleten vielleicht der Name Ma Huang bekannt sein. Ma Huang (Ephedra
sinica) ist ein Rutenstrauch, der im Mittelmeerraum und in verschiedenen Trocken-
gebieten Amerikas und Asiens wächst. Auf letzteren Kontinent ist auch die Be-
zeichnung Ma Huang zurückzuführen, da vor allem die Chinesen diese Ephedra-
Art schon seit über 5000 Jahren als Heilkraut zur Behandlung von Erkältungen
und Fieber sowie Asthma erfolgreich einsetzen. Das Interessante ist, daß die ver-
schiedenen Ephedrasträucher alle Ephedrin enthalten, wobei besonders Ma Huang
eine reichhaltige Ephedrinquelle darstellt. Das von zahlreichen Athleten verwen-
dete und in der Schulmedizin gebräuchliche Ephedrinhydrochlorid wird durch
mehrere chemische Prozesse aus Ephedra gewonnen, weshalb Ephedrin in die
Gruppe der Alkaloide gehört.

Bevor der Leser nun den Verdacht hegt, daß diese Charakteristik letztendlich in
der Empfehlung mündet, Sträucher samt Wurzeln und Beeren zu leistungsstei-
gernden Zwecken zu verzehren, können wir diese Befürchtung zerstreuen, da
verschiedene Sportnährmittelhersteller ephedrahaltige Präparate in Form von
Kapseln, Tabletten, Flüssigkeiten, Tropfen und Pülverchen anbieten. Am wich-
tigsten ist, sich darüber im klaren zu sein, daß Ephedra die natürliche Variante
darstellt, während anderseits Ephedrinhydrochlorid ein synthetisch hergestellter,
chemischer Wirkstoff der pharmazeutischen Industrie ist. Daraus läßt sich folgen-
de Schlußfolgerung ableiten: Natürliches Ephedra und synthetisches
Ephedrinhydrochlorid können nicht dieselbe Wirkungsstärke besitzen. Es ist zwar
richtig, daß sowohl Ephedra als auch Ephedrinhydrochlorid die Freisetzung von
Adrenalin und Noradrenalin im menschlichen Körper stimulieren, doch
Ephedrinhydrochlorid ist Milligramm für Milligramm erheblich effektiver als
Ephedra. Wer schon einmal mit den anregenden Eigenschaften einer 50 mg-
Ephedrinhydrochloridtablette Bekanntschaft gemacht hat, wird sich bei einer Ein-
nahme von 50 mg Ephedra wundern. Die Wirkung bleibt hier vollständig aus.
Der Grund dafür ist simpel: Ephedrinhydrochlorid ist ungefähr 30 mal stärker als
Ephedra, d. h. um mit Ephedra dieselbe Wirkung wie bei einer 50 mg-Ephedrin-
hydrochloridtablette zu erzielen, sind immerhin 1500 mg erforderlich.

Ein Punkt, der von jedem Athleten, der ephedrahaltige Präparate kaufen und ein-
nehmen will, unbedingt beachtet werden muß. Da die meisten mit 25 mg
Ephedrinhydrochlorid pro Einzelgabe erfahrungsgemäß die besten Ergebnisse
erzielen, bedeutet dies die Zufuhr von 750 — 1000 mg Ephedra. Auch hier kann
eine Wirkungsverstärkung durch die additive Verabreichung von Coffein und
Aspirin erreicht werden. Um einen synergistischen Effekt der drei Substanzen
Ephedra, Coffein und Aspirin zu erlangen, bedarf es gewöhnlich 750 — 1000 mg
Ephedra, 200 mg Coffein in Verbindung mit 300 mg Aspirin. Wer das Etikett von
Ephedrapräparaten aufmerksam liest, wird feststellen, daß Ephedra im Regelfall
nicht der einzige Wirkstoff ist. Je nachdem, ob das Präparat als Tat-burner’ oder
als Trainingsbooster’ vermarktet wird, kann es in den unterschiedlichsten Men-
gen auch Coffein, Guarana und Niacin enthalten. Athleten, die jedoch an einer
Fettverbrennung interessiert sind, sollten Niacin meiden, da es, wie bei der Cha-
rakteristika von Ephedrin schon erwähnt, den Abbau von Fett zu freien Fettsäuren
blockiert und für eine beschleunigte Entleerung der Glykogenspeicher in den
Muskelzellen sorgt.

Die Wirkung von Ephedra tritt etwas langsamer ein als bei Ephedrinhydrochlorid,
da die pharmazeutische Version vom Körper schneller resorbiert wird. Manche
Athleten sind der Meinung, die Begleiterscheinungen wie Zittern, Herzjagen,
Schlaflosigkeit und Schwitzen seien bei Ephedra weniger stark ausgeprägt, Glei-
ches gilt jedoch auch für den fettverbrennenden und stimulatorischen Effekt. Sämt-
liche Bodybuilder, mit denen wir gesprochen haben, bestätigten uns, daß sie sich
in einer entweder-oder-Situation stets für die verschreibungspflichtige Apotheken-
version Ephedrinhydrochlorid entscheiden würden. Ephedra ist ganz sicher kein
Ersatz für Ephedrinhydrochlorid, sondern lediglich eine natürliche Alternative.
Wer die chemische Keule ablehnt, dem bietet sich die Möglichkeit, mit Ephedra
zu experimentieren

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DMSO (Dimethylsulfoxid)

Die breite Vielfalt unterschiedlichster Darreichungsformen ergogener Substan-
zen für Hantelsportler ist um eine ungewöhnliche Version reicher. Konnten Bo-
dybuilder bislang in ihrem Streben nach athletischeren Körperkonturen unter
Tabletten, Kapseln, Dragees, Pülverchen, Tropfen, Granulaten und Injektions-
spritzen wählen, so darf künftig auch die Haut mit aufschmierbaren Präparatio-
nen attackiert werden. Ein solches stellt das Arzneimittel Dolobone Gel dar, das,
wie sein Name schon verrät, ein auf die Haut auftragbares Gel ist. Als Haupt-
wirkstoff enthält es Dimethylsulfoxid, kurz DMSO, eine Substanz, die in Kraftsport-
kreisen zunehmend an Popularität gewinnt. Dennoch dürfte DMSO für viele Ath-
leten noch kein Begriff sein, was bedauerlich ist, betrachtet man die Eigenschaf-
ten dieses Wirkstoffes und seine daraus resultierenden Anwendungsmöglichkei-
ten. Der Hauptgrund, weshalb DMSO speziell in der deutschen Bodybuilding-
szene noch ein Mauerblümchendasein fristet, ist die Beschaffungsproblematik.
DMSO ist verschreibungspflichtig und in Apotheken nur mit einem ärztlichen
Rezept erhältlich, wodurch eine Vermarktung via diverser Bodybuilding-
publikationen wenig Sinn macht. Bevor Sie nun aufgrund der eingeschränkten
Verfügbarkeit das Interesse an DMSO verlieren, sollten Sie sich in Erinnerung
rufen, daß die wirkungsvollsten Mittel aus der Kategorie ‘rezeptpflichtiges Medi-
kament’ entstammen wie z.B. anabole Steroide, Clenbuterol, Ephedrin und
Cyclofenil. Lesen Sie weiter und entscheiden Sie selbst, ob DMSO die Mühen
eines Arztbesuches wert ist.

Dimethylsulfoxid ist ein Beiprodukt, das bei der Herstellung von Papier aus Holz
entsteht. Aufgrund des immensen Papierbedarfes der Menschheit fallen natürlich
riesige Mengen an DMSO an. Bis vor wenigen Jahren wurde DMSO von der Indu-
strie entweder als Abfall entsorgt oder als chemisches Lösungsmittel verwendet.
Heute ist DMSO auch Bestandteil verschiedener Salben und Lösungen, die als
Therapeutika Eingang in die Schulmedizin gefunden haben. Zahlreiche Studien
und hunderte von Artikeln in der medizinischen Literatur belegen die außerge-
wöhnlichen Eigenschaften von Dimethylsulfoxid und offenbaren eine große Pa-
lette an Indikationsgebieten am Menschen. Für Hantelsportler ist DMSO in zwei-
facher Weise interessant.

Zum einen wirkt Dimethylsulfoxid als Analgetikum und besitzt dadurch schmerz-
stillende bzw. schmerzlindernde Eigenschaften. Es ist zur Behandlung von Schwel-
lungen, Zerrungen, Blutergüssen, Prellungen, Entzündungen, Quetschungen und
anderen stumpfen Verletzungen der Muskeln, Sehnen, Gelenke und Bänder vor-
züglich geeignet. Wohl jeder Athlet wird im Laufe der Jahre mit der einen oder
anderen Verletzung konfrontiert. Bei Bodybuildern rühren Probleme häufig von
einer Überlastung der Sehnen und Bänder her. Wer schwer und hart trainiert, darf
sich nicht selten auf eine Entzündung der Bizepssehne oder Reizung der Patella-
sehne am Knie freuen, was das Beibehalten eines intensiven und aggressiven
Trainingstils deutlich erschwert. Weitere negative Begleiterscheinungen des sich
Trainingstils deutlich erschwert. Weitere negative Begleiterscheinungen des sich
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it4ständig wiederholenden Kampfes bei den schweren Grundübungen wie Bank-
drücken, Nackendrücken, Dips, Rudern etc. sind Schmerzen in den Ellenbogen,
an den Handgelenken und im Schulterbereich. Wird DMSO auf die betroffenen
Körperpartien aufgetragen, so kann es schon nach kurzer Zeit — manchmal nach
nur wenigen Stunden — zu einer erheblichen Linderung der Schmerzen kommen,
und die mit einer Verletzung oftmals einhergehende Beeinträchtigung der Be-
weglichkeit bessert sich ebenfalls. Da DMSO besonders bei akuten Verletzungen
bzw. Schmerzen gut wirkt, ist es wichtig, daß der Athlet beim Auftreten oben
genannter Probleme rasch reagiert, und nicht mit der Einstellung ‘das geht von
alleine wieder weg’ tatenlos zusieht. Denn nicht selten können sich aus einer zu
Anfang harmlos anmutenden Verletzung Spätkomplikationen, z.B. in Form von
chronischen Schmerzen, entwickeln.

Der zweite Grund, weshalb Bodybuilder verstärkt DMSO verwenden, ist auf eine
ganz außergewöhnliche Eigenschaft dieser Substanz zurückzuführen.
Dimethylsulfoxid ist einer der wenigen Stoffe, die nach dem Auftragen auf einer
beliebigen Körperstelle vollständig durch die Haut resorbiert und im Körper ver-
teilt werden. Darüberhinaus besitzt DMSO die Fähigkeit, die Haut auch für ande-
re Substanzen durchlässig zu machen, und ermöglicht diesen den Eintritt in den
Blutkreislauf. Die aus unverdaulichen Eiweißkörpern (Keratine) bestehende Horn-
schicht in der Oberhaut (Epidermis) verhindert, daß normalerweise Stoffe, die zu
groß und komplex sind, durch die Haut aufgenommen werden können. Als Richt-
linie dient das molekulare Massengewicht (M=g/mol) der jeweiligen Substanz.
Substanzen mit einem Molekulargewicht von bis zu 600 g/mol können vollstän-
dig durch die Haut gelangen, während bei einem Wertebereich von 600 — 800g/
mol eine lediglich teilweise Aufnahme noch möglich ist. Substanzen, die über
einem Molekulargewicht von 800 g/mol liegen, gelangen kaum noch durch die
Haut.

Welche Rolle spielt dabei die Verwendung von DMSO? Nun, Dimethylsulfoxid
hilft zum einen, Substanzen mit einem Molekulargewicht von 800 g/mol durch
die Haut zu transportieren, und zum anderen verbessert es die Aufnahme schwer
resorbierbarer Stoffe (M=600 — 800 g/mol) über die Haut erheblich. Denn von
allein gelangen die potentiell durchlässigen Stoffe natürlich nicht durch die Haut.
Glücklicherweise, da unser Körper sonst in kürzester Zeit mit Schmutz- und Dreck-
partikeln, chemischen Rückständen und toxischen Substanzen überladen wäre.

Zurück in die Welt der Hantelsportler, denn nun dürfte dem Leser auch däm-
mern, was Bodybuilder an DMSO so reizt. Wir alle wissen, daß es zahlreiche
Sportnahrungspräparate und pharmazeutische Medikamente gibt, die bei oraler
Verabreichung gar nicht oder nur sehr schlecht wirksam sind, da diese entweder
von der aggressiven Magensäure zerstört oder durch die Leber vorzeitig abge-
baut werden. Athleten, die Anabolika verwenden, kennen dieses Problem nur zu
gut, denn die drei oralen Steroidpräparate, Primobolan Tabletten, DHEA
(Dehydroepiandrosteron) und Methyltestosteron, werden nach der Einnahme über
die Portalvene resorbiert, zur Leber weitergeleitet und von dieser nahezu voll-
ständig inaktiviert. Da Bodybuilder von je her sehr experimentierfreudige Sport-
ler sind, war das Finden einer geeigneten Lösung nur eine Frage der Zeit. Man
entdeckte bald, daß ein Wirkungsverlust bei den vorgenannten oralen Anabolika
vermieden werden kann, wenn diese mit Unterstützung von DMSO über die Haut
aufgenommen werden. Auf den ersten Blick ein abenteuerlich anmutender Vor-
gang, der in der Praxis jedoch prima funktioniert: Die Tabletten des jeweiligen
Anabolikums (z.B. Primobolan Tabletten, DHEA, Methyltestosteron) werden pul-
verisiert (z.B. in einem Mörser mit einer Mörserkeule oder einfach mit dem Griff
eines Küchenmessers, wobei eine saubere Unterlage (Alufolie) ratsam ist) mit
DMSO vermischt (z.B. einem gestrichenen Teelöffel Dolobene Gel) und auf die
Haut aufgetragen. Die Steroidmoleküle sinken zusammen mit DMSO durch die
Haut und gelangen zu 100% unbeschadet in den Blutkreislauf. Da synthetische
Steroidhormone ein molekulares Massengewicht von 200 — 400 g/mol besitzen —
Testosteron liegt bei 288 g/mol — können diese problemlos durch die Hornschicht
der Oberhaut gelangen.

Weitere Einzelheiten über DMSO und Steroide seien dem Leser erspart, schließ-
lich wollen wir uns in diesem Buch ausschließlich mit hormonfreien Substanzen
befassen. Viel interessanter erscheint die Frage, welche leistungssteigernden, aber
steroidfreien Substanzen eignen sich für die DMSO-Anwendung? Sehr gute Er-
gebnisse versprechen erfahrungsgemäß die beiden Beta-Sympathikomimetika
Ephedrinhydrochlorid (M= 201 g/mol) und Clenbuterolhydrochlorid. Athleten,
die die jeweiligen Tabletten zerkleinern, mit DMSO vermischen und an fettreichen
Körperstellen — wie z.B. bei Männern am Bauch und bei Frauen am Gesäß, Schen-
kel sowie ebenfalls Bauch auftragen, berichten von einer erheblichen Fett-
verbrennung an den betroffenen Körperpartien. Der Wirkstoff Ephedrin- bzw.
Clenbuterolhydrochlorid dringt mit DMSO durch die Haut und gelangt direkt an
die Beta-Rezeptoren der Fettzellen, wodurch diese zu freien Fettsäuren aufge
spalten werden. Frauen aufgepaßt, es gibt keine wirkungsvollere, fettabbauende
und gewebestraffende Creme als eine Mischung aus DMSO und pulverisierten
Ephedrin- bzw. Clenbuterolhydrochloridtabletten.

Übrigens, viele Cremes, Salben und Lotions, die laut Herstellerangaben nach dem
Auftragen Fett verbrennen, Zellulitis beseitigen und Gewebewasser abbauen sol-
len, sind deshalb so uneffektiv, weil sie aufgrund ihres Molekulargewichtes nur
sehr schwierig und unvollständig durch die Oberhaut gelangen. Die im Body-
building populäre, aus Frankreich stammende Thiomucase- Creme reduziert nach
dem Auftragen den Wasserhaushalt verschiedener Körperzellen temporär, bringt
aber für den Fettabbau überhaupt gar nichts. In dieser Situation bietet sich eine
kombinierte Anwendung mit DMSO geradezu an. Weitere von Athleten verwen-
dete Mischungen bestehen aus DMSO und Coffein, Aspirin (zur lokalen Schmerz-
bekämpfung) oder auch Cyclofenil. Wettkampfbodybuilderinnen sowie Teilneh-
merinnen der an Popularität gewinnenden sogenannten `Miss-Fitneß-Wahlen’
verwenden immer öfter orale Schilddrüsenhormonpräparate wie z.B. Triacana,
Cytomal, Thybon und Euthyrox zusammen mit DMSO. Die Tabletten werden wie
gehabt pulverisiert, mit DMSO vermischt und auf Bauch, Schenkel, Hüfte, Po
aufgetragen, um auch das letzte Quentchen Fett und Wasser aus dem Körper
herauszuziehen bzw. um ein strafferes, knackigeres Aussehen der sogenannten
Problemzonen zu erlangen . Ein solches Vorhaben funktioniert sehr gut, zu gut,
wie man in einigen Fällen attestieren muß, denn wer von der Schilddrüsenhormon-
pulver-DMSO-Mixtur zu viel auf eine zu geringe Hautoberfläche aufträgt, der wird
aufgrund eines ungleichmäßigen Fettverlustes nette kleine Löcher und Dellen an
sich feststellen, die den Athlet/-in eher für die Hauptrolle in einem Zombiefilm
prädestinieren, als für den Siegerscheck eines Schönheitswettbewerbes.

Fassen wir zusammen: Die DMSO-Anwendung bietet dem Athleten drei Möglich-
keiten. Erstens die Bekämpfung akuter Trainingsverletzungen, zweitens eine ver-
besserte Resorbierbarkeit diverser Substanzen, wie z.B. oraler Steroide und zu
guter Letzt eine gesteigerte lokale Fettverbrennung. Wer Dimethylsulfoxid zu ei-
nem dieser Zwecke ausprobieren möchte, kann in deutschen Apotheken unter
zwei rezeptpflichtigen Medikamenten auswählen.

Rheumabene Gel ist ein reines DMSO-Präparat,
7.1während Dolobene Gel noch Dexpanthenol enthält. Dexpanthenol oder
Pantothensäure gehört in die Gruppe der B-Vitamine und beschleunigt die Wund-
heilung. Zur Behandlung von Trainingsverletzungen sollte darum Dolobene Gel
der Vorzug gegeben werden. Hierfür wird Dolobene Gel 2 — 4 mal täglich spar-
sam auf die betroffenen Hautbereiche aufgetragen.
Athleten, die DMSO als Resorptionsbeschleuniger bzw. Penetrationsverbesserer
gebrauchen, verwenden je 1 — 2 pulverisierter Tabletten erfahrungsgemäß einen
gestrichenen Teelöffel Dolobene Gel und tragen das Gemisch auf einen knapp
handflächengroßen Hautbezirk auf. Je nach Bedarf wird diese Prozedur 2 — 3 mal
täglich durchgeführt. Denken Sie daran, daß DMSO die Aufnahme vieler, zum teil
durch die Haut resorbierbarer Substanzen fördert, inklusive. Dreck- und Schmutz-
partikel. Wichtig ist vor der DMSO- Anwendung den vorgesehenen Hautbezirk
gründlich zu säubern und bei der Zerkleinerung der Tabletten auf weitestgehen-
de Reinheit zu achten. Ansonsten kann es zu unschönen Hautreaktionen wie
Rötungen, Juckreiz und Brennen kommen. Auch nach der Applikation ist es emp-
fehlenswert, die Haut für 10 —15 Minuten frei von anderen Kontakten (Kleidung,
Parfüm etc.) zu halten. Ganz wichtig: DMSO darf auf der Haut nur aufgetragen,
nicht aber eingerieben werden. Obwohl Dimethylsulfoxid im allgemeinen erfah-
rungsgemäß gut verträglich ist, eignet sich der Wirkstoff nicht uneingeschränkt
für jedermann, wie die Gebrauchsinformation des Arzneimittels Dolobene Gel
von der Firma Merckle bestätigt: „Dolobene soll nicht angewandt werden bei
bekannter Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe, Asthmatikern, bei schweren Le-
ber- und Nierenfunktionsstörungen, Kreislauflabilität, Schwangeren, Stillenden
und Kindern unter 5 Jahren.” Neben den schon genannten möglichen Nebenwir-
kungen wie Hautrötungen, Jucken und Brennen kann es gelegentlich zu einer
zugegebenermaßen äußerst unangenehmen Begleiterscheinung kommen. Diese
betrifft jedoch weniger den Anwender selbst, sondern vielmehr dessen Bekann-
tenkreis. Dimethylsulfoxid wird im Körper zu Dimethylsulfat und Dimethylsulfid
abgebaut, die dann über den Urin ausgeschieden werden. Ein kleiner Teil von
Dimethylsulfid wird jedoch über die Haut nach außen abgegeben, was einen
intensiven Knoblauchgeruch mit sich bringt. Bei manchen scheint Dimethylsulfid
auch über den Atem ausgeschieden zu werden, denn eine andere, plausible Er-
klärung für den unangenehmen Mundgeruch des einen oder anderen DMSO-
Anwenders gibt es nicht. DMSO eignet sich nicht für eine ganzjährige Verwen-
dung, so daß die meisten Athleten im Regelfall nach 4 — 6 Wochen des täglichen
Gebrauches eine mindestens ebensolange Pause einlegen.

Dimethylsulfoxid ist zweifellos ein sehr interessanter Wirkstoff, der vielseitige
Verwendungsmöglichkeiten besitzt und sich nicht grundlos einer wachsenden
Beliebtheit bei Athleten erfreut. Wer von Ihnen, lieber Leser, meint, DMSO wäre
ein Versuch wert, der sollte einen qualifizierten Arzt aufsuchen und sich ein Re-
zept für eines der genannten DMSO-Präparate ausstellen lassen. Denken Sie aber
auch an ein gutes Deodorant und eine Tüte Bonbons, ‘Marke Atemfrisch, extra
stark’. Z

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DIBENCOZIDE

Anfang der achtziger Jahre tauchten in der Bodybuildingfachliteratur erstmals Berichte über eine neuartige, stark anabol wirkende und obendrein hormonfreie Substanz auf. Selbst die einschlägigen Steroidpublikationen äußerten sich lobend und prophezeiten eine rasch ansteigende Verwendung unter Kraftsportathleten. Gerüchte, daß dieses Mittel verschreibungspflichtig sei und injiziert werden müs- se, weckten das Interesse nur noch mehr. Ein neuer, potenter Einsatz für anabole Steroide schien geboren. Sein Name: Dimethyl — 5,6 Benzimidazolyl Cobamid, kurz Dibencozide. Als dann noch die Ergebnisse einer polnischen Studie aus dem Jahr 1969 mit dem verheißungsvollen Titel `Xobalin (Markenname für ein polni- sches Dibencozidepräparat, Anmerkung d. Verf.) — ein neues, anaboles Medika- ment aus der Gruppe Coenzyme’ veröffentlicht wurden, war scheinbar auch der bislang noch fehlende wissenschaftliche Beweis erbracht.

Besagte Studie verglich an 35 Probanden die aufbauende Wirkung von Dibencozide mit der von drei oralen Steroidpräparaten — Dianabol, Metanabol und Stromba. Die Resultate waren auf den ersten Blick verblüffend, aus Bodybuildingsicht geradezu sensationell: Bezüglich der Körpergewichtszunahme stand Dibencozide sowohl Dianabol als auch Metanabol in nichts nach und wur- de nur von Stromba übertroffen. Als zweites Kriterium prüften die polnischen Wissenschaftler den Zuwachs in Zentimetern. Hier gewann Dibencozide das Ren- nen gegenüber den Steroiden buchstäblich um Längen. Fortan diente (amerika- nischen) Sportnährmittelherstellern diese Studie — häufig in Verbindung mit ei- nem nett aufgemachten Säulendiagramm als Blickfang, das die unglaubliche Wir- kung von Dibencozide für jedermann schnell und klar ersichtlich werden ließ — als Grundlage für großformatige Werbeanzeigen. Das Dibencozidegeschäft blüh- te, denn welcher Athlet ist nicht an einer hormonfreien, unschädlichen Substanz interessiert, die gar noch effektiver sein soll als das Bodybuildingkultsteroid Dianabol? Weshalb ist aber Dianabol nach wie vor der Verkaufsschlager Nr. 1 auf dem Steroidschwarzmarkt, wenn doch mit Dibencozide ein angeblich natürli- cher und legaler Ersatz zur Verfügung steht? Ganz einfach, weil man Ihnen, lieber Leser, wieder einmal nur die halbe Wahrheit verraten hat.

Denn die 35 Probanden unserer polnischen Dibencozide-Anabolika-Vergleichs- studie waren keine ausgewachsenen, vor Kraft und Energie strotzenden Athle- ten, sondern, man lese und staune, Kinder im Alter zwischen 12 Monaten und 13 Jahren, die aufgrund einer Mangelernährung sowohl Defizite in der Körpergröße als auch im Körpergewicht gegenüber normal entwickelten Altersgenossen vor- zuweisen hatten. Die in Zentimeter gemessenen Zuwachsraten bezogen sich nicht, wie trügerischerweise angenommen, auf den Muskelumfang, sondern einzig auf die Größenzunahme jener unterentwickelten Kinder. Ein Punkt, der in die Dibencozidewerbung wohlweislich keinen Eingang fand. Die Behauptung, Dibencozide sei ein stark wirkendes Anabolikum, das Bodybuildern steroid-ähn- liche Fortschritte in puncto Kraft- und Muskelaufbau ermögliche, ist übertrieben. Auch wenn wir bislang mit Dibencozide ziemlich hart ins Gericht gegangen sind — die Abkehr von dem weitverbreiteten Glauben, Dibencozide sei ein Wunder- mittel ist längst überfällig — gehört diese Substanz keinesfalls in die Kategorie `Nicht zu empfehlen, da unwirksam’. Im Gegenteil, für ein nichthormonelles Prä- parat bietet Dibencozide Bodybuildern ungewohnt viele positive Aspekte.

Physiologisch betrachtet stammt Dibencozide aus der Gruppe der Vitamin B-De- rivate. Es ist das Coenzym des B„-Vitamins. Neben Cyanocobalamin und Hydroxocobalamin (siehe Vitamin B„-Injektionen) stellt Dibencozide somit eine weitere Form der Cobalaminfamilie dar. Hier nimmt Dibencozide jedoch eine Sonderstellung ein, da es mehrere interessante Eigenschaften besitzt, die gewöhn- liches B„ nicht vorzuweisen hat. Dibencozide wird als die aktive Form des Vit- amins B12 bezeichnet, denn schon in den sechziger Jahren wurde nachgewiesen, daß B12 nach seiner Resorption im Magen-Darm-Trakt vom Körper ohnehin in Dibencozide konvertiert wird. Was liegt demnach näher als gleich die für den Organismus günstigste Wirkstofform auszuwählen, zumal gewöhnliches Vitamin B12 bei oraler Einnahme von vielen Menschen, aufgrund einer mangelhaften Ei- genproduktion des Resorptions-Faktors (Intrinsic-Factor), nur schlecht verwertet wird. Hierin liegt auch der Grund, weshalb Athleten exogenes Vitamin B12 stets injizieren (siehe Vitamin B12 Injektionen)und die orale Variante ablehnen. Als Alternative zu den berühmtberüchtigten B12-Spritzen bietet sich Dibencozide ge- radezu an. Man schlägt so zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen ist Dibencozide peroral, d.h. durch den Mund aufgenommen vollständig wirksam, es wird im Magen-Darm-Trakt schnell resorbiert, und an spezifische Plasma- proteine (Transcobalamine 2) gebunden gelangt es in die Körpergewebe, und zum anderen muß der Athlet nicht mehr auf die ungeliebte Spritzenform zurück- greifen, um in den Genuß der leistungssteigernden Eigenschaften einer supraphysiologischen B12-Zufuhr zu kommen. Mehr noch, Dibencozide wird von den Körpergeweben gar noch besser aufgenommen als injizierbares Vitamin B12, ein Punkt, der die Überlegenheit des Coenzyms gegenüber normalem B12 de- monstriert.

Die zentrale Frage lautet natürlich, welche physiologische Wirkung ruft die Ein- nahme von Dibencozide hervor und inwiefern kann der Athlet davon profitie- ren? Dibencozide spielt eine ausschlaggebende Rolle bei der DNS-Synthese (Des- oxyribonukleinsäure-Synthese) und ist deshalb für schnell regenerierende Ge- webe (z. B. Muskelgewebe) von zentraler Bedeutung. Es wirkt bei der Verstoff- wechselung von Eiweiß mit und steuert die Aminosäurenaufnahme im Organis- mus, wodurch Voraussetzungen für den Muskelaufbau geschaffen werden. Ein Punkt, der durch die Tatsache bestärkt wird, daß Dibencozide für die Bildung labiler Methylgruppen benötigt wird. Vereinfacht ausgedrückt, Dibencozide kann die Umwandlung von Nahrungseiweiß in Muskeleiweiß begünstigen, wenn die Ernährung reich an hochwertigem Eiweiß (Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Milch- produkte) ist und gleichzeitig ein intensives Hanteltraining absolviert wird. Studi- en haben gezeigt, daß Dibencozide bei postoperativen Patienten eine stickstoffretentierende und damit anabole Wirkung besitzt (Dr. Mauro G. Di Pasquale, `Beyond Anabolic Steroids’, Seite 47). Die Frage ist, tritt die stickstoffretentierende (anabole) Wirkung von Dibencozide auch bei gesunden Personen, wie intensiv trainierenden Bodybuildern, auf? Wissenschaftliche Studi- en mit Athleten fehlen hier leider völlig. Dennoch, empirische Daten lassen den Schluß zu, daß Dibencozide zumindest eine milde anabole Wirkung besitzt. Zahl- reiche Athleten, die Dibencozide verwendet haben, berichten von einem gestei- gerten Muskelwachstum sowie einem merklichen Kraftzuwachs. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß viele Bodybuilder, die sich qualitativ hochwertig ernäh- ren und für einige Wochen ihren täglichen Verzehr von rotem Fleisch deutlich erhöhen, in Verbindung mit Dibencozide einen meßbaren Kraftzuwachs erfah- ren, der sich meistens auch in einer Zunahme des Muskelumfangs manifestiert. Darüber hinaus scheint Dibencozide bei gleichzeitiger Gabe von anabolen Steroiden die Ausnutzung von Nahrungseiweiß, d.h. die Einlagerung von Amino- säuren, in die Muskelzellen zu steigern.

Ein therapeutisches Indikationsgebiet des 13,2-Coenzyms sind u.a. perniziöse und makrozytäre Anämien. Man spricht bei diesen Konditionen auch von einer Blut- armut aufgrund Vitaminmangelzuständen, die durch eine verringerte Anzahl der roten Blutkörperchen gekennzeichnet ist. Obwohl die Wirksamkeit von Dibencozide auf die Blutbildung und den Blutaufbau hierbei unbestritten ist, scheint dieser Effekt bei Fällen, wo kein 1312-Mangel vorliegt, laut wissenschaftli- cher Studien nicht einzutreten. Worauf wir hinaus wollen? Athleten, die supra- physiologische Dibencozidedosierungen verwenden, berichten dennoch häufig von einem signifikant gesteigerten ‘Pump’ in der gerade trainierten Muskelgruppe. Es kommt zu einem erhöhten Blutzufluß, der in einer prallen und vollen Musku- latur resultiert und zumeist mit einer starken Rötung derselben einhergeht. Wer beim Training trotz aller Anstrengungen keinen rechten Aufpumpeffekt erfährt oder seine Sätze vornehmlich mit sehr niedrigen Wiederholungszahlen ausführt, sollte Dibencozide ruhig einmal eine Chance geben. Nicht selten macht sich schon nach 8 — 10 Tagen ein besseres Aufpumpen wohltuend bemerkbar.

Dibencozide übt weiterhin einen positiven Einfluß auf das Zentralnervensystem aus. Durch seine nervenernährende und erneuernde Wirkung kann es nicht nur bei Nervenentzündungen, Nervenschmerzen, Neuralgien etc. Verwendung fin- den, sondern auch in Phasen, wo man einfach nicht gut drauf ist, zu einer psychi- schen Aufhellung führen. Die Stimmung hebt sich, man fühlt sich besser und hat mehr Energie. Wer mit einer Trainingsunlust und dahinschwindender Motivation zu kämpfen hat, wer sich aufgrund von zuviel Streß oder eventuellem Übertrai- ning müde und ausgelaugt fühlt oder wenn während einer kalorienreduzierten Diät die Vitalität so langsam abhanden kommt, der hat berechtigte Chancen, mit Dibencozide eine spürbare Besserung seiner mißlichen Situation zu erfahren. Da es neben der angesprochenen psychischen Aufhellung außerdem zu einer Erhö- hung der körperlichen Energie kommen kann, haben wir hier weitere Gründe, weshalb Dibencozide von Athleten verwendet wird. Gerade in Sportarten, wo es im Training so richtig zur Sache geht, wie Bodybuilding, Powerlifting, Gewicht- heben oder American Football steht der Gebrauch des 1312-Coenzyms weit oben. Je intensiver die körperliche Belastung und der damit einhergehende Energiever- brauch ist, desto stärker macht sich der mögliche Energieschub durch additives Dibencozide bemerkbar.

Hinreichend bekannt ist ebenfalls die appetitfördernde Wirkung von Dibencozide. Bei regelmäßiger Einnahme berichten Athleten schon nach wenigen Tagen von einer Appetitzunahme, die sich vor allem in einem gesteigerten Verlangen nach qualitativ hochwertiger Nahrung niederschlägt. Das Unternehmen Gewichtszu- nahme kann durch Dibencozide erheblich erleichtert werden, da das zumeist zwanghafte Essen nach der Uhr als weniger störend empfunden wird. Die mono- tone, bodybuildingtypische Spezialernährung, bestehend aus Reis, Kartoffeln, Haferflocken, Thunfisch, Putenfleisch, Milch, Eiern, Bananen etc., schmeckt plötz- lich nur noch halb so schlimm, und das, obwohl die Tellerportionen größer wer- den. Egal, ob Sie Anfänger sind oder seit einigen Jahren trainieren und dennoch mehr an einen Marathonläufer als an einen Bodybuilder erinnern oder ob die Silhouette Ihrer Figur der eines Sumoringers gleicht, wenn Sie zunehmen wollen, dann sind Sie ein Kandidat für Dibencozide. Wer die richtigen Sachen ißt, schwer und hart trainiert, muß nicht unbedingt nur schwabbelige Fettmasse zulegen. Man kann bei Dibencozide unter drei verschiedenen Darreichungsformen aus- wählen: Einmal die orale Variante in Form von Kapseln, Dragees und Tabletten, zum zweiten die sublinguale Variante in Tropfenform und zu guter letzt die injizier- bare Version. Welche dieser Präparationen ist die beste bzw. wirkungsvollste? Keine, denn alle wirken erfahrungsgemäß gleich gut. Da orales Dibencozide bei der Verstoffwechselung im Magen-Darm-Trakt und in der Leber keinen Wirkungs- verlust erfährt, wie es z. B. bei oralem Vitamin B„ der Fall ist, eignet sich auch diese Einnahmeform. Die meisten Athleten bevorzugen deshalb auch die orale Variante, von der es im Gegensatz zur sublingualen Tropfenform eine viel größe- re Produktpalette gibt und die nicht auf schmerzhafte Weise gespritzt werden muß, sondern bequem hinuntergeschluckt werden darf. Man geht hei der Aus- wahl der Darreichungsform schlicht und einfach den Weg des geringsten Wider- standes. Bezüglich der Dosierung hat sich gezeigt, daß 5 — 10 mg Dibencozide/ Tag die gewünschten Ergebnisse in den meisten Fällen bewirken. Bei der oralen Form verwenden Athleten gewöhnlich die 1 mg bzw. 2,5 mg Stärke, die 2 — 3 mal über den Tag verteilt zu den Hauptmahlzeiten eingenommen werden. Athleten, die injizieren, gehen wie folgt vor: Entweder jeden Tag eine 5 mg Dibencozide- injektionslösung oder jeden zweiten Tag eine 10 mg Injektion. Manche nehmen auch die im Handel befindlichen 20 mg Injektionslösungen, die aber normaler- weise dann nur alle drei Tage gespritzt werden. Die Injektion kann sowohl sub- kutan als auch intramuskulär erfolgen. Für gewöhnlich wird Dibencozide kurz- mäßig über einen Zeitraum von 10 — 12 Wochen angewendet.

Nebenwirkungen stellen sich beim Gebrauch von Dibencozide nur äußerst sel- ten ein, weshalb es in jedem Lebensalter, sowohl bei Säuglingen als auch bei alten Personen, verabreicht werden darf, In ganz seltenen Fällen kann es bei individueller Überempfindlichkeit zu allergischen Reaktionen wie Akne, Ekze- men und anaphylaktischem Schock kommen. Letzere Erscheinung ist jedoch aus- schließlich bei der injizierbaren Variante möglich. Obwohl Dibencozide zu ei- nem Teil in der Leber gespeichert wird, gibt es keinerlei Anzeichen für eine toxi- sche Wirkung. Die Harnausscheidung ist gering, da Dibencozide vom Körper mit der Galle ausgeschieden wird. Dennoch kann es bei der Verwendung von insbe- sondere sehr hohen Dosierungen zu einer harmlosen, rötlichen Verfärbung des Urins kommen. Wer seine Flüssigkeitszufuhr erhöht, schafft dem schnell Abhilfe. Zu beachten ist, daß Dibencozide sehr licht- und wärmeempfindlich ist. Sowohl die Kapseln, Dragees und Tabletten als auch die Injektionslösungen müssen un- bedingt vor Licht gut geschützt aufbewahrt werden. Nach dem Gebrauch sollte der Athlet sein Präparat sofort wieder verschließen und in der Originalpackung verstauen, da Dibencozide sonst in gewöhnliches Vitamin B12 zerfällt. Als Aufbe- wahrungsort eignet sich besonders der Kühlschrank. Bei den injizierbaren Präpa- rationen findet der Athlet zwei verschiedene Ampullen vor. Die eine, zumeist die Spritzampulle, enthält den Wirkstoff Dibencozide als gefriergetrocknetes Pulver bzw. Lyophilisat, während die andere als Aufbrechampulle das dazugehörige Lösungsmittel in Form von gereinigtem Wasser liefert. Direkt vor dem Injizieren wird der Inhalt beider Ampullen miteinander vermischt.

Problematisch kann sich die Beschaffung von Dibencozide für den Athleten ge- stalten, denn das B12-Coenzym ist verschreibungspflichtig. Dibencozide kann daher nur mit einem ärztlichen Rezept in einer Apotheke erworben werden. Schlimmer noch, es gibt kein einziges deutsches Dibencozidepräparat, so daß der Athlet wieder einmal auf den Kauf und die mühselige Beschaffung ausländi- scher Produkte angewiesen ist. Wer von Dibencozide optimale Ergebnisse erwar- tet, der sollte diese Mühen auf sich nehmen und ausschließlich eine verschrei- bungspflichtige Apothekenversion wählen. Es lohnt sich. Die meisten Athleten lassen sich erfahrungsgemäß die 2,5 mg Kapseln oder die 5 mg Injektionslösung des italienischen Medikaments Cobaforte von der Firma Roussel verschreiben.

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FEHLER UND VORURTEILE IN DER ERNÄH- RUNG DES SPORTLERS

Beinahe täglich werde ich sowohl im Sport als
auch im Alltag mit interessanten als auch oft
merkwürdigen Vorstellungen und Ansichten über
eine gesunde Ernährung konfrontiert, die von eini-
gen Mitmenschen bereits auf ein Niveau von welt-
anschaulicher Bedeutung gehoben werden.

Tatsächlich ist die Rückführung von Ernäh-
rungsprinzipien auf religiöse Hintergründe nicht
neu, wie das Verbot von Schweinefleisch im Islam,
die Tabuisierung etlicher Tierarten im Hinduismus
und die (wahrscheinlich recht gesunden) Fasten-
tage in vielen Religionen zu Genüge beweisen. Für
den Sportler allerdings, der seine Ernäh-
rungsgewohnheiten vor allem nach dem Ge-
sichtspunkt der Effektivität, d.h. der Leistungsstei-
gerung ausrichtet, sind solche mythischen Be-
gründungen, auch wenn sie gut gemeint sind, oft
wenig hilfreich. Kürzlich stieß ich bei der Lektüre
des Buches “Nutrition and the athlete” von
J.J,Morella und R.J.Turchetti auf eine Sammlung
von gängigen Vorurteilen und Mythen in der Sport-
lerernährung, die mich dazu anregte, sie mit mei-
ner eigenen Sammlung zu vergleichen. Das Ergeb-
nis kann auf den folgenden Seiten nachgelesen
werden, wobei ich der Hoffnung Ausdruck gebe,
daß wir beim Ausräumen alter Vorurteile nicht in
neue verfallen sind:

Ansicht 1: Protein ist die Hauptquelle für die Ener-
gie und Kraftentfaltung der Muskulatur.
Korrektur: Protein ist “Baustoff der Muskulatur,
nicht aber “Betriebsstoff. Bei ausreichender Er-
nährung wird deshalb dieser Baustoff nicht zur
Verbrennung herangezogen, der Energiebedarf
wird vielmehr aus dem Angebot an Kohlenhydraten
gedeckt.

Ansicht 2: Steaks sind die beste Quelle für Protein.
Korrektur: Fisch, mageres Geflügel, mageres
Schweinefleisch, Eier und Milchprodukte sind von
der Eiweißzusammensetzung nicht schlechter. Wer
zudem auf Purine und Cholesterin achten muß,
findet in den modernen Eiweißpräparaten eine
verläßliche Eiweißquelle.

Ansicht 3: Neben Fleisch bilden Eier die wichtigste
Proteinquelle.
Korrektur: Eier bilden zwar eine im Amino-
säurenprofil sehr hochwertige Eiweißquelle, es ist
jedoch zu bedenken , daß der Fettanteil im Ei fast
genauso hoch ist wie der Eiweißanteil und daß be-
reits eine Dosierung von täglich einem (Früh-
stücks-)Ei zu einem erheblichen Anstieg des
Cholesterinspiegels führen kann.

Ansicht 4: Eier sollte man am besten roh essen.

Korrektur: Die früher oft geübte Unsitte, sich mit
Hilfe eines rohen Eies einen “Kraftdrink” zu mi-
schen, ist u.U. sogar recht riskant. Zum einen be-
steht bei rohen Eiern die Möglichkeit einer bakteri-
ellen Infektion, zum anderen zerstört das in rohen
Eiern enthaltene Avidin das lebenswichtige Vitamin
Biotin. Man sollte Eier also nach Möglichkeit nur
gekocht zu sich nehmen.

Ansicht 5: Fette gehören nicht in die Ernähivng
eines Sportlers
Korrektur: Fette sind als Energieträger von großer
Bedeutung. Insbesondere bei Ausdauersport!arn
oder bei langdauernder körperlicher Belastung wird
der Körper nicht ohne Rückgriff auf seine Fettre-
serven leistungsfähig bleiben. Wird das mit der
Nahrung aufgenommene Fett allerdings nicht
benötigt, so kommt es zu der nicht nur bei Sport-
lern unbeliebten Bildung von Fettdepots. Es kommt
also hier vor allem darauf an, des Guten nicht zu
viel zu tun. Ferner sollte man darauf achten, daß
das Angebot an Fett zu einem möglichst großen
Anteil aus ungesättigten und mehrfach un-
gesättigten Fettsäuren besteht, wie sie vor allem in
pflanzlichen Ölen vorkommen. Fette tierischer
Herkunft sind in ihrer Zusammensetzung eher un-
günstig.

Ansicht 6: Vor dem Training sollte man nichts
essen.

Korrektur:Die Dauerleistungsfähigkeit ist in star-
kem Maße vom Glykogenvorrat in der Muskelzelle
abhängig, der aber durch körperliche Tätigkeit
ausgeschöpft wird. Um sowohl ein ausreichendes
Angebot an Glykogen zu erzielen und zugleich den
Körper nicht während des Trainings mit anstren-
gender Verdauungstätigkeit abzulenken, empfiehlt
sich eine kleine, leichtverdauliche,
kohlenhydrathaltige Mahlzeit etwa eine halbe bis
zu einer Stunde vor einem längerdauernden
Training.

Ansicht 7: Während des Trainings sollte man
nichts trinken.

Korrektur: Dieser masochistische Ratschlag kann
zu einer deutlichen Verminderung der Traingslei-
stungen führen. Die Flüssigkeit, die während des
Trainings über den Schweiß ausgeschieden wird,
muß auch während des Trainings wieder ersetzt
werden. Noch günstiger ist es, auch den gleichzei-
tigen Verlust an Mineralstoffen, insbesondere an
Kalium und Natrium, auszugleichen, die man in
geeigneten Präparaten dem Getränk zusetzen
kann.

Ansicht 8: Milch ist als Sportlergetränk ungeeignet.
Korrektur:Milch enthält nicht nur Eiweiß in einer
nahezu idealen Zusammensetzung, sondern auch
die meisten Vitamine und Mineralstoffe, die der
Mensch benötigt. Wer Milch in großen Mengen zu
sich nimmt (Kraftsportler bisweilen bis zu vier Liter
am Tag), sollte fettarmen oder fettfreien Sorten
den Vorzug geben.

Manche Menschen sind jedoch gegen Milcheiweiß
allergisch. Praktische Typs kann man in diesem
Fall der Broschüre “Ohne Milch gesund ernährt”
von Prof.Lathia und V.Lichte entnehmen.

Ansicht 9: Eine Tafel Schokolade deckt den
Kohlenhydratbedarf für das Training.
Korrektur: Dazu zitiere ich am besten Prof.
K.Biener (Sport und Ernährung, 1980): “Wenn ein
Mensch ein Pfund Schokolade futtert, muß er an-
schließend 200km weit marschieren, um diese
Kalorien wieder los zu werden – auch ein Sportler!”

Ansicht 10: Sportliche Leistungsfähigkeit kann
auch mit vegetarischer Ernährung erreicht werden.
Korrektur: Es ist äußerst aufwendig, mit Hilfe rein
vegetarischer Kost alle lebensnotwendigen Amino-
säuren aufzunehmen. Insbesondere in Dauer-
sportarten tauchen gelegentlich überzeugte Vege-
tarier auf. Es handelt sich hier jedoch zumeist um
“Lacto-Vegetarier”, die neben der pflanzlichen Er-
nährung noch Milch, Eier oder Käse zu sich neh-
men. Bei rein vegetarischer Ernährung ist hinge-
gen mit Mangelerscheinungen zu rechnen.

Ansicht 11: Man sollte stets essen, worauf man
Appetit hat, der Körper meldet seinen Bedarf
immer an.
Korrektur: Leider sind (objektiver) Bedarf und
(subjektives) Bedürfnis nicht identisch. So wie wir
gelegentlich ein Bedürfnis nach Schokolade oder
nach Bier entwickeln,obwohl es keinen objektiven
Bedarf unseres Körpers an diesen Nah-
rungsmitteln gibt, so haben wir andererseits auch
einen Bedarf an solchen Substanzen, nach denen
sich leider kein spürbares Bedürfnis entwickelt.
Dies gilt z.B. auch in der Versorgung unseres Kör-
pers mit Vitaminen und Mineralstoffen. Wird dieser
Bedarf nicht gedeckt, so äußert sich das in der
Regel nur unspezifisch, d.h. z.B. in Abgeschla-
genheit und Schwäche.

 

 

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EPHEDRIN

Fühlen Sie sich nach Ihrem Arbeitstag häufig müde und ausgelaugt, um sich für
ein intensives Training aufzuraffen, das notwendig ist, um Fortschritte zu erzie-
len? Fehlt Ihnen oft der letzte ‘Biß’ für die schweren, ach so mühseligen Power-
übungen wie Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben? Kommen Sie mor-
gens nicht aus den Federn, läßt Ihre Konzentrationsfähigkeit zu wünschen übrig
und verläuft Ihr Kraftanstieg ähnlich ‘rasant’ wie ein 100 m-Wettrennen zweier
Weinbergschnecken? Dann befinden Sie sich zwar in einer traurigen, aber nicht
ausweglosen Situation. Eine äußerst effektive und darüberhinaus schnell wirksa-
me Möglichkeit, um diesem Dilemma ein Ende zu bereiten, ist die Einnahme von
ephedrinhaltigen Präparaten, die außerdem einen Fettverbrennungsvorgang in
Bewegung bringen, der nicht einmal zu stoppen ist, wenn Sie beim Betrachten
Ihrer Lieblingssendung vor dem Fernseher liegen. Sie glauben das nicht? Lesen
Sie weiter, und Sie erfahren, wie zigtausende Bodybuilder und Athleten nahezu
jeglicher Sparte sich die Vorzüge von Ephedrin zu Nutze machen.

Ephedrin, bzw. der für uns interessante Wirkstoff Ephedrinhydrochlorid (Ephedrin-
HCL), ist in einer großen Vielfalt von Medikamenten der unterschiedlichsten Dar-
reichungsformen zu finden, die zur Bekämpfung von Erkältungskrankheiten,
Asthma, Heuschnupfen, Entzündungen der Nasenschleimhaut dienen, bis hin zu
Präparaten und sogar einigen Supplements, die als Diätpillen, Appetithemmer
und Stimulanzien vermarktet werden. Ephedrin ist ein Beta-Agonist und gehört
in die Klasse der Symphatikomimetika, einer Stoffgruppe, der auch das mittler-
weile sehr populäre Clenbuterol zuzuordnen ist. Das chemisch verarbeitete
Ephedrinhydrochlorid wird aus der Pflanze Ephedra vulgaris gewonnen. Der
weitverbreitete Gebrauch von Ephedrin im Bodybuilding und in vielen anderen
Sportarten hat hauptsächlich drei Gründe, die — wie bei so vielen Wirkstoffen —
mit dem ursprünglichen, vom Hersteller vorgesehenen Indikationsgebiet wenig
gemein haben.

Der erste Punkt ist, daß Ephedrin fettverbrennende Eigenschaften besitzt, die sich
im Gegensatz zu den von der Supplementindustrie als Dutzendware angebote-
nen, sogenannten Tat Burners’ tatsächlich in einem deutlich gesteigerten Fettab-
bau manifestieren. Das Zauberwort heißt Thermogenese (Wärmeentstehung), ein
Vorgang, bei dem die Körpertemperatur leicht ansteigt. Um eine erhöhte Tempe-
ratur des Körpers zu erreichen und aufrechtzuerhalten, bedarf es gewisser Brenn-
stoffe, die sich unsere Zellen in Form von Kalorien, überwiegend aus Fett stam-
mend, heranziehen. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, daß Kalorien aus der
täglichen Nahrung nicht in Form von Körperfett gespeichert werden und auch
nicht zur Energiebereitstellung dienen, sondern verbrannt werden.

Ein weiterer Teil der Energie, der für die Wärmeentstehung notwendig ist, wird
direkt aus den im Körper gespeicherten Fettdepots gewonnen. Dabei wird sub-
kutanes (unter der Haut liegendes) Fett bevorzugt, das bei Männern vornehmlich
am Bauch, bei Frauen an Hüfte, Gesäß, Oberschenkel, Bauch und Brüsten zu
finden ist. Dieses Fett ist in Fettzellen in Form von Triglyceriden enthalten.
Triglyceride sind Verbindungen, die Fettsäuren und die Alkoholart Glycerol bein-
halten. Bei einer Einnahme von Ephedrin werden bestimmte Beta-Rezeptoren an
der Außenwand der Fettzellen aktiviert, die dann in das Zellinnere wandern und
im Nukleus, dem Zellkern, die Information zum Fettabbau weitergeben: Aufspal-
tung der Triglyceride in Glycerol und freie Fettsäuren. Letztere gelangen in den
Blutkreislauf und liefern die Energie, um den Körper ‘aufzuheizen’, durch eine
Erwärmung des Blutes. Der Genauigkeit halber sei erwähnt, daß selbstverständ-
lich auch das Glycerol in das Blut freigesetzt wird, welches aber zur Leber weiter-
geleitet wird, um dort verstoffwechselt zu werden, wodurch es für den Fettabbau
bedeutungslos ist. Das Bemerkenswerte ist, daß bei korrekter Anwendung von
Ephedrin die Fettverbrennung 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, für
mehrere Wochen lang aufrechterhalten bleibt, egal ob Sie schlafen, essen, trai-
nieren oder fernsehen. Wenn Sie sich schon immer gewundert haben, weshalb
Wettkampfbodybuilder nahezu fettfrei und knallhart definiert sind, kennen Sie
nun einen Teil von ihrem ‘Erfolgsgeheimnis’. Der Grund dafür ist nämlich simpel:
Ephedrin stimuliert das sympathische Nervensystem, wodurch die Nebenniere
die Ausschüttung von Adrenalin und insbesondere von Noradrenalin erhöht.
Adrenalin und Noradrenalin werden von der Nebenniere auf natürliche Weise
immer dann vermehrt freigesetzt, wenn der Körper in eine erhöhte Leistungsbe-
reitschaft versetzt werden soll. Dieser Zustand ist u.a. durch einen Fettabbau zu
freien Fettsäuren und eine erhöhte Körpertemperatur gekennzeichnet.

Das Problem dabei ist, daß unser Organismus auf den vermehrten
Noradrenalinausstoß mit verschiedenen Verteidigungsmechanismen reagiert, die
die erhöhte Temperatur und damit einhergehende Fettverbrennung nach einer
gewissen Zeit wieder auf das ursprüngliche Maß reduzieren. Nach ungefähr zwei
Wochen der täglichen Gabe von Ephedrin ist die anfängliche Wirkung wieder bei
Null. Ziemlich enttäuschend auf den ersten Blick, wie man zugeben muß. Viele
Athleten reagieren, indem sie die anfängliche Dosierung erhöhen, was das Pro-
blem jedoch nicht löst, sondern lediglich den Wirkungsabfall kurzfristig hinaus-
zögert, bevor eine weitere Dosissteigerung erforderlich ist. Keine gute Idee, zu-
mal so die Gefahr möglicher Nebenwirkungen deutlich erhöht wird.

Betrachtet man jedoch die Art und Weise, wie der Körper sich gegen die Wärme-
entstehung wehrt, einmal genauer, ist es nicht sonderlich schwer, eine Lösung zu
finden. Der nachfolgende Artikel Tat to Win: Latest Research an Diet and Fat-
Loss’ von Dr. Robert Haas (Muscular Development, Dezember/Januar 1993/94
Vol. 30, Nr. 12) verdeutlicht dies: „Ephedrin besitzt eine stimulierende Wirkung
auf Noradrenalin (NA) und Adrenalin, die die ß-3-Rezeptoren aktivieren, und so
die Wärmeentstehung auslösen. Es entsteht schnell eine Gewöhnung an die mil-
de Wirkung, die Ephedrin auf die Herzschlagfrequenz und den Blutdruck aus-
übt, weil die alpha- und ß-1-Rezeptoren nur noch wenig auf das Noradrenalin
reagieren. Die Wärmeentstehung bleibt vorerst noch erhalten, da die ß-3-Rezep-
toren länger aktiviert bleiben. Gleichzeitig stimulieren das durch Ephedrin ver-
mehrt freigesetzte Noradrenalin und Adrenalin (die bevorzugte Substanz der ß-2-
Rezeptoren) die ß-2-Rezeptoren, was zu einer gesteigerten Synthese von Protein
führt. Dies verhindert den Abbau von Muskelsubstanz während einer kalorien-
reduzierten Diät. Ephedrin beschleunigt somit den Fettabbau auf zwei Weisen:
Zum einen wird die Wärmeentstehung stimuliert und zum anderen bleibt die
stoffwechselaktive Muskelmasse erhalten. Die durch Ephedrin hervorgerufene
Wärmeentstehung unterliegt einem komplexen Feedbacksystem mit einer Viel-
zahl von positiven und negativen Rückkopplungen. So setzt der Körper nun ver-
mehrt die beiden chemischen Stoffe Adenosin und Prostaglandin frei, wodurch
die durch Noradrenalin und Adrenalin bewirkte Wärmeentstehung abgeschwächt
wird, ebenso erhöht sich die Bildung von Phosphodiesteraseenzyme, die ihrer-
seits die Bildung von Z-AMP vermindern und dadurch die Wärmeentstehung
unterdrücken. Indem man jedoch die inhibierende Wirkung dieser Substanzen
auf die Wärmeentstehung blockiert, kann Ephedrin über mehrere Monate hin-
weg effektiv eine dauerhafte Wärmeentstehung und damit einhergehenden Fett-
abbau bewirken. Durch den zusätzlichen Einsatz von Aspirin wird die Ausschüt-
tung von Prostaglandin verhindert, durch den Einsatz von Methylxanthinen wie
Coffein und Theophyllin gelingt es, das Adenosin und die Phosphodiesterase-
enzyme zu unterdrücken.”

Wie man unschwer erkennt, ist die alleinige Einnahme von Ephedrin nicht sehr
sinnvoll, da der Athlet somit nur in den Genuß einer zeitlich sehr begrenzten
Fettverbrennung gelangt. Erst durch die additive Verabreichung von Coffein und
Aspirin treten die fettabbauenden Eigenschaften von Ephedrin über mehrere
Wochen zutage. Die Erfahrungen zahlreicher Sportler bestätigen dies auch in der
Praxis. Die meisten berichten von einem gleichmäßigen fettverbrennenden Ef-
fekt des Ephedrin/Coffein/Aspirin-Cocktails über eine Dauer von 10 — 12 Wo-
chen. Studien an übergewichtigen Personen haben ergeben, daß im Schnitt ein
wöchentlicher Fettverlust pro Person von 0,5 — 1 kg vorliegt. Interessant ist, daß
die Probanden der meisten Studien dabei ihre übliche Ernährung beibehielten,
ohne eine Einschränkung der Kalorienzahl. Die entstehenden Verluste an Kör-
perfett waren nachweislich ausschließlich auf die Einnahme von Ephedrin/Cof-
fein/Aspirin (ECA) zurückzuführen. Muscular Development, Dezember/Januar
1993/94, Tat to Win: Latest Research an Diet and Fat-Loss by Dr. Robert Haas’:
„Alle Gewichtsverluste rührten von der fettabbauenden Wirkung der durch ECA
hervorgerufenen Wärmeentstehung her.”

Skeptikern sei dazu das Buch ‘Optimum Sports Nutrition’ von Dr. Michael Colgan
empfohlen, wo auf S. 454 folgendes zu lesen ist: „In der jüngsten Studie setzten
Dr. Arne Astrup und Mitarbeiter an der Universität von Kopenhagen übergewich-
tige Frauen auf eine fettarme und kalorienreduzierte Diät, die über einen Zeit-
raum von acht Wochen mit dreimal täglich 20 mg Ephedrin supplementiert wur-
de. Die Ephedringruppe verlor dabei 10,1 kg während die Kontrollgruppe ohne
Ephedrin einen Gewichtsverlust von 8,4 kg verzeichnete. Auf den ersten Blick
erscheint dies kein allzu großer Unterschied zu sein, betrachtet man jedoch das
Verhältnis von Fettverlust zu Muskelmasseverlust, erhält man interessante Auf-
schlüsse. Die Gruppe, die lediglich eine Diät durchführte, verlor nicht nur 4,5 kg
Fett, sondern büßte auch 3,9 kg Muskelsubstanz ein. Die Ephedringruppe hinge-
gen erfuhr einen durchschnittlichen Fettabbau von 9,0 kg und hatte dabei nur
einen Muskelverlust von 1,1 kg hinzunehmen. Dieses Verhältnis von Fettabbau
zu Muskelmasseverlust würde einen schon fettarmen Athleten bis auf die Kno-
chen definieren, während der Großteil seiner Muskulatur erhalten bleibt.”
Weiter deckten wissenschaftliche Untersuchungen auf, daß die Fähigkeit von
Ephedrin, Körperfett zu reduzieren,durch die Einnahme von Coffein und Aspirin
nicht nur zeitlich verlängert werden kann, sondern darüberhinaus noch poten-
ziert wird. In dem Artikel `Get Ripped’ von Bill Phillips, Muscle Media 2000, Aus-
gabe Juni-Juli ’93, erfährt der Leser Interessantes: „Es ist schon seit längerem be-
kannt, daß sowohl Coffein als auch Ephedrin bei einer getrennten Verabreichung
jeweils das Potential haben, die Wärmeentstehung im Körper zu beschleunigen.
Wobei Ephedrin dabei sicherlich einen stärkeren Effekt ausübt als Coffein. Vieles
deutet darauf hin, daß bei einer kombinierten Anwendung dieser Substanzen gar
noch bessere Resultate zu erwarten sind. Bis vor kurzem wußte jedoch niemand
genau, in welcher Dosierung diese Kombination am effektivsten sein würde. Um
diese Frage zu beantworten, führten Ernährungswissenschaftler an der Universi-
tät von Kopenhagen mehrere Untersuchungen durch. In einer gut angelegten
Studie maßen sie die auf die Wärmeentstehung zurückzuführenden fettverbren-
nenden Eigenschaften von jeweils Coffein und Ephedrin bei getrennter Gabe sowie
in zahlreichen Kombinationen. Nach Beendigung der sechs Monate dauernden
Doppelblindstudie mit zusätzlicher Plazebokontrolle gelangte man zu folgendem
Ergebnis: Coffein stimuliert die Wärmeentstehung in Abhängigkeit von der ver-
abreichten Dosierung, d. h. Coffein besitzt die Fähigkeit, Fett zu verbrennen, muß
aber in kontinuierlich gesteigerter Menge gegeben werden, um den gewünsch-
ten Effekt aufrechtzuerhalten. Die Wissenschaftler stellten weiterhin fest, daß die
bei Menschen hervorgerufene Wärmeentstehung durch Ephedrin sich nicht dosis-
abhängig verhält. Die Studie kommt zu dem Schluß, daß die getrennte Einnahme
von Coffein und Ephedrin nur einen gemäßigten Effekt besitzt. Kombinierte man
die Substanzen in einem Verhältnis von 200 mg Coffein zu 10 mg Ephedrin, konnte
lediglich eine additive Wirkung beobachtet werden. Das bedeutet, die Fähigkeit
dieser Kombination entsprach genau der fettabbauenden Wirkung von 200 mg
Coffein zuzüglich des fettverbrennenden Effekts von 10 mg Ephedrin. Gleiches
mußte einem Einnahmeverhältnis von 100 mg Coffein zu 20 mg Ephedrin be-
scheinigt werden. Als man jedoch 200 mg Coffein mit 20 mg Ephedrin kombinier-
te und den Probanten dreimal täglich verabreichte, landete man einen Volltreffer.
Es stellte sich ein supraadditiver Effekt mit einer erheblichen synergistischen Wir-
kung ein. Im Klartext: In dieser Dosierung werden die fettverbrennenden Eigen-
schaften dieser beiden Substanzen wechselseitig potenziert. Mathematisch gese-
hen bedeutet ein supraadditiver Synergismus 3+3=20.”

Da Coffein, wie geschildert, in die Gruppe der Methylxanthine gehört, ist es na-
türlich naheliegend, die Frage zu stellen, ob es denn nicht noch weitere Substan-
zen aus dieser Stoffklasse gibt, die das Potential besitzen, die Wirkung von
Ephedrin zu verstärken? Bei sowohl Aspirin als auch Theophyllin wurden die
Wissenschaftler fündig. Als ideal erweist sich die Kombination von 20 mg Ephedrin,
200 mg Coffein und 300 mg Aspirin, die dreimal täglich eingenommen ein hohes
Maß an Synergismus besitzt. Die Anwendung sollte zu diesem Zweck jeweils 30
Minuten vor einer Mahlzeit erfolgen. Wem das noch nicht genügend Fett von den
Rippen zieht, der hat die Möglichkeit, diesem Cocktail noch die Menge von 125
mg Theophyllin hinzuzufügen. Athleten, die sich in dieser Materie auskennen,
spülen besagte Mixtur mit einem Glas Grapefruitsaft hinunter, da Grapefruit eine
Substanz namens Naringenin enthält, die die Wirkung von Coffein verlängert,
indem es dessen Abbau verzögert (siehe auch Coffein).
Muscular Development, Februar 1994; Drugs, Performance and Nutrition von Dr.
Michael Colgan: „Um die durch Ephedrin ausgelöste Wärmeentstehung noch zu
verstärken, kombiniert man es am besten mit Coffein, Theophyllin und Aspirin
sowie Yohimbin, immer vorausgesetzt, man bekommt den richtigen Wirkstoff,
und einen Schuß Naringenin.”

Kombinationsmöglichkeiten von Ephedrin für eine gesteigerte Wirksamkeit:

Die Verwendung dieser Varianten wird selbst im Wettkampfbodybuilding immer
populärer, kann man doch so auf die Einnahme von gefährlicheren Schild-
drüsenhormonpräparaten verzichten und dennoch definiert bis auf die Knochen
auf der Bühne stehen. Ein weiterer, wenn auch für den Fettverbrennungsvorgang
weniger bedeutsamer Faktor ist, daß Ephedrin die Umwandlung des körper-
eigenen L-T4 (L-Thyroxin) Schilddrüsenhormon in das L-T3 (L-Trijod-thyronin)
Schilddrüsenhormon stimuliert. Da L-T3 das deutlich stärkere und aktivere endo-
gene Schilddrüsenhormon der beiden ist, wird so der Stoffwechsel beschleunigt,
was zu einer gesteigerten Verbrennung von Kalorien führt. Neben der erhöhten
Verstoffwechselung von Fetten und Kohlenhydraten, was primär dem Fettabbau
zugute kommt, resultiert der soeben beschriebene Vorgang auch in einer verbes-
serten Metabolisierung von Nahrungsproteinen, wodurch Ephedrin indirekt auch
einen leichten anabolen Effekt hat.

Eine Eigenschaft von Ephedrin, die in diesem Zusammenhang häufig übersehen
wird und auch in der einschlägigen Fachliteratur selten Erwähnung findet, ist
dessen ausgeprägte appetithemmende Wirkung. Wer zum erstenmal Ephedrin
einnimmt, wird sich wundern. Nicht nur, daß der Effekt schon nach einer knap-
pen Stunde zu spüren ist, er hält auch über 6 — 10 Stunden an. Insbesondere
während der ersten Einnahmetage muß man sich regelrecht zum Essen zwingen.
Für Wettkampfbodybuilder und Personen, die während einer Diät ständig mit
einem Heißhunger zu kämpfen haben, ist Ephedrin ein Geschenk des Himmels.
Nicht zuletzt aus diesem Grund enthalten viele sogenannte Appetitzügler Ephedrin
oder ephedrinverwandte Substanzen.

Der zweite Grund, der Athleten auf ephedrinhaltige Präparate zurückgreifen läßt,
ist eine durch die Stimulierung des Zentralnervensystems (ZNS) einsetzende ver-
mehrte Leistungsbereitschaft. Der Kopf wird frei, Müdigkeit verschwindet und
man ist besser in der Lage, sich zu konzentrieren. Ephedrin eignet sich aus die-
sem Grund als Trainingsbooster’. Der Athlet wird eine deutlich erhöhte Trainings-
intensität feststellen, die in den meisten Fällen mit einem sofortigen Kraftzuwachs
einhergeht. Durch die Gabe von Ephedrin wird das Nerv-Muskel-Zusammenspiel
optimiert. Das Ergebnis ist besonders in den Grundübungen wie Kniebeugen,
Bankdrücken, Nackendrücken, Dips, Rudern etc. zu spüren, wo ein Anstieg der
Kraftleistungen um 5 — 15% keine Seltenheit ist. Es ist deshalb nicht verwunder-
lich, daß Ephedrin gerade bei Sprintern, Schwerathleten (Gewichthebern,
Powerliftern, Kugelstoßern, Hammerwerfern, usw.), Hoch- und Weitspringern
sowie Schwimmern am Wettkampftag sehr beliebt ist (Vorsicht jedoch bei Do-
pingkontrollen!). Die meisten werden bemerken, daß man durch Ephedrin nicht
nur intensiv und härter trainieren kann, sondern auch länger. Der vermehrte Kraft-
zuwachs trägt beim Bodybuilding zu einem Aufbau der Muskulatur bei, da bei
einem erhöhten Kraftniveau im Regelfall auch mit einer Zunahme an Muskel-
masse zu rechnen ist. Um in den Genuß der trainingsstimulierenden Wirkung zu
kommen, wird Ephedrin eine Stunde vor dem Training in einer Stärke von 50 mg
eingenommen. Wichtig ist, daß der Athlet diese Vorgehensweise nicht öfter als
zwei- bis dreimal die Woche praktiziert, da sonst ein Gewöhnungseffekt einsetzt
und die Booster-Wirkung nachläßt, die nur kurzzeitig durch eine Dosiserhöhung
aufgefangen werden kann. Die meisten Bodybuilder reservieren sich ein solches
`Extra’ deshalb für besonders schwere Trainingseinheiten, wie z. B. einen Bein-
trainingstag mit intensiven Kniebeugen oder greifen nach einem stressigen Ar-
beitstag darauf zurück, wenn man müde und ausgelaugt ist, aber dennoch nicht
auf das Training verzichten möchte. In diesen Fällen bringt einen Ephedrin bei
unregelmäßiger Einnahme schnell wieder auf die Beine. Ephedrin wird deshalb
nicht zu unrecht als Stimulans bezeichnet. Auch hier hat sich die bekannte
Ephedrin/Coffein/Aspirin-Kombination als effektiv erwiesen.

Zuguterletzt findet Ephedrin bei Sportlern und insbesondere bei Bodybuildern
aufgrund seiner anti-katabolen Eigenschaften Verwendung. Ephedrin reduziert
die Rate, in der Protein aus der Muskelzelle abgebaut wird, und bietet so in be-
stimmten Situationen zuverlässig einen Schutz gegen eine Abnahme der Musku-
latur. Eine solche ist die Durchführung einer kalorienreduzierten Diät, wie es z.
B. bei Bodybuildern in der Wettkampfvorbereitung der Fall ist. Hier gilt es ein
Minimum an Körperfett bei einem Maximum an Muskelmasse anzustreben. Da
der Abbau von Fett jedoch häufig mit einem Verlust an hart erarbeiteter Muskel-
substanz einhergeht, ist der Einsatz anti-kataboler Mittel hier sinnvoll. Bodybuil-
der schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe: Man baut durch Ephedrin ver-
mehrt Fett ab und muß gleichzeitig keinen Rückgang der Muskelmasse befürch-
ten. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, daß Muskulatur
stoffwechselaktives Gewebe ist, das im Gegensatz zu Körperfett ständig mit Nähr-
stoffen versorgt werden will und somit zur Erhöhung des Stoffwechselgrund-
umsatzes beiträgt, was eine gesteigerte Kalorienzufuhr erlaubt. Es ist darum nicht
nur aus kosmetischen Gründen vorteilhaft, ein hohes Maß an Muskulatur zu be-
halten. Darüberhinaus läßt sich während der Diätphase auch die Körperkraft wei-
testgehend konservieren. Die meisten Bodybuilder supplementieren ihre Diät zu
diesem Zweck mit zweimal täglich 50 mg Ephedrin, die jeweils morgens und am
späten Nachmittag ohne zusätzliche Nahrung eingenommen werden. Gute Er-
gebnisse lassen sich ebenfalls mit der Ephedrin/Coffein/Aspirin-Mischung, drei-
mal täglich verabreicht, erzielen. In den USA versuchen mittlerweile zahlreiche
Wettkampfbodybuilder das dort nur äußerst schwierig erhältliche Clenbuterol
durch diese Kombination zu ersetzen.

Die Frage, ob Ephedrin aktiv die Proteinsynthese in der Muskelzelle unterstützt
oder gar anregt, muß wohl verneint werden. Obwohl Ephedrin eine Affinität zu
den Beta-2-Rezeptoren (ß-2) in den Muskelzellen der quergestreiften Skelett-
muskulatur besitzt und somit theoretisch durch deren Stimulierung den Protein-
aufbau beschleunigen könnte, scheint sich dies in der Praxis nicht zu bestätigen.
Erfahrungen zeigen, daß Ephedrin den Muskelaufbau indirekt über den erzielba-
ren Kraftzuwachs und intensivere Trainingseinheiten fördert. Die Resultate ver-
schiedener Tierstudien lassen sich deshalb, was den Muskelaufbau betrifft, nicht
unbedingt auf den Menschen übertragen, bescheinigen diese doch Ephedrin ei-
nen anabolen, muskelaufbauenden Einfluß. Muscular Development, Dezember/
Januar 1993/94 Vol. 30, Nr. 12, `Ephedrine Builds Muscle While Burning Fat’ von
Dr. Robert Haas: „Der zweite, für Bodybuilder bedeutsame Effekt ist, daß die
Ephedrin/Coffein-Kombination während einer kalorienreduzierten Diät nicht nur
den Fettabbau fördert, sondern darüberhinaus den Erhalt fettfreier Körpermasse
(Muskelgewebe) ermöglicht. Diese Erkenntnis kommt nicht überraschend, denn
man weiß, daß Schweine, die mit Ephedrin und Coffein gefüttert wurden, ihr
normales Wachstum trotz einer um 20% geringeren Kalorienzahl beibehielten.
Darüberhinaus konnte neben einem niedrigen Körperfettgehalt eine zehn-
prozentige Zunahme der Muskelmasse beobachtet werden. Die anabole und fett-
abbauende Wirkung war in erster Linie auf Ephedrin zurückzuführen. Bodybuil-
der sollten aufgrund dieser Informationen bei ihrer Suche nach anabol wirken-
den und eine Wärmeentstehung auslösenden Präparaten auf ephedrin- und
coffeinhaltige Produkte achten.” Bill Phillips stößt in dem schon zitierten Artikel
`Get Ripped’, Muscle Media 2000, Nr. 32, Juni-Juli in das gleiche Horn, indem er
ebenfalls die mögliche anabole und muskelaufbauende Wirkung von Ephedrin
erwähnt: „Wertet man die Ergebnisse jüngster Studien über den Einfluß von
Ephedrin und Coffein bei heranwachsenden Tieren aus, gelangt man zu der Er-
kenntnis, daß dasselbe normale Wachstum bei einer um 20 % reduzierten Kalorien-
zahl möglich ist. Zusätzlich wurde eine durchschnittliche Vergrößerung der Muskel-
masse um 10% sowie eine Reduzierung von intramuskulärem und subkutanem
Fett um 30% im Vergleich zur Kontrollgruppe gemessen.” Obwohl die Aussagen
dieser Studien hinsichtlich eines durch Ephedrin beschleunigbaren Muskelaufbaus
erfreulich und auch überzeugend klingen, bleiben wir — ausgehend von empiri-
schen Daten — bei der Meinung, daß Ephedrin weder alleine noch in Kombinati-
on mit Coffein die Proteinsynthese bei Sportlern direkt stimuliert. Der Leser möge
durch einen Eigenversuch selbst entscheiden.

Bevor Sie sich nun dem hemmungslosen Ephedringenuß hingeben, sollen ver-
schiedene Dinge gesagt sein. Die erste Information betrifft nur einen winzigen
Teil der Leserschaft. Gemeint sind Athleten, die an Wettkämpfen mit Dopingkon-
trollen teilnehmen. Sowohl das IOC (Internationales Olympisches Komitee) als
auch der weltweit führende Bodybuildingverband IFBB (International Federation
of Bodybuilders) klassifizieren Ephedrin als Dopingmittel. Es steht deshalb auf
der Liste der verbotenen Substanzen, weshalb ein positiver Dopingbefund eine
Disqualifikation und gegebenenfalls eine Sperre nach sich zieht. Da Ephedrin
und ephedrinverwandte Substanzen wie Pseudoephedrin, Norephedrin oder auch
Norpseudoephedrin in zahlreichen Medikamenten zur Behandlung von Erkäl-
tungskrankheiten, Fieber und grippalen Infekten enthalten sind, hat das IOC eine
maximal erlaubte Urinkonzentration von 5 Nanogramm/ml festgelegt.

Näheres erfährt der Leser in dem Buch Doping-verbotene Arzneimittel im Sport,
von Dirk Clasing, Manfred Donike u.a., auf der Seite 40: „Um mögliche ‘Behand-
lungsdopingfälle’ auszuschließen, wurde eine erlaubte maximale Urinkonzen-
tration von 5 Nanogramm/ml festgelegt. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch
und Absetzen der Wirkstoffe 36 — 48 Stunden vor dem Wettkampf ist ein positiver
Urinbefund nicht zu erwarten.” Empirische Daten erlauben den Schluß, daß der
Zeitraum von 36 — 48 Stunden für Athleten nicht ausreichend lange ist, um ein
negatives Testergebnis abzuliefern. Der Knackpunkt liegt bei Clasings und Donikes
Ausspruch: bestimmungsmäßiger Gebrauch’. Um die gewünschte stimulierende
Wirkung zur Verbesserung der Leistung zu erreichen oder auch um den Fettab-
bau zu beschleunigen (Wettkampfbodybuilding), überschreiten die meisten Ath-
leten die therapeutischen Dosierungen, was zu einem gesteigerten Blutspiegel-
wert an Ephedrin führt, der eine längere Absetzdauer verlangt. Wer nicht mehr
als 150 mg Ephedrin/Tag einnimmt, wird am Testtag negativ sein, wenn die An-
wendung des besagten Wirkstoffes 96 Stunden vorher beendet wird.

Wieder einmal bestätigt sich auch bei Ephedrin die Regel: Alles, was so richtig
wirkt, kann nicht frei von unerwünschten Nebenwirkungen sein. Da Ephedrin
einen stimulierenden Einfluß auf alpha- und ß-1-Rezeptoren ausübt, sind nach-
folgend beschriebene Begleiterscheinungen nicht auszuschließen. Davon sind
vier verschiedene Körpersysteme betroffen. Somit wären einmal die Nebenwir-
kungen auf die Skelettmuskulatur zu nennen, welche sich in einem Muskeltremor
(Zittern) bemerkbar machen können. Bei den meisten Athleten äußert sich dies
in einem mehr oder minder starken Fingerzittern, was mit dem bloßen Auge gut

sichtbar ist, wenn beide Arme und Hände ausgestreckt vor dem Körper gehalten
werden. Ein Zittern oder gar Schlottern der Beine ist äußerst selten. Aussagen
von Kritikern, man würde bei Ephedrin ‘zittern wie Espenlaub’, sind maßlos über-
trieben, bzw. beabsichtigte Negativpropaganda. Einige Athleten berichten wäh-
rend des Trainings von Muskelkrämpfen, die insbesondere die Beinmuskulatur
betreffen. Wie schon an anderer Stelle gesagt, wirkt Ephedrin auf das Zentralner-
vensystem. Die resultierende zentrale Erregung kann eine innere Unruhe, Schlaf-
losigkeit, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Gereiztheit
nach sich ziehen. Obwohl Ephedrin einen milden amphetaminähnlichen Effekt
auf das Zentralnervensystem hat, ist die Gefahr einer Abhängigkeit bzw. Sucht
äußerst gering. Schlaftlosigkeit kann vermieden werden, wenn die letzte
Ephedringabe nicht nach 14 Uhr erfolgt. Als drittes wirkt Ephedrin auf das Herz-
Kreislauf-System. Ein erhöhter Puls und Herzklopfen sind häufige Anfangs-
symptome. Wer von Natur aus eine unregelmäßige oder hohe Herzschlagfrequenz
hat, sollte Ephedrin meiden. Gleiches gilt für Personen mit überhöhtem Blutdruck,
da dieser ansteigen kann. Die Gefahr einer Schädigung des Herzmuskels bei lang-
andauernder Einnahme und/oder bei der Verwendung hoher Dosierungen kann
zwar nicht ausgeschlossen werden, ist aber in der wissenschaftlichen Literatur
kaum dokumentiert. Nachgewiesen ist weiterhin der Einfluß von Ephedrin auf
den Urogenitaltrakt. Die Fachliteratur spricht von Miktionsbeschwerden, also
Beschwerden, die beim Harnlassen auftreten können. Der Grund für diese aller-
dings selten beobachtete Nebenwirkung liegt in dem möglichen stimulierenden
Effekt von Ephedrin auf die ß-1-Rezeptoren der Prostata, was ein Waschstum die-
ses Organs zur Folge haben könnte.

Bemerkenswert ist, daß das Auftreten der meisten Nebenwirkungen temporärer
Natur ist, d.h. die möglichen unerwünschten Begleiterscheinungen schwächen
in den meisten Fällen nach 10 —14 Tagen von alleine ab oder verschwinden ganz.
Es entsteht eine Toleranz, bzw. ein Gewöhnungseffekt der alpha- und ß-1-Re-
zeptoren gegenüber Ephedrin, was erklärt, weshalb selbst bei steigenden Dosie-
rungen mit Dauer der Einnahme häufig die anfänglichen Probleme nachlassen.
Aber werden wir ruhig einmal etwas konkreter: Wer Ephedrin zum erstenmal
einnimmt und/oder zuviel auf einmal verabreicht bekommt, merkt dies späte-
stens nach einer Stunde. Der Puls geht hoch, die Finger zittern leicht, ein unge-
wohntes, leicht schwindliges Gefühl stellt sich im Kopf ein und beim Gedanken
an Essen signalisiert der Magen seine Ablehnung. Ein unangenehmer Geruch unter
den Achseln bestätigt ein verstärktes Schwitzen. Wir kennen mittlerweile zahl-
reiche Athleten, die Ephedrin in den unterschiedlichsten Dosierungen und Kom-
binationen eingenommen haben, und können Ihnen zumindest eines versichern:
Jeder reagiert individuell auf diese Substanz. Die Spanne reicht von äußerst sen-
siblen Athleten, die Ephedrin überhaupt nicht vertragen und schon auf kleine
Dosierungen mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, leichter Benommenheit rea-
gieren, bis hin zu jenen, die nach der fünften eingeworfenen Tablette fragen:
„Kommt da noch was?”

Das Auftreten und die Intensität der Nebenwirkungen kann der Athlet zu einem
guten Teil selbst beeinflussen. Wichtig ist, mit niedrigen Dosierungen zu begin-
nen, die im Laufe von 5 — 7 Tagen langsam und gleichmäßig erhöht werden, um
dadurch den alpha- und ß-1-Rezeptoren Gelegenheit zu geben, sich an die ver-
mehrte Noradrenalinausschüttung zu gewöhnen.

Abbildung:
Anwendung von Ephedrin/Coffein/Aspirin innerhalb der ersten sechs Tage

Wer gewöhnlich abends (nach 18 Uhr) trainiert und Ephedrin zur Ausnutzung
der `Trainingsbooster-Wirkung’ nur sporadisch einsetzen will, sollte es bei der
allerersten Anwendung nicht später als 14 Uhr einnehmen, da sonst die Gefahr
besteht, die Nacht senkrecht im Bett zu verbringen. Die schweren Jungs (über 2
Zentner Körpergewicht) erhöhen die Dosierung häufig nach 4 — 6 Wochen auf
150 mg Ephedrin/Tag (dreimal 50 mg) unter Beibehaltung der bisherigen Coffe-
in- und Aspirinmenge. Man forciert so die Fettverbrennung und gewährleistet, z.
B. in den letzten Wochen vor einem Wettkampf, wenn die Diät am strengsten ist,
einen intensiven anti-katabolen Effekt, der zum Erhalt von Kraft und Muskel-
masse beiträgt. Leichtgewichtige Athleten, insbesondere Frauen, benötigen kei-
ne 150 mg Ephedrin/Tag und sollten von solchen Dosierungen Abstand halten.

Im Streben nach Objektivität bezüglich der realistisch betrachtet zu erwartenden
Nebenwirkungen bei einer Ephedrineinnahme, seien dem Leser folgende drei
Quellen nicht vorenthalten: Muscle Media 2000, Juni-Juli 1993, Nr. 32, `Get Ripped’
von Bill Phillips: „Die klinische Studie, die diese Informationen offenlegte, stellte
darüberhinaus fest, daß die Nebenwirkungen der Ephedrin/Coffein-Kombinati-
on nur vorübergehend sind. Man beobachtete ein vermehrtes Zittern (Tremor),
Schlaflosigkeit und Schwindel, aber nach acht Wochen fortlaufender Einnahme
waren die Nebenwirkungen der Versuchsgruppe (Personen mit Ephedrin/Coffe-
in) mit denen der Plazebo- bzw. Kontrollgruppe gleichzusetzen. Alles in allem
kann man sagen, daß die Nebenwirkungen dieser Kombination minimal sind. Es
sollte auch noch einmal betont werden, daß jene geringfügigen unerwünschten
Effekte ausschließlich während der ersten Einnahmewochen auftreten. Dennoch
gibt es Personen, die Ephedrin und Coffein dreimal täglich miteinander kombi-
niert aufgrund deren stimulierenden Eigenschaften auf das Zentralnervensystem
ganz einfach nicht vertragen. Manch einer wird dabei zu unruhig und aufgekratzt.
Um sicherzugehen, daß keine körperlichen Eigenschaften vorliegen, die eine Ein-
nahme dieser Produkte nicht erlauben, sollte man vorher immer einen qualifi-
zierten Arzt aufsuchen.” Muscular Development, Februar 1994, Drugs, Perfor-
mance and Nutrition’ von Dr. Michael Colgan: „Die möglichen Nebenwirkungen
sind gering. Zu beachten ist allerdings, daß Ephedrin, wenn es später als 14 Uhr
eingenommen wird, eine anhaltende Schlaflosigkeit bewirken kann.” Muscular
Development, Dez./Jan. 1993/94, Tat to Win’ von Dr. Robert Haas: „Bei allen
freiwilligen Versuchspersonen konnten keine bedeutsamen Veränderungen hin-
sichtlich Herzschlagfrequenz, Blutdruck, Blutzuckerspiegel, Insulin und Chole-
sterinspiegel festgestellt werden. Ephedrin, Coffein und Aspirin (ECA) wurden
gut vertragen und in fünf Fällen ergab gar eine Einnahmedauer von sieben Mona-
ten bis zwei Jahren keine nennenswerten Probleme.”

Ein Hinderungsgrund, Ephedrin einmal auszuprobieren, sind für viele Athleten
mangelnde Beschaffungsmöglichkeiten. Ephedrin ist in Deutschland, wie überall
in Europa, ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der in Apotheken nur mit ei-
nem ärztlichen Rezept erworben werden kann. Auch hier gilt wieder die Regel:
`Alles, was wirkt, ist nicht frei verkäuflich’. Wessen Arzt mitspielt, sollte sich das
deutsche Präparat Perspiran N Tabletten, 100 Tabl. (N3) zu 39,90 DM (Rote Liste
1993) verschreiben lassen. Jede Tablette enthält neben 25 mg Ephedrin-
hydrochlorid auch noch das Methylxanthin Theophyllin in einer Stärke von 125
mg. Eine ziemlich wirkungsvolle Verbindung, wie man durch eine Einnahme so-
fort feststellen wird. In Deutschland gibt es keine Präparate mehr, die Ephedrin
als alleinigen Wirkstoff beinhalten, d.h. er liegt immer in Kombination mit minde-
stens einem weiteren Stoff vor. Wer auf reines Ephedrinhydrochlorid besteht, dem
bieten sich zahlreiche niederländische und spanische Präparate an, zumeist in
einer Dosierung von 25 bzw. 50 mg pro Tablette. Athleten, die Bedenken haben,
eine verschreibungspflichtige Substanz einzunehmen, sei gesagt, daß Ephedrin
in den USA frei käuflich ist. Mehr noch, in den nordamerikanischen Bodybuilding-
magazinen sind regelmäßig ganzseitige Anzeigen von verschiedenen Nährmittel-
firmen zu sehen, bei denen der Leser reine Ephedrinhydrochloridtabletten direkt
und problemlos bestellen kann. Daß die Nachfrage dort reichlich ist, läßt sich
durch das große Angebot und die teuren Werbeanzeigen unschwer erraten. Da-
mit die deutschen Bodybuilder nicht ganz außen vor bleiben, firmieren viele
amerikanische Supplementhersteller mittlerweile in den Niederlanden und Bel-
gien. Deren Inserate sind in den bekannten deutschen Bodybuildingpublikationen
jeden Monat zu finden. Eine Bestellung von Deutschland aus wird erfahrungsge-
mäß prompt und zuverlässig bearbeitet. Als Beispiel wäre das Produkt `Ephedrine
HCL’ der Firma Strength Systems U.S.A. anzuführen. Das Plastikdöschen mit kinder-
gesichertem Schraubverschluß enthält 100 Tabletten ä 25 mg Ephedrinhydrochlorid
zum Preis von 21,50 DM (Muscle + Fitness, Ausgabe Januar 1994, Seite 7). Die
Tabletten wirken erfahrungsgemäß ganz ordentlich. Worauf der Athlet achten
sollte, ist, daß sein erworbenes Ephedrinpräparat kein zusätzliches Niacin (Vit-
amin B3) enthalten darf. Niacin (siehe auch Niacin) hemmt die Freisetzung von
Fettsäuren und beschleunigt den Glykogenabbau, wodurch zum einen die fett-
abbauende Aktivität von Ephedrin reduziert ist und zum anderen einer länger-
dauernden Leistungsfähigkeit durch den übermäßigen Glykogenverlust entge-
gengewirkt wird. Dennoch gibt es leider immer noch diverse Hersteller, die diese
Kombination anbieten

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KATEGORIE 2 – Steroidprogramme für Männer

Seltsamerweise wurde dieses Steroidprogramm von den Herstellern der DDR-Steroide als Ersatz für Bolasteron angegeben. Die verwendeten Medikamente garantieren in den angegebenen Dosierungen sehr gute anabole Wirkung, gesteigerte Erholungsfähigkeit und guten Kraftzuwachs. Das Programm besteht aus einer Tablette Anavar pro 10 kg Körpergewicht, zweimal pro Woche 50 mg Durabolin oder Nerobolil und 25-50 mg pro Woche Testosteronpropionat. Durabolin bewirkt guten Massezuwachs, Anavar gibt mehr Kraft, und Testosteron erhöht die Erholungsfähigkeit. Durch die Verwendung von Anavar und der zwei Injektionen pro Woche ist dieses Programm relativ teuer. Um der Aromatisierung der Steroide vorzubeugen, kann man Nolvadex hinzufügen. Durch Nolvadex wird zusätzlich der Fettabbau verstärkt. Dieses Programm wird von vielen Athleten ganzjährig angewandt. Es ist eines der sichereren Steroidprogramme. Es eignet sich gut für Bodybuilder, die keine Wettkämpfe im Sinn haben. Dieses Programm würden auch Ärzte ohne Bedenken verschreiben.

MÄNNER 2

Hierbei handelt es sich um das schärfste Programm, das ein Arzt verschreiben würde. Ein sehr gutes Masse-Programm für Bodybuilder und Powerlifter jüngeren Alters (bis ca. 30 Jahre). Die Medikamente sind Testosteronenanthat (Testoviron) und Anadrol 50, (Plenastril, Oxytosana). Die Dosierungen: Anadrol 50 ca 1-3 Tabletten täglich. Testosteronenanthat 400 mg pro Woche. Nolvadex 10 mg pro Tag. Dieses Programm wurde auch schon mit höheren Dosierungen durchgeführt, jedoch nicht unter ärztlicher Aufsicht. Falls Sie Probleme mit Ihren Brustdrüsen hatten, werden Sie sie mit diesem Programm wieder bekommen. Akneprobleme sollten mit 20 mg Roaccutan pro Tag zu unterdrücken sein. Injizierbares Anadrol ist den Tabletten vorzuziehen, da es ungefähr dreimal stärker ist. Anadrol i.m. ist in Deutschland kaum zu bekommen. Männer, die von Steroiden Haarausfall bekommen, sollten dieses Programm meiden.

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ANFÄNGER 4

Für Sportler, die mehr auf Kraftleistung denn auf Muskelmasse aus sind, empfiehlt es sich, mehr androgene Mittel einzusetzen. Eine Kombination von 100 bis 200 mg Testosteron und 25 bis 50 mg Dianabol pro Tag zeigen hier eine gute Wirkung. Die angegebenen Höchstdosierungen von 200 mg plus 50 mg sollten allerdings nicht sofort eingenommen werden, sondern die Dosissteigerung sollte langsam vonstatten gehen. Verwenden sie Testosteron-Propionat, müssen Sie mindestens zweimal pro Woche injizieren

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Lebenssubstanz der Muskeln

In meiner Tätigkeit als Studioleiter und Trainer erlebe ich die toll-
1 sten Sachen. Tausendmal werde ich das gleiche gefragt und jedesmal
muß ich einen kleinen Vortrag halten, um meine Schüler oder Schülerin-
nen aufzuklären. Es wurmt mich, daß so wenige selbst ein Buch in die
Hand nehmen, um sich über diese Materie zu informieren. Stattdessen.
versucht jeder, ‘das Wissen aus mir herauszuquetschen, und ich komme
mir oft recht blöd vor, wenn ich mit Engelszungen über die Gefahren des
Rauchens geredet habe und auch das Gefühl habe, verstanden worden zu
sein, und mein Gesprächspartner zündet sich erst einmal ein Zigarettchen
an, um das soeben Gelernte noch einmal konzentriert vorüberfliegen zu
lassen.

Lesen Sie bitte weiter, auch wenn Sie rauchen, denn entgegen Ihrer viel-
leicht voreilig gehegten Befürchtung ist dies kein Bericht, der von der
Anti-Raucher-Kampagne unterstützt wurde, sondern es geht um Ernäh-
rung und Vitamine. Ganz besonders über ein Vitamin, das gerade für den
Hantelsportler und die trainierende Frau von ungeheurer Wichtigkeit ist.
Man nennt dieses Vitamin auch Fruchtbarkeitsvitamin, Antisterilitäts-
vitamin und Fertilitätsvitamin. Es ist von ungeheurer Wichtigkeit bei der
Aufrechterhaltung normaler Fortpflanzungsverhältnisse und reguliert die
Hormonproduktion bestimmter Drüsen. Es hat Einfluß auf den Amino-
säurestoffwechsel und dient zum Schutz gegen Muskelschwund und Le-
berveränderungen. In seiner biologischen Wirkung ist dieses Vitamin
auch gleichzeitig ein Schutz gegen Oxydationen und somit ein Vitamin,
das den rAtürlichen Alterungsprozeß verlangsamt und uns somit jung er-
hält.

Bei meinen Vorträgen und Ansprachen über Vitamine hören meine
Schüler ganz aufgeweckt zu, aber nur ein kleiner Teil der Sportler nimmt
sich das zu Herzen und zieht Nutzen aus dem Umgang mit Vitaminen.
Vielleicht liegt es daran, daß den Bodybuildern immer nur eingetrichtert
wird, sie benötigten viel Eiweiß bzw. Protein sei das A und 0. Das stimmt
zweifellos auch, nur darf man nicht den Fehler begehen, alles andere da-
gegen als unwichtig zu bezeichnen. Vitamine sind genauso wichtig, allein
deshalb, weil sie wesentlich die Umsetzung des Proteinpulvers in Körper-
eiweiß fördern.

Hier sind Menschen, die gesund aussehen möchten und deshalb ihren
Körper trainieren. Natürlich versucht jeder den größtmöglichen Erfolg
mit dem kleinsten Aufwand zu erreichen, das ist ja auch nicht verkehrt.
Sie holen sich die besten Tips und Ratschläge, wie man sein Ziel, nämlich
einen sportlichen und gesunden Körper, am schnellsten und besten errei-
chen kann, tun später jedoch genau das Gegenteil von dem, was ihnen ge-
sagt wurde. So erreicht man sein Ziel doch nicht!

Ich will das ‘mal mit einem Beispiel erklären. Stellen Sie sich vor, sie
wären Autoverkäufer und Ihre Auswahl reicht vom VW-Käfer bis zum
Rollce Royce. Da kommt also jemand zu Ihnen und interessiert sich für
den Lamborghini. Sie zeigen ihm das 150.000-DM-Gerät, und er ist begei-
stert. Er macht sogar eine kleine Probefahrt und stört sich ein wenig an
der tiefen Sitzlage. Also fängt der Rollce Royce seinen Blick. Er schaut
sich den Motor an, und nachdem Sie wieder stundenlang alles erklärt ha-
ben und er auch diesen Wagen gefahren hat, kauft er schließlich den ge-
brauchten Käfer für 1.800,— DM bei Ihrer Konkurrenz auf der anderen
Straßenseite.

Jetzt wissen Sie, wie mir manchmal zu Mute ist. Aber ich handele nicht
mit Comfort und PS, ich handele mit stahlharten Muskeln, Spitzenlei-
stungen, totaler Hingabe, Bewunderung, Überlegenheit, Kraft, Stärke,
Meditation bei Höchstbelastungen und einer ganz neuen Dimension der
Zufriedenheit und des Glücksgefühls. All diese Dinge sind nicht erreich-
bar durch den Verzehr von Gummibärchen und Eiernudeln. Wir reden
hier von einer Wissenschaft. Klar, daß nicht jeder gleich ein Ernährungs-
wissenschaftler werden kann, aber jeder kann Nutzen aus der Erkenntnis
von Spitzenathleten ziehen und aus dem Endprodukt ihrer Studien lernen.
Deshalb schreibe ich Berichte. Ich möchte, daß Sie erfolgreich sind. Oft
gibt es ganz einfache Hilfen, wie beispielsweise Vitamine, um noch mehr
Leistung zu erbringen und um noch mehr Erfolg zu erzielen.

Als Vitamine bezeichnet man organische Wirkstoffe, die der Organis-
mus zur Lösung der verschiedenen Aufgaben benötigt. Weder der Orga-
nismus von Mensch noch Tier kann selbst Vitamine aufbauen. Vitamine
müssen also mit der Nahrung zugeführt werden. Zur Deckung des Mini-
mum-Bedarfs sind nur sehr geringe Mengen notwendig.

Wir beschäftigen uns hier mit Vitamin E, das allgemein als Tocopherole
bezeichnet wird. Es sind mehrere Nährmittel mit Vitamin E-Gehalt be-
kannt. In Weizen- und Maiskeimen kommt es vor, in Blattsalat, Brunnen-
kresse, Gerste, Hafter, Baumwollsamen und Reis. Auch in tierischen Pro-
dukten kommt es vor: in Fleisch, Eidotter, Milch. Das Vitamin kann bis
zu 250° C erhitzt werden, ohne Schaden zu nehmen. Somit kann es ge-
kocht, getrocknet und sterilisiert werden. Durch Sauerstoff wird es jedoch
zerstört. Im inneren Stoffwechsel verleiht es anderen Vitaminen und Hor-
monen Oxydationsschutz. Wahrscheinlich ist Vitamin E als Wasserstoff-
überträger an der Atmung beteiligt.

Unter Einfluß von Vitamin E wird eine Herabsetzung des Sauerstoff-
verbrauchs beobachtet und der Grundumsatz der Gewebe ist herabgesetzt,
der Alterungsprozeß dadurch verlangsamt. Für Bodybuilder ist jedoch
das Wichtigste, daß Vitamin E große Bedeutung bei der normalen Ent-
wicklung der glatten und quergestreiften Muskulatur hat.

Man sollte sich nicht darauf verlassen, daß man mit der natürlichen
Nahrung genügend von diesem Vitamin aufnimmt. Der Tagesbedarf liegt
bei 20-25 mg, doch gibt es keinen Spitzen-Bodybuilder, den ich kenne,
der mit so wenig auskommt.

Weizenkeimöl enthält die größte Menge an natürlichem Vitamin E.
Deshalb ist Weizenkeimöl die wichtigste Quelle zur Beschaffung von zu-
sätzlichem Vitamin E für den Körper.

Meiner Meinung nach wären die heutigen Spitzenleistungen im Body-
building ohne zusätzlihes Vitamin E nicht möglich. Aber nicht nur im
Sport erkennt man die ungeheure Wichtigkeit dieses Vitamins.

Professor David Gershon aus Haifa (Israel) hat in Versuchen im Labor
nachgewiesen, daß es die Ablagerung von Schlacken in den Zellen verrin-
gert und dadurch den Altersprozeß verlangsamen kann. Sein Fazit: „Die
Lebensdauer des Menschen kann durch dieses Vitamin in günstigen Fällen
bis zu 30 Prozent verlängert werden`.` Die Universitäten von Gießen und
Freiburg i.Br. fanden über Vitamin E heraus, daß es die Nerven stärkt,
Arterienverkalkung entgegenwirkt und dem Organismus in Streß-Situa-
tionen neue Kräfte zuführt.

Professor Otto Prokop aus Wien sagt, daß Vitamin E den Menschen
leistungsfähiger und ausdauernder macht. Vitamin E steigert die musku-
läre Leistungsfähigkeit, indem es die Zirkulation des Blutes sowie dessen
Vordringen in die kleinsten Kapillaren verbessert und indem es bewirkt,
daß der Sauerstoff von den Zellen besser ausgenutzt wird. Das hat beson-
dere Bedeutung für die Dauerleistung. Weil Vitamin E darüber hinaus den
Aufbau von Eiweiß unterstützt und jedem Muskelschwund entgegen-
wirkt, ist es für alle Arten von sportlichem Training bedeutungsvoll. Vita-
min E macht auch den Organismus widerstandsfähiger gegen die Auswir-
kungen der Luftverschmutzung, berichtet Dr. K. Jeffrey vom amerikani-
schen Umweltschutz-Zentrum in Cincinnati (Ohio). Es ist ein sogenannter
Zellschutzfaktor, der Giftstoffe unschädlich machen kann.

Seriöse Wissenschaftler, wie Professor Hermann J. Vogt aus München,
hegen sogar die Hoffnung, daß Vitamin E beim Mann sogar neue Potenz
bewirken kann. Durch Verfütterung hoher Vitamin-E-Mengen konnte die
mittlere Lebenserwartung bei Tierexperimenten erheblich erhöht werden.
Die Vitamine in unserer Ernährung reichen zwar aus, um einen Mangel
zu verhindern, aber um das Altern zu bremsen und einen Nutzen im Mus-
kelaufbau zu erzielen sind ganz andere Mengen nötig.

Die Wirksamkeit von Vitamin E ist deutlich spürbar. Weil es auf die
Hirnanhangdrüse einwirkt, mehr Gonadotropine auszuschütten, die dann
wiederum bewirken, daß mehr Testosteron im Körper gebildet wird, ist es
auch als Potenzmittel bekannt. Diesjenigen, die an der Wirksamkeit ein
wenig zweifeln, werden sich von der Freundin sagen lassen müssen, daß
da etwas Wahres dran ist.

Wie wichtig kann Vitamin E aber für den Sportler sein und welchen
Nutzen hat der Bodybuilder davon? Bei Tierversuchen gegen Ende des
18. Jahrhunderts stellten die Wissenschaftler fest, daß das Leben der Tiere
allein mit den Hauptnährstoffen (Fette, Kohlenhydrate, Eiweiß und Mine-
ralstoffe) nicht aufrechterhalten werden konnte. Erst in den Jahren 1900
bis 1915 wurden diese Ergebnisse weiter verfolgt. Es wurde nachgewiesen,
daß in gewissen Extrakten von Lebensmitteln einige lebensnotwendige
„Ergänzungsstoffe”, die als Vitamine bezeichnet wurden, enthalten waren.
Schon wenig später gelang es, diese Verbindungen aus den Extrakten zu
isolieren. Der nächste Schritt war die Aufklärung des chemischen Auf-
baues dieser Stoffe und damit war die Herstellung durch den Chemiker
grundsätzlich möglich.

Der Molekülaufbau der synthetisch hergestellten Vitamine entspricht
dem der in den Lebensmitteln enthaltenen völlig und so konnte auch ein
physiologischer Unterschied zwischen beiden nicht gefunden werden.
Dennoch erscheint es richtiger, den Vitaminbedarf durch Lebensmittel wie
Weizenkeimöl (für Vitamin E) zu decken, weil es vom Vitamin E mehrere
Stoffe gibt, die, wie bereits erwähnt, als Tocopherole bezeichnet werden.
In meiner Vorbereitungszeit zur Deutschen Meisterschaft habe ich sehr
großen Wert auf eine gutdosierte Vitaminzufuhr gelegt. Natürlich habe
ich Vitamine aus natürlichen Lebensmitteln genauso zu mir genommen
wie Pillen. Doch für den Wettkampfbodybuilder entsteht kurz vor der
Meisterschaft ein Problem: Es wird so wenig gegessen, daß die Vitami-
naufnahme aus natürlichen Lebensmitteln völlig unzureichend wird. In
dieser Phase muß der Athlet seinen Vitaminbedarf auf andere Weise
decken.

Jeder sollte seinen Sportarzt befragen, welche Dosierung er vorschlagen
würde. Ich habe eine für mich gültige Regel aufgestellt. Vor einer Meister-
schaft nehme ich für einige Wochen jeweils die normale Dosierung von
100 bis 200 mg täglich ein und erhöhe diese in jeder Woche um 100 mg.
Man darf nicht vergessen, daß ich 100 kg wiege und somit eine Dosierung
von 500 bis 600 mg täglich in der Woche des Wettbewerbs nicht schädlich
werden kann.

Man sollte nicht mehr als 100 mg Vitamin E zusätzlich nehmen. Nur
vor Höchstleistungen kann die Dosierung leicht angehoben werden. Ob-
wohl bei Vitamin E eine Überdosierung normalerweise nicht möglich ist,
schadet man sich ganz sicher im Geldbeutel, denn Vitamin E ist ziemlich
teuer.

Ich sehe so viele Bodybuilder im Studio, die sich tagaus tagein abstram-
peln und bemühen, Muskeln zu bekommen. Sie hören meine Referate
über Vitamine und lesen meine Berichte. Aber damit ist es ja nicht getan.
Wenn ich weiß, daß Vitamin E gut für mich ist, dann bin ich vielleicht
etwas klüger geworden, aber einen physiologischen Nutzen kann ich erst
dann erzielen, wenn ich es auch anwende.

Studioleiter hätten größere Erfolge mit ihren Schülern, wenn diese die
guten Ratschläge auch befolgen würden.

Ich hatte kürzlich so einen Fall, wo ein seit drei Jahren trainierender
Bodybuilder sich vielversprechende Vitamine gekauft hatte und diese
schon zwei Tage später an einen Trainingskameraden verschenkt hatte,
weil sie bei ihm nichts gebracht haben. S000 schnell entfalten die Vitami-
ne ihre Wirkung nun auch wieder nicht. Scheinbar glauben viele, daß es
wirklich Wundermittel gibt, um Muskeln wachsen zu lassen. Vielleicht ist
Vitamin E solch ein Wundermittel, aber es wirkt nicht in zwei Tagen oder
zwei Monaten. Muskeln wachsen in Jahren. Und dementsprechend muß
man auch Vitamine auf lange, unbestimmte Zeit zu sich nehmen. Es wird
immer zwei Welten geben, die der Theoretiker und die der Macher. Bis
jetzt ist noch kein Mensch durch bloßes Wissen über richtiges Training
und Ernährung Mr. Universum geworden. Es sind immer die, die wirklich
hart trainieren und sich wirklich richtig ernähren.

Ein muskulöser Körper soll es sein? Das ist für jeden Menschen denk-
bar und möglich. Für den Mann bedeuten Muskeln, daß er männlich
wirkt und somit für Frauen attraktiv ist. Welche gutaussehende und
selbstbewußte Frau findet einen schwabbeligen, von Fett überzogenen
Körper schön, wenn dieser möglicherweise auch noch von einem „hirnlo-
sen Oberstübchen” gelenkt wird.

Wer halbwegs sportlich ist und eine halbwegs vernünftige Bildung hin-
ter sich hat, kann eine Menge Frauenherzen erobern oder vielleicht das
Herz seiner Jraumfrau”. Dazu muß man nicht gleich ein Mr. Universum
sein.

Was Frauen betrifft, kann ich von mir aus sagen, daß mich Speckrollen
nicht anziehen. Auf uns Männer wirkt eine Frau, die kaum Körperfett
aufweist, und wo das zarte Muskelfleisch die weiblichen Formen verrät,
weitaus attraktiver. Natürlich lieben wir unsere Frauen weiter — wir
schmeißen sie nicht gleich raus, nur weil sie einige Fettpölsterchen be-
sitzen. Und sie liebt uns, auch wenn wir nicht gleich wie der Seewolf aus-
sehen. Wie viel schöner könnte eine Beziehung wohl sein, wenn beide
Partner noch attraktiver wären? Dabei ist es doch gar nicht so schwer.
Das Rezept für einen schönen Körper ist nicht einmal so kompliziert
und man könnte anfangen, wie in Mutters Kochbuch steht: Man nehme…
… ein wenig Mut, um ein Sportstudio zu besichtigen. Meist ergibt sich
der Rest von selbst. Ein Hantel-Set kostet auch nicht die Welt. Wir wollen
immer alles umsonst haben, aber Glück und Zufriedenheit kommen nicht
ganz von selbst zu uns. Wir müssen etwas tun, um zufrieden mit uns zu
sein. Wir werden ja auch nicht einfach grundlos unglücklich. Es muß et-
was passieren, was uns in diese Stimmung versetzt. Wenn der Hausarzt
uns plötzlich sagt, daß wir einen kaputten Kreislauf haben, herzgefährdet
sind und möglicherweise wegen zu hohen Zigarettenkonsums bald an
Lungenkrebs sterben werden, dann verlassen wir die Praxis nicht jubelnd:
„Hurra, ich lebe noch!”, sondern wir sind unglücklich und depremiert.
Hat das Rauchen sich gelohnt? War es nötig? Wo ist der Mensch, der
durch Zigarettenkonsum glücklich geworden ist? Warum soll Bodybuil-
ding oder Fitnesstraining glücklich machen? Ganz einfach, weil unser gei-
stiges Wesen sich in einem gut funktionierenden und gesunden Körper
wohler fühlt. Man kann hier von Harmonie zwischen Körper und Geist
sprechen.

Der Körper besitzt die Fähigkeit, sich geforderten Leistungen anzupas-
sen. Und das geht in der Regel sehr schnell. Bei mir im Natural Boldybuil-
ding Institut trainiert ein älterer Herr, der schon seit der Schulzeit keinen
Sport mehr getrieben hatte. Konditionell war er so schwach, daß selbst ein
kurzes Lauftraining für ihn zu einem Horrorlauf wurde. Doch siehe da:
Nach drei Wochen bereits hatte sich der Körper auf die geforderte Lei-
stung eingestellt, sich mit ihr abgefunden und Mittel und Wege gefunden,
sie unbeschadet zu überwinden. Der ältere Herr ist jetzt nicht mehr der
ältere Herr, sondern der sportliche Herr.

Ein professioneller Ballettänzer, der 10 Jahre lang sein Körpergewicht
auf 66 kg hielt und es in dieser Zeit trotz mehrerer Versuche nicht schaffte,
sein Gewicht zu erhöhen, wiegt nach dreimonatigem Training 74,5 kg. Sei-
ne Ernährung und sein Training will ich hier beschreiben, weil ich glaube,
daß jeder damit Erfolg haben kann — ganz gleich, ob Anfänger oder
Fortgeschrittener.

Er trainiert viermal in der Woche und trägt regelmäßig bei jedem Trai-
ning seine Wiederholungen und Sätze mit den jeweiligen Leistungen in die
Trainingskladde ein. Das ist sehr wichtig, denn wie will man sich bei je-
dem Satz steigern, wenn man gar nicht weiß, wie stark man ist? Jeder soll-
te ein Tagebuch über sein Training führen. Brust, Schulter und Latissimus
werden am ersten Trainingstag bearbeitet und Bizeps, Trizeps und Beine
sind am Tage darauf an der Reihe. Bauch und Waden sind jeden Tag dran.
Man trainiert die Übungen so, wie sie in der Trainingskladde vorgeschrie-
ben sind. Es werden jeweils die Grundübungen und zusätzlich eine Form-
übung ausgeführt. Dadurch erreicht man nicht nur, daß der Muskel stär-
ker und leistungsfähiger wird, sondern auch ein schönes Aussehen erhält.
Wichtig ist vor allen Dingen, daß intensiv trainiert wird, wobei die Zeit
nicht einmal 45 Minuten je Training überschreiten muß. Ein kürzeres, aber
dafür intensives Training bringt sogar mehr, wie ein lahmes, auf zwei
Stunden ausgedehntes Programm. Ich trainiere selbst nach 13 Jahren
noch diesen Plan, und er bringt immer noch Fortschritte. Oder würden
Sie es nicht als Erfolg ansehen, daß ich mein Körpergewicht von 53 kg auf
103 kg erhöhen konnte, ohne dabei fett zu sein?

Aber auch die Ernährung trägt bedeutend zum Erfolg bei. Das beste
Training ist nichts weiter als verschwendete Zeit, wenn es mit der Ernäh-
rung nicht simmt. Dabei kommt es nicht unbedingt darauf an, quantitativ
viel zu essen, sondern qualitativ gut. Ein ganzes Brot macht uns so satt,
daß wir für die nächsten Stunden nicht mehr ans Essen denken müssen.
Und trotzdem ist es so, daß ein Mensch, der sich nur von Brot ernähren
würde, bald Mangelerscheinungen haben würde, denn im Brot sind noch
lange nicht alle Nährstoffe enthalten, die der Körper zum Leben braucht.
Mit anderen Worten: Man würde satt „verhungern”.

Die Menge der Nahrung ist also nicht der springende Punkt, sondern
vielmehr die richtige Beschaffenheit. Jemand, der täglich Obst, Gemüse
und Fleisch zu sich nimmt, lebt also weitaus gesünder als der „Brotesser”.
Ich will beileibe das Brot hier nicht schlecht machen, aber manche Leute
übertreiben wirklich damit. Einseitige Kost ist immer verkehrt! Dem Kör-
per sollte stets die Möglichkeit gegeben werden, aus einer Vielfalt an Spei-
sen die Stoffe heraussondern zu können, die er nötig braucht. Das kann
der Körper nicht, wenn diese Stoffe in unserer Nahrung gar nicht enthal-
ten sind.

Fette dienen der Wärmeschutzfunktion und haben den größten kalori-
schen Wert. Proteine bilden die wichtigsten Bestandteile der lebenden
Substanz. Kohlenhydrate sind wichtig für den Energiehaushalt.
Sehr viele Wissenschaftler haben in den letzten Jahrzehnten geforscht,
um die „optimale Nahrung” zusammenzustellen. Es wurde eine Menge
Proteinpulver auf den Markt gebracht und jedes Jahr kamen neue Präpa-
rate dazu. Diese Zusatz-Nahrungspräparate sollten der „trainierenden
Welt” der Spitzenathleten noch größere Leistungen ermöglichen. Und sie
taten es. Kaum ein Spitzensportler hat nicht wenigsten einmal im Laufe
seiner Sportkarriere daran gedacht, es einmal mit diesen Proteinpräpara-
ten zu versuchen und die meisten haben ernsthafte Versuche damit ge-
macht. Die Rekordlisten beweisen: Es wurden Leistungen erbracht, wie sie
noch vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten wurden. Gerade die
Juniorensportler machten deutlich, wie sehr man die Leistungen in kürze-
ster Zeit verbessern kann. Hätte es doch nur zu meiner Zeit schon so gute
Proteinpräparate gegeben!

Viele Anfänger machen einen gewichtigen Fehler. Sie glauben, daß Pro-
teine alle gleich sind. Genauso einfältig ist jemand, der glaubt, daß alle
Autos gleich sind. Die haben ja alle vier Räder! Genauso große Unter-
schiede gibt es bei Eiweißpräparaten. Es gibt einige, die erfüllen lediglich
Minimum-Anforderungen, um sich „Proteinpräparat” nennen zu dürfen,
andere wiederum werden nach strengsten wissenschaftlichen Kriterien ent-
wickelt und hergestellt. Und der Laie liest nicht einmal, was auf jeder
Packung steht. Da steht z.B., daß das Produkt zu größten Teil aus Zucker
besteht, also fast nur aus Kohlenhydraten. Für eine solche Packung wird
viel Geld gezahlt. Die Leute, die solche Proteine kaufen, wollen an Mus-
kelmasse zunehmen. Und wirklich: sie nehmen zu, aber nicht an Muskel-
masse, sondern an überflüssigem Fett, denn der Körper kann mit dem teu-
er erkauften, jedoch minderwertigen Stoffen nichts anfangen.

Warum also nicht gleich für 1,78 Euro ein Kilo Zucker kaufen und das
mit einem Liter Milch vermischen und austrinken? Das restliche Geld ha-
ben Sie gespart. Es doch gar nicht so schwer zu verstehen, daß ein Rolls-
Royce mehr Geld kosten muß als ein Volkswagen, weil er besser verarbei-
tet ist, mehr bietet und man damit „besser” fährt. Und so kosten gute
Proteine natürlich ihren Teil. Wirklich gute Proteine zum Schleuderpreis
gibt es leider noch nicht. Es wird sie genausowenig geben, wie den Rolls-
Royce im Sonderangebot für einen Apfel und ein Ei.

Bei meinen Schülern hat die Vernunft gesiegt. Weder im Natural-Body-
building-Institut in Düsseldorf, noch im Sport- und Freizeitzentrum in
Nordenham verkaufe ich Billigprodukte. Bei mir trainieren starke, gesun-
de Athleten, an denen sich viele ein Beispiel nehmen können. Nicht nur
in Zusammenhang mit der Ernährung. 50-cm-Arme bekommt man eben
nicht von Brot oder Milch mit Zucker!

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Vitamine und Mineralstoffe

Die gesündeste Form des Doping: Vitamine und Mineralstoffe

Viele Sportler werden im Verlaufe ihres Trainings von sogenannten
Wunderdrogen hören, die man in jeder Apotheke kaufen kann und die
nur in entsprechend hoher Dosierung zu der gewünschten Wirkung füh-
ren. Im Zuge dieser Gerüchte werden dann ungeheure Mengen an Gin-
seng, Vitaminpräparaten und Minerälstoffen eingenommen, was bei den
berühmten „Apothekerpreisen” solcher Präparate den Geldbeutel
schneller schrumpfen läßt als die Muskeln im Ausgleich dazu wachsen
können. Immerhin gibt es dann tatsächlich einige, die berichten, daß es
ihnen jetzt wirklich besser geht, daß ihre Verletzungsanfälligkeit gegen-
über früher abgenommen hat und sie jetzt intensiver trainieren können
als vorher. Man mag es dahingestellt sein lassen, daß hier ein gut Teil
Einbildung eine Rolle spielt, zumindest ist es aus sportmedizinischer
Sicht erwiesen, daß beim aktiven Sportler ein erheblicher Mehrbedarf an
Vitaminen und Mineralstoffen besteht. Eine reichliche Dosierung schafft
deswegen zwar keinen Supermann, verringert aber die Wahrscheinlich-
keit eines Mangels. Denn darin besteht die „durchschlagende” Wirkung
dieser Stoffe: Eine Unterdosierung von Vitaminen und Mineralstoffen
führt mit Sicherheit zu erheblichen Einbußen in der Leistungsfähigkeit!
Bevor man jedoch wahllos in sich hineinstopft, sollte man sich auch
die Gefahren einer Überdosierung vor Augen halten, denn überlastete
Nieren und ein zusammengebrochener Kreislauf wirken ebenfalls nicht
leistungssteigernd. Wie die folgende Übersicht zeigt, verhalten sich
jedoch die einzelnen Vitamine in Bezug auf den Mehrbedarf recht unter-
schiedlich.

Vitamine/Mehrbedarf

Mit der Einnahme von Vitaminpräparaten verbindet sich häufig der
Glaube an „viel hilft viel”, d.h. daß eine erhöhte Vitamineinnahme auch
zur erhöhter Leistung führt. Dies ist nur insoweit richtig, als eine Mangel-
situation für das jeweils eingenommene Vitamin besteht. Diese Mangel-
situation kann unter Umständen durch den erhöhten Verbrauch wäh-
rend des Trainings oder Aufbaus hervorgerufen werden. Untersuchun-
gen von Prof. Dr. Josef Nöcker („Die biologischen Grundlagen der Lei-
stungssteuerung durch das Training”, 6. Aufl. 1977) haben für die
bedeutsamsten Vitamine folgenden Mehrbedarf ergeben:

Vitamin A

Der Verbrauch an Vitamin A erhöht sich nur unwesentlich von 1,5 auf
2 mg. Eine erhöhte Zufuhr von Vitamin A ist wegen der Fettlöslichkeit
und der damit verbundenen mangelnden Ausscheidbarkeit dieses Vita-
mins zudem nicht unbedenklich.

Vitamin B-Gruppe

Der Verbrauch der Vitamine der B-Gruppe erhöht sich zum Teil
beträchtlich. So kann der Bedarf an Vitamin B sich von normalerweise
1,5 mg fast versiebenfachen. Da alle Vitamine der B-Gruppe wasserlös-
lich sind, ist eine großzügige Dosierung weitgehend unschädlich.

Vitamin C

Der Bedarf an Vitamin C ist bereits beim nichttrainierenden Men-
schen relativ hoch (75 mg). Er kann unter sportlicher Belastung auf ein
Vielfaches ansteigen (ca. 300 mg). Zur Bedarfsdeckung kann man hier
auf die reine Form des Vitamins, die sogenannte Ascorbinsäure zurück-
greifen.

Vitamin D

Ein erhöhter Bedarf konnte nicht nachgewiesen werden,. Eine Über-
dosierung dieses Vitamins ist zudem sehr bedenklich.

Vitamin E

Hier ergab sich eine Bedarfssteigerung von 5 auf bis zu 10 mg. Bei der
Einnahme ist jedoch zu berücksichtigen, daß dieses Vitamin fettlöslich
ist und daher nur in Gegenwart von Fett verwertet werden kann.
Unter den genannten Vitaminen werden besonders die Vitamine 131 , C
und E als möglicherweise leistungssteigernd hervorgehoben. Die Wir-
kungen dieser Vitamine sollen in hoher Dosierung gelegentlich zu Erfol-
gen führen, die über einem bloßen Placebo-Effekt liegen*. So sollen
Stoffwechsel und Kreislaufarbeit ökonomisiert werden, sowie die Ver-
wertung von Traubenzucker verbessert und Erholungsvorgänge verkürzt
werden. Die Forschungsergebnisse in dieser Richtung sind jedoch nicht
unwidersprochen. Festgehalten werden kann allerdings, daß eine großzügige,
wenn auch nicht übermäßige Dosierung, überwiegend für
unschädlich gehalten wird — oder in pragmatischer Sprechweise — daß
der erwartete Nutzen den erwarteten Schaden übersteigt.
Fast noch wichtiger für die Erhaltung der körperlichen Leistungsfä-
higkeit, vor allem an heißen Tagen, ist die ausreichende Versorgung des
Körpers mit Mineralstoffen. In Rücksicht darauf, daß Überschüsse
durch die Nieren ausgeschieden werden müssen, sollte eine zusätzliche
Versorgung auf die Zeiten erhöhten Verbrauchs, also im Verlaufe des
Trainings, beschränkt bleiben. Desgleichen sollte basischen Mineral-
stoffgemischen vor anderen der Vorzug gegeben werden, da diese
sowohl angenehmer für den Magen als auch möglicherweise leistungs-
steigernd wirken, indem sie einer Übersäuerung der Muskulatur entge-
genwirken.

Mineralstoffe/Mehrbedarf

Ein Mangel an Mineralstoffen kann zu einer sehr deutlichen Vermin-
derung der Leistung, sowie zu Krämpfen und Verletzungen führen: Da
wegen des hohen Flüssigkeitsumsatzes und der damit verbundenen Aus-
scheidungen durch Schweiß und Atemluft ein Verlust dieser Stoffe auf-
treten kann, werden Mineralstoffpräparate sogar von „nur” Fitneßsport-
lern eingenommen.

Nach den Untersuchungen von Nöcker ist etwa folgender Mehrbedarf
anzurechnen:

Calcium:

Der Calciumverbrauch ist beim Kraftsportler sogar noch höher als bei
ansonsten schweißintensiveren Ausdauerübungen. Er steigt von 1,4 auf
2,5 g.

Kalium:

Der ohnehin recht hohe Kaliumverbrauch steigt von 2 auf 5 g

Eisen:

Der Eisenverbrauch steigt nur geringfügig von 0,015 auf 0,02 bis 0,03 g.

Phosphor:

Der Phosphor-Umsatz verdoppelt sich von 1,5 auf 3 g.

Jod:

Jod wird ebenfalls doppelt so viel verbraucht, ca. 0,03 g.
Desgleichen verdoppelt sich der Bedarf an Kochsalz, der aber zumeist
mehr als reichlich gedeckt ist. Der Verbrauch von Magnesium geht
zurück, Trotzdem kann es nützlich sein, zusätzlich auf entsprechende
Magnesium-Präparate zurückzugreifen, da bei einer zu einseitigen
Eiweiß-Diät Mangelerscheinungen auftreten können. Bei der Einnahme
von Mineralstoffpräparaten muß auf eine ausreichende Flüssigkeitszu-
fuhr geachtet werden. Bei Nierenfunktionsstörungen wird von einer
zusätzlichen Mineralstoffversorgung in der Regel abgeraten. Sportler
mit leicht erhöhtem Blutdruck sollten darauf achten, daß sie ein koch-
salzarmes Gemisch erhalten. Bei länger dauerndem, intensiven Training
kann der Bedarf während des Trainings ergänzt werden.
Gelegentlich wird auch berichtet, daß eine Zufuhr anorganischer Pho-
sphate zu Leistungsverbesserungen führt (Embden, Gontzea)*. Diese
sollen den Wirkungsgrad der Muskulatur verbessern, Ermüdungser-
scheinungen verzögern und den Milchsäuregehalt nach Anstrengung
verringern.

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CYPROHEPTADIN

Obwohl der Gebrauch von Cyproheptadin in Kraftsportkreisen bis in die frühen
sechziger Jahre zurückgeht, umgibt diesen Wirkstoff doch etwas Mystisches, eine
Aura des Geheimnisvollen. Als vor dreißig Jahren Leichtathleten und Gewichthe-
ber, wenig später auch Powerlifter und Bodybuilder, mit Cyproheptadin zu expe-
rimentieren begannen, schien eine neue, vielversprechende, leistungssteigernde
Substanz gefunden. Wissenschaftliche Untersuchungen bescheinigten
Cyproheptadin eine stickstoffretentierende Wirkung und somit einen eiweißauf-
bauenden Effekt. Eine an Affen durchgeführte Studie ergab sogar, daß Cypro-
heptadin in puncto Kraftzuwachs und Gewichtszunahme noch effektiver ist als
das Bodybuildingkultsteroid Dianabol. Cyproheptadin, ein wirkungsvolles, nicht
steroidhaltiges Anabolikum? Wenn ja, warum hört man dann von dieser Substanz
heutzutage kaum noch etwas?

Der Hauptgrund für die relative Unbekanntheit von Cyproheptadin liegt an dem
ungünstigten Zeitpunkt, den sich dieser Wirkstoff für sein Auftauchen in der
Kraftsportszene ausgesucht hat. Denn zeitgleich, d. h. um 1960, begannen ana-
bole Steroide die Sportwelt zu erobern und zogen damit die Aufmerksamkeit der
Athleten und den Großteil der Publicity auf sich. Wer wollte sich da noch für
Cyproheptadin interessieren, wenn gerade erst eine breite Palette neuester,
ergogener Wundermittel gefunden war? Zumal obendrein die Beschaffung von
Originalsteroiden damals wenig Probleme bereitete. Cyproheptadin geriet in Ver-
gessenheit und war fast nie Gegenstand wissenschaftlicher Studien, die es auf
seine eventuellen anabolen Eigenschaften testeten.

Cyproheptadin ist ein Antihistaminikum und ein Serotonin-Antagonist. Seine
Qualitäten als Antihistaminikum zur Behandlung von allergischen Erscheinun-
gen interessieren den Sportler natürlich wenig. Seine Eignung als Serotonin-Ant-
agonist dafür umso mehr. Cyproheptadin hemmt die Aktivität von Serotonin, ei-
nem sogenannten Neurohormon, im Appetitzentrum des Hypothalamus. Aus die-
sem Grund wird Cyproheptadin in der Schulmedizin als appetitanregendes Mittel
sowohl für Kinder als auch für Erwachsene angeboten. Denn Cyproheptadin stei-
gert den Appetit, und zwar gewaltig. Das ursprüngliche Ziel, das Athleten mit
dem Gebrauch von Cyproheptadin verfolgten, dürfte demnach klar sein: Zunah-
me von Körpergewicht.

Athleten, die Cyproheptadin verwendet haben, berichteten schon nach wenigen
Tagen von einem geradezu sprunghaft angestiegenen Appetit. Je mehr man ißt
und je länger die Einnahme fortgeführt wird, desto stärker wird die Eßlust. Das
Wort Eßlust ist hierfür wohl kaum die korrekte Bezeichnung, denn es entwickelt
sich in den meisten Fällen eine gierige, unersättliche Freßlust, die kaum zu be-
friedigen ist. Das Körpergewicht schießt geradezu in die Höhe. Nicht umsonst
wird Cyproheptadin von vielen Schwerathleten wie Kugelstoßern, Diskuswer-
fern, Gewichthebern, Powerliftern und Bodybuildern in der Aufbauphase als
wahrer Segen betrachtet, entfällt doch so das ungeliebte, zwanghafte Vollstopfen
mit großen Nahrungsbergen. Die Essensaufnahme, und sei sie noch so reichhal-
tig, wird zum Kinderspiel. Interessant sind die Aussagen von Athleten bezüglich
der Qualität des neuhinzugewonnenen Körpergewichtes. Das Spektrum der Er-
gebnisse ist breit gefächert: Manche sagen, daß sie unter Cyproheptadin lediglich
eine Menge Fett zunehmen, andere sprechen von viel Fett und etwas Muskel-
masse, wieder andere erzählen von viel Fett und viel neuer Muskelmasse und
einige berichten von einem guten Muskelaufbau bei nur geringem Fettansatz.
Weshalb so große Unterschiede, werden Sie fragen? Nun, eine Rolle spielt zwei-
felsohne die Kalorienmenge, die durch Cyproheptadin zusätzlich konsumiert wird,
und nicht bei allen gleich ist. Den entscheidenden Faktor stellt unserer Meinung
nach jedoch die Stoffwechselaktivität des einzelnen dar. Wer einen langsamen
Stoffwechsel hat und von Natur aus leicht zunimmt, der sollte die Finger von
Cyproheptadin lassen, da die Gefahr, schlicht und einfach fett zu werden, zu groß
ist. Eine Chance, sich gegen die übermäßige Freßlust erfolgreich zu wehren, be-
steht kaum. Athleten, die hingegen einen schnellen Stoffwechsel haben, Perso-
nen, die nur schwer an Gewicht zulegen, Trainingsneulinge, die unbedingt ein
paar Kilo zunehmen möchten, wie auch Bodybuilder mit einem extrem hohen
Trainingsumfang fahren mit Cyproheptadin erfahrungsgemäß besser. Der Fettan-
satz hält sich in Grenzen und der Muskelzuwachs kann sich sehen lassen. Inwie-
fern Cyproheptadin hierbei tatsächlich eine anabole Wirkung durch seinen po-
tentiellen stickstoffretentierenden Effekt besitzt, weiß man aufgrund mangelnder
wissenschaftlicher Untersuchungen leider nicht. Fakt ist, daß viele Powerlifter,
Gewichtheber und Bodybuilder während der Einnahme von Cyproheptadin ei-
nen beträchtlichen Kraftzuwachs speziell in den schweren Grundübungen wie
Bankdrücken, Kniebeugen, Rudern, Nackendrücken etc. erfahren.

Dieser könnte in Verbindung mit der erhöhten Protein- und Kalorienzufuhr viel-
leicht der Hauptgrund für das angesprochene Muskelwachstum sein. Bemerkens-
wert ist in diesem Zusammenhang, daß bei Cyproheptadin nach Beendigung der
Einnahme — ganz im Gegensatz zu anabolen Steroiden — die aufgebaute Kraft-
und Muskelsubstanz erhalten bleibt. Der Appetit normalisiert sich wieder und
eingelagertes Fettgewebe bildet sich zurück.

Cyproheptadin gibt es sowohl in Tabletten- und Kapselform als auch als Sirup.
Letztere Darreichungsform wurde speziell für Kinder entwickelt. Athleten gebrau-
chen erfahrungsgemäß 12 — 20 mg Cyproheptadin/Tag. Die meisten in Frage kom-
menden Präparate enthalten 4 mg Cyproheptadin pro Tablette. Da die Tages-
dosis auf mehrere Einzelgaben verteilt werden sollte, verwendet man für gewöhn-
lich eine 4 mg-Tablette 3 — 5 mal täglich. Wichtig erscheint hierbei, sich über
mehrere Tage hinweg gleichmäßig an das angestrebte Dosierungsmaximum her-
anzuarbeiten. Das bedeutet, man beginnt am ersten Tag mit lediglich einer Ta-
blette und steigert die Dosierung alle 2 — 3 Tage um eine weitere Tablette, bis die
gewünschte tägliche Tablettenzahl erreicht ist (siehe Nebenwirkungen). Anschlie-
ßend behält man diese Dosierung für 4 — 6 Wochen bei, bevor dann eine 10 — 12
wöchige Einnahmeunterbrechung angesagt ist.

Gute Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn der Athlet Cyproheptadin mit
Dibencozide oder Vitamin B-12 Injektionen kombiniert. Speziell Dibencozide
eignet sich hierfür besonders, da es die appetitfördernde und eiweißaufbauende
Wirkung verstärkt. Nicht umsonst enthielt das — leider Anfang 1994 aus dem Han-
del genommene — deutsche Medikament Nurdelin von der Firma Zambon zum
Zwecke der Gewichtszunahme neben 3 mg Cyproheptadin auch 1 mg Cobamamid
( Dibencozide ) je Kapsel. Wir können aus eigener Erfahrung bestätigen, daß sich
mit sechs Nurdelinkapseln pro Tag, d.h. 18 mg Cyproheptadin/Tag sowie 6 mg
Dibencozide/Tag in Verbindung mit einer Handvoll Bierhefetabletten täglich nicht
nur das Körpergewicht, sondern auch die Körperkraft in wenigen Wochen ein-
drucksvoll in die Höhe treiben läßt. Von mehreren Steroidbenutzern wissen wir
mittlerweile, daß sie diese Kombination speziell in der Aufbauphase mit Erfolg
anwenden. Da anabole Steroide erwiesenermaßen ihre volle Wirkung erst bei
einer ausreichend hohen Kalorien- und Proteinzufuhr entfalten können, kombi-
nieren manche Kraftsportathleten Cyproheptadin sowie Dibencozide insbeson-
dere mit den sogenannten Massesteroiden Dianabol, Anapolon, Testosteron etc.
Wer Interesse an Cyproheptadin hegt, sollte dessen Einnahme erfahrungsgemäß
mit 5 — 10 mg Dibencozide/Tag supplementieren.

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen von Cyproheptadin sind Mü-
digkeit, Schläfrigkeit. Schwerfälligkeit, Benommenheit und ein deutlich herabge-
setztes Reaktionsvermögen. Glücklicherweise lassen diese Symptome in der Re-
gel nach 8 — 10 Tagen der Einnahme in ihrer Stärke nach, weshalb der Athlet
insbesondere während der ersten Anwendungswoche auf eine langsame
Dosierungssteigerung Wert legen sollte. Dennoch kann manchmal nicht vermie-
den werden, daß man durch die Müdigkeit bzw. Schläfrigkeit quasi etwas ‘neben
der Kappe’ ist. Vorsicht deshalb beim Autofahren und bei der Bedienung von
Maschinen. Einige Athleten berichten auch von einer depressiven Stimmung.
Asthmatiker sollten Cyproheptadin nicht verwenden. Die größte Schwierigkeit
besteht unserer Meinung nach darin, mit der ständig aufkommenden Müdigkeit
fertig zu werden. Wem das gelingt, der verfügt mit Cyproheptadin sowie
Dibencozide über eine wirkungsvolle nichthormonelle Kombination. Nachfol-
gendes Zitat aus dem Buch ‘The Steroid Supermen’ von Jeff Everson beschreibt
die Wirkung von Cyproheptadin sehr treffend: Ein Powerliftingweltmeister, der
Periactin (Medikamentenname für Cyproheptadin, Anm. d. Verf.) ausprobiert hatte,
erzählte mir einmal: „Ich nahm dieses Zeug lediglich zwei Wochen lang. Wäh-
rend der ersten Woche fühlte ich mich, aus welchen Gründen auch immer, un-
glaublich nervös und war stark depressiv. Die zweite Woche verlief nicht viel
anders als die erste. Aber eines kann ich Dir sagen, es war unmöglich, absolut
unmöglich, die Menge Nahrung zu essen, die meine Freßsucht befriedigt hätte.
Mein Appetit war geradezu unmenschlich.”

Cyproheptadin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, weshalb die in Frage
kommenden Medikamente nur mit einem ärztlichen Rezept in Apotheken erhält-
lich sind. Leider wurden in den letzten Jahren sämtliche deutschen Präparate wie
z.B. Periactin, Peritol und das schon erwähnte Nurdelin nach und nach aus dem
Handel genommen. Aus diesem Grund stehen dem Athleten nur noch ausländi-
sche Medikamente zur Verfügung, die, wenngleich auch etwas mühselig, den-
noch mit einem Rezept über deutsche Apotheken aus dem Ausland bestellt wer-
den können. In der nachfolgenden Auflistung findet der Athlet sämtliche Medi-
kamente, die Cyproheptadin in der Tablettenform enthalten.

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